Woher stammt das Wort Schokolade wirklich?
Schokolade: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Schokolade kam im 17. Jahrhundert aus dem Spanischen chocolate ins Deutsche, das Wort geht auf das Nahuatl der Azteken zurück. Der Weg führt über das Spanische, der Weg über das Niederländische gilt beim Duden nur als wahrscheinlich.
Die kurze Antwort auf die Frage nach der Herkunft
Schokolade kam im 17. Jahrhundert aus dem Spanischen (chocolate) ins Deutsche, das auf Nahuatl, die Sprache der Azteken, zurückgeht. Das DWDS nennt dafür zuerst die deutsche Form Chocolate, belegt seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts, die dem spanischen chocolate entspricht. Dieses spanische Wort wiederum gibt das Nahuatl-Wort chokolatl wieder, die Bezeichnung für das Produkt des Kakaobaumes und das daraus bereitete Getränk. Erst im 18. Jahrhundert setzten sich laut DWDS die Schreibungen Schokolate, Choco- und schließlich Schokolade gegenüber den älteren Varianten durch.
Der Duden führt eine ähnliche Kette, mit einem wichtigen Unterschied in der Gewissheit: Er nennt die Herkunft wohl über älter niederländisch chocolate, aus spanisch chocolate, aus Nahuatl chocolatl, mit der Bedeutung Kakaotrank. Das Wort wohl gehört bewusst in diese erste Einordnung, weil der Duden den Weg über das Niederländische nicht als gesicherte Tatsache, sondern als wahrscheinliche Zwischenstufe darstellt. Das DWDS sieht das Niederländische (und das Französische) eher als Verstärker einer bereits laufenden Entlehnung aus dem Spanischen, nicht als alleinigen Einfallsweg. Beide Wörterbücher stimmen aber in den Eckpunkten überein: Ursprung im Nahuatl, Vermittlung durch das Spanische, Ankunft im Deutschen im Verlauf des 17. Jahrhunderts.
Für die Bedeutung des Wortes gilt zudem ein zeitlicher Wandel. Nach dem DWDS bezeichnete Schokolade zunächst das Getränk aus Kakao, Milch oder Wasser und Zucker, erst später auch die daraus gewonnene feste Masse. Wie bei der Herkunft von Muckefuck geht es auch bei Schokolade zuerst um ein Getränk, bevor sich die heute geläufigere Bedeutung der festen Tafel oder Figur durchsetzte. Diese Reihenfolge, zuerst das Getränk, dann die feste Form, zieht sich durch die ganze Wortgeschichte und erklärt, warum beide Bedeutungen bis heute nebeneinander in den Wörterbüchern stehen. Das französische chocolat hat diese Entlehnung laut DWDS befördert und steht damit beispielhaft für die Fremdwörter aus dem Französischen, obwohl das Wort selbst aus Mittelamerika stammt.

Die einzelnen Stufen vom Nahuatl bis ins Deutsche
Die Stufen vom Nahuatl bis zur heutigen deutschen Form zeigen, wie ein einzelnes Wort mehrere Sprachräume durchläuft. Die Schreibung des Ausgangswortes unterscheidet sich je nach Quelle; alle drei Varianten stehen deshalb nebeneinander.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | chokolatl / chocolatl / xocolatl (Kakaotrank) | Nahuatl | ohne Datierung |
| 2 | chocolate | Spanisch | ohne Datierung |
| 3 | chocolat (französisch), chocolade bzw. älter chocolate (niederländisch) | Französisch und Niederländisch | ohne Datierung |
| 4 | Chocolate | Deutsch | Anfang 17. Jahrhundert |
| 5 | Schokolate, Choco-, Schokolade | Deutsch | durchgesetzt im 18. Jahrhundert |
Bei der dritten Stufe unterscheiden sich DWDS und Duden in der Gewichtung. Das DWDS sieht die Entlehnung wohl befördert durch das französische chocolat und das niederländische chocolade, stellt also beide Sprachen als verstärkende Vermittler neben die direkte Linie aus dem Spanischen. Das französische chocolat hat die Entlehnung laut DWDS befördert, auch wenn das Wort selbst aus Mittelamerika stammt. Der Duden dagegen nennt allein den Weg über das Niederländische, mit dem einschränkenden wohl, während auch das Wiktionary das Niederländische als Vermittler vor dem Spanischen aufführt.
Zwischen der ersten deutschen Erwähnung als Chocolate am Anfang des 17. Jahrhunderts und der Durchsetzung der Schreibung Schokolade im 18. Jahrhundert liegt laut DWDS ein längerer Zeitraum, in dem mehrere Schreibweisen nebeneinander bestanden. Erst nach und nach setzte sich die heute bekannte Form mit k und d durch. Für die älteren Stufen, vom Nahuatl bis zum Französischen und Niederländischen, nennen die Quellen keine genaue Zeitangabe, während die deutschen Stufen mit Jahrhundertangaben versehen sind. Diese Schreibungsvielfalt zwischen Chocolate am Anfang des 17. Jahrhunderts und der durchgesetzten Form Schokolade im 18. Jahrhundert zeigt, wie viel Zeit solche Übernahmen beim Thema Lehnwörter im Deutschen brauchen können.
Was gesichert ist und was als Vermutung gilt
DWDS, Duden und Wiktionary stimmen in zwei Punkten uneingeschränkt überein: Das Spanische vermittelte das Wort, und der Ursprung liegt im Nahuatl, der Sprache der Azteken in Mittelamerika. Schokolade zählt zu den Lehnwörtern im Deutschen, die aus einer indigenen Sprache Mittelamerikas stammen, auch wenn der direkte Weg über mehrere europäische Zwischenstationen führte. Unterschiedlich ist dagegen die Schreibung des Nahuatl-Ausgangswortes selbst: Das DWDS schreibt chokolatl, der Duden chocolatl und das Wiktionary xocolatl. Diese drei Schreibungen stehen hier nebeneinander, weil die Quellen selbst keine einheitliche Schreibweise liefern.
Die Bedeutung des Nahuatl-Wortes im Einzelnen, etwa eine mögliche Zerlegung in Wortbestandteile, ist nicht geklärt, da die genutzten Quellen eine solche Zerlegung nicht verlässlich belegen. Zur Herkunft des Nahuatl-Wortes nennen DWDS, Duden und Wiktionary allein den Kakaotrank als Bedeutung, keine Gottheit. Eine Deutung wie bitteres Wasser wäre höchstens als eine im Wiktionary vermerkte Angabe zu kennzeichnen, nicht als durch alle drei Quellen gestützte Tatsache.
- Nahuatl als Ursprung des Wortes: von DWDS, Duden und Wiktionary gleichermaßen genannt
- Weg über das Niederländische: von Duden und Wiktionary als Zwischenstufe geführt, vom DWDS nur als befördernder Nebenweg neben dem Spanischen gesehen
- Zeitliche Einordnung: Anfang des 17. Jahrhunderts für die erste deutsche Form laut DWDS, allgemein das 17. Jahrhundert laut Wiktionary
Ursprung und spanische Vermittlung gelten durchgehend als sicher, während die genaue Rolle des Niederländischen und des Französischen zwischen den Quellen uneinheitlich beschrieben bleibt. Ein Substantiv wie Schokolade trägt also eine Wortgeschichte mit einem gesicherten Kern und mehreren wahrscheinlichen Zwischenstufen in sich.
Verwandte Wörter und Varianten im heutigen Deutsch
Rund um das Wort Schokolade hat sich im Deutschen eine ganze Wortfamilie gebildet. Laut Duden und Wiktionary existieren die Kurzformen Schoko und, umgangssprachlich, Schoki, dazu beim Wiktionary die Verkleinerungsform Schokoladchen. Der Plural lautet in beiden Quellen Schokoladen. Das DWDS nennt außerdem das formal verwandte Verb schokolieren.
Aus Schokolade entstehen viele Komposita wie Schokoladenhase, Milchschokolade und Schokoladenkuchen. Das Wiktionary führt als Wortbildungen unter anderem Schokoladenhase, Schokoladentafel, Milchschokolade, Zartbitterschokolade, Schokoladenkuchen und Schokoladeneis auf. Diese zusammengesetzten Wörter zeigen, wie produktiv das Grundwort Schokolade im Deutschen als Bestandteil neuer Begriffe wirkt, sei es für eine bestimmte Form (Schokoladenhase), eine bestimmte Zutatenmischung (Milchschokolade, Zartbitterschokolade) oder ein daraus hergestelltes weiteres Produkt (Schokoladenkuchen, Schokoladeneis).
- Schokoladenhase
- Schokoladentafel
- Milchschokolade
- Zartbitterschokolade
- Schokoladenkuchen
- Schokoladeneis
Das Wiktionary führt diese Wortbildungen zum Grundwort Schokolade. Fast alle diese zusammengesetzten Bildungen verbinden entweder eine Form (Hase, Tafel), eine Zutat (Milch, Zartbitter) oder ein weiteres Produkt (Kuchen, Eis) mit dem Grundwort. Die Kurzform Schoko steht neben der Vollform Schokolade als Teil der im Wiktionary genannten Wortfamilie.
Schokolade als Wort im heutigen Sprachgebrauch
Schokolade ist ein Substantiv im Femininum mit dem Genitiv Schokolade und dem Plural Schokoladen. So führen es DWDS und Duden gleichlautend. Beide Wörterbücher nennen zwei Bedeutungen: zum einen das Genussmittel aus Kakaomasse, Zucker, Milch und Gewürzen, das meist in Tafelform oder als Figur vorliegt, zum anderen das Getränk, das aus Schokolade unter Verwendung von Milch oder Wasser hergestellt wird. Diese doppelte Bedeutung, feste Masse und Getränk, zieht sich durch beide Einträge und spiegelt die Wortgeschichte wider, in der das Getränk die ältere Bedeutung war.
Im heutigen Alltag lassen sich beide Bedeutungen leicht an Beispielsätzen zeigen. Ein Beispiel für die feste Masse: Sie legte die Tafel Schokolade zurück ins Regal, nachdem sie den Preis gesehen hatte. Ein Beispiel für das Getränk: Er rührte die heiße Schokolade in der Tasse um, bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hatte. Ein drittes Beispiel zeigt die Verwendung im Satzbau: Zum Nachtisch gab es Schokolade in Form kleiner, einzeln verpackter Stücke.
Die feste Masse wird in beiden Einträgen als erste Bedeutung genannt, während die Getränkebedeutung als zweite, eigenständige Bedeutung daneben steht. Diese Reihenfolge in den Einträgen passt zur Wortgeschichte, in der sich die Bedeutung vom reinen Getränk zur festen Masse hin erweitert hat, ohne dass die ursprüngliche Getränkebedeutung verschwunden wäre. Beide Bedeutungen bestehen im heutigen Deutsch gleichberechtigt nebeneinander fort, wie die Einträge von DWDS und Duden zeigen.

Was an der Wortgeschichte offen bleibt
Trotz der weitgehenden Übereinstimmung von DWDS, Duden und Wiktionary in den Grundzügen bleiben einzelne Punkte offen oder uneinheitlich beschrieben. Diese Lücken liegen daran, dass die ursprüngliche Entlehnung aus einer außereuropäischen Sprache vor Jahrhunderten stattfand und nicht in allen Einzelheiten schriftlich festgehalten wurde.
- Die genaue Bedeutung des Nahuatl-Wortes im Einzelnen, etwa eine mögliche Zerlegung in Wortbestandteile, nennen die Quellen nicht verlässlich
- Ob das Niederländische oder eher das Französische die Entlehnung ins Deutsche vermittelte oder nur befördert, wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt
- Die Schreibung des Ausgangswortes selbst ist uneinheitlich: chokolatl beim DWDS, chocolatl beim Duden, xocolatl beim Wiktionary
Wo eine Quelle ein wohl verwendet, etwa beim Duden für den Weg über das Niederländische, bleibt dieses wohl auch hier stehen, statt daraus eine feste Tatsache zu machen.
Als Merksatz lässt sich festhalten: Das Wort Schokolade kam aus dem Nahuatl über das Spanische im 17. Jahrhundert ins Deutsche, wobei der zusätzliche Weg über das Niederländische nach den vorliegenden Quellen nur als wahrscheinlich gilt, nicht als restlos gesichert.
Quellen und Stand
- DWDS: Schokolade, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Schokolade, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Schokolade, Herkunft, Wortbildungen: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)
Das Thema „Woher stammt das Wort Schokolade wirklich?“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.