Ein Gedicht im Text und Literaturverzeichnis zitieren

Gedicht zitieren: Ausgabe, Versangabe und Blockzitat

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. September 2026 · Zitierweisen im Überblick

Für ein Gedichtzitat prüfst du zwei Ebenen: die vollständige Angabe der benutzten Ausgabe und die Form des Zitats im Text. Notiere Dichter, Gedichttitel, Erscheinungsjahr, Sammlung oder Anthologie, Herausgeber und Seite. Ergänze am Zitat die passende Versangabe. Für Versgrenzen und Blockzitate gelten die Vorgaben der jeweils herangezogenen Quelle. Prüfe deshalb zusätzlich den Zitierstil und die Richtlinie deiner Hochschule.

Die Grundstruktur der Gedichtangabe

Vor der Gedichtanalyse steht ein korrekt zitiertes Gedicht. Für die bibliografische Angabe prüfst du zunächst die Ausgabe, die du tatsächlich benutzt. Notiere den Dichter, den Titel des Gedichts, das Erscheinungsjahr, die Sammlung oder Anthologie, den Herausgeber und die Seite. Diese Angaben beschreiben die Ausgabe insgesamt. Die Versangabe gehört dagegen an das Zitat im Text. Ein kurzer Nachweis kann zum Beispiel als V. 3 bis 5 erscheinen. Übernimm die Bezeichnung so, wie sie im gewählten Leitfaden vorgesehen ist. Die Berliner Angaben beziehen sich auf die bibliografische Beschreibung der Ausgabe; die Rostocker Vorgabe setzt den Versnachweis direkt nach das Zitat.

Bei einem Zitat im fortlaufenden Text markierst du das Ende eines Verses mit einem einzelnen Schrägstrich. Mehrere Verszeilen bleiben nach den herangezogenen Vorgaben bis zur jeweiligen Grenze im Fließtext. Rostock behandelt längere Zitate ab vier Druckzeilen als freigestellten Block; Monmouth setzt Zitate ab vier Verszeilen als eingerückten Block auf einer neuen Zeile. Anführungszeichen entfallen bei diesen Blockformen. Die Versangabe bleibt erhalten. Prüfe vor der Übernahme, welche der beiden Quellen zu deinem Zitierstil und zum Original passt. Wenn die Hochschulrichtlinie eine andere Darstellung verlangt, gleiche die Form dort ab und übertrage keine Grenze ohne diese Prüfung.

Gedicht richtig zitieren: der Ablauf in drei Schritten

Markierung von Grenzen und Nummern

Für die Versgrenzen im fortlaufenden Text verwendest du nach dem Formblatt der Universität Rostock einen einzelnen Schrägstrich. Er steht an der Stelle, an der im Original das Versende liegt. Eine Strophentrennung kennzeichnest du mit einem doppelten Schrägstrich. So kannst du in einem kurzen Zitat sowohl den Zeilenwechsel als auch den Wechsel zwischen Strophen sichtbar machen. Im Original großgeschriebene Zeilenanfänge bleiben erhalten. Verändere diese Schreibweise daher nicht stillschweigend beim Einfügen in deinen Satz.

Die Versangabe steht in Klammern direkt nach dem Zitat. Das Rostocker Beispiel nennt dafür eine Angabe wie V. 760. Der MLA-Leitfaden der Monmouth University nennt bei englischsprachigen Gedichtzitaten Autor, Gedichttitel und Zeilennummern im Text oder in Klammern. Prüfe deshalb, ob dein Leitfaden eine Versbezeichnung oder Zeilennummern verlangt. Bei einer Anthologie prüfst du zusätzlich die bibliografischen Daten der benutzten Ausgabe. Steht das Gedicht in einer Anthologie, gelten für die Ausgabe dieselben Angaben wie beim Sammelband zitieren. Die Seitenzahl der Ausgabe und die Versangabe erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Die eine bezeichnet die Fundstelle der Ausgabe, die andere die Position im Gedicht.

Wann wird aus dem Text ein Block?

Bei kurzen Gedichtzitaten nennt der MLA-Leitfaden der Monmouth University für höchstens drei Verszeilen den Fließtext als Form. Die einzelnen Versenden werden dort durch einen Schrägstrich getrennt; Autor, Gedichttitel und Zeilennummern gehören in den Text oder in Klammern. Das Rostocker Formblatt verwendet ebenfalls Schrägstriche für Versgrenzen und einen doppelten Schrägstrich für Strophenwechsel. Es nennt die Versangabe unmittelbar nach dem Zitat als Nachweisform.

Tabelle: Zeilenzahl, Form, Regel
ZeilenzahlFormRegel
bis 3 VerszeilenFließtextNach dem Monmouth-Leitfaden Versenden mit einem einzelnen Schrägstrich zeigen und Zeilennummern nachweisen.
ab 4 VerszeilenBlockzitatNach Monmouth eingerückt auf einer neuen Zeile; nach Rostock ab vier Druckzeilen freigestellt. Beide ohne Anführungszeichen und mit Nachweis.

Für ein kurzes direktes Zitat ist daher zunächst die Zahl der übernommenen Verszeilen festzuhalten. Der Monmouth-Leitfaden setzt bei vier oder mehr Verszeilen einen eingerückten Block auf einer neuen Zeile an und verlangt weiterhin die Zeilennummern. Das Rostocker Formblatt beschreibt Zitate ab vier Druckzeilen als freigestellten Block ohne Anführungszeichen. Wie ein längeres Blockzitat gestaltet wird, richtet sich damit nach der einschlägigen Vorgabe: Zähle die Verszeilen, markiere bei Fließtextzitaten die Grenzen und ergänze den Nachweis direkt am Zitat. Weicht die Richtlinie der Arbeit von diesen beiden Anleitungen ab, ist ihre dort genannte Form zu verwenden.

Bibliografische Details der Ausgabe

Für die vollständige bibliografische Angabe prüfst du die Ausgabe des Gedichts und übernimmst die Angaben aus ihren bibliografischen Seiten. Der Leitfaden der Freien Universität Berlin nennt als Bestandteile unter anderem den Verlagsort, das Erscheinungsjahr der jeweiligen Ausgabe, den Herausgeber, die Bandzahl und die Seitenzahlen. Bei bis zu drei Herausgebern werden dort alle genannt. Bei vier oder mehr Herausgebern nennt der Leitfaden nur die erste Person und ergänzt den Zusatz „u. a.“. Übertrage diese Form nur, wenn sie zum verwendeten Leitfaden deiner Arbeit passt.

Prüfe außerdem, ob das Gedicht in einer Sammlung, einer Anthologie oder einer Werkausgabe steht. Die Berliner Quelle bezieht ihre genannten Angaben auf Sammelbände und Werkausgaben gleichermaßen. Für deine Eintragung notierst du daher die Ausgabe, aus der du den Text entnommen hast, einschließlich Verlagsort, Erscheinungsjahr, Herausgeber, gegebenenfalls Bandzahl und Seitenzahlen. Die Versangabe ergänzt du am Zitat im Text; sie ersetzt nicht die bibliografische Beschreibung der Ausgabe. Ein typischer Fehler ist eine Eintragung, die fälschlich nur den Dichter und den Gedichttitel nennt und den Herausgeber sowie die benutzte Ausgabe der Anthologie auslässt. Öffne zur Kontrolle die bibliografischen Seiten des Buches und gleiche jede Angabe mit der Eintragung ab. Ähnlich wie ein Kapitel aus einem Sammelband braucht auch das Gedicht die Angabe der Herausgeberin oder des Herausgebers.

Vermeidbare Stolperfallen im Detail

Ein Fehler liegt vor, wenn Versgrenzen ohne Schrägstrich zusammengeschrieben werden. Prüfe den übernommenen Text gegen das Original und setze bei einem Zitat im Fließtext den einzelnen Schrägstrich an jedes Versende. Eine weitere Fehlerquelle ist ein fehlender Versnachweis. Suche nach der Klammer direkt am Zitat und ergänze dort die Versangabe oder die Zeilennummern, die dein Leitfaden vorsieht. Die bibliografische Seitenzahl und die Versangabe solltest du dabei getrennt prüfen, weil sie unterschiedliche Stellen bezeichnen.

Ein längeres Gedichtzitat darf nach den herangezogenen Rostocker und Monmouth-Vorgaben nicht einfach als kurzes Fließtextzitat behandelt werden. Zähle die Druck- oder Verszeilen. Ab vier Zeilen prüfst du die Blockform: neue Zeile, Einrückung oder Freistellung und keine Anführungszeichen. Der Nachweis bleibt am Zitat. Prüfe schließlich die bibliografische Angabe auf den Herausgeber der Anthologie. Wenn nur Dichter und Gedichttitel eingetragen sind, gleiche die Angabe mit der benutzten Ausgabe ab und ergänze die im Berliner Leitfaden genannten Ausgabedaten. So bearbeitest du jeden Fehler mit einer konkreten Kontrolle am Original, am Zitat und am Literaturverzeichnis.

Gedicht richtig zitieren: Prüfliste mit vier Punkten

Drei Schritte zur sauberen Umsetzung

Im ersten Schritt notierst du die bibliografischen Angaben der benutzten Ausgabe. Schreibe Dichter, Gedichttitel, Sammlung oder Anthologie, Erscheinungsjahr, Verlagsort, Herausgeber, gegebenenfalls Bandzahl und Seitenzahlen aus der Ausgabe ab. Prüfe bei bis zu drei Herausgebern, ob alle Namen genannt sind. Bei vier oder mehr Personen prüfst du, ob der verwendete Berliner Leitfaden die erste Person mit „u. a.“ vorsieht. Übernimm keine Angabe aus einer anderen Ausgabe, wenn du den Text aus einer abweichenden Ausgabe zitiert hast.

Im zweiten Schritt markierst du im Zitat die Versgrenzen mit einem einzelnen Schrägstrich. Kennzeichne eine Strophentrennung mit einem doppelten Schrägstrich und erhalte großgeschriebene Zeilenanfänge aus dem Original. Ergänze die Versangabe in Klammern direkt nach dem Zitat, etwa V. 3 bis 5 oder mit den Zeilennummern deines Leitfadens. Im dritten Schritt zählst du die übernommenen Vers- oder Druckzeilen. Rostock behandelt ein Zitat ab vier Druckzeilen als Blockzitat ohne Anführungszeichen. Nach der Monmouth-Vorgabe beginnt ein Zitat ab vier Verszeilen als Block auf einer neuen Zeile und ohne Anführungszeichen. Prüfe am Ende die genaue Formatierung am gewählten Zitierstil und an der Richtlinie deiner Hochschule. Diese Prüfung entscheidet, welche Darstellung du für deine Arbeit verwendest.

Quellen und Stand

Soll jemand prüfen, ob deine Gedichtzitate und dein Verzeichnis zusammenpassen?

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Häufige Fragen zum Zitieren eines Gedichts

Welche Angaben gehören zu einem Gedichtzitat?

Prüfe für die bibliografische Angabe Dichter, Gedichttitel, Erscheinungsjahr, Sammlung oder Anthologie, Herausgeber und Seite. Ergänze direkt am Zitat die Versangabe, zum Beispiel V. 3 bis 5. Die genaue Form der Angabe prüfst du am gewählten Leitfaden.

Wie setze ich ein Gedichtzitat ab vier Verszeilen?

Das Rostocker Formblatt und der Monmouth-Leitfaden beschreiben ab vier Druck- beziehungsweise Verszeilen ein freigestelltes oder eingerücktes Zitat auf einer neuen Zeile ohne Anführungszeichen. Ergänze weiterhin die Vers- oder Zeilennummern.

Wie markiere ich Großbuchstaben am Zeilenanfang?

Übernimm im Original großgeschriebene Zeilenanfänge auch im Zitat. Prüfe die Schreibweise am Original, bevor du den Text in deinen Fließtext einfügst.

Wie viele Herausgeber nenne ich in der bibliografischen Angabe?

Der Leitfaden der Freien Universität Berlin nennt bei bis zu drei Herausgebern alle Personen. Bei vier oder mehr Herausgebern nennt er die erste Person und ergänzt „u. a.“. Prüfe, ob dieser Leitfaden für deine Arbeit gilt.

Welchen Schrägstrich verwende ich bei Strophentrennungen?

Das Rostocker Formblatt verwendet einen einzelnen Schrägstrich für das Versende und einen doppelten Schrägstrich für die Strophentrennung. Prüfe diese Vorgabe am verwendeten Leitfaden.

Wo steht die Versangabe?

Die Vers- oder Zeilenangabe steht nach den genannten Vorgaben in Klammern direkt nach dem Zitat. Die bibliografische Angabe der Ausgabe steht getrennt davon im Literaturverzeichnis oder im vorgesehenen Nachweis.

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