Gendern Gast: Alle Formen im Überblick
Geschlechtergerecht formulieren leicht gemacht
Das Wort Gast lässt sich gendern, indem man die weibliche Form Gästin ergänzt, eine verkürzte Schreibweise wie Gäst*in, Gäst:in oder Gäst_in wählt oder eine neutrale Umschreibung wie Besuchende nutzt. Wer gendern Gast in einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem offiziellen Text umsetzen möchte, orientiert sich am besten an den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Institution. Im Plural stehen entsprechend Gästinnen und Gäste, Gäst*innen, Gäst:innen oder Gäst_innen zur Verfügung. Da Gast grammatisch männlich ist, aber häufig auch geschlechtsneutral gebraucht wird, macht die weibliche Form Frauen zusätzlich sichtbar, ohne den Sinn des Wortes zu verändern.
Gendern Gast: Die kurze Antwort
Wer gendern Gast möchte, hat mehrere korrekte Möglichkeiten: die Doppelnennung Gästin und Gast, verkürzte Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sowie eine geschlechtsneutrale Umschreibung. Das Wort Gast ist grammatisch männlich, wird im Deutschen traditionell aber auch generisch für alle Geschlechter verwendet. Wer alle Geschlechter ausdrücklich sichtbar machen möchte, ergänzt die weibliche Form Gästin oder nutzt eine der verkürzten Varianten. Welche Schreibweise passend ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt die Doppelnennung meist als sichere Wahl, in Hochschultexten oder redaktionellen Formaten sind Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt häufig ausdrücklich erlaubt oder sogar vorgeschrieben.

Alle Genderformen von Gast im Überblick
Für das Wort Gast stehen im Singular und Plural verschiedene gegenderte Formen zur Verfügung, je nachdem, ob eine Institution Sonderzeichen zulässt oder die klassische Doppelnennung bevorzugt.
- Doppelnennung: Gästin und Gast (Singular), Gästinnen und Gäste (Plural)
- Gendersternchen: Gäst*in (Singular), Gäst*innen (Plural)
- Doppelpunkt: Gäst:in (Singular), Gäst:innen (Plural)
- Unterstrich (Gender-Gap): Gäst_in (Singular), Gäst_innen (Plural)
- Binnen-I: GästIn (Singular), GästInnen (Plural)
Alle verkürzten Formen klingen im Plural nahezu wie Gäste, machen aber durch das eingefügte Zeichen zusätzlich die weibliche Form sichtbar. Innerhalb eines Textes sollte man sich für eine Variante entscheiden und diese durchgängig verwenden.
Die neutrale Alternative
Eine bedeutungsgleiche neutrale Kurzform wie Studierende bei Student gibt es für Gast nicht ohne Weiteres, da dem Wort ein passender Partizip- oder Sammelbegriff in gleichem Sinn fehlt. Als Umschreibung eignet sich das substantivierte Partizip Besuchende, sofern tatsächlich ein Besuch gemeint ist, etwa bei einer Veranstaltung oder einem Museum. Auch das Kompositum Gastperson taucht gelegentlich in Verwaltungstexten auf, wirkt sprachlich aber noch ungewohnt. Ehrlich betrachtet bleiben daher meist die Doppelnennung oder eine verkürzte Form die praktikabelste Lösung, wenn eine wirklich passende neutrale Alternative fehlt. Einen Überblick über weitere Prinzipien liefert der Beitrag zu gendergerechter Sprache.
Beispielsatz im Uni-Kontext
In einer wissenschaftlichen Arbeit oder einer Hochschulmitteilung könnte ein Satz beispielsweise so lauten: Die Gäst*innen der Ringvorlesung wurden gebeten, sich vorab online anzumelden. Wer die Doppelnennung bevorzugt, formuliert stattdessen: Die Gästinnen und Gäste der Ringvorlesung wurden gebeten, sich vorab online anzumelden. Mit Doppelpunkt liest sich derselbe Satz so: Die Gäst:innen der Ringvorlesung wurden gebeten, sich vorab online anzumelden. Für Abschlussarbeiten empfiehlt es sich, eine der Varianten durchgängig zu verwenden und nicht innerhalb eines Textes zu wechseln, da uneinheitliche Schreibweisen im Lektorat und bei der Bewertung häufig auffallen und als Unsicherheit im Umgang mit geschlechtergerechter Sprache gewertet werden können.

Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler beim Gendern Gast ist der Wechsel zwischen mehreren Schreibweisen innerhalb eines einzigen Textes, etwa wenn im Fließtext Gäst*innen und wenige Absätze später Gästinnen und Gäste stehen. Ebenso unsauber ist es, die verkürzte Form nur im Plural, aber nie im Singular zu verwenden, sodass Gast und Gäst*in nebeneinander auftauchen. Das amtliche Regelwerk führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als verbindlichen Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen die Zeichen in eigenen Leitfäden aber ausdrücklich. Wer eine Abschlussarbeit verfasst, prüft daher zuerst die Vorgaben der eigenen Hochschule und greift ansonsten auf die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung zurück. Mehr dazu liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit
Zusammengefasst lässt sich gendern Gast auf mehrere korrekte Arten umsetzen: durch die Doppelnennung Gästin und Gast, durch verkürzte Formen wie Gäst*in, Gäst:in, Gäst_in oder GästIn sowie im Plural als Gäst*innen, Gäst:innen oder Gäst_innen. Eine wirklich passende neutrale Alternative existiert für dieses Wort nicht, sodass die Wahl der Schreibweise meist von den Vorgaben der jeweiligen Institution oder vom persönlichen Stil abhängt. Entscheidend ist vor allem, innerhalb eines Textes konsequent bei einer Variante zu bleiben, statt Formen unsystematisch zu mischen. Wer sich unsicher ist, orientiert sich zunächst an den Vorgaben der eigenen Hochschule oder Redaktion und wählt erst danach zwischen Sonderzeichen und klassischer Doppelnennung.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Klient gendern, Mandant gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.