Vortrag, Vorlesung oder Rede richtig zitieren

Vortrag zitieren: mündliche Quelle mit Datum und Anlass

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 11. September 2026 · Alle Zitierweisen im Überblick

Wenn du einen Vortrag, eine Vorlesung oder eine Rede belegen möchtest, suche zuerst nach einer veröffentlichten Fassung. Findest du keine, halte die Angaben zur mündlichen Quelle sorgfältig fest. Dazu gehören die vortragende Person, das Datum, der Titel, die Kennzeichnung als Vortrag, der Anlass und der Ort. Welche Form du für den Beleg und ein mögliches Verzeichnis verwendest, prüfst du in der Vorgabe deiner Hochschule oder mit der betreuenden Person.

Kurzantwort: Welche Angaben brauchst du beim Vortrag-Zitieren?

Wenn du einen nicht veröffentlichten Vortrag zitieren möchtest, erfasse zuerst den Namen der vortragenden Person, das Datum, den Titel, die Kennzeichnung als Vortrag, den Anlass und den Ort. Diese Angaben bilden die Grundlage für deinen Beleg. Die Antwort lautet damit: Suche zunächst nach einer veröffentlichten Fassung; gibt es keine, dokumentiere die mündliche Quelle mit diesen sechs Angaben.

Notiere die Informationen möglichst während oder unmittelbar nach der Veranstaltung. Verwende dabei den Titel, der im Programm, in der Veranstaltungsankündigung oder in deinen Unterlagen steht. Wenn eine Angabe fehlt, ergänze sie nicht aus dem Gedächtnis. Markiere sie als offen und prüfe sie anhand der verfügbaren Veranstaltungsunterlagen oder durch Rücksprache mit der betreuenden Person.

Für eine unveröffentlichte Vorlesung oder einen Vortrag nennt die Schreibberatung der PH FHNW ein Schema mit Nachname, Vorname, Jahr, Titel, Kennzeichnung als Vortrag, Datum, Ort und Institution. Übertrage dieses Schema nicht ungeprüft auf deinen Stil. Lies vorher die Vorgabe deiner Hochschule nach.

Vortrag zitieren: der Ablauf in drei Schritten

Vortrag, Folien, Abstract oder Tagungsband?

Suche bei einem Vortrag zuerst nach einer publizierten Fassung auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person. Die Schreibberatung der PH FHNW empfiehlt diese Suche für nicht veröffentlichte Vorlesungen und Vorträge. Halte getrennt fest, ob du eine Fassung gefunden hast und welche Angaben sie enthält. Wenn keine publizierte Fassung auffindbar ist, kannst du die Angaben zum gesprochenen Beitrag gesondert notieren.

Sind Folien, ein Abstract oder ein Beitrag im Tagungsband veröffentlicht, zitierst du diese Unterlage anstelle des mündlichen Vortrags. Der gesprochene Beitrag ist nur der letzte Weg, wenn keine veröffentlichte Fassung vorliegt. Prüfe bei jeder Unterlage ihren Titel, die genannte Person sowie vorhandene Angaben zu Datum, Anlass, Ort und Institution. Übernimm keine Angabe in deinen Beleg, ohne sie in der verwendeten Unterlage geprüft zu haben. Die Entscheidung über die passende Quellenform klärst du anhand der Vorgabe deiner Hochschule oder mit der betreuenden Person.

Für Folien kannst du beim Thema Vorlesungsfolien zitieren weiterarbeiten. Liegt ein Tagungsbeitrag vor, nutze für die eigene Prüfung Konferenzbeitrag zitieren. Die beiden Themen helfen dir, die jeweilige Unterlage getrennt vom gesprochenen Beitrag zu betrachten. Halte auch dann getrennte Notizen, wenn Titel oder Namen in mehreren Unterlagen ähnlich aussehen.

  • Folien: Titel und vorhandene Angaben notieren.
  • Abstract: die dort genannten Angaben getrennt festhalten.
  • Tagungsband: den vorliegenden Beitrag als eigene Unterlage erfassen.
  • Gesprochener Beitrag: Person, Titel, Datum, Anlass, Ort und Institution notieren, soweit Angaben vorliegen.

Bei einer Aufzeichnung steht mit YouTube zitieren ein eigener Prüfpunkt zur Verfügung. Interview zitieren und transkribieren passt nur, wenn du ein Gespräch oder ein Transkript bearbeitest. Bleibt offen, welche Unterlage du verwenden sollst, kläre dies mit der betreuenden Person oder anhand der Hochschulvorgabe.

Vorlesung zitieren: vorher Rücksprache halten

Eine Vorlesung kann nach Rücksprache belegt werden. Vorrang hat die zugrunde liegende veröffentlichte Literatur. Die Schreibberatung der PH FHNW behandelt nicht veröffentlichte Vorlesungen und Vorträge in einem gemeinsamen Schema. Sie empfiehlt, zunächst auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person nach einer publizierten Fassung zu suchen. Halte fest, ob du dort eine Fassung findest und welche Angaben darin stehen. Trenne diese Angaben von deinen Notizen zur gehaltenen Vorlesung.

Ist keine publizierte Fassung vorhanden, nennt die Schreibberatung für den Eintrag Nachname und Vorname, Jahr, Vorlesungstitel, die Kennzeichnung als Vortrag mit Datum, Ort und Institution. Prüfe deine Unterlagen auf diese Angaben. Die Form, in der du sie in deiner Arbeit verwendest, klärst du anhand der Vorgabe deiner Hochschule oder mit der betreuenden Person. Übertrage das Schema nicht als allgemeinen Standard für jede Arbeit.

Die Seite ordnet Vorlesungsskripte und Seminarhandouts nicht den zitierwürdigen Quellen im engeren Sinn zu. Sie erwähnt sie für kleinere Studienleistungen als Notlösung und stellt sie nicht dem eigentlichen Vortrag oder einer Publikation gleich. Prüfe deshalb bei solchen Unterlagen zuerst, ob eine publizierte Fassung auffindbar ist. Halte anschließend getrennt fest, welche Unterlage du vorliegen hast und welche Angaben sie enthält.

Wenn Angaben offen bleiben, notiere die Lücke. Verwende für Titel, Datum, Ort und Institution nur Angaben, die du in deinen Unterlagen oder in einer gefundenen Fassung prüfen kannst. Kläre mit der betreuenden Person oder anhand der Hochschulvorgabe, wie du mit offenen Angaben und der vorhandenen Unterlage weiterarbeitest.

APA 7, Harvard und deutsche Zitierweise prüfen

Im Quellenpaket steht ein APA-Beispiel für eine dokumentierte Konferenzsitzung. Es enthält die vortragende Person, ein Datum oder einen Zeitraum, den Titel, die Angabe [Conference session], die Tagung mit Ort und eine URL zu einem online verfügbaren Programm. Der Klammerzusatz benennt dabei die Art des Vortrags.

Für eine solche dokumentierte Konferenzsitzung kannst du die Angaben mit Platzhaltern ordnen: [Nachname], [Initialen]. ([Jahr], [Monat] [Tag] bis [Tag]). [Titel] [Conference session]. [Tagung], [Ort], [URL zum Programm]. Ersetze die Platzhalter nur durch Angaben aus dem Programm oder einer anderen vorhandenen Unterlage.

Prüfe vor der Verwendung dieses Musters, ob eine dokumentierte und öffentlich auffindbare Konferenzsitzung vorliegt. Das APA-Beispiel ist nicht als Form für einen rein mündlichen Vortrag ohne veröffentlichte Dokumentation ausgewiesen. Für die weitere Prüfung kannst du APA 7 zitieren heranziehen.

Für Harvard enthält das Quellenpaket kein Beispiel. Lies deshalb die Vorgabe deiner Hochschule und erfasse nur die Angaben, die diese Vorgabe für deine dokumentierte Quelle verlangt. Wenn dort keine Form für den Fall steht, kläre die passende Gestaltung mit der betreuenden Person.

Auch für die deutsche Zitierweise liefert das Quellenpaket kein Muster, einschließlich keiner Fußnotenvorlage. Erfinde dafür keinen Beispielbeleg. Prüfe ausschließlich die Vorgabe deiner Hochschule und richte dich bei einer verlangten Fußnote nach dieser Vorgabe. Unter Deutsche Zitierweise kannst du weitere Hinweise zur eigenen Stilprüfung aufrufen.

Vergleiche zum Schluss den gewählten Beleg mit den tatsächlich vorliegenden Angaben. Verwende keine fehlenden Daten, keine ergänzten Orte und keine Form, die du nicht in der für deine Arbeit geltenden Vorgabe geprüft hast.

Häufige Fehler beim Zitieren eines Vortrags

Prüfe deine Notizen zum Vortrag, bevor du einen Beleg formulierst. Die Schreibberatung der PH FHNW nennt für nicht veröffentlichte Vorlesungen und Vorträge ein Schema mit Titel, Datum, Ort und Institution. Vergleiche daher die Angaben in deinem Entwurf mit den Unterlagen, die du tatsächlich verwendet hast. Notiere außerdem die vortragende Person und die Kennzeichnung als Vortrag, wenn diese Angaben vorliegen.

Fehlt ein Datum in deinen Unterlagen, lasse die Lücke nicht durch eine Vermutung schließen. Suche zunächst auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person nach einer publizierten Fassung. Findest du dort eine Fassung, prüfe ihre Angaben getrennt von deinen Notizen zum gesprochenen Beitrag. Ist keine Fassung vorhanden, halte nur die Angaben fest, die du für den Beitrag prüfen kannst.

Prüfe auch, ob deine Unterlagen eine Bezeichnung für den Anlass enthalten. Steht dort keine Bezeichnung, ergänze keine eigene Annahme. Notiere stattdessen, welche Angaben du geprüft hast und welche Angabe offen bleibt. Kläre die Form des Belegs anhand der Vorgabe deiner Hochschule oder mit der betreuenden Person.

Prüfe bei einem wörtlichen Zitat, ob dir eine Notiz oder eine veröffentlichte Fassung vorliegt. Ohne eine solche Grundlage verwendest du keinen Wortlaut als Zitat. Trenne eine eigene Erinnerung von den Angaben einer vorhandenen Unterlage. Suche bei nicht veröffentlichten Vorträgen zuerst nach einer publizierten Fassung auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person.

Gehe den Entwurf anschließend Angabe für Angabe durch: vortragende Person, Titel, Jahr oder Datum, Kennzeichnung als Vortrag, Ort und Institution. Ergänze nichts aus Vermutungen. Wenn Angaben offen bleiben, notiere die Lücke und stimme die weitere Form mit der betreuenden Person oder der Hochschulvorgabe ab. So bleibt dein Arbeitsstand auf die Unterlagen beschränkt, die du geprüft hast.

Vortrag zitieren: Prüfliste mit vier Punkten

Vortrag zitieren: Schritt für Schritt vorgehen

  1. Vorgabe lesen: Lies zuerst die Vorgabe deiner Hochschule für den Umgang mit mündlichen Quellen. Halte offene Punkte für die Rücksprache mit der betreuenden Person fest.
  2. Publizierte Fassung suchen: Suche nach einer publizierten Fassung. Die Schreibberatung der PH FHNW nennt dafür zuerst die persönliche Homepage der vortragenden Person.
  3. Unterlagen trennen: Erfasse vorhandene Folien, Abstracts, Programme oder Tagungsbeiträge jeweils als eigene Unterlage. Notiere nur Angaben, die du darin findest.
  4. Datum und Anlass notieren: Halte Datum, Anlass, Ort und Institution fest, soweit diese Angaben vorliegen. Ergänze fehlende Angaben nicht durch Vermutungen.
  5. Titel und Person festhalten: Übernimm den Titel aus der Ankündigung oder einer verfügbaren Unterlage. Notiere außerdem die vortragende Person.
  6. Vortragsart bestimmen: Kennzeichne in deinen Arbeitsnotizen, ob du einen Vortrag oder eine Vorlesung dokumentierst. Prüfe dazu die Bezeichnung in den vorhandenen Unterlagen.
  7. Beleg im Text setzen: Setze den Beleg an der Stelle im Text, an der du den Vortrag oder eine daraus übernommene Aussage verwendest. Nutze dafür die Form, die deine Stilvorgabe beschreibt.
  8. Beleg vorbereiten: Ordne die festgehaltenen Angaben nach der Stilvorgabe deiner Hochschule. Bei einer dokumentierten Konferenzsitzung kannst du zusätzlich das APA-Beispiel mit den Angaben aus dem Programm vergleichen.
  9. Verzeichnisregel prüfen: Kläre, ob deine Vorgabe einen Eintrag im Verzeichnis, eine Fußnote oder eine andere Form vorsieht. Nutze nur die Form, die dort für deine Arbeit beschrieben wird.

Bei nicht veröffentlichten Vorlesungen nennt die Schreibberatung der PH FHNW ein Schema mit Titel, Datum, Ort und Institution. Prüfe vor dem Abschluss erneut, ob eine publizierte Fassung gefunden wurde und ob alle übernommenen Angaben aus einer vorhandenen Unterlage stammen.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Vortrag, Vorlesung oder Rede richtig zitieren“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Du willst wissen, ob deine Belege für Vorträge und Vorlesungen formal stimmen?

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Häufige Fragen zum Zitieren von Vortraegen

Was prüfe ich zuerst, wenn ich einen Vortrag zitieren möchte?

Suche zuerst nach einer veröffentlichten Fassung, auch auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person. Prüfe Folien, Abstracts und Beiträge in Tagungsbänden. Nur wenn keine solche Fassung vorliegt, dokumentierst du den mündlichen Vortrag.

Welche Angaben brauche ich für einen nicht veröffentlichten Vortrag?

Notiere die vortragende Person, das Datum, den Titel, die Kennzeichnung als Vortrag, den Anlass und den Ort. Prüfe außerdem die Vorgabe des Stils und deiner Hochschule.

Darf ich eine Vorlesung zitieren?

Die Schreibberatung der PH FHNW rät bei nicht veröffentlichten Vorlesungen zunächst zur Suche nach einer publizierten Fassung auf der persönlichen Homepage der vortragenden Person. Fehlt sie, nennt die Seite ein Schema mit Titel, Datum, Ort und Institution.

Was mache ich, wenn das Datum oder der Anlass fehlt?

Suche in der Veranstaltungsankündigung, im Programm und in deinen Notizen. Bleibt die Angabe offen, markiere sie und kläre sie vor der Abgabe. Ergänze keine vermuteten Daten.

Gibt es ein Muster für APA, Harvard und die deutsche Zitierweise?

Das Quellenpaket enthält ein APA-Muster für eine dokumentierte Konferenzsitzung. Für Harvard und die deutsche Zitierweise enthält es kein eigenes Muster. Prüfe dafür die Vorgabe deiner Hochschule; für die deutsche Zitierweise musst du insbesondere die Fußnotenform dort nachlesen.

Muss der Vortrag in das Quellenverzeichnis?

Behaupte keine allgemeine Pflicht. Prüfe die Stilregel deiner Hochschule und die Vorgabe für deine konkrete Arbeit. Wenn die Regel nicht eindeutig ist, kläre sie mit der betreuenden Person.

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