Woher stammt das Wort Wein?

Wein: Herkunft und Wortgeschichte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Wort Wein wurde schon früh aus lateinisch vinum entlehnt und ist seit dem 8. Jahrhundert als althochdeutsch win bezeugt. Woher das lateinische Wort vinum selbst stammt, ist nicht gesichert.

Kurze Antwort: woher Wein kommt

Wein wurde schon früh aus lateinisch vinum entlehnt und ist seit dem 8. Jahrhundert als althochdeutsch win bezeugt. So beschreiben es das DWDS nach Pfeifer, der Duden und das Wiktionary übereinstimmend: alle drei Nachschlagewerke nennen lateinisch vinum als die Stufe, aus der das deutsche Wort stammt. Wie die Fremdwörter aus dem Lateinischen stammt auch Wein von einem lateinischen Wort, nämlich vinum. Das DWDS ergänzt dazu einen zeitlichen Hinweis: Die Entlehnung habe zuerst wohl das gehandelte Getränk selbst benannt, erst danach sei die Bezeichnung auf die Kulturpflanze und ihre Früchte übertragen worden. Damit lässt sich die Grundbewegung des Wortes in wenigen Schritten zusammenfassen: Ein lateinischer Ausdruck für das Getränk wandert in die germanischen Sprachen, wird zu althochdeutsch win und entwickelt sich weiter bis zur heutigen Form Wein.

Das Wiktionary stellt die Stufe lateinisch vinum in einen weiteren Zusammenhang und nennt griechisch oinos als verwandtes Wort mit derselben Bedeutung. Außerdem führt das Wiktionary die Möglichkeit an, dass hinter beiden Wörtern eine pontische Sprache stehen könnte, also eine Sprache aus der Region um das Schwarze Meer. Diese Angabe erscheint im Wiktionary ausdrücklich nur als vielleicht, nicht als feststehende Tatsache. Wichtig für das Verständnis von Wein als Alltagswort ist vor allem eines: Das Wort bezeichnet heute in erster Linie das alkoholische Getränk, das aus Trauben gewonnen wird. Diese Bedeutung ist über die Jahrhunderte erhalten geblieben, auch wenn sich die Form des Wortes von vinum über win zu Wein verändert hat. Wer nach der Herkunft von Wein fragt, bekommt also eine klare Antwort zur unmittelbaren Quelle, lateinisch vinum, während die Frage nach der Herkunft dieses lateinischen Wortes selbst offen bleibt, wie die folgenden Abschnitte zeigen. Beim Thema Fremdwörter aus dem Griechischen zeigt sich ein ähnliches Muster: Auch dort wandert ein fremdsprachiges Wort über viele Jahrhunderte in eine andere Sprache und verändert dabei seine Form, während sein Kern erkennbar bleibt.

Wein: Herkunft und Wortgeschichte: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg ins Deutsche: die Stufen im Überblick

Der Weg des Wortes Wein lässt sich in einzelnen Stufen nachzeichnen, von der lateinischen Form bis zur heutigen deutschen Schreibung. Wie Lehnwörter im Deutschen wanderte Wein früh in die germanischen Sprachen, zusammen mit der Sache, die es bezeichnet. Die folgende Tabelle ordnet die Formen, die in den Quellen genannt werden, nach Sprache und, soweit angegeben, nach Zeit.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
Ausgangsformvinumlateinischohne Datierung
verwandte Formenwein, win, vingotisch, altenglisch, altnordischohne Datierung
frühe Bezeugung im Deutschenwinalthochdeutsch8. Jahrhundert
Zwischenstufewinmittelhochdeutschohne Datierung
heutige FormWeindeutschheute

Nach DWDS, Duden und Wiktionary stammt das Wort aus dem Lateinischen. Das DWDS fügt hinzu, dass die Entlehnung zuerst wohl für das gehandelte Getränk galt, bevor sich die Bedeutung auf die Pflanze und ihre Früchte ausweitete. Diese drei Nachschlagewerke setzen übereinstimmend bei lateinisch vinum an, auch wenn sie die weiteren Zwischenstufen unterschiedlich ausführlich benennen.

Eine weitere Angabe des DWDS betrifft das grammatische Geschlecht des Wortes. Entsprechend dem lateinischen Vorbild habe das Wort im Germanischen zunächst weithin neutrales Genus gehabt. Auf deutschem Gebiet habe sich nach einem anfänglichen Wechsel zwischen Neutrum und Maskulinum das maskuline Genus durchgesetzt, und zwar wohl unter dem Einfluss von altfranzösisch vin, das ebenfalls maskulin ist. Diese Erklärung zum Genuswechsel stammt ausschließlich aus dem DWDS und wird dort selbst mit der Einschränkung wohl versehen, also nicht als vollständig gesicherte Tatsache dargestellt.

Was gesichert ist und was offenbleibt

Für die Stufe lateinisch vinum sind sich DWDS, Duden und Wiktionary einig, diese Form als unmittelbare Quelle des deutschen Wortes zu nennen. Schwieriger wird es bei der Frage, woher das lateinische Wort selbst kommt. Das DWDS erklärt dazu ausdrücklich, dass die Herkunft des lateinischen Wortes nicht gesichert ist. Auch das verwandte griechische oinos führt zu den Fremdwörtern aus dem Griechischen, denn das DWDS wie das Wiktionary stellen lateinisch vinum neben griechisch oinos als vergleichbares Wort mit ähnlicher Bedeutung.

Das DWDS nennt als eine mögliche Erklärung, dass vinum zusammen mit griechisch oinos, armenisch gini und albanisch vere beziehungsweise vene auf eine gemeinsame indogermanische Wurzel zurückgehen könnte, die sinngemäß drehen oder biegen bedeutet. Das DWDS stellt dieser sprachlichen Erklärung eine andere Überlegung gegenüber: Die Kultivierung des Weinstocks habe möglicherweise im Süden des Kaukasus, im Pontusgebiet oder in den Mittelmeerländern begonnen. Das Wiktionary greift diesen Gedanken auf und nennt als Möglichkeit, dass vinum und oinos auf eine pontische Sprache zurückgehen, also eine Sprache aus der Region um das Schwarze Meer, da dort die Weinkultur ihren Ursprung haben soll. Diese Angabe erscheint im Wiktionary ausdrücklich nur mit vielleicht.

Die wichtigsten Punkte lassen sich so zusammenfassen:

  • lateinisch vinum als unmittelbare Quelle des deutschen Wortes, genannt von DWDS, Duden und Wiktionary
  • griechisch oinos als verwandtes Wort mit ähnlicher Bedeutung, genannt von DWDS und Wiktionary
  • eine indogermanische Wurzel im Sinn von drehen, biegen als eine vom DWDS genannte Möglichkeit
  • eine pontische Sprache als mögliche gemeinsame Quelle, vom Wiktionary nur mit vielleicht angegeben
  • die Bezeugung des Wortes im Deutschen seit dem 8. Jahrhundert, genannt von DWDS und Wiktionary

Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass die Stufe bis lateinisch vinum klar belegt ist, während die Frage nach dem Ursprung dieses lateinischen Wortes mit mehreren, jeweils nur als möglich bezeichneten Erklärungen beantwortet wird.

Verwandte Wörter in anderen Sprachen

Das Wort Wein steht nicht allein, sondern hat in mehreren germanischen Sprachen Verwandte, die auf dieselbe lateinische Quelle zurückgehen. Das DWDS nennt als Bezeichnung sowohl das alkoholische Getränk als auch die Trauben, aus denen es gewonnen wird, und führt dazu verwandte Formen in anderen Sprachen an. Wie bei der Herkunft von Zimt reist auch der Name des Weins mit einer Ware, die aus dem Süden kam.

Zu den vom DWDS genannten verwandten Formen gehören:

  • englisch wine (DWDS), dort nur für das Getränk selbst verwendet
  • niederländisch wijn (DWDS)
  • gotisch wein (DWDS)
  • altnordisch vin (DWDS)

Diese Formen zeigen, dass sich die lautliche Grundgestalt des Wortes über verschiedene germanische Sprachen hinweg erhalten hat, auch wenn sich Schreibung und Aussprache im Einzelnen unterscheiden. Innerhalb des Deutschen selbst nennt der Duden die Pluralform Weine, die heute für unterschiedliche Sorten oder Herkünfte des Getränks verwendet wird.

Die Verwandtschaft der genannten Formen zeigt zugleich, wie eng das Wort an die Sache gebunden ist, die es bezeichnet. Dort, wo das Getränk oder die Pflanze bekannt wurde, wanderte nach den vorliegenden Angaben auch das Wort dafür mit, in leicht angepasster lautlicher Form.

Wein im heutigen Sprachgebrauch

Wein ist ein maskulines Substantiv mit der Pluralform Weine. Der Duden gibt dazu den Genitiv des Wein[e]s an und bestätigt damit die regelmäßige Flexion des Wortes im heutigen Deutsch. Nach DWDS und Duden bezeichnet das Wort sowohl das alkoholische Getränk, das aus Trauben hergestellt wird, als auch die Trauben selbst, aus denen dieses Getränk gewonnen wird. Diese doppelte Bedeutung zeigt sich im Alltag ganz selbstverständlich, je nach Zusammenhang, in dem das Wort steht.

In einfachen Sätzen lässt sich diese Bedeutung so zeigen: Zum Essen stellte sie eine Flasche Wein auf den Tisch. Er probierte den Wein, bevor er ihn den Gästen einschenkte. Aus den Trauben des Weinbergs wurde ein kräftiger Wein gekeltert. In allen drei Beispielen steht Wein für das fertige Getränk aus Trauben, die zentrale Bedeutung, die sowohl das DWDS als auch der Duden für das Wort angeben.

Der Duden nennt zusätzlich die Pluralform Weine, die im Deutschen verwendet wird, wenn von mehreren Sorten oder Flaschen die Rede ist. So kann man beispielsweise sagen: Im Keller lagerten verschiedene Weine aus der Region. Das DWDS beschreibt außerdem, wie sich das grammatische Geschlecht des Wortes im Deutschen entwickelt hat: Nach anfänglichem Wechsel zwischen Neutrum und Maskulinum habe sich das maskuline Genus durchgesetzt. Diese Angabe zum Genus erklärt, warum heute selbstverständlich der Wein gesagt wird und nicht das Wein, obwohl das lateinische Vorbild vinum neutral war. Für die heutige Verwendung bedeutet das vor allem: Wer über Wein spricht, meint damit entweder das Getränk in der Flasche oder die Trauben, aus denen dieses Getränk entsteht, und verwendet dabei ein Wort mit regelmäßiger Flexion und klarer Pluralbildung.

Wein: Herkunft und Wortgeschichte: Prüfliste mit vier Punkten

Offene Fragen zur Herkunft von Wein

Trotz der klaren Angaben zur Stufe lateinisch vinum bleiben bei der Herkunft von Wein mehrere Punkte offen, die sich aus den vorliegenden Nachschlagewerken nicht abschließend beantworten lassen.

  • Woher lateinisch vinum selbst stammt, ist nach dem DWDS nicht gesichert
  • ob eine pontische Sprache hinter vinum und griechisch oinos steht, nennt das Wiktionary nur mit vielleicht
  • warum sich im Deutschen das maskuline Genus gegenüber dem ursprünglich neutralen Genus durchsetzte, beschreibt das DWDS nur mit wohl als Vermutung

Diese drei Punkte zeigen, dass die Nachschlagewerke bei der Herkunft von Wein an mehreren Stellen nur Vermutungen statt gesicherte Aussagen nennen. Das betrifft sowohl den sprachlichen Ursprung des lateinischen Wortes als auch die Frage, warum sich eine bestimmte grammatische Form im Deutschen durchgesetzt hat. Als Merksatz lässt sich festhalten: Das Wort wurde aus lateinisch vinum entlehnt zu althochdeutsch win und weiter zu Wein, bezeugt seit dem 8. Jahrhundert. Dieser Kern der Herkunft gilt nach DWDS, Duden und Wiktionary als gesichert, während die Fragen davor und danach, also der Ursprung von vinum selbst und der Grund für den Genuswechsel, offene Fragen bleiben, zu denen die Nachschlagewerke selbst nur vorsichtige Vermutungen formulieren.

Quellen und Stand

Soll jemand prüfen, ob dein Text bei Wortwahl und Schreibung sauber ist?

Datei hochladen

Häufige Fragen zur Herkunft von Wein

Stammt Wein direkt aus dem Griechischen?

Nein. Nach DWDS, Duden und Wiktionary stammt das deutsche Wort Wein aus lateinisch vinum. Das DWDS und das Wiktionary nennen griechisch oinos lediglich als verwandtes Wort mit ähnlicher Bedeutung, nicht als unmittelbare Quelle des deutschen Wortes.

Seit wann ist das Wort Wein im Deutschen belegt?

Nach DWDS und Wiktionary ist die Form althochdeutsch win seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Diese Datierung gilt ausdrücklich für die Bezeugung des Wortes im deutschen Sprachraum, nicht für die lateinische Ausgangsform vinum.

War Wein im Deutschen schon immer maskulin?

Nach Angabe des DWDS nicht durchgehend. Entsprechend dem lateinischen vinum habe das Wort im Germanischen zunächst weithin neutrales Genus gehabt. Auf deutschem Gebiet habe sich nach anfänglichem Wechsel zwischen Neutrum und Maskulinum das maskuline Genus wohl unter dem Einfluss von altfranzösisch vin durchgesetzt.

Ist geklärt, woher lateinisch vinum stammt?

Nein. Das DWDS bezeichnet die Herkunft des lateinischen Wortes ausdrücklich als nicht gesichert. Genannt werden ein möglicher Zusammenhang mit griechisch oinos, armenisch gini und albanisch vere über eine indogermanische Wurzel im Sinn von drehen, biegen, sowie alternativ ein Ursprung im Pontusgebiet, im Kaukasus oder in den Mittelmeerländern.

Welche Bedeutung hat Wein nach dem Duden?

Der Duden führt Wein als Substantiv, maskulin, mit dem Genitiv des Wein[e]s und dem Plural die Weine. Herkunft laut Duden: mittelhochdeutsch und althochdeutsch win, aus lateinisch vinum.

Gibt es im Deutschen verwandte Wörter zu Wein?

Das DWDS nennt als verwandte Formen in anderen germanischen Sprachen englisch wine, niederländisch wijn, gotisch wein und altnordisch vin. Diese Formen gehen auf dieselbe lateinische Quelle vinum zurück wie das deutsche Wort Wein.

Nennt das Wiktionary eine sichere pontische Herkunft?

Nein. Das Wiktionary nennt eine mögliche pontische Sprache als gemeinsame Quelle von lateinisch vinum und griechisch oinos ausdrücklich nur mit der Einschränkung vielleicht, nicht als gesicherte Herkunftsangabe.

Unsere Partner