Mit einem Zitat starten: Die Einleitung richtig gestalten
Mit einem Zitat beginnen: erlaubt, wenn es trägt
Ein Einstiegszitat ist erlaubt, wenn es belegt und mit der Fragestellung oder Argumentation verbunden wird. Dieser Ratgeber zeigt, wie du den Beleg setzt und den Gedanken in die Einleitung einordnest.
Grundsätzliche Zulässigkeit und Funktion des Einstiegs
Ein Zitat kann am Anfang der Einleitung stehen, wenn es zur Fragestellung hinführt, als wörtliche Übernahme gekennzeichnet wird und einen genauen Beleg erhält. Es darf jedoch nicht als isolierter Auftakt stehen bleiben. Direkt danach muss deutlich werden, welche Bedeutung der Wortlaut für die eigene Untersuchung hat. Ein Zitat ersetzt die Aufgaben der Einleitung nicht: Sie führt zum Thema hin, benennt Fragestellung und Zielsetzung und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
Ein mögliches Beispiel lautet: „Hinführung zum Thema, Fragestellung und Vorgehensbeschreibung“
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten, Abschnitt 2 „Aufbau und Gliederung“.
Für die vorliegende Arbeit zeigt diese Passage, dass das Einstiegszitat anschließend zur eigenen Fragestellung, Zielsetzung und zum geplanten Aufbau führen muss. Der zitierte Wortlaut wird damit nicht nur vorangestellt, sondern im nächsten Satz für die eigene Argumentation erklärt.
Die Begriffe Einleitung der Masterarbeit und Einleitung der Bachelorarbeit stehen hier lediglich als Verweise. Entscheidend bleibt auch bei einem Zitatbeginn, dass der weitere Text die Hinführung, Fragestellung und Vorgehensbeschreibung nachvollziehbar ausführt. Ein Motto vor dem Fließtext ist davon zu unterscheiden: Es zählt zu den Vortexten und ist für eine gewöhnliche Studienarbeit nach dem genannten Leitfaden meist nicht passend.

Abgrenzung zwischen Vorwort-Einschub und Fließtext-Anfang
Motto und Einstiegszitat sind zwei verschiedene Formen. Ein Motto steht als Vortext abgesetzt vor dem eigentlichen Text. Es wird nicht im Fließtext erläutert. Der Leitfaden ordnet ein Motto zusammen mit Widmung und Abstract den Vortexten zu. Für eine gewöhnliche Studienarbeit bewertet er ein Motto als meist unpassend. Bei einer sehr umfangreichen Arbeit kann ein sorgfältig ausgewähltes Motto oder Sprichwort davorstehen.
| Merkmal | Motto | Einstiegszitat |
|---|---|---|
| Position | Abgesetzt als Vortext | Im ersten Absatz der Einleitung |
| Umgang im Text | Keine Erklärung im Fließtext | Im nächsten Satz aufgegriffen |
| Nachweis | Prüfungsordnung oder Betreuung beachten | Wörtliche Übernahme kennzeichnen und belegen |
Ein Einstiegszitat gehört dagegen zum Fließtext. Es wird im nächsten Satz aufgegriffen und mit der Fragestellung oder Argumentation verbunden. Als wörtliche Übernahme braucht es Anführungszeichen sowie einen Nachweis zur genauen Stelle der Quelle. Der Hinweis Einleitung Beispiel ersetzt diese Einordnung nicht. Entscheide deshalb zuerst, ob du einen abgesetzten Vortext oder einen belegten Gedanken im ersten Absatz verwenden willst. Bei offenen Vorgaben prüfst du die Prüfungsordnung oder sprichst mit der betreuenden Person. Ein Zitat im ersten Absatz sollte nur den Teil enthalten, den du anschließend erklärst und interpretierst.
Korrekte Dokumentation und Quellennachweis
Für ein wörtliches Zitat übernimmst du den Wortlaut genau und setzt ihn in Anführungszeichen. Am Ende folgt ein Nachweis, der auf die genaue Stelle in der verwendeten Quelle verweist. Damit wird erkennbar, welche Passage nicht aus dem eigenen Text stammt. Beim Thema richtig zitieren gelten diese Schritte auch für den Beginn der Einleitung: Der Beleg gehört unmittelbar zum Zitat und nicht erst zu einer späteren Erklärung.
Wenn ein Zitat nur über eine zweite Quelle vorliegt, bleibt diese Form des Zitierens die Ausnahme und wird als solche kenntlich gemacht. Prüfe daher zunächst, ob du das Original heranziehen kannst. Lange Zitate mit mehr als drei Zeilen werden zusätzlich eingerückt; sie behalten dennoch ihre Kennzeichnung und ihren genauen Nachweis. Beschränke den Wortlaut auf den Teil, den du danach tatsächlich erläuterst. So bleibt der Übergang von der fremden Aussage zur eigenen Fragestellung nachvollziehbar.
Passgenauer Inhalt versus beliebige Weisheit
Ein passendes Einstiegszitat stammt aus der Fachliteratur und eröffnet die Fragestellung, die die Arbeit anschließend untersucht. Entscheidend ist nicht, ob ein Satz besonders eindrucksvoll klingt, sondern ob sein begrenzter Ausschnitt danach analysiert und interpretiert werden kann. Prüfe deshalb vorab, welche Aussage des Zitats du im folgenden Satz für deine Fragestellung aufgreifst. So erhält der Einstieg eine erkennbare Aufgabe im eigenen Text.
Kalenderweisheiten oder bekannte Sätze ohne Bezug zum Thema bleiben beliebig, weil sie keine Brücke zur Fragestellung bilden. Wähle keinen Wortlaut nur als Schmuck am Anfang. Ein unkommentiertes Zitat genügt nicht: Seine Bedeutung muss erläutert und sinnvoll in die Argumentation eingefügt werden. Die Stichworte Plagiatsprüfung und formales Lektorat für Zitate und Verzeichnisse bleiben hier ohne weitere Aussage. Maßgeblich ist, ob der konkrete Wortlaut die anschließende Analyse trägt und mit der Fragestellung verbunden wird.
Brückenschlag zur eigenen Problemanalyse
Wähle für den Einstieg nur den Teil einer Quelle, den du danach tatsächlich analysierst und interpretierst. Ein Zitat soll nicht für sich stehen bleiben. Der Satz direkt danach erklärt deshalb, welcher Gedanke aus dem Zitat für deine Arbeit wichtig ist. Formuliere anschließend den Bezug zu deiner Fragestellung: Benenne, welches Problem, welche Beobachtung oder welche Spannung du mit der Untersuchung aufgreifst. So wird deutlich, warum das Zitat am Anfang steht und was du im weiteren Text damit machst.
Halte das Zitat knapp und bleibe mit der Erläuterung im selben Absatz. Eine feste Zahl von Sätzen ist dafür nicht vorgegeben. Entscheidend ist, dass die Verbindung zwischen Zitat und Fragestellung verständlich wird. Du kannst zuerst den Gedanken des Zitats in eigenen Worten einordnen und danach zur Frage deiner Arbeit führen. Oder du nennst die Fragestellung direkt im Anschlusssatz und erläuterst anschließend, welcher Teil des Zitats dafür relevant ist.
Achte auch auf die sprachliche Einbindung. Wenn du ein Zitat in einen eigenen Satz einfügst, muss der Satz grammatisch passen. Steht das Zitat am Anfang eines Absatzes, folgt die Erklärung ohne Themenwechsel. Kennzeichne die wörtliche Übernahme mit Anführungszeichen und setze den Nachweis an die genaue Fundstelle. Damit bleibt nachvollziehbar, was aus der Quelle stammt und wie du den Gedanken für deine Untersuchung aufnimmst.

Systematische Vorbereitung und finale Kontrolle
- Prüfe zunächst, ob das Zitat die Fragestellung eröffnet und ob es für die anschließende Analyse wirklich benötigt wird.
- Übernimm den Wortlaut genau, setze Anführungszeichen und füge am Ende des Zitats einen Nachweis zur genauen Fundstelle ein.
- Falls der Wortlaut nur über eine zweite Quelle vorliegt, kennzeichne dies als Ausnahme und ermittle, ob das Original erreichbar ist.
- Erkläre direkt nach dem Zitat, welche Bedeutung es für die eigene Fragestellung hat.
- Schließe anschließend Fragestellung, Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit an.
- Kläre vor der Verwendung die Vorgabe der eigenen Hochschule und der betreuenden Person.
Der Ablauf verhindert, dass das Zitat als isolierter Auftakt stehen bleibt. Es ersetzt weder die Hinführung zum Thema noch die Darstellung des Untersuchungsziels. Erst die anschließende Erklärung verbindet den Wortlaut mit der eigenen Argumentation. Danach kann die Einleitung nachvollziehbar zum Vorgehen der Arbeit führen. Bei einem längeren Zitat prüfst du außerdem, ob es mehr als drei Zeilen umfasst; dann wird es zusätzlich eingerückt dargestellt.
Quellen und Stand
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät: Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten, Abschnitt 2 Aufbau und Gliederung: www.economics.phil.fau.de (geprüft am 2026-09-11)
- Universität Trier: Leitfaden für wissenschaftliche Arbeiten, Abschnitt Vortexte und Einleitung: www.uni-trier.de (geprüft am 2026-09-11)
- Universität zu Köln, Historisches Institut / historicum-estudies: Leitfaden Alte Geschichte, Regeln für Hausarbeiten, Abschnitt Anmerkungen/Fußnoten: Zitate: historicum-estudies.uni-koeln.de (geprüft am 2026-09-11)
- Freie Universität Berlin, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie: Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten, Abschnitt 7.3 Direkte bzw. wörtliche Zitate: www.polsoz.fu-berlin.de (geprüft am 2026-09-11)
Die Einordnung „Mit einem Zitat starten: Die Einleitung richtig gestalten“ berücksichtigt außerdem „gelingt“.