Ihn groß oder klein: So erkennst du die richtige Schreibweise
Ihn: groß oder klein?
Das Pronomen ihn wird im Satzinneren kleingeschrieben. Steht es am Anfang eines Satzes, beginnt es positionsbedingt mit großem I: Ihn.
Ihn im Satzinneren klein, am Satzanfang groß
Die kurze Antwort lautet: Im Satzinneren schreibt man das Pronomen ihn klein. Als erstes Wort eines Satzes beginnt dieselbe Form mit großem I: Ihn. Dieses große I folgt allein der Satzposition; es zeigt keine andere Bedeutung an.
Das zeigen drei Satzpaare: „Mara ruft ihn.“ – „Ihn ruft Mara.“ „Wir treffen ihn morgen.“ – „Ihn treffen wir morgen.“ „Der Hund begleitet ihn.“ – „Ihn begleitet der Hund.“ In jedem ersten Satz steht ihn innerhalb des Satzes. In jedem zweiten Satz eröffnet Ihn den Satz.
Die Majuskel in Ihn am Satzanfang ist keine Substantivierung. Das Pronomen wird dadurch weder zu einem Nomen noch zu einer anderen Wortart. Entscheidend ist nur die Stelle im Satz: Im Satzinneren steht ihn, am Satzanfang Ihn.
Darum passt „Ich sehe Ihn“ nicht zu dieser Schreibweise, denn das Wort steht dort im Satzinneren. Umgekehrt passt „ihn sehe ich“ nicht, wenn das Wort den Satz beginnt. Die Form bleibt ein Pronomen; nur der Satzanfang verlangt das große I.

Ihn ist ein Pronomen
ihn beziehungsweise Ihn ist ein Pronomen. Die Schreibung mit kleinem oder großem Anfangsbuchstaben ändert diese Wortart nicht. Im Satzinneren schreibt man die Form klein; am Satzanfang steht das erste Wort mit großem Anfangsbuchstaben.
Aus dem großen I in Ihn folgt daher keine Substantivierung. Es wird dadurch weder ein Nomen noch eine andere Wortart, und die Majuskel weist keine Sonderbedeutung aus. Es bleibt dieselbe Pronomenform; ausschlaggebend ist ihre Position im Satz.
Achte auf die genaue Schreibweise: ihn ist eine andere Form als Ihnen und Ihr. Ein großes I am Satzanfang macht aus ihn weder Ihnen noch Ihr.
Prüfe also zuerst, ob die Form ihn innerhalb eines Satzes steht oder ihn eröffnet. Erst danach ergibt sich die passende Anfangsschreibung: ihn im Satzinneren, Ihn als Satzanfang.
Die Satzposition erklärt das große I
Warum kann Ihn mit großem I beginnen? Weil das Wort an dieser Stelle das erste Wort des Satzes ist. Der Anfangsbuchstabe folgt der Satzposition. Er zeigt keine neue Wortart an und gibt dem Pronomen keine zusätzliche Bedeutung.
Das lässt sich an Satzpaaren erkennen. Im ersten Satz steht die Pronomenform im Satzinneren, im zweiten eröffnet dieselbe Form den Satz:
| Im Satzinneren | Am Satzanfang |
|---|---|
| Ich kenne ihn. | Ihn kenne ich. |
| Wir hören ihn. | Ihn hören wir. |
| Sie ruft ihn. | Ihn ruft sie. |
In jedem Paar bleibt die Pronomenform unverändert. Nur ihre Stellung im Satz wechselt. Deshalb steht im linken Beispiel jeweils ihn und im rechten Beispiel jeweils Ihn. Die Großschreibung am Anfang ist positionsbedingt.
Diese Erklärung ist genauer als die Annahme, das Wort werde am Satzanfang substantiviert. Eine Substantivierung liegt hier nicht vor. Das große I folgt allein daraus, dass der Satz mit dieser Pronomenform beginnt. Prüfe daher nicht zuerst, ob der Buchstabe groß aussieht, sondern welche Position das Wort im Satz einnimmt.
Drei Satzpaare mit ihn und Ihn
Die folgenden Paare zeigen jeweils dieselbe Pronomenform in zwei Satzpositionen. Im ersten Satz steht ihn im Satzinneren. Im zweiten Satz steht Ihn am Satzanfang. Die Wortart bleibt in jedem Paar unverändert.
Ich sehe ihn.
Ihn sehe ich.Im ersten Satz steht die Form nach dem Verb und damit nicht am Anfang. Im zweiten Satz beginnt der Satz mit derselben Form. Deshalb wechselt nur der Anfangsbuchstabe von klein zu groß.
Wir besuchen ihn.
Ihn besuchen wir.Auch hier bleibt die Pronomenform erhalten. Die erste Version enthält ihn im Satzinneren. Die zweite Version beginnt mit Ihn. Das große I erklärt sich durch die Satzposition.
Sie hört ihn.
Ihn hört sie.Im linken Satz ist die Kleinschreibung richtig. Im rechten Satz steht die Form am Anfang und beginnt deshalb groß. Eine Substantivierung oder eine andere Wortart entsteht dadurch nicht.
Die Beispiele enthalten keine zusätzliche Bedeutungsänderung. Für die Schreibentscheidung reicht der Vergleich: Steht die Form innerhalb des Satzes, lautet sie ihn. Beginnt sie den Satz, lautet sie Ihn.
Nicht mit Ihnen oder Ihr verwechseln
Bei der Prüfung solltest du ihn von Ihnen und Ihr abgrenzen. Die drei Schreibungen sind nicht dieselbe Wortform. ihn besteht aus den Buchstaben i, h und n. Ihnen und Ihr haben eine andere Buchstabenfolge und gehören zur höflichen Anrede.
Der Satzanfang verändert nur den ersten Buchstaben von ihn zu Ihn. Er verändert die Form nicht zu Ihnen und auch nicht zu Ihr. Deshalb ist „Ihn“ nicht automatisch eine Anrede. Das große I allein belegt keine Sonderbedeutung.
Vergleiche zum Beispiel die Schreibungen „Ich sehe ihn“ und „Ihn sehe ich“. In beiden Sätzen steht dieselbe Pronomenform. Die Varianten „Ihnen“ und „Ihr“ sind davon bereits am Wortbild zu unterscheiden. Entscheidend ist also zunächst, ob tatsächlich ihn gemeint und geschrieben wird.
Wenn die Form am Satzanfang steht, kommt die positionsbedingte Majuskel hinzu. Diese Regel darf nicht mit einer Anrede verwechselt werden. Prüfe daher die vollständige Wortform und anschließend die Satzposition. So bleibt die Unterscheidung zwischen ihn, Ihnen und Ihr klar.

Kurzer Check für die richtige Schreibweise
Beginne die Prüfung immer mit der Satzposition. Frage zuerst: Steht das Wort am Anfang des Satzes oder im Satzinneren?
- Pronomenform prüfen: Liegt tatsächlich die Form ihn vor?
- Satzposition prüfen: Beginnt das Wort den Satz oder steht es innerhalb des Satzes?
- Majuskel prüfen: Steht die Form am Satzanfang, schreibe Ihn mit großem I. Steht sie im Satzinneren, schreibe ihn klein.
- Wortart prüfen: Behandle die Form weiterhin als Pronomen. Die Majuskel am Satzanfang belegt keine Substantivierung und keine andere Wortart.
- Abgrenzung prüfen: Vergleiche die Buchstabenfolge mit Ihnen und Ihr, damit keine Form der höflichen Anrede an die Stelle von ihn tritt.
Der wichtigste Prüfschritt steht damit am Anfang: Bestimme zuerst die Satzposition. Danach kontrollierst du die Pronomenform, die positionsbedingte Majuskel und die unveränderte Wortart. So lautet das Ergebnis entweder ihn im Satzinneren oder Ihn am Satzanfang.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: shop.duden.de (geprüft am 2026-08-15)