Wie das Wort Spargel ins Deutsche kam
Spargel: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick
Spargel ist über das Romanische aus lateinisch asparagus entlehnt, das wiederum auf griechisch asparagos zurückgeht. Belegt sind die frühneuhochdeutschen Formen Spargen und Sparger im 15. Jahrhundert sowie die Form Spargel seit dem 16. Jahrhundert, während die Herkunft der Endung -el ungeklärt bleibt.
Die kurze Antwort
Spargel ist über das Romanische aus lateinisch asparagus entlehnt, das auf griechisch asparagos (junger Trieb) zurückgeht. Diese Kette führen sowohl das DWDS als auch der Duden in ihren Einträgen zu diesem Wort an, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Zwischenstationen. Damit zeigt sich schon im ersten Schritt, dass der heutige deutsche Name eng mit seiner griechischen und lateinischen Wortgeschichte verbunden bleibt, auch wenn einzelne Zwischenstufen in den beiden Nachschlagewerken unterschiedlich benannt werden.
Das DWDS stützt sich dabei auf die Herleitung nach Pfeifer und nennt für das Deutsche die frühneuhochdeutschen Formen Spargen und Sparger aus dem 15. Jahrhundert, gefolgt von der Form Spargel im 16. Jahrhundert. Der Duden geht einen Schritt weiter zurück und nennt für das Mittelhochdeutsche die Form sparger, die er als spätmittelhochdeutsch einordnet und ebenfalls über das Romanische auf das Lateinische zurückführt. Beide Quellen sind sich einig, dass der eigentliche Ursprung in zwei Sprachen liegt: zunächst im Griechischen, dann im Lateinischen, von dort aus vermittelt über romanische Sprachen ins Deutsche.
Besonders aufschlussreich ist die wörtliche Bedeutung des lateinischen Ausgangsworts. Laut DWDS heißt asparagus eigentlich fetter Keim einer Pflanze, und zwar in dem Stadium, bevor sich die Blätter entwickeln. Diese Bedeutung passt gut zur heutigen Gemüseform: Was im Handel als Spargelstange verkauft wird, ist tatsächlich der junge, noch nicht ausgetriebene Spross der Pflanze.
Beim Thema Fremdwörter aus dem Lateinischen zählt Spargel zu den Wörtern, die lange vor dem heutigen Sprachgebrauch ins Deutsche kamen. Das zeigt sich schon daran, dass die ältesten belegten deutschen Formen laut DWDS bereits im 15. Jahrhundert mit Spargen und Sparger nachweisbar sind. Die Reihe der Formen zeigt, wie ein einzelnes fremdsprachiges Wort über lange Zeiträume lautlich angepasst wurde, bis es die heute vertraute Form Spargel erhielt. Da die Wurzel des Wortes über das Lateinische letztlich aus dem Griechischen stammt, bleibt die Herkunft über zwei antike Sprachen erkennbar. Die folgenden Abschnitte gehen die einzelnen Stufen dieser Entlehnung im Detail durch und zeigen auch, welche Teile der Herleitung in den Quellen nur als Vermutung stehen und welche als gesichert gelten. So lässt sich die Geschichte eines einzigen Gemüsewortes bis in zwei antike Sprachen zurückverfolgen, ohne dass die Pflanze selbst damit zeitlich eingeordnet wäre.
Die Ausgangsform asparagos stellt Spargel neben andere Fremdwörter aus dem Griechischen, die über das Lateinische auf ähnlichem Weg ins Deutsche gelangt sind.

Der Weg ins Deutsche in einzelnen Stufen
Die Herleitung von Spargel lässt sich in mehrere Stufen gliedern, die DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend oder mit kleinen Abweichungen nennen. Über asparagus geht der Name ursprünglich auf eine griechische Form zurück, bevor er über das Lateinische und das Romanische ins Deutsche gelangte. Beim Thema Fremdwörter aus dem Griechischen zählt Spargel zu den Wörtern, die auf diesem Weg ihre heutige Form erhalten haben. Die folgende Tabelle fasst die belegten Stufen zusammen, von der ältesten griechischen Form bis zur heutigen deutschen Schreibweise. Auch wenn sich einzelne Lautstufen in den Quellen leicht unterscheiden, bleibt die grundsätzliche Richtung des Weges in allen drei Nachschlagewerken gleich.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | asparagos, aspharagos | Griechisch | ohne Datierung |
| 2 | asparagus | Latein | ohne Datierung |
| 3 | sparagus | Spätlatein, Mittellatein | ohne Datierung |
| 4 | sparago | Italienisch (älter) | ohne Datierung |
| 5 | sparger | Spätmittelhochdeutsch | ohne Datierung |
| 6 | Spargen, Sparger | Frühneuhochdeutsch | 15. Jahrhundert |
| 7 | Spargel | Deutsch | 16. Jahrhundert |
Das Wiktionary beschreibt die Formen sparagus im Spät- und Mittellatein ausdrücklich als Formen ohne Anlaut zu asparagus, während DWDS und Duden an dieser Stelle nur die durchgehende Kette nennen, ohne diesen Zwischenschritt eigens zu benennen. Die Endung -el, mit der das Wort heute endet, sei laut DWDS vielleicht an Muster wie Kümmel und Kerbel angeglichen worden. Diese Angabe bleibt in der Quelle ausdrücklich eine Vermutung und keine gesicherte Erklärung. Für die Praxis bedeutet das, dass die lautliche Endung als offene Frage gilt, während die übrige Stufenfolge als gesichert gelten kann.
Auffällig ist, dass die Jahrhundertangaben sich ausschließlich auf die Wortformen beziehen, nicht auf die Einführung der Pflanze selbst. Für das 15. Jahrhundert sind die Formen Spargen und Sparger belegt, für das 16. Jahrhundert die Form Spargel. Was davor in der deutschen Sprache zum Ausdruck des Gemüses verwendet wurde oder ob die Pflanze zu diesem Zeitpunkt in deutschsprachigen Gebieten bereits bekannt war, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Die Tabelle zeigt damit eine lückenlose Formenreihe, aber keine vollständige Geschichte der Pflanze selbst. So bleibt der Hauptweg über Griechisch, Latein und die romanischen Sprachen klar erkennbar, auch wenn kleinere Lautschritte offen bleiben.
Über die Zwischenstufe asparagus reiht sich Spargel in die Fremdwörter aus dem Lateinischen ein, deren Wurzel wiederum im Griechischen liegt.
Was gesichert ist und was nicht
Alle drei Nachschlagewerke, DWDS, Duden und Wiktionary, führen Spargel übereinstimmend über das Romanische auf lateinisch asparagus und griechisch asparagos zurück. In diesem zentralen Punkt unterscheiden sich die Quellen nicht: Die grundlegende Herkunftskette vom Griechischen über das Lateinische bis ins Deutsche gilt als gesicherter Bestandteil der Wortgeschichte. Unterschiede zeigen sich eher in den Details, etwa welche Zwischenstufen jeweils benannt werden und wie genau die Vermittlung über romanische Sprachen beschrieben wird. Damit ist der grundlegende Entlehnungsweg über zwei antike Sprachen in der Forschung unstrittig, auch wenn die Formulierungen der drei Werke leicht variieren.
Weniger gesichert ist die Erklärung für die Endung -el. Diese Angleichung an Kümmel und Kerbel wird in den Quellen ausdrücklich nur als vielleicht dargestellt, also als Vermutung und nicht als festgestellte Tatsache. Ebenso wichtig ist die Einschränkung bei den Jahrhundertangaben: Sie betreffen ausschließlich die belegten Wortformen, also wann Spargen, Sparger und Spargel schriftlich nachweisbar sind. Über den Zeitpunkt, zu dem die Pflanze selbst in deutschsprachigen Gebieten eingeführt oder angebaut wurde, treffen die Quellen keine Aussage. Diese Trennung zwischen Wortbeleg und Sachgeschichte ist bei etymologischen Angaben grundsätzlich wichtig.
Spargel gehört beim Thema Lehnwörter im Deutschen zu den Wörtern, die über romanische Sprachen vermittelt wurden, bevor sie ihre heutige Form erreichten. Die durchgehende Kette vom Griechischen über das Lateinische und das Romanische bis zum heutigen deutschen Wort gilt in allen drei Quellen als die zentrale, unstrittige Aussage zur Herkunft des Wortes.
- Die Kette von griechisch asparagos über lateinisch asparagus und das Romanische ins Deutsche wird von allen drei Quellen (DWDS, Duden, Wiktionary) genannt.
- Die Formen Spargen und Sparger im 15. Jahrhundert sowie Spargel im 16. Jahrhundert sind laut DWDS und Wiktionary belegt.
- Die Angleichung der Endung -el an Wörter wie Kümmel und Kerbel steht laut DWDS und Wiktionary nur als vielleicht, nicht als gesicherte Herleitung.
Diese Unterscheidung zwischen gesicherter Kette und offener Einzelfrage ist wichtig, um die Wortgeschichte nicht über das hinaus zu verallgemeinern, was die Quellen tatsächlich tragen. Der Hauptweg vom Griechischen über das Lateinische ins Deutsche gilt als belegt, einzelne lautliche Details wie die Endung bleiben dagegen Vermutung.
Verwandte Formen und Wortbildungen
Rund um das Wort Spargel gibt es sowohl grammatische Varianten als auch eine Reihe von Wortbildungen, die in den Quellen belegt sind. Grammatisch führt der Duden Spargel als Maskulinum, daneben aber auch als Femininum. Der Genitiv lautet Spargels, der Plural Spargel, wobei das DWDS für die Schweiz zusätzlich die Pluralform Spargeln nennt. Historisch gehören zu dieser Wortfamilie auch die älteren Formen Spargen und Sparger, die als Vorstufen der heutigen Schreibweise belegt sind.
Beim Spargel nennt der Duden Maskulinum und Femininum, sodass auch die Genusregeln bei solchen Schwankungen nicht eindeutig helfen. Wer also unsicher ist, ob es der oder die Spargel heißt, findet in den grammatischen Regeln allein keine klare Antwort, da beide Formen in den Nachschlagewerken nebeneinander geführt werden.
Neben diesen grammatischen Varianten nennt das Wiktionary eine Reihe von Unterbegriffen und Wortbildungen, die im alltäglichen Sprachgebrauch rund um das Gemüse entstanden sind. Dazu zählen sowohl Bezeichnungen für verschiedene Spargelarten als auch zusammengesetzte Begriffe aus Anbau und Küche.
- Bleichspargel und Grünspargel als Bezeichnungen für unterschiedliche Spargelarten
- Stangenspargel und Dosenspargel als Bezeichnungen für Zubereitungs- und Verkaufsformen
- Spargelfeld, Spargelbeet und Spargelanbau als Begriffe rund um den Anbau
- Spargelbauer, Spargelstange und Spargelcreme als weitere Wortbildungen aus Landwirtschaft und Küche
Diese Liste zeigt, wie produktiv das Grundwort Spargel in der deutschen Wortbildung ist. Jede dieser Bildungen setzt das Grundwort unverändert voraus und kombiniert es mit einem weiteren Bestimmungswort, das die jeweilige Art, Verwendung oder den Zusammenhang näher beschreibt. Die grammatischen Schwankungen beim Genus wirken sich dabei auf diese zusammengesetzten Wörter nicht aus, da sie als feste Komposita eigene Regeln befolgen.
Gebrauch des Wortes heute
Spargel ist ein Substantiv mit dem Genitiv Spargels und dem Plural Spargel. Diese grammatischen Angaben finden sich übereinstimmend bei DWDS und Duden. Beide Quellen nennen zudem zwei Bedeutungen, die bis heute parallel gebraucht werden: zum einen die Pflanze selbst, botanisch der Familie der Spargelgewächse zugeordnet, zum anderen der als Gemüse verzehrte Spross dieser Pflanze.
Dass ein und dasselbe Wort sowohl die Pflanze als auch das daraus gewonnene Gemüse bezeichnet, ist laut DWDS und Duden Teil der Grundbedeutung des Wortes. Schon die lateinische Herkunft, bei der asparagus den jungen Keim der Pflanze meint, legt diese doppelte Verwendung nahe: Der Spross, der als Gemüse gegessen wird, ist eben dieser junge Keim.
Im alltäglichen Sprachgebrauch zeigt sich diese doppelte Bedeutung in ganz unterschiedlichen Sätzen. Ein Beispiel für die botanische Verwendung: Im Garten wächst neben den Beeten ein Spargel, dessen rote Beeren im Herbst auffallen. Ein Beispiel für die Gemüseverwendung: Zum Mittagessen gab es Spargel mit Kartoffeln und Sauce. Ein drittes Beispiel zeigt beide Aspekte zugleich: Der Spargel wurde im Frühjahr gestochen, bevor sich die Blätter der Pflanze entwickeln konnten.
Diese Beispielsätze verdeutlichen, dass sich die beiden Bedeutungen anhand des Satzzusammenhangs unterscheiden lassen: Der Satzzusammenhang zeigt, ob die wachsende Pflanze oder der geerntete Spross gemeint ist. Die grammatischen Angaben zu Genitiv und Plural bleiben dabei in beiden Verwendungen gleich, was die Einheitlichkeit des Wortes innerhalb seiner beiden Bedeutungen unterstreicht.

Was offenbleibt
Trotz der klaren Grundkette vom Griechischen über das Lateinische und das Romanische ins Deutsche bleiben einige Fragen offen. Diese Lücken betreffen vor allem Details, die über die reine Formenreihe hinausgehen und bisher nicht ausdrücklich geklärt sind.
- Warum das Genus bei Spargel zwischen Maskulinum und Femininum schwankt, erklären die Quellen nicht.
- Die Angleichung der Endung -el an Wörter wie Kümmel und Kerbel bleibt eine Vermutung, keine gesicherte Herleitung.
- Wann der Spargel in Deutschland erstmals angebaut wurde, steht in den geprüften Quellen nicht.
Diese drei Punkte zeigen, dass eine Wortgeschichte selten vollständig lückenlos ist. Die Formenreihe selbst, von den altgriechischen Bezeichnungen bis zur heutigen Schreibweise Spargel, ist gut dokumentiert. Fragen zur genauen Lautentwicklung einzelner Wortteile oder zur kulturgeschichtlichen Einordnung der Pflanze bleiben dagegen offen, weil die Nachschlagewerke sich auf die sprachliche Herleitung konzentrieren und keine Aussagen zu Anbau oder Verbreitung der Pflanze treffen.
Als Merksatz lässt sich die belegte Herkunft so zusammenfassen: aus griechisch asparagos über lateinisch asparagus und das Romanische ins Deutsche, mit belegten Formen im 15. und 16. Jahrhundert. Dieser Satz fasst zusammen, was DWDS, Duden und Wiktionary übereinstimmend als gesicherten Kern der Wortgeschichte von Spargel nennen, während die Einzelheiten zur Endung und zur Geschichte des Anbaus offene Fragen bleiben.
Quellen und Stand
- DWDS: Spargel, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-02)
- Duden: Spargel, Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-02)
- Wiktionary: Spargel, Herkunft, Wortbildungen: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-02)
Die Einordnung „Wie das Wort Spargel ins Deutsche kam“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.