Keks Artikel: heißt es der oder das Keks?
Die Standardform, die österreichische Nebenform und die Herkunft
Beim Keks Artikel ist der Keks die Standardform. In Österreich ist daneben das Keks üblich, und Wörterbücher führen beide. Interessant ist die Wortgeschichte, denn das Wort ist aus einem englischen Plural entstanden: cakes wurde im Deutschen als Singular verstanden. Genau daraus erklärt sich auch, warum der Plural heute die Kekse lautet und nicht etwa dem englischen Muster folgt.
Die kurze Antwort
Der Keks ist die Standardform in Deutschland und in Wörterbüchern die zuerst genannte.
Das Keks ist in Österreich üblich und dort ebenfalls korrekt. Wörterbücher führen die Form als österreichisch.
Der Plural lautet in beiden Fällen die Kekse, mit der deutschen Endung -e. In Österreich begegnet daneben die Form die Keks.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | maskulin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der Keks | das Keks | die Kekse |
| Genitiv | des Kekses | des Kekses | der Kekse |
| Dativ | dem Keks | dem Keks | den Keksen |
| Akkusativ | den Keks | das Keks | die Kekse |

Keks in Zusammensetzungen
Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: die Keksdose (die Dose), der Keksteig (der Teig), das Keksrezept (das Rezept).
Als erstes Glied steht meist die Singularform ohne Fugenelement: Keksdose, Keksteig, Keksausstecher. Ein Fugen-s ist hier unüblich.
In der Informatik hat sich das englische Cookie durchgesetzt und wird nicht mit Keks übersetzt. Es ist neutral: das Cookie, Plural die Cookies.
Ein Plural, der zum Singular wurde
Das Wort stammt vom englischen cakes, dem Plural von cake. Es kam im 19. Jahrhundert über Verpackungen ins Deutsche.
Weil auf den Dosen cakes stand, wurde die Form als Einzahl verstanden. Aus dem englischen Plural entstand so ein deutscher Singular, und dazu ein neuer Plural: die Kekse.
Solche Fälle heißen Rückbildungen und sind nicht selten. Weitere Beispiele sind die Spaghetti (italienischer Plural, im Deutschen als Plural übernommen) und der Zombie.
Die eingedeutschte Schreibung mit k statt c setzte sich um 1900 durch. Der Hersteller Bahlsen trug dazu bei, indem er den Namen Leibniz-Cakes zu Keks vereinfachte.
Verwandtes Gebäck und seine Artikel
Maskulin: der Keks, der Kuchen, der Zwieback, der Lebkuchen, der Stollen, der Krapfen, der Berliner.
Feminin: die Torte, die Waffel, die Brezel, die Praline, die Makrone, die Schnitte, die Rolle.
Neutral: das Gebäck, das Brot, das Brötchen, das Croissant, das Baguette, das Plätzchen, das Hörnchen.
Auffällig ist, dass alle Verkleinerungsformen neutral sind: das Plätzchen, das Brötchen, das Hörnchen. Die Endung -chen ist ausnahmslos neutral.
Bei den englischen Bezeichnungen gilt die übliche Regel: das Cookie folgt dem Gebäck, der Muffin dem Kuchen, der Brownie ebenfalls. Alle drei sind im Deutschen fest etabliert.
Der Plural folgt dem englischen Muster mit s: die Cookies, die Muffins, die Brownies. Ein Apostroph gehört auch hier nicht dazu.

Keks und Plätzchen
Beide bezeichnen kleines Gebäck, unterscheiden sich aber im Gebrauch. Der Keks ist industriell hergestellt und ganzjährig, das Plätzchen selbst gebacken und weihnachtlich.
Regional gibt es weitere Bezeichnungen: das Guetzli in der Schweiz, das Bredle in Baden, die Platzerl in Österreich und Bayern. Alle bezeichnen dasselbe.
In Rezepten ist Plätzchen der übliche Begriff, in Produkttexten Keks. Wer beides mischt, erzeugt den Eindruck, es handle sich um verschiedene Dinge.
Für Produkttexte gilt: Die Bezeichnung sollte zur Zielgruppe passen. In Weihnachtssortimenten ist Plätzchen die übliche Wahl, in ganzjährigen Sortimenten Keks.
Ein dritter Begriff ist das Gebäck. Er ist neutral und der Oberbegriff für alle Formen, deshalb steht er auf Verpackungen als Sachbezeichnung.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Die Keks: Falsch als Singular. Im Plural ist die Form österreichisch und dort zulässig.
Der Genitiv: Des Kekses, mit es. Die kurze Form des Keks ist ungebräuchlich.
Der Dativ Plural: Den Keksen, mit n. Diese Endung wird regelmäßig vergessen.
Die Cakes: Die englische Schreibung ist im Deutschen überholt. Sie begegnet nur noch in historischen Markennamen.
Keks oder Plätzchen: Beide bezeichnen kleines Gebäck. Keks ist der industrielle, Plätzchen der hausgemachte und weihnachtliche Begriff.
Fazit: Keks Artikel auf einen Blick
Der Keks ist die Standardform, das Keks die österreichische. Beide sind korrekt.
Der Plural lautet die Kekse, der Genitiv des Kekses. Das Wort entstand aus dem englischen Plural cakes, der im Deutschen als Einzahl verstanden wurde.
Das Thema „Keks Artikel: heißt es der oder das Keks?“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.
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