Erbe Artikel: heißt es der oder das Erbe?

Benjamin LohrerFachlich geprüft von Benjamin Lohrer, Lektor bei korrektur.de · Stand: 4. Oktober 2026

Zwei Formen mit zwei Bedeutungen und die n-Deklination

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Erbe Artikel: „der Erbe“ bezeichnet die erbende Person, „das Erbe“ die Hinterlassenschaft oder ein kulturelles Vermächtnis. Die Personenbezeichnung gehört zur n-Deklination: Der Erbe, das Erbe, des Erben, dem Erben, den Erben.

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Artikel der, die, das: Merkzettel mit Genus-Endungen

Der Artikel vor dem Wort Erbe, begleitet von einem Blatt über das Genus. Es ordnet jeder Endung das übliche Geschlecht zu und stellt den bestimmten und den unbestimmten Artikel in allen vier Fällen nebeneinander, mit Beispielen und Ausnahmen auf einer Seite.

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Zwei unterschiedliche Bedeutungen

Der Erbe bezeichnet die Person, die Vermögenswerte erbt, beispielsweise als Alleinerbe, Miterbe oder gesetzlicher Erbe. Im Plural schreibt man die Erben. Für Frauen heißt die Form Erbin.

Das Erbe bezeichnet die Hinterlassenschaft oder ein kulturelles Vermächtnis. Im rechtlichen Zusammenhang kann man ein Erbe antreten; im übertragenen Sinn spricht man etwa vom Weltkulturerbe.

Für das Erbe gibt es keinen gängigen Plural. Benötigt man eine Mehrzahl, verwendet man die Erbschaften oder die Nachlässe.

Formen im direkten Vergleich

Tabelle: Fall, Person, Nachlass, Personen im Plural
FallPersonNachlassPersonen im Plural
Nominativder Erbedas Erbedie Erben
Genitivdes Erbendes Erbesder Erben
Dativdem Erbendem Erbeden Erben
Akkusativden Erbendas Erbedie Erben
Erbe Artikel
Erbe Artikel im Überblick.

Wortfamilie rund um Erbe

Maskulin: Typische Vertreter sind der Erbe, der Erblasser, der Erbteil, der Erbschein, der Erbvertrag sowie der Pflichtteil.

Feminin: Hier zählen die Erbin, die Erbschaft, die Erbfolge, die Erbengemeinschaft, die Erbmasse und die Erbausschlagung dazu.

Neutral: Dazugehörig sind das Erbe, das Erbrecht, das Erbstück, das Vermächtnis, das Testament und das Nachlassgericht.

Der Erbschein dient als amtlicher Nachweis der Erbenstellung; den Antrag stellt man beim Nachlassgericht. Daneben können ein eröffnetes Testament oder ein Erbvertrag mit Eröffnungsniederschrift als Erbnachweis genügen. Ob diese Unterlagen ausreichen, hängt vom Einzelfall ab.

n-Deklination bei der Person

„Der Erbe“ gehört zur n-Deklination: Im Nominativ Singular steht das Nomen ohne n, während in allen anderen Formen ein n vorkommt.

Korrekt lauten daher: Ich informiere den Erben. Das Hab und Gut des Erben. Ich wende mich an den Erben. Jede Variante ohne dieses n ist unzulässig.

In Schriftsätzen und Testamenten sollte die Endung in den Formen außerhalb des Nominativs Singular beachtet werden.

Auch der Kollege, der Kunde, der Zeuge und der Neffe folgen dieser Logik. Alle diese Wörter enden auf -e und verwenden dieselbe Flexion.

Das Erbe im Erbrecht

§ 1922 BGB bezeichnet das Vermögen der verstorbenen Person als Erbschaft und die Personen, auf die es übergeht, als Erben. Im allgemeinen Sprachgebrauch kann „das Erbe“ auch den Nachlass meinen.

Wichtige verwandte Wörter: der Erblasser (die verstorbene Person), der Nachlass (das Vermögen) und das Vermächtnis (eine einzelne Zuwendung). Der Pflichtteil ist unter gesetzlichen Voraussetzungen ein Geldanspruch in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Eine Erbschaft kann innerhalb von sechs Wochen ab Kenntnis vom Anfall und vom Grund der Berufung ausgeschlagen werden. Bei einer Berufung durch Testament oder Erbvertrag beginnt die Frist nicht vor der Bekanntgabe der Verfügung durch das Nachlassgericht. In den gesetzlichen Auslandsfällen beträgt die Frist sechs Monate.

Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, wird der Nachlass bis zur Auseinandersetzung gemeinschaftliches Vermögen der Erben.

In gerichtlichen Schriftsätzen sind die Parteien oder die für den jeweiligen Antrag maßgeblichen Beteiligten genau zu benennen. Erbe, Miterbe und Vorerbe bezeichnen unterschiedliche rechtliche Stellungen; die Rechtsfolgen richten sich nach dem jeweiligen Fall.

Erbe Artikel

Das Erbe im übertragenen Sinn

In übertragener Bedeutung kann „das Erbe“ ein kulturelles, geistiges oder baugeschichtliches Vermächtnis bezeichnen.

Weltkulturerbe beziehungsweise Welterbe der UNESCO zählt zu den geläufigsten Bezeichnungen. Dieses Neutrum schreibt man stets zusammen.

Für mehrere Stätten verwendet man beispielsweise die Bezeichnung „Welterbestätten“.

Auch übertragen steht das Erbe für eine Belastung: ein schwieriges Erbe übernehmen. Diese Verwendung ist bildlich und in Berichten über Amtsübernahmen häufig.

Die Schreibungen Welterbe, Weltkulturerbe und Weltnaturerbe werden zusammengeschrieben.

Häufige Fehler und Zweifelsfälle

Der Erbe für den Nachlass: Wenn der Nachlass gemeint ist, passt zum Beispiel „das Erbe antreten“.

Den Erbe im Akkusativ: Korrekturbedürftig. Bei der Person ergänzt man ein n, sodass es den Erben heißt.

Des Erbes für die Person: Unzutreffend. Geht es um die erbende Person, heißt es „des Erben“; betrifft es den Nachlass, heißt es „des Erbes“.

Erbe oder Erbschaft: § 1922 BGB unterscheidet zwischen der Erbschaft als Vermögen und den Erben als Personen, auf die sie übergeht. Umgangssprachlich wird „das Erbe“ auch als Synonym für Erbschaft oder Nachlass verwendet.

Die Erbin: Weibliche Wortformen gehören nicht zur n-Deklination und folgen daher der regulären Flexion: der Erbin, die Erbinnen.

Fazit: Erbe Artikel auf einen Blick

„Der Erbe“ verweist auf die erbende Person, während „das Erbe“ den zurückgelassenen Bestand oder ein Vermächtnis beschreibt. Beide Varianten sind sprachrichtig, unterscheiden sich aber in ihrer Bedeutung.

Die Personenbezeichnung wird nach der n-Deklination gebeugt: des Erben, dem Erben, den Erben. Für den Nachlass lautet der Genitiv „des Erbes“.

Vertiefende Informationen zu Fallformen und Silbenstruktur finden sich unter n-Deklination, Leiter Artikel und Genitiv.

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Stand: 4. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 4. Oktober). Erbe Artikel: heißt es der oder das Erbe? korrektur.de. https://korrektur.de/der-die-das-erbe

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Häufige Fragen zum Artikel „Erbe“

Heißt es der oder das Erbe?

Beide Varianten sind je nach Kontext richtig. Für Personen verwendet man „der Erbe“, für den Nachlass „das Erbe“.

Heißt es den Erbe oder den Erben?

„den Erben“. Als Bezeichnung für Menschen folgt dieses Wort der n-Deklination und erhält in allen Formen außer dem Nominativ ein n.

Wie lautet der Genitiv?

Im Genitiv lautet es „des Erben“ für die erbende Person und „des Erbes“ für den Nachlass.

Hat das Erbe einen Plural?

Keinen gängigen Plural hat das Erbe. Bei Bedarf verwendet man „die Erbschaften“ oder „die Nachlässe“.

Was ist der Unterschied zwischen Erbe und Erbschaft?

§ 1922 BGB unterscheidet zwischen der Erbschaft als Vermögen und den Erben als Personen, auf die sie übergeht. Umgangssprachlich wird „das Erbe“ auch als Synonym für Erbschaft oder Nachlass verwendet.

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