Artikel bei Ländernamen: Regeln und Liste
Die Länder mit Artikel, die ohne und die passenden Präpositionen
Artikel bei Ländernamen folgen einer klaren Grundregel: Die meisten Länder stehen ohne Artikel. Deutschland ist groß, ich fahre nach Frankreich. Eine überschaubare Gruppe trägt dagegen einen: die Schweiz, die Türkei, der Iran, die Niederlande, die USA. Wer diese Liste kennt, trifft zugleich die richtige Präposition, denn Länder mit Artikel verlangen in, Länder ohne Artikel nach. Genau daran scheitern Reisetexte regelmäßig.
Die Grundregel
Die große Mehrheit der Ländernamen ist neutral und steht ohne Artikel: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Japan, Brasilien.
Der Artikel erscheint nur, wenn ein Adjektiv dabeisteht: das schöne Italien, das geteilte Deutschland. Dann ist er Pflicht.
Eine kleinere Gruppe trägt dagegen immer einen Artikel. Diese Länder sind zu lernen, denn eine Regel dahinter gibt es nur teilweise.
Die Länder mit Artikel
Feminin: die Schweiz, die Türkei, die Ukraine, die Slowakei, die Mongolei, die Dominikanische Republik, die Tschechische Republik, die Elfenbeinküste.
Maskulin: der Iran, der Irak, der Libanon, der Sudan, der Tschad, der Kosovo, der Jemen, der Oman, der Kongo, der Vatikan.
Plural: die USA, die Niederlande, die Philippinen, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Malediven, die Bahamas, die Seychellen.
Bei einigen ist der Artikel freigestellt: der oder das Kosovo, der Iran oder Iran. Wörterbücher führen beide, und der Gebrauch schwankt.

Die Regeln dahinter
Ein Muster ist erkennbar: Namen auf -ei sind feminin (die Türkei, die Slowakei, die Mongolei). Diese Endung ist im Deutschen ausnahmslos feminin.
Ein zweites Muster: Namen, die eine Staatsform enthalten, tragen den Artikel dieser Form: die Republik, das Königreich, die Union, die Föderation.
Ein drittes Muster: Namen im Plural tragen immer den Artikel die, weil es im Plural keinen Nullartikel für Eigennamen gibt.
Bei den übrigen ist keine Regel erkennbar. Der Iran, der Libanon und der Sudan sind historisch gewachsen, und ihre Zuordnung ist zu lernen.
Die passenden Präpositionen
Ohne Artikel steht nach: Ich fahre nach Deutschland, nach Frankreich, nach Japan.
Mit Artikel steht in mit Akkusativ: Ich fahre in die Schweiz, in den Iran, in die USA, in die Niederlande.
Für den Aufenthalt steht in mit Dativ: Ich bin in Deutschland, in der Schweiz, im Iran, in den USA.
Die Herkunft steht mit aus: Ich komme aus Deutschland, aus der Schweiz, aus dem Iran, aus den USA. Auch hier bleibt der Artikel erhalten, wo er gehört.
Bei Städten gilt durchweg nach für die Richtung und in für den Aufenthalt: nach Berlin fahren, in Berlin wohnen. Eine Ausnahme bilden nur die wenigen Städtenamen mit Artikel.
Bei Inseln und Inselgruppen entscheidet der Artikel ebenso: nach Sylt, aber auf die Malediven. Die Präposition auf ist bei Inseln üblich und ersetzt dort das in.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Nach der Schweiz: Falsch. Bei Ländern mit Artikel steht in: Ich fahre in die Schweiz.
In Deutschland fahren: Bei Ländern ohne Artikel steht nach für die Richtung: Ich fahre nach Deutschland. In Deutschland bezeichnet den Aufenthalt.
Die USA ist: Falsch. Der Name steht im Plural und verlangt ein Verb im Plural: Die USA sind.
Der Kosovo oder das Kosovo: Beide sind zulässig. Der Duden führt beide, in amtlichen Texten überwiegt die maskuline Form.
Städtenamen: Sie stehen fast immer ohne Artikel und sind neutral. Ausnahmen sind die Schweiz betreffend selten, etwa der Haag beziehungsweise Den Haag.

Ländernamen in Texten
In amtlichen Texten gelten die Vorgaben des Auswärtigen Amtes. Es führt eine Liste der Staatennamen mit Artikel, Kurzform und Vollform, und diese Liste ist für Behörden verbindlich.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kurz- und Vollform: die Bundesrepublik Deutschland ist die Vollform, Deutschland die Kurzform. Nur die Vollform trägt den Artikel.
In wissenschaftlichen Arbeiten ist die Kurzform üblich, weil sie kürzer ist und keine politische Aussage trägt. Die Vollform gehört in Zitate aus Rechtstexten.
Bei Staaten, deren Name umstritten ist, lohnt ein Blick auf die amtliche Bezeichnung. Sie ist die neutrale Wahl, und Abweichungen werden in Gutachten als Positionierung gelesen.
Fazit: Artikel bei Ländernamen auf einen Blick
Die meisten Ländernamen sind neutral und stehen ohne Artikel. Eine überschaubare Gruppe trägt einen: die Schweiz, die Türkei, der Iran, die USA, die Niederlande.
Ohne Artikel steht nach für die Richtung, mit Artikel in mit Akkusativ. Namen auf -ei sind ausnahmslos feminin.
Passend dazu diese Seiten Nullartikel, Eigennamen Deklination und Präpositionen mit Dativ.