Gulasch Artikel: heißt es der oder das Gulasch?
Beide zulässigen Formen, ihre Verteilung und die ungarische Herkunft
Beim Gulasch Artikel stehen zwei Formen nebeneinander: das Gulasch ist die überregionale Standardform, der Gulasch ist besonders in Österreich verbreitet. Beide sind korrekt und in Wörterbüchern verzeichnet. Das Wort kommt aus dem Ungarischen, wo es ursprünglich den Rinderhirten bezeichnete und nicht das Gericht. Der Plural lautet die Gulasche oder die Gulasches, ist im Alltag aber kaum gebräuchlich.
Die kurze Antwort
Das Gulasch ist die überregionale Standardform und wird in Wörterbüchern zuerst genannt.
Der Gulasch ist ebenfalls zulässig und in Österreich sowie in Teilen Süddeutschlands verbreitet.
Der Plural lautet die Gulasche, daneben ist die Gulaschs zulässig. Beide sind selten, weil das Wort meist als Stoffbezeichnung gebraucht wird.
Die Formen in allen vier Fällen
| Fall | neutral | maskulin | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | das Gulasch | der Gulasch | die Gulasche |
| Genitiv | des Gulaschs | des Gulaschs | der Gulasche |
| Dativ | dem Gulasch | dem Gulasch | den Gulaschen |
| Akkusativ | das Gulasch | den Gulasch | die Gulasche |

Gulasch in der Küche
Kennzeichnend für das Gericht ist das lange Schmoren. Fleisch, Zwiebeln und Paprika garen dabei mehrere Stunden, bis die Zwiebeln vollständig zerfallen sind.
Die Zwiebelmenge entspricht traditionell dem Fleischgewicht. Diese Angabe überrascht viele und ist der wichtigste Unterschied zu einem gewöhnlichen Schmorgericht.
Paprikapulver kommt erst nach dem Anbraten dazu, weil es sonst bitter wird. Diese Reihenfolge steht in jedem klassischen Rezept und wird regelmäßig übergangen.
Herkunft und Bedeutungswandel
Das Wort kommt aus dem Ungarischen gulyás, was ursprünglich den Rinderhirten bezeichnete. Das Gericht hieß dort vollständig gulyáshús, also Hirtenfleisch.
Im Deutschen ist der zweite Wortteil weggefallen, und der Hirte wurde zum Namen der Speise. Solche Verkürzungen sind bei Lehnwörtern häufig.
In Ungarn selbst bezeichnet gulyás bis heute eine Suppe, nicht das dickere Schmorgericht. Das deutsche Gulasch entspricht eher dem ungarischen pörkölt.
Diese Verschiebung erklärt, warum Reisende in Ungarn beim Bestellen oft etwas anderes bekommen als erwartet. Wer das deutsche Gericht sucht, bestellt dort Pörkölt.
Gerichte und ihre Artikel
Maskulin: der Braten, der Auflauf, der Eintopf, der Salat, der Kuchen, der Brei, der Reis.
Feminin: die Suppe, die Soße, die Pizza, die Lasagne, die Nudel, die Bratwurst, die Beilage.
Neutral: das Gulasch, das Schnitzel, das Gericht, das Menü, das Ragout, das Frikassee, das Gemüse.
Bei Gerichten aus dem Französischen überwiegt das Neutrum: das Ragout, das Frikassee, das Filet, das Püree. Alle enden auf einen Vokal oder auf -et.
Zusammensetzungen und Zubereitung
Bei Zusammensetzungen entscheidet das letzte Glied: die Gulaschsuppe (die Suppe), der Gulaschtopf (der Topf), das Gulaschfleisch (das Fleisch).
Die Gulaschkanone ist ein bekanntes Beispiel: Sie ist feminin, weil die Kanone das Grundwort ist, und bezeichnet die fahrbare Feldküche.
Für die Zubereitung sind Fleischsorten üblich: Rindergulasch, Schweinegulasch, Kalbsgulasch, Wildgulasch. Alle folgen dem Grundwort und tragen dessen Geschlecht.
Beim Fugenelement gilt: Nach Rind steht ein er, nach Schwein ein e, nach Kalb ein s. Diese Verteilung folgt keiner Regel und ist nachzuschlagen.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Die Gulasch: Falsch. Eine feminine Form gibt es nicht, auch wenn die Suppe als Entsprechung naheliegt.
Der Genitiv: Des Gulaschs, mit s. Die längere Form des Gulasches ist ebenfalls zulässig.
Der Plural: Die Gulasche oder die Gulaschs. Beide sind selten, weil das Wort meist als Stoffbezeichnung ohne Plural steht.
Der Wechsel im Text: Beide Artikel sind korrekt, aber nicht nebeneinander. Innerhalb eines Dokuments sollte nur eine Form vorkommen.
Die Schreibung: Mit sch am Ende, nicht mit sh oder s. Die ungarische Schreibung gulyás ist im Deutschen nicht gebräuchlich.
Schreibung und Trennung
Getrennt wird nach Sprechsilben: Gu-lasch. Das sch bleibt zusammen, weil es einen einzigen Laut wiedergibt und nicht getrennt werden darf.
In Zusammensetzungen richtet sich die Trennung nach den Bestandteilen: Gu-lasch-sup-pe, Rin-der-gu-lasch. Die Wortfuge geht der Silbengrenze vor.
Das Wort wird kleingeschrieben, wenn es als Bestandteil eines Adjektivs auftritt, etwa in gulaschartig. Als Substantiv steht es immer groß.
Die ungarische Herkunftsform gulyás trägt einen Akzent auf dem a. In deutschen Texten wird sie nur in Zitaten und Fachtexten verwendet und dann kursiv gesetzt.
Fazit: Gulasch Artikel auf einen Blick
Das Gulasch ist die überregionale Standardform, der Gulasch ist in Österreich verbreitet. Beide sind korrekt.
Der Plural lautet die Gulasche, der Genitiv des Gulaschs. Das Wort kommt aus dem Ungarischen und bezeichnete dort den Rinderhirten.
Die Einordnung „Gulasch Artikel: heißt es der oder das Gulasch?“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.
Weitere Speisen zum Nachschlagen Ketchup Artikel, Curry Artikel und Schwankendes Genus.