Gendern Fußgänger: alle Formen erklärt
Geschlechtergerechte Formen für Fußgänger
Beim Gendern Fußgänger stehen mehrere korrekte Varianten zur Wahl: die ausgeschriebene Doppelnennung Fußgängerinnen und Fußgänger, verkürzte Formen wie Fußgänger*innen, Fußgänger:innen, Fußgänger_innen oder FußgängerInnen sowie die neutrale Umschreibung zu Fuß Gehende. Welche Form passt, hängt vom Textformat, vom Zielpublikum und von den jeweiligen Vorgaben ab, etwa an der eigenen Hochschule oder im Fachbereich. Dieser Ratgeber erklärt die korrekte weibliche Form, alle gängigen Kurzvarianten sowie eine geschlechtsneutrale Alternative sachlich, verständlich und ohne politische Wertung, damit Studierende und Schreibende die passende Lösung für ihren Text finden.
Gendern Fußgänger: die kurze Antwort
Wer gendern Fußgänger möchte, kann zwischen mehreren gleichwertigen Wegen wählen. Die weibliche Form lautet Fußgängerin, im Plural Fußgängerinnen, die männliche Form bleibt im Plural unverändert Fußgänger. Am ausführlichsten ist die Doppelnennung Fußgängerinnen und Fußgänger, die beide Formen gleichberechtigt nebeneinanderstellt. Wer Platz sparen möchte, greift zu einer verkürzten Schreibweise wie Fußgänger*innen oder Fußgänger:innen. Wer weder doppeln noch verkürzen möchte, kann auf die neutrale Umschreibung zu Fuß Gehende ausweichen, die kein Geschlecht benennt und trotzdem verständlich bleibt. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Textformat, vom Zielpublikum und häufig von hausinternen oder universitären Vorgaben ab.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Fußgänger existieren mehrere anerkannte geschlechtergerechte Formen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Varianten mit korrekten Wortformen:
- Doppelnennung (ausgeschrieben): Fußgängerinnen und Fußgänger
- Gendersternchen (verkürzt): Fußgänger*innen
- Gender-Doppelpunkt (verkürzt): Fußgänger:innen
- Gender-Unterstrich, auch Gender-Gap genannt (verkürzt): Fußgänger_innen
- Binnen-I (verkürzt): FußgängerInnen
- Weibliche Einzelform: die Fußgängerin, Plural die Fußgängerinnen
Alle verkürzten Formen sprechen weibliche und männliche Personen gleichermaßen an, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Akzeptanz. Für formelle oder wissenschaftliche Texte ist die ausgeschriebene Doppelnennung meist die unstrittigste Wahl.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Fußgänger
Neben Doppelnennung und Kurzformen gibt es für Fußgänger eine brauchbare geschlechtsneutrale Alternative: die substantivierte Partizipform zu Fuß Gehende, seltener auch Fußgehende genannt. Diese Umschreibung benennt die Tätigkeit, das Zufußgehen, statt eine Person direkt geschlechtlich zu markieren, und funktioniert im Singular wie im Plural. Wo eine ausführlichere Formulierung passt, eignet sich auch die Umschreibung Person, die zu Fuß unterwegs ist. Solche neutralen Varianten sind besonders in Verkehrs- und Sicherheitstexten verbreitet, etwa bei Hinweisen zur Straßenverkehrsordnung. Sie lesen sich flüssig, ohne Sternchen oder Doppelpunkt und ohne Doppelnennung, und eignen sich damit für Texte, die bewusst auf Sonderzeichen verzichten möchten, etwa aus Gründen der Barrierefreiheit.
Beispielsatz aus dem Studien- und Uni-Kontext
In einer empirischen Arbeit könnte ein Satz mit Doppelnennung lauten: Befragt wurden 120 Fußgängerinnen und Fußgänger im Innenstadtbereich. Mit Gendersternchen ließe sich derselbe Satz kürzer formulieren: Befragt wurden 120 Fußgänger*innen im Innenstadtbereich. Wer eine neutrale Umschreibung bevorzugt, kann schreiben: Befragt wurden 120 zu Fuß Gehende im Innenstadtbereich. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig und für eine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit grundsätzlich geeignet. Entscheidend ist, dass innerhalb einer Arbeit durchgängig dieselbe Form verwendet wird, damit der Text einheitlich und nachvollziehbar bleibt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb desselben Textes, etwa Fußgänger*innen in der Einleitung und Fußgänger:innen im Ergebnisteil. Ebenso problematisch ist eine falsch gebildete weibliche Form, etwa Fußgängerin ohne das Suffix in zusammengesetzten Wörtern wie Fußgängerinnenzone. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen die verkürzten Formen dennoch in eigenen Leitfäden. Vor dem Schreiben lohnt sich daher ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Fachbereichs. Liegt keine Vorgabe vor, empfiehlt sich eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie zu Fuß Gehende, jeweils einheitlich über die gesamte Arbeit hinweg. Mehr dazu im Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit: gendern Fußgänger auf einen Blick
Für die Personenbezeichnung Fußgänger stehen mehrere korrekte, geschlechtergerechte Formen zur Verfügung: die ausgeschriebene Doppelnennung Fußgängerinnen und Fußgänger, die verkürzten Varianten mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die neutrale Umschreibung zu Fuß Gehende. Keine dieser Formen ist grundsätzlich falsch, entscheidend ist die konsequente und einheitliche Anwendung im jeweiligen Text sowie die Rücksicht auf geltende Vorgaben, etwa an der eigenen Hochschule. Weitere Hinweise zur konsistenten Umsetzung liefert der Beitrag zu gendergerechter Sprache auf korrektur.de.
So sind Überblick rund um „gendern Fußgänger“ auf einen Blick erklärt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Radfahrer gendern, Autofahrer gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.