Wörtliche Zitate nach Harvard richtig kennzeichnen
Direktes Zitat nach Harvard: Anführungszeichen, Kurzbeleg
Direkte Zitate werden in Anführungszeichen unverändert übernommen. Diese Seite erklärt Kurzbeleg, Auslassungen, Ergänzungen und Einrückung nach den genannten Harvard-Leitfäden.
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Harvard: Zitierregeln auf zwei Seiten
Das direkte Zitat nach Harvard: dazu die Harvard-Variante, Text und Literaturverzeichnis, außerdem Stellen, an denen Hochschulen abweichen, den Unterschieden zu APA und die eigene Vorgabe.
Direkte Zitate kennzeichnen
Ein direktes Zitat nach Harvard steht grundsätzlich in doppelten Anführungszeichen. Der übernommene Wortlaut bleibt unverändert. Das gilt für Hervorhebungen und auch für Druckfehler im Ausgangstext. Der Text wird also nicht stillschweigend geglättet oder an die eigene Schreibweise angepasst. Die Kennzeichnung macht sichtbar, dass die Wörter aus einer anderen Quelle stammen und nicht selbst formuliert wurden.
Zum direkten Zitat gehört ein Kurzbeleg im Text. Er nennt den Autor, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl. Diese drei Angaben verbinden den übernommenen Wortlaut mit dem vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis. Prüf deshalb beim Einfügen des Zitats, ob Name, Jahr und Seite aus der verwendeten Quelle vorliegen. Die Kurzfassung der Harvard-Methode (Charité) beschreibt diese Form des Belegs zusammen mit doppelten Anführungszeichen und unveränderter Übernahme. Der Kurzbeleg steht damit nicht anstelle des Zitats, sondern ergänzt dessen Quellenangabe.
Für den Vergleich verschiedener Systeme kannst du die Seite Zitierweisen nutzen. Die Grundlagen der Harvard-Zitierweise und die Einzelheiten zu Harvard im Text erklären den Kurzbeleg weiter. Wenn für deine Arbeit ein bestimmter Leitfaden gilt, vergleich die dortige Vorgabe mit der hier beschriebenen Quelle. Bei einer offenen Frage prüfst du die offiziellen Unterlagen deines Studiengangs oder fragst die betreuende Person.

Den Kurzbeleg im Text aufbauen
Der Kurzbeleg im Text enthält nach der Kurzfassung der Harvard-Methode den Autor, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl. Die Angabe steht als Nachweis direkt beim Zitat. Ein frei erfundenes Beispiel lautet: (Meinhardt 2011: 47). Es zeigt nur die Form mit einem Autor, einem Jahr und einer einzelnen Seite. Der Name, das Jahr und die Seitenzahl müssen zur tatsächlich verwendeten Quelle passen.
Bei drei oder mehr Autoren wird nur der zuerst genannte Autor angegeben und durch et al. ergänzt. Ein zweites frei erfundenes Beispiel lautet: (Voss et al. 2016: 88 bis 91). Der Seitenbereich 88 bis 91 bezeichnet dabei mehrere Seiten. Die Autorenreihenfolge wird aus der Veröffentlichung übernommen; eine Umstellung der Namen ist mit dieser Kurzfassung nicht belegt.
Diese Kurzbeleg-Form stammt aus der Kurzfassung der Harvard-Methode. Sie darf hier nicht als einzige mögliche Harvard-Variante ausgegeben werden. Prüf für deine konkrete Arbeit den maßgeblichen Leitfaden und gleich die Schreibweise des Belegs mit dem vollständigen Literaturverzeichnis ab. Weitere Zusammenhänge findest du unter Harvard-Zitierweise im Literaturverzeichnis. Für die Gestaltung des Nachweises im Fließtext hilft außerdem die Seite Harvard-Literaturverzeichnis.
Auslassungen, Ergänzungen und „zit. nach“
Auslassungen in einem direkten Zitat werden durch eckige Klammern mit drei Punkten gekennzeichnet: [...]. So bleibt erkennbar, dass ein Teil des Originaltexts nicht wiedergegeben wird. Eigene Ergänzungen stehen ebenfalls in eckigen Klammern. Du kannst damit ein erklärendes Wort oder einen kurzen Hinweis in den übernommenen Wortlaut einsetzen, ohne die Ergänzung als Original auszugeben. Ein frei erfundenes Beispiel lautet: Seine [Krohn, Anm. d. Verf.] These beruht auf mehreren Beobachtungen. Setz die Markierung nur an die Stelle, an der tatsächlich Text ausgelassen oder ergänzt wurde.
| Zeichen beziehungsweise Vermerk | Bedeutung |
|---|---|
| [...] | Kennzeichnet eine Auslassung im direkten Zitat. |
| [Ergänzung] | Markiert eigene eingefügte Wörter. |
| zit. nach | Kennzeichnet ein Zitat aus zweiter Hand. |
Ist der zitierte Text nicht zugänglich, kann aus zweiter Hand zitiert werden. Der Vermerk zit. nach macht diese Übernahme kenntlich. Ein frei erfundenes Beispiel lautet: (Reimann 1978: 44, zit. nach Bode 2001: 12). Im Literaturverzeichnis werden beide Texte vollständig genannt. Vor der Verwendung dieses Vermerks suchst du zuerst nach der Primärquelle. Nur wenn der Originaltext nicht zugänglich ist, verwende die Sekundärquelle. Weitere Hinweise zur Form findest du unter Sekundärzitat. Prüf dabei die Angaben in den offiziellen Unterlagen. So lässt sich nachvollziehen, welche Quelle im Original vorlag und welche Quelle tatsächlich eingesehen wurde.
Einrückung nach zwei Leitfäden vergleichen
Die Einrückung längerer Zitate ist in den genannten Leitfäden unterschiedlich beschrieben. Nach der Charité-Kurzfassung wird ein wörtliches Zitat ab drei Zeilen oder mehr an beiden Seiten um etwa 1 cm vom Rand eingerückt. Dazu kommt einfacher Zeilenabstand. Bei einem eingerückten Zitat kann auf Anführungszeichen verzichtet werden. Diese Schwelle und diese Gestaltung gehören zur Charité-Kurzfassung und sind hier als leitfadenspezifische Variante zu lesen, nicht als einheitliche Harvard-Regel.
Der englische Leeds-Harvard-Leitfaden behandelt die Länge anders: Zitate über zwei Zeilen werden vom Fließtext abgesetzt, an beiden Rändern eingerückt und ohne Anführungszeichen dargestellt. Für ausgelassene Textteile verwendet dieser Leitfaden eine Ellipse aus drei Punkten ohne Klammern. Eigene eingefügte Wörter stehen dort in eckigen Klammern. Die Leeds-Schreibweise ohne Klammern um die Ellipse darf nicht mit der deutschen Konvention [...] gleichgesetzt werden.
Vergleich daher vor der Formatierung, welcher Leitfaden für deine Arbeit maßgeblich ist. Die Charité-Variante nennt ab drei Zeilen oder mehr, der Leeds-Leitfaden über zwei Zeilen. Eine allgemeine Schwelle für alle Harvard-Arbeiten lässt sich daraus nicht ableiten. Für einen Vergleich mit einer anderen Nachweisform liest du Zitieren in der Fußnote. Die Seite Harvard-Zitierweise beschreibt den größeren Zusammenhang. Dokumentier bei Unsicherheit die verwendete Vorgabe aus den offiziellen Unterlagen.
Fehler beim direkten Zitat vermeiden
Ein möglicher Fehler ist, den Wortlaut eines direkten Zitats zu verändern oder einen Druckfehler unbemerkt zu korrigieren. Vergleich den übernommenen Text mit dem Ausgangstext und lass einen vorhandenen Druckfehler stehen. Ebenfalls problematisch ist „zit. nach“, wenn die Primärquelle zuvor nicht gesucht wurde. Such vor jedem Sekundärzitat zuerst nach der Primärquelle. Verwende die Sekundärquelle nur, wenn das Original nicht zugänglich ist.
Ein weiterer Fehler entsteht, wenn die Schreibweisen für Auslassungen vermischt werden. Der Leitfaden der Uni Münster kennzeichnet ausgelassene Textteile mit eckigen Klammern und drei Punkten. Der Leeds-Leitfaden nennt dagegen drei Punkte ohne Klammern. Prüf daher die Vorgabe des Leitfadens, nach dem du arbeitest. Bei der Leeds-Variante ist es außerdem ein Fehler, ein abgesetztes und eingerücktes Zitat zusätzlich in Anführungszeichen zu setzen, weil dieser Leitfaden dafür keine Anführungszeichen vorsieht. Die Charité-Kurzfassung beschreibt bei beidseitig eingerückten Zitaten hingegen die Möglichkeit, die Anführungszeichen wegzulassen.
Halt bei einem Sekundärzitat beide Quellen für das Literaturverzeichnis fest. Der Leitfaden der Uni Münster verlangt die Angaben zu beiden Quellen, wenn ein nicht zugänglicher Originaltext aus zweiter Hand zitiert wird. Wer alle Angaben sauber sammeln will, führt am besten gleich ein vollständiges Harvard-Literaturverzeichnis. Prüf den Kurzbeleg zusammen mit den vollständigen Quellenangaben. Bleibt eine Vorgabe offen, lies die Unterlagen des gewählten Leitfadens und klär die Frage mit der betreuenden Person. So richtest du die Kennzeichnung am verwendeten Leitfaden aus.

Direktes Zitat in drei Schritten einbauen
Erstens übernimmst du den Wortlaut unverändert. Setz ein kürzeres direktes Zitat in doppelte Anführungszeichen. Lass vorhandene Hervorhebungen und Druckfehler stehen. Zweitens ergänzt du den Kurzbeleg mit Autor, Jahr und Seitenzahl. Prüf die Angaben direkt an der Quelle und verbinde den Beleg mit dem vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis.
Drittens prüfst du die Länge und den verwendeten Leitfaden. Nach der Charité-Kurzfassung wird ein Zitat ab drei Zeilen oder mehr beidseitig um etwa 1 cm eingerückt; bei dieser eingerückten Form können die Anführungszeichen entfallen. Der Leeds-Harvard-Leitfaden setzt Zitate über zwei Zeilen ab, rückt sie an beiden Rändern ein und verwendet ebenfalls keine Anführungszeichen. Diese Schwellen sind leitfadenspezifische Varianten.
Kennzeichne nur tatsächlich ausgelassene Textteile mit [...]. Eigene Ergänzungen setzt du in eckige Klammern. Die Auslassung ist damit eine gekennzeichnete Kürzung des Originaltexts, kein unmarkierter Eingriff. Verwende bei einem nicht zugänglichen Original den Vermerk zit. nach und nenne beide Texte vollständig im Literaturverzeichnis. Für weitere Vergleiche liest du Harvard im Text, Harvard-Zitierweise und Zitierweisen. Wenn eine Vorgabe offenbleibt, prüf den maßgeblichen Leitfaden.
Quellen und Stand
- Kurzfassung: Harvard-Methode (Charité, Institut für Praxisforschung): www.charite.de (geprüft am 2026-09-13)
- Zitieren und Bibliographieren, Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie, Uni Münster: www.uni-muenster.de (geprüft am 2026-09-13)
- Citing quotations using Leeds Harvard, University of Leeds Library: library.leeds.ac.uk (geprüft am 2026-09-13)
Die Einordnung „Wörtliche Zitate nach Harvard richtig kennzeichnen“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.