Ordnungszahlen: Rang und Reihenfolge richtig verstehen

Ordnungszahlen einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Ordnungszahlen geben an, an welcher Stelle etwas in einer geordneten Reihe steht. Ihre Form richtet sich im Satz nach Kasus, Genus und Numerus.

Was Ordnungszahlen ausdrücken

Ordnungszahlen geben eine bestimmte Stelle in einer geordneten Reihe an. Sie beantworten damit die Frage, die nach der Stelle fragt. Wörter wie fünfte, sechste oder neunte gehören zu dieser Gruppe.

In der Grammatik sind Ordnungszahlen eine Untergruppe der Numeralien. Diese Wortart umfasst Wörter, die Anzahl, Menge oder Rang beschreiben. Eine Ordnungszahl benennt dabei einen Rang. Sie steht zumeist vor einem Nomen, etwa in der zweite Abschnitt. Sie kann auch ohne Nomen gebraucht oder selbst als Nomen verwendet werden.

Für die Form ist wichtig: Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert. Ihre Endung wird deshalb an Kasus, Genus und Numerus im jeweiligen Satz angepasst. Die Bedeutung als Stelle in einer Reihe bleibt dabei erhalten; verändert wird die grammatische Form.

Bei Zahlen von 1 bis 19 nennt die Übersicht eine Bildung aus Grundzahl, t und Endung. Ab 20 steht st vor der Endung. Für 1, 3, 7 und 8 führt die Übersicht Ausnahmen auf.

Die Kernregel lässt sich in drei Fragen fassen: Welche Stelle in der Reihe wird bezeichnet? Steht die Ordnungszahl bei einem Nomen, ohne Nomen oder selbst als Nomen? Und welche Endung ist im Satz angepasst?

Ordnungszahlen einfach erklärt mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Ordnungszahlen im Satz erkennen

Für die Satzanalyse wird zuerst die Bedeutung betrachtet. Bezeichnet das betreffende Wort eine Stelle in einer geordneten Reihe, liegt eine Ordnungszahl vor. Danach wird geprüft, welche Verwendung im Satz vorliegt. Die Ordnungszahl steht zumeist vor einem Nomen, kann ohne Nomen gebraucht werden oder selbst als Nomen verwendet werden.

Im Satz Der dritte Eintrag folgt bezeichnet dritte den Rang des Eintrags innerhalb einer Reihenfolge. Die Ordnungszahl steht vor dem Nomen Eintrag. Ihre Form wird wie bei einem Adjektiv an Kasus, Genus und Numerus im Satz angepasst.

Im Satz Wir lesen im sechsten Kapitel zeigt sechsten die Stelle des Kapitels an. Für die Analyse wird neben der Grundform auch die Endung betrachtet, denn Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert.

Ein weiteres Muster zeigt der Satz Die Erste spricht. Hier wird die Ordnungszahl selbst als Nomen verwendet. Sie bezeichnet weiterhin eine Stelle in einer Reihe.

Bei der Untersuchung eines Satzes helfen drei Schritte: Zuerst wird die Reihenfolgebedeutung festgestellt. Dann wird die Verwendung im Satz bestimmt. Anschließend wird die Form betrachtet: Die Ordnungszahl wird wie ein Adjektiv an Kasus, Genus und Numerus angepasst. So werden Bedeutung, Verwendung und Form verbunden.

Drei analysierte Beispielsätze

  1. Beispiel: Am fünften Tag begann die Reise. Erklärung: fünften bezeichnet die fünfte Stelle innerhalb der Abfolge der Tage. Die Ordnungszahl steht vor dem Nomen Tag und grenzt diesen bestimmten Tag in der Reihe ab. Ihre Endung wird im Satz nicht unabhängig gewählt, sondern gehört zur grammatischen Anpassung der Ordnungszahl.

  2. Beispiel: Die zweite Aufgabe ist bereits gelöst. Erklärung: zweite gibt an, an welcher Stelle die Aufgabe in der geordneten Folge steht. Die Ordnungszahl steht vor Aufgabe und beschreibt das Nomen näher. Die Bildung gehört zu den frühen Ordnungszahlen; die Form wird anschließend wie ein Adjektiv in den Satz eingefügt.

  3. Beispiel: Im neunten Abschnitt steht die Zusammenfassung. Erklärung: neunten bezeichnet die Position des Abschnitts. Die Ordnungszahl steht beim Nomen Abschnitt. Zugleich zeigt die Endung, dass die Zahl in die konkrete Satzkonstruktion eingebunden ist. Für die Analyse werden deshalb sowohl die Reihenfolgebedeutung als auch die grammatische Form berücksichtigt.

Die Beispiele zeigen drei unterschiedliche Formulierungen, aber dieselbe Grundidee: Eine Ordnungszahl ordnet ein Element einer Reihe zu. Sie kann mit einem Nomen verbunden sein und dessen Stelle näher bestimmen. Für eine vollständige Analyse reicht es daher nicht, die Zahl zu markieren. Zusätzlich muss erklärt werden, welchen Rang sie bezeichnet und welche Aufgabe sie im Satz übernimmt.

Auch die Bildung lässt sich an den Beispielen nachvollziehen. Bei Zahlen von 1 bis 19 wird die Ordnungszahl nach dem Bildungsschema mit t gebildet und danach mit der notwendigen Endung versehen. Ab 20 gilt das Schema mit st und einer Endung. Die genannten Beispiele gehören nicht zu den ausdrücklich bezeichneten Ausnahmen bei 1, 3, 7 und 8.

Was sich nicht verallgemeinern lässt

Die Bildung darf nicht ohne Prüfung auf jede Zahl übertragen werden. Für den Bereich von 1 bis 19 wird ein Bildungsschema mit t genannt. Für Zahlen ab 20 wird ein Schema mit st genannt. Zugleich werden 1, 3, 7 und 8 als Ausnahmen ausgewiesen. Wer eine dieser Zahlen untersucht, muss daher die besondere Form prüfen, statt die allgemeine Regel mechanisch anzuwenden.

Auch bei der Deklination sollte keine einzelne Endung als unabhängig gültig behandelt werden. Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert und an Kasus, Genus und Numerus des Satzes angepasst. Welche Form im konkreten Beispiel steht, muss deshalb aus der jeweiligen Satzkonstruktion bestimmt werden. Eine Ordnungszahl kann nicht allein anhand ihrer Zahlbedeutung vollständig analysiert werden.

Die Quelle beschreibt außerdem mehrere Verwendungsweisen: Ordnungszahlen können vor einem Nomen stehen, ohne ein Nomen gebraucht werden oder selbst als Nomen auftreten. Daraus folgt keine zusätzliche allgemeine Regel über alle denkbaren Sätze. In jedem Beispiel ist zunächst zu prüfen, ob tatsächlich eine Stelle in einer geordneten Reihe bezeichnet wird und welche Funktion das Wort dort übernimmt.

Bei Bedeutungen und Sonderfällen ist Zurückhaltung erforderlich. Eine Aussage zu einer weiteren Ausnahme, einer besonderen Kasusform oder einer zusätzlichen Verwendung darf nur gemacht werden, wenn sie direkt belegt ist. Fehlt für einen vermuteten Sonderfall ein Beleg, sollte die konkrete Form geprüft werden, ohne eine neue Regel daraus abzuleiten.

Die sichere Grenze lautet daher: Verwende das belegte Bildungsschema, beachte die ausdrücklich genannten Ausnahmen und untersuche die Deklination im jeweiligen Satz. Weitergehende Verallgemeinerungen werden aus diesen Angaben nicht automatisch abgeleitet.

Ungeeignete und belastbare Vorgehensweise bei Ordnungszahlen einfach erklärt

Prüfablauf für den eigenen Text

  1. Bedeutung prüfen: Frage, ob das Wort eine bestimmte Stelle in einer geordneten Reihe bezeichnet. Wenn nur eine Anzahl oder Menge gemeint ist, liegt nach dieser Definition nicht dieselbe Funktion vor.

  2. Wortart einordnen: Ordne das Wort als Ordnungszahl innerhalb der Numeralien ein, wenn es einen Rang oder eine Position beschreibt.

  3. Satzfunktion bestimmen: Prüfe, ob die Ordnungszahl vor einem Nomen steht, ohne ein Nomen gebraucht wird oder selbst als Nomen verwendet wird.

  4. Form untersuchen: Vergleiche die Endung mit Kasus, Genus und Numerus des Satzes. Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert.

  5. Bildung kontrollieren: Liegt die Zahl zwischen 1 und 19, prüfe das Bildungsschema mit t. Liegt sie ab 20, prüfe das Schema mit st.

  6. Ausnahmen abgleichen: Prüfe ausdrücklich, ob 1, 3, 7 oder 8 vorliegt. Diese Zahlen sind als Ausnahmen genannt und dürfen nicht ohne weitere Prüfung nach dem allgemeinen Schema behandelt werden.

  7. Beispiel selbst bilden: Formuliere einen kurzen Satz und erkläre direkt, welche Stelle bezeichnet wird, welche Satzfunktion vorliegt und warum die konkrete Form zum Satz passt.

  8. Grenzen einhalten: Behaupte keine zusätzliche Ausnahme, Bedeutung oder Endungsregel, wenn sie nicht direkt belegt ist. Bleibt ein Sonderfall offen, prüfe die konkrete Form, statt eine allgemeine Aussage zu ergänzen.

Mit diesem Ablauf werden die belegte Regel, die Satzfunktion, eigene Beispiele und die Grenzen der Aussage gemeinsam geprüft.

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Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Ordnungszahlen einfach erklärt

Was ist eine Ordnungszahl?

Eine Ordnungszahl bezeichnet eine bestimmte Stelle in einer geordneten Reihe, zum Beispiel die erste oder zweite Position.

Welche Frage beantworten Ordnungszahlen?

Sie beantworten die Frage, an welcher Stelle etwas in einer Reihe steht.

Wo stehen Ordnungszahlen im Satz?

Sie stehen zumeist vor einem Nomen, können ohne ein Nomen gebraucht werden oder teils selbst als Nomen verwendet werden.

Wie werden Ordnungszahlen dekliniert?

Ordnungszahlen werden wie Adjektive dekliniert und an Kasus, Genus und Numerus des Satzes angepasst.

Wie werden Ordnungszahlen gebildet?

Von 1 bis 19 gilt das Bildungsschema mit dem Bestandteil t und einer Endung. Ab 20 wird der Bestandteil st verwendet.

Welche Bildungs-Ausnahmen sind genannt?

Als Ausnahmen werden 1, 3, 7 und 8 genannt. Ihre konkrete Form sollte deshalb gesondert geprüft werden.

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