Gendern Freund: Formen im Überblick
Freundin, Doppelnennung und weitere Genderformen
Gendern Freund bedeutet, dass neben der männlichen auch die weibliche Form und, je nach Kontext, weitere Geschlechter sprachlich sichtbar gemacht werden: durch die Doppelnennung Freundinnen und Freunde, durch verkürzte Formen wie Freund*innen, Freund:innen oder Freund_innen, oder durch eine neutrale Umschreibung wie Freundeskreis beziehungsweise befreundete Person. Welche Variante gewählt wird, hängt von der Zielgruppe, dem Medium und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der Hochschule ab. Eine einmal gewählte Form sollte im gesamten Text einheitlich beibehalten werden.
Gendern Freund: kurz erklärt
Um gendern Freund korrekt umzusetzen, wird zwischen der weiblichen und der männlichen Form unterschieden: Die weibliche Form lautet Freundin, der Plural Freundinnen beziehungsweise Freunde (männlich) oder gemischt Freundinnen und Freunde. Für Texte, die alle Geschlechter ansprechen sollen, stehen mehrere Wege offen: die ausgeschriebene Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen oder eine neutrale Umschreibung. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab, etwa von den Vorgaben der Hochschule oder des Verlags. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich eine einheitliche, konsequent durchgehaltene Lösung, die im gesamten Text gleich angewendet wird. So wird zugleich deutlich, dass mit Freund nicht automatisch nur eine männliche Person gemeint ist.

Alle Genderformen von Freund im Überblick
Für das Wort Freund gibt es mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen, die je nach Zielgruppe und Stilrichtlinie gewählt werden:
- Doppelnennung: Freundinnen und Freunde
- Gendersternchen: Freund*innen
- Doppelpunkt: Freund:innen
- Unterstrich (Gendergap): Freund_innen
- Binnen-I: FreundInnen
Die Doppelnennung gilt als gut lesbar und wird von den meisten Stilrichtlinien akzeptiert, benötigt im Fließtext aber mehr Platz. Die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sprechen zusätzlich Personen an, die sich weder der weiblichen noch der männlichen Form zuordnen, sind aber nicht überall vorgeschrieben. Das Binnen-I bezieht sich dagegen nur auf die weibliche und die männliche Form. Vor der Verwendung lohnt sich deshalb ein Blick in die jeweils gültige Stilrichtlinie.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Freund
Eine geschlechtsneutrale Alternative zu Freund, die alle Geschlechter ohne Sonderzeichen einschließt, gibt es im Deutschen kaum: Anders als bei Wörtern mit Partizipform, etwa Studierende, existiert für Freund kein etabliertes neutrales Substantiv. Möglich ist eine Umschreibung über den Sammelbegriff Freundeskreis, wenn eine Gruppe gemeint ist, oder über Formulierungen wie befreundete Person beziehungsweise Person, mit der man befreundet ist, wenn eine einzelne Person gemeint ist. Diese Umschreibungen wirken jedoch oft sperriger als die Doppelnennung und eignen sich eher für einzelne Sätze als für einen ganzen Text. In den meisten Fällen ist deshalb die Doppelnennung oder eine verkürzte Form die praktikablere Lösung.
Beispielsatz aus der wissenschaftlichen Praxis
Im wissenschaftlichen Schreiben lässt sich die gewählte Form direkt im Satz umsetzen. Mit Doppelnennung: Die Studie wurde gemeinsam mit Freundinnen und Freunden der Teilnehmenden ausgewertet. Mit Gendersternchen: Die befragten Freund*innen der Probandinnen und Probanden gaben ihre Einschätzung ab. Mit neutraler Umschreibung: Personen aus dem Freundeskreis der Teilnehmenden wurden zusätzlich befragt. Alle drei Varianten sind inhaltlich korrekt, unterscheiden sich aber im Stil und in der Lesbarkeit. Wichtig ist, dass die einmal gewählte Form konsequent im gesamten Dokument beibehalten wird, damit der Text einheitlich wirkt und Leserinnen und Leser die Systematik nachvollziehen können.

Häufige Fehler und Empfehlung für die Abschlussarbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb eines Dokuments, etwa Freund*innen in einem Kapitel und Freundinnen und Freunde im nächsten. Ebenso problematisch ist die falsche Bildung der weiblichen Form oder ein vergessener Plural in zusammengesetzten Wörtern. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie aber in Abschlussarbeiten. Vor Beginn der Arbeit lohnt sich deshalb ein Blick in den Leitfaden der Fakultät. Fehlen klare Vorgaben, ist eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung die sicherste Wahl. Mehr dazu im Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum gendern Freund
Wer Freund gendern möchte, hat die Wahl zwischen Doppelnennung, verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich sowie neutralen Umschreibungen wie Freundeskreis oder befreundete Person. Entscheidend ist weniger die einzelne Form als die konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Text. Das Beispiel gendern Freund zeigt: Es gibt nicht die eine richtige Schreibweise, sondern mehrere zulässige Varianten. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: zunächst die Vorgaben der Hochschule prüfen, dann eine Variante festlegen und beibehalten. So bleibt der Text sowohl inklusiv als auch stilistisch stimmig, unabhängig davon, ob am Ende die ausgeschriebene oder eine verkürzte Form gewählt wird.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Bekannter gendern, Verwandter gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.