Woher stammt eigentlich das Wort Schnaps?

Schnaps: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Wort Schnaps stammt aus dem Niederdeutschen und gehört zur Wortfamilie von schnappen. Seine hochdeutsche Form ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt.

Kurze Antwort: Woher kommt Schnaps?

Schnaps ist aus niederdeutsch Snaps entstanden, eigentlich ein Mundvoll oder schneller Schluck, zu schnappen; die hochdeutsche Form Schnaps ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt. Das DWDS nennt nach Pfeifer niederdeutsch Snapps als Bezeichnung für eine kleine Menge Branntwein im 18. Jahrhundert, wobei das niederdeutsche Wort selbst wohl älter ist. Daraus ergibt sich im Neuhochdeutschen die Form Schnaps in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Der Duden stellt die Herkunft ähnlich dar: niederdeutsch Snap(p)s, ursprünglich ein Mundvoll, ein schneller Schluck, gebildet zu schnappen. Beide Wörterbücher stimmen also im Kern überein.

Der Gedanke hinter dem Wort ist dabei nicht das Getränk selbst, sondern die Menge. Das DWDS erklärt den Ursprung so, dass ursprünglich die Menge gemeint war, die man in einem schnellen Zug trinken konnte, also auf einen Schnapp. Erst später wanderte die Bedeutung von der Trinkmenge zum Getränk als solchem. Heute meint Schnaps umgangssprachlich ein hochprozentiges alkoholisches Getränk, besonders Branntwein, wie der Duden es beschreibt.

Wie bei der Herkunft von Kneipe geht es bei Schnaps um ein Wort aus dem Umfeld des Trinkens, das aus der Umgangssprache stammt. Beide Wörter haben also einen ähnlichen sprachlichen Hintergrund, auch wenn ihre genauen Wege unterschiedlich verlaufen. Für Schnaps bleibt festzuhalten: Die Verbindung zu schnappen ist in zwei unabhängigen Quellen, DWDS und Duden, übereinstimmend belegt. Das macht diesen Teil der Herkunft vergleichsweise gut gesichert. Offen bleibt dagegen, wann genau das Getränk selbst unter diesem Namen bekannt wurde, denn die Quellen datieren nur den Belegstand des Wortes in Texten, nicht die Entstehung der Sache.

Schnaps: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Welche Stufen führen zu Schnaps?

Der Weg des Wortes Schnaps ins Hochdeutsche lässt sich in mehreren Stufen nachzeichnen. Am Anfang steht das Verb schnappen und die dazugehörige Interjektion schnapp, die beide die Ausgangswörter bilden, ohne dass die Quellen hierfür eine eigene Datierung nennen. Von dort führt der Weg über eine frühneuhochdeutsche Fügung und eine niederdeutsche Zwischenstufe bis zur heute gebräuchlichen Form.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
Ausgangswortschnappen, schnappVerb und Interjektionohne Datierung
Fügungin einem schnapsfrühneuhochdeutsch16. Jahrhundert
ZwischenstufeSnappsniederdeutsch18. Jahrhundert, wohl älter
ZielformSchnapsneuhochdeutsch2. Hälfte 18. Jahrhundert
BelegSchnaps bei Adelungneuhochdeutschspätestens 1780

Die frühneuhochdeutsche Fügung in einem schnaps bezeichnete im 16. Jahrhundert eine mit schnell zufassender Bewegung ausgeführte Handlung, also so viel wie auf einmal. Von dort wanderte die Bedeutung weiter zur niederdeutschen Form Snapps, die im 18. Jahrhundert eine kleine Menge Branntwein meinte. Sowohl das DWDS als auch das Wiktionary zeigen, dass die Bedeutung dabei vom Schluck zum Getränk überging: Aus der Trinkmenge wurde der Name für das Getränk selbst. Der Beleg bei Adelung zeigt dabei nur, dass das Wort zu diesem Zeitpunkt bereits in Gebrauch war, nicht aber, seit wann genau.

Das Wiktionary nennt als erste, ältere Bedeutung von Schnaps eine Mundfüllung, einen Schluck, ein bisschen, bevor sich die zweite, umgangssprachliche Bedeutung als Bezeichnung für das gebrannte, stark alkoholhaltige Getränk durchsetzte. Wie bei der Herkunft von Kaschemme führt auch bei Schnaps ein umgangssprachliches Wort in die Welt der Schenken. Beide Wörter stammen aus der Umgangssprache rund ums Trinken. Die Stufen von schnappen über die niederdeutsche Zwischenform bis zum neuhochdeutschen Schnaps ergeben zusammen ein nachvollziehbares Bild der Wortgeschichte, auch wenn einzelne Zeitpunkte nur als Belegstand und nicht als Entstehungsdatum zu verstehen sind.

Was ist bei der Herkunft gesichert, was nicht?

Stellt man die drei Quellen DWDS, Duden und Wiktionary nebeneinander, zeigt sich ein recht einheitliches Bild für den Kern der Herkunft. Alle drei nennen niederdeutsch Snap(p)s als Ausgangspunkt. DWDS und Duden verbinden dieses Wort ausdrücklich mit dem Verb schnappen, während das Wiktionary zusätzlich den konkreten Beleg bei Adelung nennt, der spätestens 1780 nachweisbar ist. Alle drei Quellen stellen diesen Zusammenhang unabhängig voneinander dar, und in allen drei Fällen steht am Anfang die ältere Bedeutung eines Mundvolls oder eines schnellen Schlucks.

Ein wichtiger Vorbehalt betrifft die Formulierung wohl älter, die im DWDS verwendet wird. Dieser Zusatz bezieht sich dort ausdrücklich nur auf das niederdeutsche Wort Snapps selbst, nicht auf das Getränk oder dessen Verbreitung. Wann das Getränk, das wir heute Schnaps nennen, tatsächlich aufkam, ist nicht belegt. Die Datierungen beziehen sich durchweg auf den Belegstand des Wortes in Texten, nicht auf den Beginn seiner Verwendung in der gesprochenen Sprache oder auf den Beginn der Sache selbst. Diese Unterscheidung zwischen Wortbeleg und tatsächlichem Aufkommen eines Getränks ist für eine saubere Einordnung wichtig.

  • Zusammenhang mit schnappen, belegt bei DWDS und Duden
  • niederdeutsch Snapps im 18. Jahrhundert, belegt beim DWDS
  • Beleg bei Adelung spätestens 1780, genannt im Wiktionary
  • ältere Bedeutung Mundvoll oder Schluck, übereinstimmend bei allen drei Quellen

Schnaps steckt in Komposita wie Schnapsbrenner, Schnapsglas und Schnapsidee, was zeigt, wie das Wort im Laufe der Zeit weitere Bildungen hervorbrachte. Diese Zusammensetzungen gehören zum festen Bestand der deutschen Sprache und werden sowohl beim DWDS als auch beim Wiktionary aufgeführt. Insgesamt lässt sich festhalten: Der sprachliche Kern, also die Verbindung zu schnappen und die niederdeutsche Zwischenstufe, ist über mehrere Quellen hinweg gut belegt. Die genaue zeitliche Einordnung des Getränks selbst bleibt dagegen offen; dazu liegt kein Beleg vor, weder im DWDS noch im Duden noch im Wiktionary.

Welche verwandten Wörter und Bildungen gibt es?

Rund um das Substantiv Schnaps hat sich im Deutschen eine Familie verwandter Wörter gebildet. Das DWDS nennt das Verb schnapsen, das im 18. Jahrhundert belegt ist und schlicht Schnaps trinken bedeutet. Daneben steht die Form schnäpseln, die erst im 19. Jahrhundert nachweisbar ist. Zur Wortbildung gehört bei Schnaps das Verb schnäpseln, das im 19. Jahrhundert belegt ist. Daran zeigt sich, wie aus dem Substantiv neue Verben abgeleitet wurden. Auch die Verkleinerungsform Schnäpschen gehört in diese Reihe und wird vom Wiktionary genannt; sie macht aus dem Grundwort eine vertraute, kleinere Variante.

Neben den Verben gibt es eine Reihe von Zusammensetzungen, die das Grundwort Schnaps enthalten. Das Wiktionary führt hier Schnapsbrenner, Schnapsbrennerei, Schnapsglas und Schnapsidee auf. Schnapsbrenner bezeichnet dabei eine Person oder einen Betrieb, Schnapsglas das passende Trinkgefäß, und Schnapsidee steht für einen ausgefallenen Einfall. Als Synonyme für Schnaps nennt das Wiktionary unter anderem Branntwein, Feuerwasser und Lebenswasser, die alle auf dasselbe Getränk verweisen, ohne eine Häufigkeit der Verwendung zu belegen.

  • schnapsen, Verb für Schnaps trinken (DWDS)
  • schnäpseln, Verb aus dem 19. Jahrhundert (DWDS)
  • Schnäpschen, Verkleinerungsform (Wiktionary)
  • Schnapsbrenner und Schnapsbrennerei, Zusammensetzungen (Wiktionary)
  • Schnapsglas und Schnapsidee, weitere Zusammensetzungen (Wiktionary)

Diese Ableitungen und Zusammensetzungen belegen, dass Schnaps als Grundwort mehrere weitere Bildungen im Deutschen hervorgebracht hat. Von der Grundform aus entstanden sowohl Verben wie schnapsen als auch zusammengesetzte Substantive wie Schnapsidee. So zeigt sich, wie ein einziges Wort über Jahrhunderte hinweg eine ganze Reihe verwandter Begriffe hervorbringen kann, von Verben über Verkleinerungsformen bis hin zu festen Zusammensetzungen.

Wie wird Schnaps heute verwendet?

Schnaps ist ein maskulines Substantiv mit der Pluralform Schnäpse. Der Genitiv lautet entsprechend des Schnapses, wie sowohl das DWDS als auch der Duden übereinstimmend angeben. In der Bedeutung bezeichnet das Wort nach dem DWDS umgangssprachlich ein scharfes, alkoholisches Getränk, einen Trinkbranntwein. Diese Beschreibung betont die Schärfe und den hohen Alkoholgehalt als kennzeichnende Merkmale. Der Duden beschreibt es ganz ähnlich als umgangssprachliches, hochprozentiges alkoholisches Getränk, besonders Branntwein, und nennt als Synonyme unter anderem Klarer und Shot. Beide Wörterbücher stimmen also darin überein, dass es sich um ein stark alkoholisches, umgangssprachlich bezeichnetes Getränk handelt, das vor allem als Branntwein verstanden wird.

Im Alltag lässt sich das Wort in verschiedenen Zusammenhängen verwenden. Nach dem Essen bot der Gastgeber seinen Gästen noch einen Schnaps an, womit ein kleines Glas Branntwein zum Abschluss der Mahlzeit gemeint war. Für den selbst gebrannten Schnaps aus dem heimischen Garten brauchte er ein eigenes Glas, das er extra dafür aufbewahrte. Die Flasche Schnaps stand unberührt im obersten Fach des Schranks, bis sie bei einem Besuch endlich geöffnet wurde.

Die Flexion folgt den Mustern eines maskulinen Substantivs: im Singular der Schnaps, des Schnapses, dem Schnaps, den Schnaps; im Plural die Schnäpse, der Schnäpse, den Schnäpsen, die Schnäpse. Diese Formen sind sowohl beim DWDS als auch beim Duden hinterlegt. Das Wort gilt laut beiden Wörterbüchern als umgangssprachlich und bezeichnet besonders Branntwein als hochprozentiges alkoholisches Getränk, wobei beide Quellen den scharfen, hochprozentigen Charakter des Getränks als zentrales Merkmal der Bedeutung hervorheben.

Schnaps: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Was bleibt bei der Herkunft offen?

  • Wann das Getränk selbst unter diesem Namen aufkam, bleibt in DWDS, Duden und Wiktionary offen
  • Die Angabe wohl älter im DWDS gilt ausdrücklich nur für das niederdeutsche Wort, nicht für das Getränk
  • Der Beleg bei Adelung im Wiktionary nennt nur einen Mindeststand, keinen Beginn der Verwendung
  • Wie verbreitet das Wort in einzelnen Regionen des deutschen Sprachraums tatsächlich war oder ist, sagt keine der Quellen

Diese offenen Punkte zeigen, dass die Wortgeschichte von Schnaps in ihrem Kern gut rekonstruierbar ist, an den Rändern aber unscharf bleibt. Die Verbindung zu schnappen und die niederdeutsche Zwischenstufe Snapps sind durch DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend belegt. Zur genauen zeitlichen Einordnung des Getränks selbst bleibt die Quellenlage offen.

Als Merksatz lässt sich festhalten: aus niederdeutsch Snaps als Mundvoll zu schnappen, im 18. Jahrhundert als Schnaps im Hochdeutschen belegt.

Quellen und Stand

Soll jemand prüfen, ob dein Text bei Wortwahl und Schreibung sauber ist?

Datei hochladen

Häufige Fragen zur Herkunft von Schnaps

Ist die Verbindung von Schnaps zu schnappen gesichert?

Ja, sowohl das DWDS als auch der Duden nennen übereinstimmend niederdeutsch Snap(p)s als Ausgangsform, die zum Verb schnappen gehört. Diese Übereinstimmung zweier unabhängiger Nachschlagewerke macht den Zusammenhang gut belegt.

Seit wann ist die Form Schnaps im Hochdeutschen belegt?

Das DWDS nennt die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts für die neuhochdeutsche Form Schnaps. Das Wiktionary ergänzt dazu den Beleg bei Adelung, der spätestens seit 1780 nachweisbar ist.

Was bedeutete Schnaps ursprünglich?

Ursprünglich bezeichnete das Wort einen Mundvoll oder einen schnellen Schluck, wie Duden und DWDS übereinstimmend angeben. Das Wiktionary nennt als erste, ältere Bedeutung ebenfalls eine Mundfüllung, einen Schluck, ein bisschen.

Welches Geschlecht und welchen Plural hat Schnaps?

Schnaps ist ein maskulines Substantiv. Der Genitiv lautet des Schnapses, der Plural die Schnäpse, wie DWDS und Duden übereinstimmend festhalten.

Weiß man, wann das Getränk selbst entstand?

Der Zeitpunkt, zu dem das Getränk selbst aufkam, ist nicht belegt. DWDS, Duden und Wiktionary datieren jeweils nur den Belegstand des Wortes in Texten, nicht den Beginn der Verwendung des Getränks.

Welche Wörter sind mit Schnaps verwandt?

Das DWDS nennt die Verben schnapsen und schnäpseln, das Wiktionary ergänzt die Verkleinerungsform Schnäpschen sowie Zusammensetzungen wie Schnapsbrenner, Schnapsglas und Schnapsidee.

Gilt die Angabe wohl älter für das ganze Wort?

Nein, im DWDS bezieht sich die Formulierung wohl älter ausdrücklich nur auf das niederdeutsche Wort Snapps, nicht auf die neuhochdeutsche Form Schnaps oder auf das Getränk selbst.

Unsere Partner