Anführungszeichen unten: die richtige Schreibweise
Anführungszeichen unten: richtige Schreibweise
Die gesuchte Schreibweise lautet: „Beispiel“. Das öffnende Zeichen steht unten, das schließende Zeichen oben.
Die richtige Form auf einen Blick
Wenn mit „Anführungszeichen unten“ die übliche Form der deutschen Schulschreibschrift gemeint ist, lautet die korrekte Schreibweise: „Text“. Das erste Zeichen steht vor dem angeführten Text unten, das zweite Zeichen steht danach oben. Nicht gesucht ist die gerade Form "Text", wenn ausdrücklich die typografischen Gänsefüßchen gemeint sind.
Solche Zeichen stehen vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen, Gedanken, Sätzen, Wortgruppen, einzelnen Wörtern oder Wortteilen. Ein Beispiel ist: Sie sagte: „Ich komme später.“ Auch einzelne Wörter oder Wortteile können so markiert werden: In „morgen“ ist „morgen“ das angeführte Wort.
Für Fragen zur Rechtschreibung ist es hilfreich, die sichtbare Zeichenform nicht mit der Bedeutung des Wortes „unten“ zu verwechseln. „Unten“ beschreibt beim Öffnungszeichen seine Lage im Verhältnis zur Schriftzeile. Die Entscheidung betrifft also die Form des öffnenden und des schließenden Zeichens.
Bei einer wörtlichen Wiedergabe wird die angeführte Einheit vollständig von den Zeichen eingerahmt. Prüfe daher zuerst, wo die Wiedergabe beginnt, und setze dort das öffnende Zeichen „. Am Ende folgt das schließende Zeichen “.

Welche Regel die Schreibweise trägt
Die belegte Regel bezieht sich auf Anführungszeichen bei direkter Rede und bei Zitaten. Anführungszeichen stehen vor und hinter wörtlich wiedergegebenen Äußerungen. Diese Regel lässt sich unmittelbar auf kurze Beispielsätze anwenden: Richtig: „Der Zug fährt ab“, sagte sie. Nicht die gesuchte Form: “Der Zug fährt ab”, sagte sie.
Wird eine direkte Rede unterbrochen, bleiben die einzelnen Teile jeweils in Anführungszeichen. Ein neutrales Beispiel lautet: „Wir gehen“, sagte er, „nach dem Essen weiter.“ Die Regel betrifft hier nicht den Satzanfang allein, sondern die Begrenzung der wörtlich wiedergegebenen Teile.
Auch Zitate können aus einzelnen Wörtern oder Wortgruppen bestehen. In einem Satz wie Das Schild trägt die Aufschrift „Eingang“ steht das angeführte Wort zwischen öffnendem und schließendem Zeichen. Die Form „Eingang“ ist dabei von der übrigen Satzstruktur getrennt erkennbar.
Die Rechtschreibregeln zur Zeichensetzung sind von anderen Fragen zu unterscheiden. Die hier belegte Regel sagt, wann wörtlich wiedergegebene Sprache oder ein Zitat durch Anführungszeichen markiert wird. Sie liefert keine zusätzliche Aussage über nicht belegte Schreibgewohnheiten. Für die Groß- und Kleinschreibung im angeführten Text bleibt der konkrete Satz maßgeblich.
In der Textverarbeitung und im grafischen Gewerbe sind neben dieser Form auch andere Anführungszeichen verbreitet. Deshalb sollte die Entscheidung immer an der verlangten Zeichenform ausgerichtet werden. Wer ausdrücklich nach Anführungszeichen unten fragt, verwendet für den Beginn die Form „ und für das Ende die Form “.
Richtig und falsch im Satz vergleichen
Satzpaar 1
| Einordnung | Beispiel |
|---|---|
| Richtig | Sie schrieb: „Heute beginnt der Kurs.“ |
| Nicht die gesuchte Form | Sie schrieb: “Heute beginnt der Kurs.” |
Am Satzanfang steht zunächst die einleitende Aussage „Sie schrieb:“. Die eigentliche Regel betrifft danach den wörtlich wiedergegebenen Satz. Er wird vorn mit „ und hinten mit “ begrenzt.
Satzpaar 2
| Einordnung | Beispiel |
|---|---|
| Richtig | „Bitte warten“, sagte der Mann. |
| Nicht die gesuchte Form | “Bitte warten”, sagte der Mann. |
Der Satzanfang ist hier die direkte Rede selbst. Die Regel richtet sich nicht nach dem ersten Wort des Gesamtsatzes, sondern nach dem Beginn und Ende der wörtlichen Äußerung.
Satzpaar 3
| Einordnung | Beispiel |
|---|---|
| Richtig | Das Kapitel nennt den Begriff „Sprachbild“. |
| Nicht die gesuchte Form | Das Kapitel nennt den Begriff “Sprachbild”. |
Der Satzanfang „Das Kapitel“ gehört nicht zum angeführten Begriff. Entscheidend ist die markierte Wortgruppe. Sie beginnt mit „ und endet mit “.
Bei der Prüfung von Kommasetzung und Zeichensetzung sollten diese Ebenen getrennt bleiben: Erst wird die wörtliche Einheit erkannt, anschließend wird geprüft, welche weiteren Satzzeichen im konkreten Satz vorkommen.
Typische Verwechslungen vermeiden
Eine wichtige Stolperfalle ist die Orientierung allein an der Aussprache. Aus der gesprochenen Sprache lässt sich nicht ablesen, ob das öffnende Zeichen unten oder oben dargestellt wird. Prüfe deshalb die sichtbare Zeichenform. Für die hier gesuchte Schreibweise steht am Anfang „, nicht “.
Auch Umgangssprache liefert keine verlässliche Entscheidung über die typografische Form. Eine Form sollte nicht deshalb gewählt werden, weil sie beim Sprechen ähnlich klingt oder in einer informellen Eingabe vertraut wirkt. Maßgeblich ist die konkrete Schreibaufgabe und die verlangte Darstellung.
Eine weitere Verwechslung entsteht, wenn gerade Anführungszeichen mit typografischen Zeichen gleichgesetzt werden. Die Quelle nennt für die Schulschreibschrift die sogenannten Gänsefüßchen und weist zugleich darauf hin, dass in Textverarbeitung und grafischem Gewerbe andere Formen verbreitet sind. Daraus folgt für die Prüfung: Kläre zuerst, welche Form gefragt ist, statt aus einer einzelnen Darstellung eine weitergehende allgemeine Regel abzuleiten.
Die Anführungszeichen dürfen außerdem nicht mit anderen sprachlichen Fragen vermischt werden. Getrennt- und Zusammenschreibung entscheidet über die Verbindung von Wörtern, nicht über die Form der Anführungszeichen. Rechtschreibreform ist ebenfalls keine Begründung dafür, das öffnende Zeichen allein nach Aussprache oder Gewohnheit auszuwählen.
Bei einem Text für wissenschaftliches Schreiben sollte die angeführte Passage als wörtliche Wiedergabe erkennbar bleiben. Ob zusätzlich eine bestimmte Zitierweise verlangt wird, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht bestimmen. Prüfe dafür die verbindlichen Vorgaben des jeweiligen Textzusammenhangs.

Der kurze Prüfweg
- Schreibweise prüfen: Steht am Anfang der angeführten Einheit das öffnende Zeichen „ und am Ende das schließende Zeichen “?
- Regel prüfen: Wird tatsächlich eine direkte Rede, ein Gedanke, ein Zitat oder eine ausdrücklich angeführte Wortgruppe wiedergegeben?
- Beispielsatz prüfen: Lies den ganzen Satz und trenne den Satzanfang von der angeführten Einheit. Der Satzanfang entscheidet nicht allein über die Zeichenform.
- Verwechslung prüfen: Wurde die Wahl nur aus Aussprache, Umgangssprache oder einer geraden Eingabeform abgeleitet? Dann kontrolliere die sichtbaren Zeichen erneut.
- Zusatzzeichen prüfen: Sieh anschließend nach, ob im konkreten Satz weitere Satzzeichen wie Komma, Fragezeichen oder Ausrufezeichen vorkommen. Erfinde daraus keine zusätzliche Regel, die durch die Quelle nicht getragen wird.
Als Merksatz genügt: Öffnen unten, schließen oben: „Beispiel“. Die Anführungszeichen stehen dabei vor und hinter dem wörtlich wiedergegebenen Teil.
Wenn du weitere Rechtschreibprogramme oder Nachschlageangebote nutzt, vergleiche die dargestellte Zeichenform mit diesem Merksatz. Für Abkürzungen richtig schreiben gelten andere Prüfgegenstände. Fragen zu Wortbedeutungen und Abkürzungen, zum Artikel der, die und das, zur Pluralbildung oder zu Synonyme sind ebenfalls von der Entscheidung über Anführungszeichen zu trennen.
Auch verschiedene Textformen können unterschiedliche redaktionelle Vorgaben enthalten. Wenn eine konkrete Vorgabe vorliegt, prüfe sie direkt. Für die hier beschriebene Form bleibt die sichtbare Entscheidung klar: „ am Anfang, “ am Ende.
Quellen und Stand
- Duden | Anführungszeichen: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
- unten, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)