Woher der Name Pumpernickel wirklich kommt

Pumpernickel Herkunft: woher der Name kommt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026 · Wortherkunft

Pumpernickel klingt heute harmlos, hat aber eine überraschende Geschichte: Das Wort diente zuerst als Schimpfwort, bevor es zum Namen eines Brotes wurde.

Die kurze Antwort: vom Schimpfwort zum Brotnamen

Pumpernickel war zuerst ein Schimpfwort für einen groben Menschen und wurde später zum Namen eines Brotes. Das DWDS belegt nach Wolfgang Pfeifer den Ausdruck für das Jahr 1628 als Schimpfwort für einen ungeschlachten, groben Menschen. Als Brotname erscheint das Wort laut DWDS seit 1654, zunächst in spöttischem Ton: Das Brot galt als schwer verdaulich und bekam seinen Namen wohl wegen seiner blähenden Wirkung. Der Duden beschreibt dieselbe Linie: Das Wort sei ursprünglich ein Schimpfwort gewesen, und der Brotname sei wohl wegen der blähenden Wirkung entstanden. Das Wörtchen wohl zeigt dabei an, dass die Herleitung nicht mit absoluter Sicherheit feststeht.

Beim Brot selbst handelt es sich um ein schwarzbraunes, rindenloses Brot, das aus Roggenschrot hergestellt wird. Das DWDS beschreibt den Geschmack als leicht süßlich, der Duden nennt ihn süßlich und würzig.

Der Weg von einem derben Schimpfwort zu einem heute gebräuchlichen Brotnamen lässt sich für Pumpernickel anhand von DWDS und Duden nachvollziehen. Wer sich für derbe Wortbilder interessiert, findet in den Redewendungen einfach erklärt weitere Beispiele, die zeigen, wie ursprünglich grobe Ausdrücke im Laufe der Zeit zu festen Sprachmarken werden können. Für Pumpernickel gilt dieser Befund nach DWDS und Duden, wobei beide Quellen die Herkunft ausdrücklich nicht als vollständig gesichert bezeichnen.

Pumpernickel: Herkunft des Namens: der Ablauf in drei Schritten

Die Bestandteile des Wortes und ihr Weg ins Deutsche

Das Wort Pumpernickel besteht aus zwei deutschen Bestandteilen, die beide eine eigene Geschichte mitbringen. Die Wörterbücher beschreiben diese Teile nicht immer auf dieselbe Weise, was zeigt, wie unsicher manche Herleitungen bis heute geblieben sind.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
BestandteilPumperDeutschohne eigene Datierung (Furz, nach DWDS; Blähung, nach Duden)
BestandteilNickelDeutschohne eigene Datierung (als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus, nach DWDS; Kobold, nach Duden)
SchimpfwortPumpernickelDeutsch1628 (nach DWDS)
BrotnamePumpernickelDeutschseit 1654 (nach DWDS)

Der Bestandteil Pumper gehört laut DWDS zu einer lautmalenden Wortgruppe: pumpen, pumpern und pompern sind Verben, die dumpfe, stoßartige Laute nachahmen. Man kann sich das vorstellen wie das hohle Ploppen, das entsteht, wenn Luft aus einem engen Behälter entweicht und man diesen Vorgang lautmalerisch mit einem kurzen, stumpfen Laut beschreibt. Genau dieser nachahmende Charakter steckt im Substantiv Pumper, das nach DWDS die Bedeutung Furz trägt.

Beim zweiten Bestandteil Nickel weichen DWDS und Duden voneinander ab. Das DWDS beschreibt Nickel als eine als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus. Der Duden nennt Nickel dagegen sowohl als Kobold als auch als eine als Scheltwort gebrauchte Kurzform des Vornamens Nikolaus. Beide Angaben sind getrennt zu betrachten und dürfen nicht vermischt werden. Wer sich für Wortbedeutungen und ihre Geschichte interessiert, findet dort weitere Wörter, bei denen Vornamen ähnlich zu herabsetzenden Ausdrücken wurden. Das Zusammenspiel von Pumper und Nickel ergibt ein Kompositum, das das DWDS nach Pfeifer sinngemäß als Furzkerl auffasst.

Wie aus dem Schimpfwort ein Brotname wurde

Das DWDS belegt Pumpernickel zuerst für das Jahr 1628 als Schimpfwort für einen groben, ungeschlachten Menschen. Seit 1654 erscheint das Wort dann als Bezeichnung für ein Brot, wobei dieser Gebrauch anfangs spöttisch gemeint war: Das Brot wurde als schwer verdaulich wahrgenommen und bekam seinen Namen wegen seiner blähenden Wirkung. Der Duden nennt das Wort als ursprünglich ein Schimpfwort und schränkt für die Benennung des Brotes mit wohl ein, dass diese Deutung nicht vollständig gesichert ist.

  • Schimpfwort (1628): Pumpernickel bezeichnete laut DWDS einen ungeschlachten, groben Menschen.
  • Spöttischer Brotname (seit 1654): Das Wort wurde laut DWDS anfangs spöttisch auf das schwer verdauliche, blähende Brot übertragen.
  • Feststehender Brotname: Wikipedia hält fest, dass Pumpernickel seit dem 17. Jahrhundert als spöttische Bezeichnung für Kommissbrot oder Vollkornbrot bekannt war und die Verwendung später auf das westfälische Schwarzbrot eingeschränkt wurde.

Ein wichtiger Hinweis: Die Jahreszahlen 1628 und 1654 betreffen nur das Wort Pumpernickel, also seinen schriftlichen Beleg. Sie sagen nichts darüber aus, seit wann das Brot selbst gebacken oder gegessen wurde. Das Brot kann älter sein als sein Name. Dieser Unterschied zwischen Wortgeschichte und Sachgeschichte wird in den Quellen nicht immer ausdrücklich gemacht, ist aber für ein richtiges Verständnis der Belege wichtig. Weitere Wörter mit wechselvoller Geschichte stehen im Bedeutung Lexikon, wo man sehen kann, wie oft ein Wort eine ganz andere Ausgangsbedeutung hatte, bevor es seinen heutigen Sinn annahm. Pumpernickel ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel: Der Weg führte von der Beleidigung über die spöttische Anspielung auf ein schwer verdauliches Brot zur heute ganz neutralen Produktbezeichnung.

Verwandte Wörter und grammatische Besonderheiten

Pumpernickel gehört grammatisch zu den maskulinen Substantiven. Der Genitiv lautet des Pumpernickels. Der Plural die Pumpernickel ist nach Duden selten. Das DWDS führt das Wort meist im Singular, was dem alltäglichen Gebrauch entspricht: Man spricht von einer Scheibe Pumpernickel, nicht von mehreren Pumpernickeln. Als inhaltlich nahestehende Bezeichnung gilt Schwarzbrot.

Das Wort stammt aus einer lautmalenden Wortfamilie, die mehrere verwandte Ausdrücke hervorgebracht hat. Wer Synonyme kostenlos finden möchte, etwa zu Schwarzbrot, kann dort weitersuchen und entdecken, welche Ausdrücke in diesem Wortfeld nah beieinanderliegen. Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Glieder der Wortfamilie rund um Pumpernickel:

  • Pumper: Substantiv, bedeutet nach DWDS Furz; bildet den ersten Bestandteil von Pumpernickel und gehört zur lautmalenden Gruppe.
  • pumpern: Verb aus derselben lautmalenden Gruppe wie pumpen und pompern (DWDS); ahmt dumpfe, stoßartige Laute nach.
  • Pimpf: Nach DWDS zu derselben lautmalenden Wortgruppe gehörig; nach Wolfgang Pfeifer ursprünglich kleiner Furz. Im 19. Jahrhundert abschätzig für einen kleinen Jungen oder Kerl verwendet. Nach 1900 ohne verachtenden Beiklang in der Jugendbewegung bekannt. Heute nach DWDS kaum noch gebräuchlich.
  • Nickel: In der Bedeutung als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus (DWDS); nach Duden auch Kobold und Scheltwort für denselben Vornamen.

Die Glieder dieser Wortfamilie zeigen, dass lautmalerische Wurzeln unterschiedliche Ableger hervorbringen können. Pumpernickel hat sich dauerhaft an einem konkreten Produkt festgesetzt, während Verwandte wie Pimpf im Gebrauch stark zurückgegangen sind und heute nach DWDS kaum noch gebräuchlich sind.

Pumpernickel im heutigen Sprachgebrauch

Als Substantiv steht Pumpernickel im Maskulinum. Im Deutschen begegnet das Wort fast ausschließlich in der Singularform, denn der Plural ist nach Duden selten und wird im alltäglichen Sprechen kaum verwendet. Das DWDS führt das Wort ebenfalls meist im Singular. Man fragt also nach einer Scheibe Pumpernickel, nicht nach mehreren Pumpernickeln.

Im Alltag lässt sich das Wort in vielen Sätzen verwenden. Auf dem Frühstückstisch lag frischer Pumpernickel neben Butter und Quark. Der kräftige Geschmack des Pumpernickels passt besonders gut zu würzigen Aufschnittbelägen. Wer ein leichtes Abendessen möchte, kombiniert Pumpernickel mit Lachs und einem Klecks Frischkäse auf der Scheibe. Nach dem Ausflug schnitt sie den Pumpernickel in kleine Stücke und teilte ihn unter den Begleitern auf.

Auch wenn das Wort heute völlig unauffällig klingt, steckt in ihm eine bemerkenswerte Geschichte: Es entwickelte sich von einem Ausdruck für einen groben Menschen zu einem gängigen Brotnamen, der seinen Ruf einem blähenden Brot verdankt. Dieser Wandel ist in DWDS und Duden gut belegt und lässt sich in wenigen Schritten nachvollziehen.

Für Sprachinteressierte ist Pumpernickel ein lehrreiches Beispiel dafür, wie ein Wort seinen ursprünglichen Bezug ablegen kann. DWDS und Duden belegen diesen Wandel vom derben Schimpfwort zum gängigen Brotnamen.

Pumpernickel: Herkunft des Namens: Prüfliste mit vier Punkten

Was nicht stimmt: die Napoleon-Legende und die Grenzen der Deutung

Wer Wörter mit unsicherer Herkunft sucht, schaut auch in die Fremdwörterliste, denn dort finden sich Ausdrücke, deren Ursprung die Forschung bis heute nicht vollständig aufgeklärt hat. Pumpernickel gehört nach Wikipedia ebenfalls dazu: Der Ursprung des Wortes kann laut Wikipedia nicht mit Sicherheit geklärt werden.

Besonders verbreitet ist eine Volkslegende, die den Namen mit Napoleon in Verbindung bringt. Soldaten Napoleons sollen das Brot angeblich als bon pour Nickel bezeichnet haben, was so viel bedeutet wie gut genug für Napoleons Pferd Nickel. Diese Geschichte ist nach dem Wikipedia-Artikel nachweislich so nicht zutreffend und gilt als Volkslegende ohne belegbare Grundlage.

  • DWDS nach Pfeifer: Pumper steht für Furz, Nickel ist als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus; erste schriftliche Bezeugung als Schimpfwort 1628, als Brotname seit 1654.
  • Duden mit Vorbehalt: Die Benennung des Brotes erfolgte wohl wegen der blähenden Wirkung; das wohl zeigt an, dass die Herleitung nicht als vollständig gesichert gilt.
  • Napoleon-Legende: Die Geschichte, Soldaten hätten das Brot bon pour Nickel genannt, gilt nach Wikipedia nachweislich als nicht zutreffend.

Als Merksatz gilt: Die Deutung mit Pumper und Nickel als Wortbestandteilen steht in DWDS und Duden und ist damit die in seriösen Wörterbüchern verankerte Erklärung. Die Napoleon-Geschichte dagegen findet sich in keinem der genannten Wörterbücher und gilt nach Wikipedia ausdrücklich als Legende, nicht als Herkunft.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Woher der Name Pumpernickel wirklich kommt“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

Soll jemand prüfen, ob dein Text Wörter und ihre Herkunft sauber darstellt?

Datei hochladen

Häufige Fragen zur Herkunft von Pumpernickel

Was bedeutet Pumpernickel wörtlich?

Nach DWDS und Wolfgang Pfeifer setzt sich das Wort aus Pumper (Furz) und Nickel zusammen. Das DWDS beschreibt Nickel als eine als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus, der Duden nennt Nickel auch als Kobold. Das DWDS fasst das ursprüngliche Schimpfwort sinngemäß als Furzkerl auf.

Seit wann ist Pumpernickel als Brotname belegt?

Laut DWDS nach Wolfgang Pfeifer ist der Brotname seit 1654 belegt. Anfangs wurde er noch spöttisch verwendet, weil das Brot als schwer verdaulich galt und seinen Namen wohl wegen seiner blähenden Wirkung bekam.

Worin unterscheiden sich DWDS und Duden bei der Erklärung des Wortbestandteils Nickel?

Das DWDS beschreibt Nickel als eine als Schelte gebrauchte Kurzform von Nikolaus. Der Duden nennt Nickel dagegen sowohl als Kobold als auch als Scheltwort und zugleich als Kurzform des Vornamens Nikolaus. Beide Angaben sind getrennt zu betrachten, da sie in Teilen voneinander abweichen.

Was sagt Wikipedia zur Napoleon-Legende?

Wikipedia hält im Abschnitt zur Volkslegende fest, dass die Geschichte, Soldaten Napoleons hätten das Brot als bon pour Nickel bezeichnet, nachweislich so nicht zutreffend ist. Außerdem nennt Wikipedia den Ursprung des Wortes insgesamt als nicht sicher geklärt.

Was ist Pimpf, und warum gehört es zur selben Wortfamilie wie Pumpernickel?

Nach DWDS gehört Pimpf zu derselben lautmalenden Wortgruppe wie Pumpernickel. Nach Wolfgang Pfeifer bedeutete Pimpf ursprünglich kleiner Furz. Im 19. Jahrhundert wurde es abschätzig für einen kleinen Jungen oder Kerl verwendet. Nach 1900 war es in der Jugendbewegung ohne verachtenden Beiklang bekannt und ist heute nach DWDS kaum noch gebräuchlich.

Welches Geschlecht hat Pumpernickel, und wie lautet der Genitiv?

Pumpernickel ist maskulin: der Pumpernickel. Der Genitiv lautet des Pumpernickels. Der Plural die Pumpernickel ist nach Duden selten. Das DWDS führt das Wort überwiegend im Singular.

Gilt die Herkunft von Pumpernickel als gesichert?

Nein. Der Duden verwendet das einschränkende Wort wohl bei der Benennung des Brotes wegen der blähenden Wirkung. Wikipedia hält ausdrücklich fest, dass der Ursprung des Wortes nicht mit Sicherheit geklärt werden kann. Die in DWDS und Duden genannte Deutung mit Pumper und Nickel ist die in seriösen Wörterbüchern verankerte Erklärung, gilt aber nicht als absolut gesichert.

Unsere Partner