YouTube-Videos nachvollziehbar zitieren
Youtube Video wissenschaftlich zitieren
Ein YouTube-Video wird im wissenschaftlichen Text so nachgewiesen, dass die verwendete Fundstelle und eine angesprochene Videostelle nachvollzogen werden können.
Die Funktion eines Videonachweises im wissenschaftlichen Arbeiten
Ein YouTube-Video wissenschaftlich zitieren bedeutet, die für den eigenen Text verwendete Videoquelle nachvollziehbar festzuhalten. Das gehört in den Zusammenhang des wissenschaftlichen Schreibens: Wer sich auf eine Stelle aus einem Video bezieht, macht die Bezugnahme im Text erkennbar und hält die Angaben zur Quelle für das Literaturverzeichnis bereit. Die Quelle beschreibt für Literaturangaben im Hauptteil ausdrücklich den Fall, dass auf eine bestimmte Stelle eines Videos verwiesen wird. Dafür soll eine Zeitangabe in Minuten und Sekunden oder eine vergleichbare Abschnittseinteilung verwendet werden.
Für die Arbeit mit Videos sind zwei Aufgaben zu unterscheiden. Erstens wird im Hauptteil die Stelle bezeichnet, auf die sich eine Aussage bezieht. Zweitens werden die Angaben gesammelt, mit denen Leser die verwendete Literatur auffinden können. Die Quelle ordnet diese Auffindbarkeit dem Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit zu. Wer die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit plant, kann den Videonachweis deshalb sowohl bei der Textstelle als auch in der Sammlung der Literaturangaben prüfen.
Die konkrete Form eines Nachweises muss nicht aus Erinnerung übernommen werden. Erfasse beim Ansehen die sichtbaren Angaben des Videos und überprüfe anschließend, ob eine bestimmte Passage gemeint ist. Beim Hausarbeit schreiben oder Masterarbeit schreiben bleibt dabei entscheidend, welche Videoaussage der eigene Text tatsächlich aufgreift. Für Forschungsfrage formulieren, wissenschaftliche Argumentation und Gliederung einer Hausarbeit liefert die vorliegende Quelle keine zusätzlichen Fachregeln. Prüfe diese Arbeitsschritte deshalb anhand der jeweils verwendeten Unterlagen, statt aus dem Videonachweis weitere Vorgaben abzuleiten.
Ein Videonachweis erklärt nicht den fachlichen Inhalt des Videos und ersetzt keine eigene Prüfung der Aussage, auf die der Text Bezug nimmt. Seine hier belegte Funktion liegt darin, die genutzte Literatur nachzuvollziehen und Auffindinformationen an einer Stelle bereitzustellen. Für die langfristige Auffindbarkeit nennt die Quelle außerdem persistente Identifier als Alternative zu einer URL, sofern ein solcher Identifier vorhanden ist.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag wissenschaftliches Schreiben.

Angaben eines YouTube-Videos geordnet erfassen
Der Begriff Videonachweis bezeichnet hier die zusammengeführten Angaben zu einem bei YouTube veröffentlichten Video sowie, bei einer konkreten Bezugnahme, eine Zeitmarke. Das Quellenbeispiel zeigt eine nachvollziehbare Folge von Angaben: zuerst eine verantwortliche Bezeichnung, dann ein Titel, danach der Medientyp Video, die Veröffentlichung bei YouTube mit Datum, die Fundadresse, ein Standdatum und schließlich die markierte Zeitspanne. Diese Folge ist keine Behauptung über eine einzige verbindliche Zitierform, sondern eine aus der Quelle ablesbare Struktur, die für die eigene Erfassung verwendet werden kann.
- Verantwortliche Bezeichnung festhalten: Übernimm die im Video oder auf seiner Seite angegebene verantwortliche Bezeichnung. Ergebnis: Der Nachweis beginnt mit einer zu prüfenden Zuordnung.
- Titel und Medium notieren: Halte den sichtbaren Videotitel und die Kennzeichnung als Video fest. Ergebnis: Das verwendete Medium wird im Datensatz benannt.
- Veröffentlichung bei YouTube erfassen: Notiere die Angabe zur Veröffentlichung und das dazu sichtbare Datum. Ergebnis: Der Nachweis enthält die im Quellenbeispiel vorkommende Veröffentlichungsinformation.
- Fundadresse und Standdatum sichern: Halte die verwendete URL und das Datum des eigenen Abrufs fest. Ergebnis: Die Auffindinformation liegt zusammen mit einem Zeitpunkt vor.
- Passage ergänzen: Wenn der Text eine Stelle aus dem Video behandelt, füge Minuten und Sekunden oder eine andere Abschnittseinteilung hinzu. Ergebnis: Die gemeinte Passage ist vom übrigen Video getrennt prüfbar.
Beim Literaturverzeichnis erstellen können diese Angaben als vollständiger Eintrag zusammengeführt werden. Für Quellenangaben richtig zitieren und Zitierweisen ist eine konkrete Prüfung der für den eigenen Text vorgesehenen Form nötig; die vorliegende Quelle belegt kein allgemeines Vorrangverhältnis zwischen deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise. Sie zeigt jedoch, welche Angaben ein Beispiel zu einem YouTube-Video enthält und dass eine konkrete Videostelle mit einer Zeitmarke bezeichnet werden kann.
Die Quelle stellt URLs persistenten Identifiern gegenüber: Sie nennt als Beispiel für einen persistenten Identifier einen DOI und fordert dazu auf, bei dessen Vorhandensein einen solchen Identifier statt einer URL zu verwenden. Als Anwendungsschritt wird daher geprüft, ob für die verwendete Quelle ein persistenter Identifier angegeben ist. Ergebnis: Es ist festgehalten, ob der Nachweis die URL oder einen vorhandenen persistenten Identifier verwendet.
Vom Ansehen zur belegbaren Textstelle
- Videoquelle öffnen und Angaben ablesen. Notiere verantwortliche Bezeichnung, Titel, Medium, Veröffentlichungsangabe, Fundadresse und Abrufdatum in einer Arbeitsnotiz. Ergebnis: Die Angaben aus der Videoquelle sind für den späteren Eintrag gesammelt.
- Verwendete Passage bestimmen. Gleiche den Satz im eigenen Text mit der Stelle im Video ab. Notiere bei einer konkreten Bezugnahme die Zeit in Minuten und Sekunden oder eine andere Abschnittseinteilung. Ergebnis: Die Textaussage ist einer unterscheidbaren Videopassage zugeordnet.
- Identifier prüfen. Ermittle, ob bei der verwendeten Quelle ein persistenter Identifier angegeben ist. Wenn ein solcher Identifier vorliegt, verwende ihn anstelle der URL. Ergebnis: Der Nachweis folgt der hierzu in der Quelle genannten Auswahl.
- Eintrag für die Literaturangaben erstellen. Führe die gesammelten Videoangaben zu einem Eintrag zusammen und halte die Passage dort bereit, wo der eigene Text auf sie verweist. Ergebnis: Leser erhalten die Auffindinformationen im Literaturverzeichnis und die Textstelle bleibt markiert.
- Zugänglichkeit dokumentieren. Prüfe für eine als flüchtig behandelte Quelle, ob sie abgespeichert werden soll. Die Quelle nennt das Abspeichern auf einer Festplatte oder das Brennen auf CD-ROM und die mögliche Vorlage beim Dozenten. Ergebnis: Für die verwendete Quelle ist eine konkrete Sicherungshandlung entschieden und ausgeführt oder dokumentiert.
Die Schritte betreffen den Nachweis einer Quelle, nicht die Wahl eines Forschungsansatzes. Für Methoden wissenschaftlicher Arbeiten sowie qualitative und quantitative Forschung ist aus der vorliegenden Quelle keine Methode abzuleiten. Ermittle die passende Methode deshalb aus den Unterlagen, die für die eigene Aufgabe maßgeblich sind. Ebenso lässt sich aus einem korrekten Videonachweis keine Aussage über die inhaltliche Qualität des Videos ableiten.
Der Ablauf hilft auch beim Plagiat vermeiden nur in einem eng begrenzten Sinn: Er macht sichtbar, auf welche Videoquelle und welche Passage sich der eigene Text bezieht. Ob der Text darüber hinaus Übernahmen enthält, wird durch den hier beschriebenen Nachweis allein nicht beantwortet. Prüfe dafür den eigenen Text gegen die tatsächlich verwendete Quelle und halte die Bezugnahme dort fest, wo sie gebraucht wird.
Kurzes Anwendungsbeispiel mit einer Zeitmarke
Beispiel: Eine Studentin verwendet eine Aussage aus einem Video, das bei YouTube veröffentlicht wurde. In ihrer Arbeitsnotiz hält sie zunächst fest: Verantwortliche Bezeichnung: [Name]; Titel: [Titel des Videos]; Video, veröffentlicht bei YouTube am [Datum]; URL: [Adresse]; Stand: [Abrufdatum]. Diese Angaben ordnet sie anschließend für ihren Literaturnachweis.
Ihr eigener Satz bezieht sich nur auf eine Passage zwischen 2:34 und 3:00 Minuten. Deshalb ergänzt sie bei der Bezugnahme die Zeitspanne „2:34–3:00 Min.“. Die Zeitmarke zeigt in diesem Beispiel, welche Stelle des Videos sie für ihren Satz herangezogen hat. Sie notiert nicht die gesamte Laufzeit, sondern Beginn und Ende der konkret gemeinten Passage.
Danach vergleicht sie den Satz mit der Passage und prüft die Angaben in ihrer Notiz erneut. Falls bei der Quelle ein persistenter Identifier angegeben ist, verwendet sie diesen statt der URL. Für das Literaturverzeichnis übernimmt sie die gesammelten Angaben; bei der Textstelle bleibt die Zeitspanne stehen. Das Beispiel trifft keine Aussage über den Inhalt des Videos. Es macht lediglich sichtbar, welches Video gemeint ist und auf welche Passage sich der Satz bezieht.
Zum Abschluss prüft die Studentin, ob die verantwortliche Bezeichnung, der Titel, die Veröffentlichungsangabe, die Adresse, das Abrufdatum und die Zeitmarke zusammenpassen. So kann sie den Nachweis aus ihrer Notiz nachvollziehbar in den eigenen Text übertragen, ohne zusätzliche fachliche Behauptungen über das Video zu ergänzen.

Inhaltliche Abgrenzung und formale Prüfung trennen
Definition prüfen: Kontrolliere, ob der Nachweis tatsächlich ein bei YouTube veröffentlichtes Video und gegebenenfalls eine konkrete Passage dieses Videos bezeichnet. Der Nachweis soll nicht als Zusammenfassung oder Bewertung des Videoinhalts erscheinen. Ergebnis: Quelle und Zweck des Eintrags sind voneinander getrennt.
Zentrale Merkmale prüfen: Gleiche verantwortliche Bezeichnung, Titel, Medium, Veröffentlichung bei YouTube, Datum, Fundadresse und Abrufdatum mit der verwendeten Videoseite ab. Prüfe bei einer konkreten Bezugnahme zusätzlich die Zeit in Minuten und Sekunden oder eine vergleichbare Einteilung. Ergebnis: Die im Quellenbeispiel sichtbaren Angaben und die Passage sind vollständig kontrolliert.
Anwendung prüfen: Lies den eigenen Satz neben der notierten Zeitmarke und öffne die Fundadresse. Prüfe außerdem, ob ein persistenter Identifier vorhanden ist und dann statt der URL verwendet wurde. Ergebnis: Der Textbezug und die Auffindinformation wurden als getrennte Prüfschritte abgeglichen.
Abgrenzung prüfen: Ein Literaturverzeichniseintrag stellt die Angaben zum Auffinden zusammen; eine Zeitmarke verweist auf eine bestimmte Stelle im Video. Ein persistenter Identifier ist nach der Quelle von einer URL zu unterscheiden. Diese Abgrenzungen verhindern, dass Fundinformation, Passage und Identifier als dieselbe Angabe behandelt werden. Ergebnis: Die einzelnen Funktionen des Nachweises bleiben unterscheidbar.
Formale Prüfung: Prüfe, ob die verwendeten Angaben in der gewählten Reihenfolge vollständig übertragen sind und ob das Standdatum zur eigenen Arbeitsnotiz passt. Prüfe für eine flüchtige Quelle außerdem konkret, ob sie gespeichert oder auf CD-ROM gebrannt wurde, falls diese Sicherung gewählt wurde. Ergebnis: Der Eintrag und eine ausgewählte Sicherungshandlung sind dokumentiert, ohne daraus eine Aussage über Inhalt oder Qualität des Videos abzuleiten.
Quellen und Stand
- Skript zum Lernvideo Zitierregeln: www.uni-muenster.de (geprüft am 2026-08-24)