Apposition: Definition, Kommasetzung und Beispiele
Der nachgestellte Zusatz, seine Kommas und die Fallübereinstimmung
Eine Apposition ist ein Zusatz, der ein Substantiv näher erläutert und in demselben Fall steht: Herr Meier, der Vorsitzende, eröffnet die Sitzung. Zwei Regeln entscheiden über ihre Richtigkeit. Erstens die Kommasetzung: Der Zusatz wird von beiden Seiten eingeschlossen, und das zweite Komma wird häufiger vergessen als das erste. Zweitens der Fall: Er richtet sich nach dem Bezugswort, nicht nach der Stellung im Satz.
Apposition: die Definition in einem Satz
Eine Apposition steht neben einem Substantiv und bezeichnet dieselbe Person oder Sache mit anderen Worten.
Beispiel: Frau Schulz, unsere Kollegin, hat den Bericht geschrieben. Beide Teile meinen dieselbe Person, und beide stehen im ersten Fall.
Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Beisatz. Genau das beschreibt die Funktion: Der Zusatz sitzt neben dem Bezugswort und ließe sich weglassen, ohne dass der Satz unvollständig würde.

Die Kommaregeln
Eine nachgestellte Apposition wird von zwei Kommas eingeschlossen: Herr Meier, der Vorsitzende, eröffnet die Sitzung.
Steht sie am Satzende, entfällt das zweite Komma, weil der Punkt an seine Stelle tritt: Die Sitzung eröffnete Herr Meier, der Vorsitzende.
Kein Komma steht bei engen Verbindungen aus Titel und Name: Professor Müller, Bundeskanzler Scholz, Kollege Meier. Diese Fügungen bilden eine Einheit.
Ebenfalls ohne Komma stehen Maß- und Mengenangaben: eine Tasse Kaffee, drei Kilo Mehl, ein Glas Wasser.
Auch die vorangestellte Form gibt es, dann ohne Komma: der Vorsitzende Herr Meier. Sie wirkt knapper und ist in Berichten und Protokollen üblich, wo Platz knapp ist.
Ein Sonderfall sind Aufzählungen mit mehreren Zusätzen: Herr Meier, der Vorsitzende, ein erfahrener Jurist, eröffnete die Sitzung. Jeder Zusatz bekommt sein eigenes Kommapaar, und die Kette wird schnell unübersichtlich.
Die Fallübereinstimmung
Der Zusatz übernimmt den Fall des Bezugsworts. Ich sprach mit Herrn Meier, dem Vorsitzenden: Beide stehen im dritten Fall.
Weitere Beispiele: Für Frau Schulz, unsere Kollegin, ist das neu (vierter Fall). Der Bericht des Vorsitzenden, des langjährigen Leiters, liegt vor (zweiter Fall).
Der häufigste Fehler ist der erste Fall an falscher Stelle: mit Herrn Meier, der Vorsitzende ist falsch, richtig ist dem Vorsitzenden.
Bei Ortsangaben mit in gilt dieselbe Regel: in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands. Der Zusatz steht im dritten Fall, weil Berlin dort steht.
Häufige Fehler und Zweifelsfälle
Das fehlende zweite Komma: Der häufigste Fehler überhaupt. Herr Meier, der Vorsitzende eröffnet die Sitzung ist unvollständig.
Titel mit und ohne Komma: Professor Müller ohne Komma, der Professor, Herr Müller, mit Komma. Steht ein Artikel dabei, liegt eine Apposition vor und das Komma ist Pflicht.
Jahreszahlen und Orte: Am 5. Mai 2026, einem Dienstag, fand die Sitzung statt. Auch hier gehören zwei Kommas.
Nach als: Er arbeitet als Berater trägt kein Komma, weil hier keine Apposition vorliegt, sondern eine Angabe zur Rolle.
Der Fall bei Firmennamen: Bei der Meier GmbH, einem Familienbetrieb, ist die Form mit drittem Fall richtig. Der erste Fall ist an dieser Stelle ein verbreiteter Fehler.

Der Zusatz in Fachtexten
In wissenschaftlichen Arbeiten dient die Apposition der Einführung von Begriffen: Die Reliabilität, also die Zuverlässigkeit der Messung, wurde geprüft.
Diese Form ist knapper als ein eigener Satz und bewahrt den Lesefluss. Wichtig ist, dass die Erläuterung tatsächlich dasselbe meint und nicht etwas Zusätzliches einführt.
Ein zweiter Einsatzbereich sind Quellenangaben im Fließtext: Müller (2021), der bekannteste Vertreter dieser Richtung, argumentiert anders. Auch hier gehören zwei Kommas.
Ein dritter Punkt betrifft die Länge. Eine Apposition von zwanzig Wörtern trennt Subjekt und Prädikat so weit, dass der Satz zerfällt. Ab dieser Länge ist ein eigener Satz die bessere Lösung.
Ein vierter Punkt betrifft Abkürzungen. Bei der Einführung steht die Langform mit der Abkürzung in Klammern, nicht als Apposition mit Kommas: die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Diese Konvention ist in allen Fächern gleich.
Ein fünfter Hinweis gilt Personennamen mit akademischem Grad. Dr. Meier steht ohne Komma, Herr Dr. Meier ebenfalls. Erst mit Artikel entsteht eine Apposition: der Leiter, Dr. Meier, eröffnete die Sitzung.
Fazit: Apposition auf einen Blick
Eine Apposition ist ein nachgestellter Zusatz, der dieselbe Person oder Sache bezeichnet. Sie steht im selben Fall wie ihr Bezugswort.
Sie wird von zwei Kommas eingeschlossen, außer am Satzende. Bei engen Verbindungen aus Titel und Name entfällt das Komma.
Passend dazu diese Seiten Kommasetzung, Genitivattribut und Nominativ.