Gehalt Artikel: heißt es der oder das Gehalt?
Zwei Formen mit zwei Bedeutungen und die Regel zur Unterscheidung
Beim Gehalt Artikel sind beide Formen richtig, und sie bedeuten Verschiedenes. Das Gehalt ist die feste monatliche Bezahlung: das Gehalt überweisen, die Gehälter erhöhen. Der Gehalt ist der Anteil eines Stoffes oder der inhaltliche Wert: der Alkoholgehalt, der Nährstoffgehalt, der geistige Gehalt eines Textes. Auch die Plurale unterscheiden sich, und in Arbeitsverträgen wie in Analysen kommt es auf beides an.
Die zwei Bedeutungen
Das Gehalt ist die feste Bezahlung für Angestellte: das Monatsgehalt, das Jahresgehalt, das Bruttogehalt. Plural: die Gehälter.
Der Gehalt ist der Anteil oder der Wert: der Fettgehalt, der Alkoholgehalt, der Wahrheitsgehalt, der Informationsgehalt. Plural: die Gehalte.
Der Unterschied in den Pluralformen ist eindeutig: Gehälter sind Bezahlungen, Gehalte sind Anteile. Wer den Plural bildet, hat die Bedeutung geklärt.
Die Formen im Vergleich
| Bedeutung | Singular | Genitiv | Plural |
|---|---|---|---|
| Bezahlung | das Gehalt | des Gehalts oder Gehaltes | die Gehälter |
| Anteil, Wert | der Gehalt | des Gehalts oder Gehaltes | die Gehalte |

Gehalt in Stellenanzeigen
In Stellenanzeigen begegnet das Wort in mehreren Formen: das Gehalt, die Gehaltsvorstellung, das Einstiegsgehalt, das Jahresgehalt.
Alle gehören zur neutralen Bedeutung und tragen ein Fugen-s bei Zusammensetzungen: das Gehaltsgespräch, die Gehaltserhöhung, die Gehaltsabrechnung.
Zu unterscheiden ist die Angabe brutto von netto. Das Bruttogehalt ist die vereinbarte Summe vor Abzügen, das Nettogehalt der Auszahlungsbetrag, und in Verträgen steht immer die Bruttoangabe.
Die Gehaltsvorstellung wird meist als Jahresbetrag genannt. Wer eine Monatsangabe macht, sollte das ausdrücklich dazuschreiben, weil sonst Missverständnisse entstehen.
Herkunft und Wortgeschichte
Beide Formen gehen auf das Verb halten zurück. Ein Gehalt war ursprünglich das, was etwas enthält oder was jemandem gehalten wird.
Aus der ersten Lesart entstand der Anteil eines Stoffes: Was der Wein an Alkohol enthält, ist sein Gehalt. Aus der zweiten die Bezahlung: Was der Dienstherr dem Beamten hält, ist sein Gehalt.
Die Trennung nach Geschlecht ist erst später entstanden. In älteren Texten begegnen beide Formen für beide Bedeutungen, und die heutige Verteilung hat sich im 19. Jahrhundert gefestigt.
Dieselbe Wurzel steckt im Unterhalt, im Aufenthalt, im Verhalten und im Haushalt. Alle vier sind maskulin, mit Ausnahme des Verhaltens.
Das Gehalt im Arbeitsrecht
Rechtlich unterscheidet sich das Gehalt vom Lohn: Gehalt ist die feste monatliche Zahlung an Angestellte, Lohn die nach Stunden oder Stücken bemessene Zahlung an Arbeiter.
Diese Unterscheidung ist heute weniger scharf, weil das Arbeitsrecht beide Gruppen gleichstellt. Im Sprachgebrauch und in Tarifverträgen ist sie aber erhalten.
Weitere verwandte Begriffe: die Vergütung (der Oberbegriff), die Bezüge (bei Beamten), das Entgelt (im Sozialrecht), das Honorar (bei Selbstständigen).
In Arbeitsverträgen ist die genaue Bezeichnung bedeutsam, weil sich daran Ansprüche knüpfen. Wer Gehalt schreibt, meint eine feste Zahlung, und diese Festlegung wirkt im Streitfall.

Der Gehalt in Analysen
In Textanalysen steht der Gehalt für den inhaltlichen Wert: der gedankliche Gehalt, der symbolische Gehalt, der Aussagegehalt.
In den Naturwissenschaften bezeichnet er den Anteil eines Stoffes: der Eisengehalt, der Zuckergehalt, der Feuchtigkeitsgehalt. Angegeben wird er meist in Prozent.
In beiden Bereichen ist die maskuline Form die einzige richtige. Die neutrale Form wäre dort ein auffälliger Fehler.
Der Plural die Gehalte begegnet vor allem in der Chemie und in Vergleichstabellen. In Textanalysen bleibt das Wort meist im Singular.
Für Texte gilt eine einfache Probe: Lässt sich das Wort durch Anteil ersetzen, ist die maskuline Form richtig. Passt dagegen Bezahlung, gilt die neutrale.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Der Gehalt für die Bezahlung: Falsch. Es heißt das Gehalt, Plural die Gehälter.
Das Gehalt für den Anteil: Ebenfalls falsch. Es heißt der Alkoholgehalt, nicht das Alkoholgehalt.
Die Gehalte für Bezahlungen: Falsch. Der Plural der Bezahlung lautet die Gehälter.
Gehalt oder Lohn: Gehalt ist die feste monatliche Zahlung, Lohn die nach Zeit oder Menge bemessene. In Verträgen ist die Unterscheidung bedeutsam.
Zusammensetzungen: Das Gehaltsgespräch und die Gehaltserhöhung gehören zur Bezahlung, der Fettgehalt und der Wahrheitsgehalt zum Anteil. Das Fugen-s steht bei beiden.
Fazit: Gehalt Artikel auf einen Blick
Das Gehalt ist die Bezahlung, der Gehalt der Anteil oder Wert. Beide Formen sind richtig und bedeuten Verschiedenes.
Die Plurale unterscheiden sich: die Gehälter für Bezahlungen, die Gehalte für Anteile.
Weitere Wörter mit zwei Bedeutungen Leiter Artikel, Teil Artikel und Schwankendes Genus.