Einleitung Bachelorarbeit

Einleitung der Bachelorarbeit – Aufbau und Beispiele

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Bestandteile

Die Einleitung ist der Teil deiner Bachelorarbeit, an dem die meisten am längsten hängen – und der von Prüfenden am intensivsten gelesen wird. Sie bestimmt den ersten Eindruck und legt fest, was im Hauptteil zu erwarten ist. Eine gute Einleitung führt vom Allgemeinen zum Konkreten, formuliert die Forschungsfrage und beschreibt den Aufbau der Arbeit. Wir zeigen dir, was rein muss, was nicht reingehört und welche Sätze du so oder so ähnlich formulieren kannst, um nicht ins Leere zu schreiben.

Wie lang sollte die Einleitung sein?

Die Faustregel: Etwa 10 % der Gesamtlänge. Bei einer 50-seitigen Bachelorarbeit sind das 4–6 Seiten Einleitung. Bei einer kürzeren Hausarbeit (15–20 Seiten) reichen 1,5–2 Seiten. Wer deutlich länger oder deutlich kürzer wird, sollte das prüfen – zu kurze Einleitungen wirken unfertig, zu lange wirken wie ein verschobener Hauptteil. In der Bewertung steht „angemessene Länge der Einleitung" oft als Kriterium.

Aufbau in fünf Bausteinen

Eine wissenschaftlich solide Einleitung folgt fast immer demselben Muster:

  1. Hinführung zum Thema – warum ist das Thema relevant, gesellschaftlich oder wissenschaftlich?
  2. Forschungsstand und Forschungslücke – was wurde bisher gemacht, was fehlt?
  3. Forschungsfrage und Zielsetzung – was willst du genau beantworten?
  4. Methodisches Vorgehen – wie gehst du vor (Literaturarbeit, empirisch, theoretisch)?
  5. Aufbau der Arbeit – kurze Beschreibung der Kapitelstruktur.

Diese fünf Bausteine sind in fast jedem Lehrstuhl-Leitfaden zu finden – manchmal in anderer Reihenfolge, manchmal in vier oder sechs Punkten zusammengefasst, aber inhaltlich immer dieselben. Mehr zur Forschungsfrage in unserem Beitrag zu Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Hinführung zum Thema – wie steigst du ein?

Der erste Satz der Einleitung sollte den Leser holen. Drei bewährte Strategien:

Vermeiden solltest du Allgemeinplätze („Schon seit Anbeginn der Menschheit…"), persönliche Erlebnisse („Als ich vor zwei Jahren…") oder rein deskriptive Sätze ohne Aussage.

Forschungslücke und Forschungsstand

Hier zeigst du, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast. Was wurde bisher gemacht, wo bleibt eine Lücke? Diese Lücke füllt deine Arbeit – das ist das Argument für deren Existenz.

Beispielsatz: „Während die Auswirkungen von Lerngruppen auf den Lernerfolg empirisch gut belegt sind (vgl. Schmidt 2020; Müller 2022), ist die Rolle digitaler Lerngruppen-Plattformen im post-pandemischen Studium bisher kaum systematisch untersucht worden."

Forschungsfrage formulieren

Die Forschungsfrage ist das Herz deiner Arbeit. Sie sollte in einem klaren Satz formulierbar sein und mit „Wie", „Welche", „Inwiefern" oder „Welchen Einfluss" beginnen. Vermeide Ja/Nein-Fragen und vage Formulierungen.

Schwach: „Hat ChatGPT Einfluss auf das Studium?"

Stark: „Welchen Einfluss hat die Nutzung von ChatGPT auf die Selbsteinschätzung des Lernerfolgs bei Studierenden im ersten Semester?"

Aus der Forschungsfrage lassen sich Unterfragen ableiten, die du im Hauptteil beantwortest. Mehr dazu, wie du Hypothesen daraus baust, im Beitrag zur Methodik.

Methodisches Vorgehen kurz benennen

Hier erwähnst du in zwei bis drei Sätzen, wie du die Frage beantwortest. Nicht in voller Tiefe – das gehört in den Methodik-Teil – sondern als Vorschau.

Beispielsatz: „Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage wird eine quantitative Online-Befragung unter 240 Studierenden im ersten und zweiten Semester der Universität XY durchgeführt. Die Daten werden mit einer linearen Regressionsanalyse ausgewertet."

Aufbau der Arbeit beschreiben

Hier nennst du in einem kurzen Absatz, was die einzelnen Kapitel deiner Arbeit liefern. Kein Inhaltsverzeichnis-Ersatz, sondern eine erzählte Logik.

Beispielsatz: „Kapitel 2 fasst den theoretischen Forschungsstand zur Lernmotivation zusammen. Kapitel 3 erläutert das methodische Vorgehen, Kapitel 4 stellt die empirischen Ergebnisse vor. In Kapitel 5 werden die Ergebnisse diskutiert und in den Forschungsstand eingeordnet, bevor Kapitel 6 die zentralen Erkenntnisse zusammenfasst."

Was nicht in die Einleitung gehört

Unterschiede bei Hausarbeit, Masterarbeit, Dissertation

Bei einer Hausarbeit ist die Einleitung kürzer (1–2 Seiten), Forschungslücke und Methodik fallen knapper aus. Bei einer Masterarbeit ist die Einleitung umfangreicher (5–8 Seiten), der Forschungsstand wird breiter dargestellt, die Methodik präziser benannt. Bei einer Dissertation ist die Einleitung oft ein eigenes Kapitel mit eigenständiger Gliederung – plus Vorwort als persönlicher Kontext.

Häufige Fehler in der Einleitung

Mehr typische Stolperfallen findest du in unserem Beitrag zu häufigen Fehlern in Bachelorarbeit und Masterarbeit. Die Einleitung wird im professionellen Lektorat meist als erstes detailliert geprüft – sie ist die Visitenkarte der Arbeit.

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Häufige Fragen zur Einleitung

Soll ich die Einleitung am Anfang oder am Ende schreiben?

Beides ist legitim. Viele Studierende schreiben einen ersten Entwurf am Anfang, um sich selbst Klarheit zu verschaffen, und überarbeiten die Einleitung am Ende stark, wenn die Arbeit steht. Das ist meistens die bessere Strategie – die Einleitung kann erst dann wirklich präzise sein, wenn der Inhalt der Arbeit feststeht.

Darf ich in der Einleitung „ich" schreiben?

Hängt vom Lehrstuhl ab. Viele deutsche Lehrstühle bevorzugen unpersönliche Formulierungen („In dieser Arbeit wird untersucht…"). Manche, vor allem in Fächern mit qualitativer Forschung, akzeptieren oder erwarten Ich-Form. Schau in deinem Leitfaden nach – wenn nichts steht, geh auf Nummer sicher mit unpersönlichen Formulierungen.

Wie viele Quellen brauche ich in der Einleitung?

Mindestens 5–10 zentrale Quellen, die den Forschungsstand belegen. Eine Einleitung ohne Quellen wirkt wie ein Essay, eine mit zu vielen Quellen liest sich wie ein Theorie-Kapitel. Konzentriere dich auf die wichtigsten Stimmen im Feld.

Soll ich Hypothesen in der Einleitung nennen?

Wenn du eine empirische Arbeit schreibst: ja, nach der Forschungsfrage. Bei einer reinen Literaturarbeit reichen Forschungsfrage und Zielsetzung. Hypothesen werden meist im Methodik-Teil ausführlich begründet, in der Einleitung als Vorschau.

Kann das Lektorat meine Einleitung umformulieren?

Ein professionelles Lektorat verbessert Sprache, Struktur und Argumentation – ohne den Inhalt zu ändern. Die Einleitung bekommt dabei meist besondere Aufmerksamkeit, weil sie der erste und wichtigste Teil der Arbeit ist. Korrekturlesen alleine ist zu wenig für eine schwache Einleitung – die Strukturprüfung im Lektorat macht den Unterschied.