Brief Artikel: heißt es der, die oder das Brief?
Die kurze Antwort, alle Formen und die Artikel verwandter
Beim Brief Artikel ist die Antwort eindeutig: Es heißt der Brief. Das Wort ist maskulin, hat einen regelmäßigen Plural auf -e und gehört zu den ältesten Entlehnungen aus dem Lateinischen im deutschen Wortschatz. Interessant wird es bei den Zusammensetzungen, denn dort wechselt das Geschlecht mit dem letzten Glied: die Briefmarke, das Briefpapier, der Briefkasten. Diese Seite zeigt alle Formen und ordnet die verwandten Schriftstücke ein.
Die kurze Antwort
Richtig ist der Brief. Das Wort ist maskulin, und eine Nebenform gibt es nicht.
Der Plural lautet die Briefe, mit der regelmäßigen Endung -e und ohne Umlaut.
Im Genitiv Singular steht ein s oder es: des Briefs oder des Briefes. Beide Formen sind zulässig, die kurze ist heute die üblichere.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Brief | die Briefe |
| Genitiv | des Briefs oder Briefes | der Briefe |
| Dativ | dem Brief | den Briefen |
| Akkusativ | den Brief | die Briefe |

Der Brief in der Geschäftskorrespondenz
In der DIN 5008 heißt das Schriftstück Geschäftsbrief, und die Norm regelt Aufbau, Abstände und Anordnung der Felder.
Vorgeschrieben sind unter anderem der Bezugszeichenblock, die Anschrift im Fensterbereich und der Abstand vom Blattrand. Wer diese Vorgaben einhält, bekommt einen Brief, der in jedem Fensterumschlag passt.
Die Anrede endet ohne Komma nach dem Gruß, und zwischen Gruß und Unterschrift stehen drei Leerzeilen. Diese Kleinigkeiten führen in Bewerbungen regelmäßig zu einem unsauberen Eindruck.
Für die Anschrift gilt: Herrn im Akkusativ, nicht Herr. Diese Endung gehört zur n-Deklination und wird auf Umschlägen ständig vergessen.
Herkunft und Wortgeschichte
Das Wort geht auf das lateinische breve zurück, ein kurzes Schriftstück, von brevis für kurz. Dieselbe Wurzel steckt in Brevier und in der musikalischen Brevis.
Ins Deutsche gelangte es früh, spätestens im 9. Jahrhundert, über die Kanzleisprache der Klöster. Damit gehört es zu den ältesten lateinischen Entlehnungen überhaupt.
Das maskuline Geschlecht folgt keiner Regel, sondern der Überlieferung. Das lateinische Wort war neutral, und beim Übergang ins Deutsche wechselte es die Zuordnung.
Bis heute erhalten ist die Grundbedeutung des Kurzen. Ein Brief war ursprünglich das Gegenstück zur langen Urkunde, und in Wörtern wie Freibrief und Lehrbrief klingt die alte Bedeutung des Dokuments noch nach.
Zusammensetzungen und ihre Artikel
Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied, nicht Brief. Deshalb wechselt das Geschlecht.
Maskulin: der Briefkasten, der Briefkopf, der Briefumschlag, der Briefträger, der Briefwechsel, der Geschäftsbrief.
Feminin: die Briefmarke, die Briefpost, die Briefsendung, die Brieftaube, die Briefform.
Neutral: das Briefpapier, das Briefgeheimnis, das Briefporto, das Anschreiben.

Verwandte Schriftstücke
Maskulin: der Brief, der Antrag, der Bescheid, der Vertrag, der Bericht, der Vermerk, der Beleg.
Feminin: die Mail, die Nachricht, die Mitteilung, die Rechnung, die Urkunde, die Bescheinigung, die Karte, die Postkarte.
Neutral: das Schreiben, das Fax, das Formular, das Dokument, das Protokoll, das Gutachten, das Zeugnis.
Auffällig ist, wie viele Wörter auf -ung feminin sind. Diese Endung ist ausnahmslos feminin, und in der Verwaltungssprache begegnet sie besonders häufig.
Für Bewerbungen ist die Wortwahl bedeutsam. Das Anschreiben ist der Fachbegriff, nicht der Bewerbungsbrief, und in Stellenausschreibungen steht fast immer die erste Form. Wer sie übernimmt, trifft den erwarteten Ton.
Ebenfalls neutral ist das Motivationsschreiben, das in Stipendienverfahren gefordert wird. Es unterscheidet sich vom Anschreiben durch Länge und Ausrichtung: Dort geht es um die eigene Motivation, nicht um die Passung zur Stelle.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Das Brief: Falsch. Die neutrale Form entsteht durch Übertragung von das Schreiben und begegnet vor allem beim Deutschlernen.
Die Briefen im Plural: Falsch im Nominativ. Die Form den Briefen ist nur der Dativ Plural.
Des Briefs oder des Briefes: Beide sind zulässig. Die längere Form wirkt gehobener und steht meist in festen Wendungen.
Brief oder Schreiben: In der Verwaltungssprache ist Schreiben die neutrale Form: Ihr Schreiben vom 5. Mai. Brief klingt persönlicher und ist in Geschäftskorrespondenz seltener.
Die E-Mail: Standardsprachlich feminin, weil die Post und die Mail die Entsprechungen sind. In Österreich und der Schweiz ist das E-Mail verbreitet und dort ebenfalls korrekt.
Fazit: Brief Artikel auf einen Blick
Richtig ist der Brief, ohne Nebenform. Der Plural lautet die Briefe, der Genitiv des Briefs oder des Briefes.
Das Wort stammt vom lateinischen breve für ein kurzes Schriftstück. Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: die Briefmarke, das Briefpapier, der Briefkasten.
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