Brief Artikel: heißt es der, die oder das Brief?

Die kurze Antwort, alle Formen und die Artikel verwandter

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Beim Brief Artikel ist die Antwort eindeutig: Es heißt der Brief. Das Wort ist maskulin, hat einen regelmäßigen Plural auf -e und gehört zu den ältesten Entlehnungen aus dem Lateinischen im deutschen Wortschatz. Interessant wird es bei den Zusammensetzungen, denn dort wechselt das Geschlecht mit dem letzten Glied: die Briefmarke, das Briefpapier, der Briefkasten. Diese Seite zeigt alle Formen und ordnet die verwandten Schriftstücke ein.

Die kurze Antwort

Richtig ist der Brief. Das Wort ist maskulin, und eine Nebenform gibt es nicht.

Der Plural lautet die Briefe, mit der regelmäßigen Endung -e und ohne Umlaut.

Im Genitiv Singular steht ein s oder es: des Briefs oder des Briefes. Beide Formen sind zulässig, die kurze ist heute die üblichere.

Die Formen in allen vier Fällen

Tabelle: Fall, Singular, Plural
FallSingularPlural
Nominativder Briefdie Briefe
Genitivdes Briefs oder Briefesder Briefe
Dativdem Briefden Briefen
Akkusativden Briefdie Briefe
Brief Artikel
Brief Artikel im Überblick.

Der Brief in der Geschäftskorrespondenz

In der DIN 5008 heißt das Schriftstück Geschäftsbrief, und die Norm regelt Aufbau, Abstände und Anordnung der Felder.

Vorgeschrieben sind unter anderem der Bezugszeichenblock, die Anschrift im Fensterbereich und der Abstand vom Blattrand. Wer diese Vorgaben einhält, bekommt einen Brief, der in jedem Fensterumschlag passt.

Die Anrede endet ohne Komma nach dem Gruß, und zwischen Gruß und Unterschrift stehen drei Leerzeilen. Diese Kleinigkeiten führen in Bewerbungen regelmäßig zu einem unsauberen Eindruck.

Für die Anschrift gilt: Herrn im Akkusativ, nicht Herr. Diese Endung gehört zur n-Deklination und wird auf Umschlägen ständig vergessen.

Herkunft und Wortgeschichte

Das Wort geht auf das lateinische breve zurück, ein kurzes Schriftstück, von brevis für kurz. Dieselbe Wurzel steckt in Brevier und in der musikalischen Brevis.

Ins Deutsche gelangte es früh, spätestens im 9. Jahrhundert, über die Kanzleisprache der Klöster. Damit gehört es zu den ältesten lateinischen Entlehnungen überhaupt.

Das maskuline Geschlecht folgt keiner Regel, sondern der Überlieferung. Das lateinische Wort war neutral, und beim Übergang ins Deutsche wechselte es die Zuordnung.

Bis heute erhalten ist die Grundbedeutung des Kurzen. Ein Brief war ursprünglich das Gegenstück zur langen Urkunde, und in Wörtern wie Freibrief und Lehrbrief klingt die alte Bedeutung des Dokuments noch nach.

Zusammensetzungen und ihre Artikel

Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied, nicht Brief. Deshalb wechselt das Geschlecht.

Maskulin: der Briefkasten, der Briefkopf, der Briefumschlag, der Briefträger, der Briefwechsel, der Geschäftsbrief.

Feminin: die Briefmarke, die Briefpost, die Briefsendung, die Brieftaube, die Briefform.

Neutral: das Briefpapier, das Briefgeheimnis, das Briefporto, das Anschreiben.

Brief Artikel

Verwandte Schriftstücke

Maskulin: der Brief, der Antrag, der Bescheid, der Vertrag, der Bericht, der Vermerk, der Beleg.

Feminin: die Mail, die Nachricht, die Mitteilung, die Rechnung, die Urkunde, die Bescheinigung, die Karte, die Postkarte.

Neutral: das Schreiben, das Fax, das Formular, das Dokument, das Protokoll, das Gutachten, das Zeugnis.

Auffällig ist, wie viele Wörter auf -ung feminin sind. Diese Endung ist ausnahmslos feminin, und in der Verwaltungssprache begegnet sie besonders häufig.

Für Bewerbungen ist die Wortwahl bedeutsam. Das Anschreiben ist der Fachbegriff, nicht der Bewerbungsbrief, und in Stellenausschreibungen steht fast immer die erste Form. Wer sie übernimmt, trifft den erwarteten Ton.

Ebenfalls neutral ist das Motivationsschreiben, das in Stipendienverfahren gefordert wird. Es unterscheidet sich vom Anschreiben durch Länge und Ausrichtung: Dort geht es um die eigene Motivation, nicht um die Passung zur Stelle.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Das Brief: Falsch. Die neutrale Form entsteht durch Übertragung von das Schreiben und begegnet vor allem beim Deutschlernen.

Die Briefen im Plural: Falsch im Nominativ. Die Form den Briefen ist nur der Dativ Plural.

Des Briefs oder des Briefes: Beide sind zulässig. Die längere Form wirkt gehobener und steht meist in festen Wendungen.

Brief oder Schreiben: In der Verwaltungssprache ist Schreiben die neutrale Form: Ihr Schreiben vom 5. Mai. Brief klingt persönlicher und ist in Geschäftskorrespondenz seltener.

Die E-Mail: Standardsprachlich feminin, weil die Post und die Mail die Entsprechungen sind. In Österreich und der Schweiz ist das E-Mail verbreitet und dort ebenfalls korrekt.

Fazit: Brief Artikel auf einen Blick

Richtig ist der Brief, ohne Nebenform. Der Plural lautet die Briefe, der Genitiv des Briefs oder des Briefes.

Das Wort stammt vom lateinischen breve für ein kurzes Schriftstück. Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: die Briefmarke, das Briefpapier, der Briefkasten.

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Einheitliche Schreibweisen im ganzen Dokument: Unser Lektorat prüft Artikel und Konsistenz.

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Häufige Fragen zum Artikel von Brief

Heißt es der, die oder das Brief?

Der Brief. Das Wort ist maskulin, eine Nebenform gibt es nicht.

Wie lautet der Plural von Brief?

Die Briefe, mit der Endung -e und ohne Umlaut.

Heißt es des Briefs oder des Briefes?

Beides ist zulässig. Die kurze Form ist heute die üblichere.

Warum heißt es die Briefmarke?

Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied. Die Marke ist feminin, also auch die Briefmarke.

Woher kommt das Wort Brief?

Vom lateinischen breve für ein kurzes Schriftstück, zu brevis für kurz.

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