Woher stammt schofel und was ist gesichert?

schofel: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Wortherkunft

Schofel stammt aus der Gaunersprache und geht auf jiddisch schophol zurück, das wiederum auf hebräisch schafal beruht.

Die kurze Antwort: ein Wort aus der Gaunersprache

Schofel stammt aus der Gaunersprache und geht auf jiddisch schophol im Sinn von gering, niedrig, schlecht zurück, das hebräisch schafal entstammt.

Das DWDS führt den Weg nach Pfeifer an: schofel als Adjektiv aus jiddisch schophol beziehungsweise schophel, dieses aus hebräisch schafal. Der Duden nennt ebenfalls die Gaunersprache und stellt jiddisch schophol mit der Bedeutung gemein, niedrig neben hebräisch schafal. Das Wiktionary spricht von der westjiddischen Form shofl und führt sie gleichfalls auf hebräisch schafal zurück.

Am Anfang der Kette steht damit das hebräische Wort für lumpig, wertlos, gemein. Das DWDS und der Duden ordnen schofel der Gaunersprache zu, während jiddisch schophol als Ausgangspunkt genannt wird.

Datiert wird das Wort auf das 18. Jahrhundert. Das DWDS bezieht diese Angabe auf die Gaunersprache, das Wiktionary auf die Bezeugung des Wortes. Eine genauere Jahreszahl ist nicht bekannt.

Heute steht schofel umgangssprachlich abwertend für gemein, schäbig oder geizig. Wie die Herkunft von Tinnef führt auch schofel in das Jiddische, und das DWDS sowie der Duden nennen dafür die Gaunersprache.

Der Kern lässt sich so festhalten: Ein jiddisches Wort für gering oder schlecht, dessen Vorform im Hebräischen liegt, wurde über die Gaunersprache zu einem abwertenden Adjektiv der deutschen Umgangssprache.

schofel: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Die Stufen von hebräisch bis Studentensprache

Der Weg des Wortes lässt sich in fünf Stufen ordnen.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1schafal (lumpig, wertlos, gemein)Hebräischohne Datierung
2schophol, schophel (gering, niedrig, schlecht)Jiddischohne Datierung
3shofl (niedrig, gemein, lumpig)Westjiddischohne Datierung
4schofel als Wort der Gaunersprache beziehungsweise des RotwelschGaunersprache, Rotwelsch18. Jahrhundert
5schofel im Gebrauch der StudentenspracheStudentenspracheohne Datierung

Das Wiktionary beschreibt die Entlehnung über das Rotwelsche aus dem Westjiddischen, dessen Form shofl niedrig, gemein, lumpig bedeutet, und führt sie auf hebräisch schafal zurück. Das DWDS sagt, durch den Gebrauch in der Studentensprache sei schofel allgemein üblich geworden.

Das 18. Jahrhundert gilt im DWDS für die Gaunersprache, im Wiktionary für die Bezeugung. Für die Studentensprache nennt das DWDS keine Jahreszahl.

Wie die Herkunft von Stuss gehört schofel zu den abwertenden Wörtern jiddischen Ursprungs. Die jiddische Stufe steht zwischen dem hebräischen Ausgangswort und der Gaunersprache, so das DWDS nach Pfeifer.

Was gesichert ist und wo Vorbehalte bleiben

Schofel geht auf jiddisch schophol und hebräisch schafal zurück. Die übrigen Stationen sind nicht überall gleich beschrieben:

  • Jiddisch schophol: DWDS, Duden und Wiktionary, wobei das Wiktionary die westjiddische Form shofl nennt
  • Hebräisch schafal: DWDS, Duden und Wiktionary
  • Gaunersprache: DWDS und Duden
  • Entlehnung über das Rotwelsche: nur Wiktionary
  • Studentensprache: nur DWDS, ohne Jahreszahl
  • 18. Jahrhundert: DWDS für die Gaunersprache, Wiktionary für die Bezeugung

Der Vorbehalt betrifft die Studentensprache. Nur das DWDS nennt sie als Verbreitungsweg, und zwar ohne jede Jahreszahl. Das Wiktionary datiert die Bezeugung auf das 18. Jahrhundert und nennt nichts Genaueres. Eine Jahreszahl für die Studentensprache lässt sich aus diesen Angaben daher nicht ableiten.

Wie die Herkunft von Kabuff gehört schofel zu den Wörtern mit abwertendem Beiklang. DWDS, Duden und Wiktionary führen das Adjektiv als umgangssprachlich abwertend.

Verwandte Wörter, Steigerung und Gegenwörter

Vom Adjektiv schofel leiten sich die Formen schofelig und schoflig ab, die das DWDS als Wortbildung nennt. Das Wiktionary führt sie als Synonym. Der Duden gibt die Steigerungsformen schofler und -ste an.

Das Substantiv Schofel ist männlich und bezeichnet nach dem DWDS etwas Schlechtes oder wertlose Ware. Das DWDS datiert diese Substantivierung auf das 18. Jahrhundert.

Für schofel nennen die Quellen Synonyme wie gemein, knauserig und schofelig. Das Wiktionary führt unter den sinnverwandten Wörtern außerdem hinterhältig, filzig, abgenutzt und ärmlich auf.

  • schofelig, schoflig (DWDS als Wortbildung, Wiktionary als Synonym)
  • Schofel (DWDS, 18. Jahrhundert)
  • gemein (Wiktionary, sinnverwandt)
  • knauserig (Wiktionary, sinnverwandt)
  • großzügig als Gegenwort (Wiktionary)

Als Gegenwörter führt das Wiktionary freigiebig, großzügig und spendabel auf.

Wie schofel heute gebraucht wird

Schofel ist ein Adjektiv und wird umgangssprachlich abwertend gebraucht. Das DWDS, der Duden und das Wiktionary führen zwei Bedeutungsfelder: gemein, niederträchtig, schäbig auf der einen Seite und in Geldsachen kleinlich oder geizig auf der anderen.

Die Unterkunft war schofel und roch nach altem Holz. Dieser Trick war schofel, denn er traf die Schwächsten der Gruppe. In Geldsachen ist er schofel: Er zahlt jede Runde nur widerwillig.

Der Duden führt Wendungen wie jemanden schofel behandeln und in Geldsachen schofel sein auf. Beide zeigen, dass sich das Wort sowohl auf den Umgang mit Menschen als auch auf das Verhalten beim Geld bezieht.

Auch bei schofel geht es um Lehnwörter aus dem Jiddischen. DWDS und Duden nennen dafür die Gaunersprache als Herkunftsbereich.

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Was offen bleibt

Die Wörterbücher lassen einige Fragen offen. Gesichert ist, dass schofel aus jiddisch schophol stammt und im 18. Jahrhundert bezeugt ist. Das hebräische schafal steht am Anfang der Kette, das jiddische schophol bildet die Mittelstufe, und DWDS sowie Duden nennen die Gaunersprache als Bereich, aus dem das Wort stammt.

  • Wann genau die Studentensprache das Wort verbreitete, nennt das DWDS ohne Jahreszahl; ein Jahr lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Ob schofel unmittelbar aus dem Jiddischen oder über das Rotwelsche kam, stellen die Angaben unterschiedlich dar: das Wiktionary nennt den Weg über das Rotwelsche aus dem Westjiddischen, der Duden nennt die Gaunersprache und jiddisch schophol.
  • Wie verbreitet das Wort heute ist, ist offen.

Merksatz: aus hebräisch schafal über jiddisch schophol und die Gaunersprache zu schofel, im 18. Jahrhundert bezeugt. Das Substantiv Schofel datiert das DWDS ebenfalls auf das 18. Jahrhundert.

Quellen und Stand

Das Thema „Woher stammt schofel und was ist gesichert?“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

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Häufige Fragen zur Herkunft von schofel

Woher stammt das Wort schofel?

Der Duden führt schofel auf die Gaunersprache zurück und nennt jiddisch schophol als Ausgangspunkt, das auf hebräisch schafal beruht. Das DWDS nennt ebenfalls die Gaunersprache, das Wiktionary die westjiddische Form shofl.

Welche Bedeutungen führt der Duden für schofel auf?

Der Duden führt schofel als Adjektiv mit umgangssprachlich abwertender Gebrauchsweise. Er nennt schlecht, schäbig und niederträchtig, außerdem in Geldsachen kleinlich und geizig.

Welche Datierung nennt das Wiktionary für schofel?

Das Wiktionary nennt das 18. Jahrhundert als Zeit der Bezeugung. Eine genauere Jahreszahl gibt es dort nicht.

Was sagt das DWDS zur Studentensprache?

Das DWDS sagt, durch den Gebrauch in der Studentensprache sei schofel allgemein üblich geworden. Eine Jahreszahl nennt es dafür nicht.

Wie lauten die Steigerungsformen von schofel?

Der Duden führt die Steigerungsformen schofler und -ste auf.

Welche Gegenwörter nennt das Wiktionary zu schofel?

Das Wiktionary führt freigiebig, großzügig und spendabel als Gegenwörter auf.

Gilt das 18. Jahrhundert der Gaunersprache oder der Bezeugung?

Das DWDS bezieht das 18. Jahrhundert auf die Gaunersprache, das Wiktionary auf die Bezeugung. Eine genauere Datierung lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten.

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