Croissant Artikel: heißt es der oder das Croissant?

Die richtige Form, der Plural und die Abweichung vom Französischen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Beim Croissant Artikel ist die Antwort eindeutig: Es heißt das Croissant. Bemerkenswert ist das, weil das Wort im Französischen maskulin ist und dort le croissant lautet. Das Deutsche folgt hier nicht der Herkunftssprache, sondern dem Entsprechungswort Hörnchen, und das ist neutral. Der Plural lautet die Croissants, mit s. Gesprochen wird das Wort französisch, und das t am Ende bleibt stumm.

Die kurze Antwort

Richtig ist das Croissant. Wörterbücher führen nur diese Form, eine zulässige Nebenform gibt es nicht.

Der Plural lautet die Croissants, mit s wie im Französischen.

Im Genitiv Singular steht ein s: des Croissants. Alle übrigen Formen bleiben unverändert.

Die maskuline Form ist gelegentlich zu hören, meist von Sprechern mit Französischkenntnissen. Im Deutschen ist sie trotzdem falsch.

Die Formen in allen vier Fällen

Tabelle: Fall, Singular, Plural
FallSingularPlural
Nominativdas Croissantdie Croissants
Genitivdes Croissantsder Croissants
Dativdem Croissantden Croissants
Akkusativdas Croissantdie Croissants

Warum das Deutsche vom Französischen abweicht

Im Französischen ist le croissant maskulin. Ins Deutsche ist dieses Geschlecht nicht übernommen worden.

Maßgeblich war das Entsprechungswort: das Hörnchen, das Gebäck, das Gipfeli in der Schweiz. Alle drei sind neutral.

Diese Übernahme nach dem deutschen Grundwort ist der Regelfall. Nur wenn kein naheliegendes Entsprechungswort existiert, setzt sich das Geschlecht der Herkunftssprache durch.

Beim Baguette liegen dagegen beide Wege offen, weshalb dort zwei Artikel zulässig sind. Beim Gebäck aus Plunderteig ist die Zuordnung eindeutig.

Croissant Artikel
Croissant Artikel im Überblick.

Herkunft und Bedeutung

Das französische Wort bedeutet Halbmond und ist ursprünglich das Partizip von croître, also wachsen. Gemeint war der zunehmende Mond.

Die Bezeichnung benennt die gebogene Form des Gebäcks. In Österreich heißt dasselbe Gebäck Kipferl, ebenfalls nach der Form.

Die verbreitete Erzählung, das Gebäck sei 1683 in Wien zum Sieg über die osmanische Belagerung erfunden worden, ist nicht belegt. Sie taucht erst im 19. Jahrhundert auf.

Das Gebäck aus Plunderteig, wie es heute bekannt ist, entstand um 1900 in Paris. Die älteren Kipferl wurden aus einem anderen Teig gebacken.

Aussprache und Trennung

Gesprochen wird es französisch, etwa krwassã, mit nasalem a am Ende. Das t bleibt stumm.

Die eingedeutschte Aussprache mit hörbarem t ist verbreitet und gilt als weniger korrekt. In gepflegter Rede wird sie vermieden.

Das oi wird wie wa gesprochen, wie in Toilette und Memoiren. Diese Regel gilt im Französischen durchgehend.

Getrennt wird Crois-sant. Die Doppelkonsonanz ss wird dabei aufgeteilt, wie es die deutsche Regel vorsieht.

Gebäck und seine Artikel

Maskulin: der Berliner, der Krapfen, der Stollen, der Zwieback, der Toast, der Kuchen.

Feminin: die Brezel, die Semmel, die Waffel, die Torte, die Schnecke, die Buchtel.

Neutral: das Croissant, das Hörnchen, das Brötchen, das Baguette, das Gebäck, das Kipferl, das Gipfeli.

Bei den regionalen Bezeichnungen fällt die Endung auf: Kipferl und Gipfeli sind Verkleinerungsformen und deshalb neutral, ebenso das Hörnchen.

Zusammensetzungen und Schreibung

Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: der Croissantteig (der Teig), die Croissantform (die Form), das Croissantblech (das Blech).

Geschrieben wird zusammen, ohne Bindestrich. Die Getrenntschreibung Croissant Teig ist aus dem Englischen übernommen und im Deutschen falsch.

Bei Füllungen steht die Angabe voran: das Schokoladencroissant, das Mandelcroissant, das Schinkencroissant. Alle bleiben neutral, weil das Grundwort neutral ist.

Die französische Bezeichnung für das Schokoladengebäck lautet allerdings pain au chocolat und meint eine andere, rechteckige Form.

Croissant Artikel

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Der Croissant: Falsch im Deutschen, auch wenn das Französische maskulin ist. Richtig ist das Croissant.

Die Croissante: Falsch. Der Plural lautet die Croissants, mit s.

Croissont: Falsch. Die Schreibung folgt dem Französischen mit a in der zweiten Silbe.

Die Croissant's: Falsch. Der Apostroph gehört weder in Plural noch Genitiv.

Zusammensetzungen: Das letzte Glied entscheidet. Der Croissantteig (der Teig), die Croissantform (die Form).

Verwandte Gebäcke und ihre Namen

Das österreichische Kipferl ist neutral und bezeichnet dieselbe Form. Es wird aus Hefeteig gebacken und ist weniger blättrig.

Das Schweizer Gipfeli ist ebenfalls neutral. Die Endung li ist eine Verkleinerungsform und bestimmt das Geschlecht.

Das norddeutsche Hörnchen ist die Übersetzung und ebenfalls neutral. Die Endung chen macht jedes Wort neutral, unabhängig vom Grundwort.

Alle vier Bezeichnungen meinen annähernd dasselbe Gebäck und tragen denselben Artikel. Wer sie in einem Text mischt, sollte den Unterschied im Teig kenntlich machen.

Fazit: Croissant Artikel auf einen Blick

Richtig ist das Croissant, ohne Nebenform. Der Plural lautet die Croissants, der Genitiv des Croissants.

Das Deutsche folgt hier nicht dem maskulinen Französischen, sondern dem neutralen Entsprechungswort Hörnchen.

Weitere Wörter aus dem Französischen Baguette Artikel, Bonbon Artikel und Genus bei Fremdwörtern.

Einheitliche Schreibweisen im ganzen Dokument: Unser Lektorat prüft Artikel und Konsistenz.

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Häufige Fragen zum Artikel von Croissant

Heißt es der oder das Croissant?

Das Croissant. Die maskuline Form ist im Deutschen falsch, auch wenn das Französische le croissant lautet.

Wie lautet der Plural von Croissant?

Die Croissants, mit s wie im Französischen.

Warum ist Croissant neutral, das Französische aber maskulin?

Weil das deutsche Entsprechungswort Hörnchen neutral ist. Bei Entlehnungen setzt sich meist das Grundwort durch.

Was bedeutet Croissant?

Halbmond. Das Wort ist das Partizip von croître, also wachsen, und meinte ursprünglich den zunehmenden Mond.

Wurde das Croissant in Wien erfunden?

Die Erzählung von 1683 ist nicht belegt. Das Gebäck aus Plunderteig entstand um 1900 in Paris.

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