Gendern Fachmann: alle Formen erklärt
Fachfrau, Doppelnennung und weitere Genderformen im Überblick
Um Fachmann geschlechtergerecht zu formulieren, stehen mehrere anerkannte Wege offen: die weibliche Form Fachfrau, die Doppelnennung Fachfrau und Fachmann, verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen sowie neutrale Alternativen wie Fachperson oder Fachkraft. Wer gendern Fachmann in einer wissenschaftlichen Arbeit umsetzen möchte, sollte zusätzlich die Vorgaben der eigenen Hochschule prüfen, da die einzelnen Formen unterschiedlich anerkannt sind. Dieser Beitrag stellt alle Varianten übersichtlich vor und zeigt, welche Form sich für wissenschaftliche Texte besonders eignet.
Gendern Fachmann: die Antwort in Kürze
Wer gendern Fachmann möchte, hat mehrere korrekte Möglichkeiten zur Auswahl. Die weibliche Form lautet Fachfrau, sodass sich Fachfrau und Fachmann in der Doppelnennung gemeinsam nennen lassen. Daneben existieren verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen, die bei Wörtern auf -mann allerdings sprachlich nicht ganz reibungslos funktionieren, weil die weibliche Form nicht einfach durch das Anhängen von -in entsteht, sondern durch ein eigenes Wort gebildet wird. Als geschlechtsneutrale Alternativen bieten sich Fachperson, Fachkraft oder im Plural die ohnehin bereits neutrale Form Fachleute an. Welche Variante im Einzelfall passend ist, hängt vom Kontext und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule ab.

Diese Genderformen gibt es für Fachmann
Für das Wort Fachmann lassen sich folgende Formen unterscheiden, wobei einige davon seltener gebräuchlich sind, weil -mann kein reguläres Suffix wie -er ist:
- Weibliche Form: Fachfrau (Plural: Fachfrauen)
- Doppelnennung: Fachfrau und Fachmann (Plural: Fachfrauen und Fachmänner)
- Gendersternchen: Fachmänner*innen
- Doppelpunkt: Fachmänner:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Fachmänner_innen
- Binnen-I: FachMännerInnen
Die vier zuletzt genannten Kurzformen greifen auf den Plural Fachmänner statt auf eine reguläre -in-Ableitung zurück und wirken dadurch weniger geläufig als etwa bei Student oder Lehrer. Häufiger anzutreffen ist deshalb entweder die vollständige Doppelnennung oder der Wechsel zur bereits neutralen Pluralform Fachleute, die für gemischte Gruppen ohne Sonderzeichen auskommt.
Fachperson und Fachkraft als neutrale Alternativen
Als geschlechtsneutrale Alternative zu Fachmann bietet sich der Begriff Fachperson an, im Plural Fachpersonen. Auch Fachkraft (Plural: Fachkräfte) funktioniert als neutrale Bezeichnung, sofern die fachliche Qualifikation im Vordergrund steht. Für Gruppen ist zudem die bereits etablierte Pluralform Fachleute gebräuchlich, die im Deutschen unabhängig vom Geschlecht verwendet wird und daher ganz ohne Sonderzeichen auskommt. Eine ebenso kurze neutrale Form für den Singular existiert dagegen nicht in gleicher Selbstverständlichkeit: Fachperson und Fachkraft sind zwar korrekt, wirken in manchen Kontexten aber etwas allgemeiner als das ursprüngliche Wort. Wer eine möglichst nahe, aber neutrale Formulierung sucht, ist mit Fachperson in der Regel gut beraten.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
In einer wissenschaftlichen Arbeit lässt sich die geschlechtergerechte Formulierung unmittelbar im Satz umsetzen. Mit Doppelnennung könnte es heißen: Die befragten Fachfrauen und Fachmänner bewerteten die Methode überwiegend positiv. Wird stattdessen eine neutrale Formulierung bevorzugt, ist folgende Variante möglich: Die befragten Fachpersonen bewerteten die Methode überwiegend positiv. Auch der Rückgriff auf die bereits neutrale Pluralform ist üblich: Die befragten Fachleute bewerteten die Methode überwiegend positiv. Welche dieser Formulierungen gewählt wird, sollte innerhalb der gesamten Arbeit konsequent beibehalten werden, damit der Text einheitlich bleibt und nicht zwischen verschiedenen Varianten wechselt. So bleibt für Leserinnen und Leser jederzeit nachvollziehbar, welche Personengruppe im jeweiligen Kapitel gemeint ist.

Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Textes, etwa wenn in einem Kapitel Fachfrau und Fachmann steht und im nächsten plötzlich Fachmänner*innen. Ebenso problematisch ist die unreflektierte Übertragung der Kurzformen mit Sonderzeichen auf -mann-Wörter, da Formen wie Fachmann*innen sprachlich unsauber wirken. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt daher: Zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Instituts prüfen, denn viele Einrichtungen legen eine bestimmte Form verbindlich fest. Fehlt eine Vorgabe, empfiehlt sich entweder die konsequente Doppelnennung Fachfrau und Fachmann oder eine neutrale Formulierung mit Fachperson, Fachkraft oder Fachleute. Wichtig ist in jedem Fall die durchgängige Anwendung derselben Form von der Einleitung bis zum Schluss der Arbeit.
Fazit
Fachmann lässt sich auf mehrere fachlich korrekte Arten geschlechtergerecht formulieren: über die Doppelnennung Fachfrau und Fachmann, über neutrale Begriffe wie Fachperson, Fachkraft oder Fachleute, und mit Einschränkungen auch über Kurzformen mit Sonderzeichen. Da das amtliche Regelwerk diese Kurzformen bislang nicht als Standard führt, viele Hochschulen sie aber zulassen oder verlangen, lohnt sich vor der wissenschaftlichen Arbeit ein Blick in die jeweilige Formatvorlage. Mehr Hintergrund zum Thema bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Wer die gewählte Form durchgängig und fehlerfrei in der eigenen Arbeit umgesetzt sehen möchte, kann den Text zusätzlich fachlich prüfen lassen.
So sind Überblick rund um „gendern Fachmann“ auf einen Blick erklärt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Spezialist gendern, Laie gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.