Die Herkunft von Quarantäne und die Zahl vierzig

Quarantäne Herkunft: woher das Wort kommt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026 · Wortherkunft

Das Wort Quarantäne trägt seine Geschichte im Namen: Es leitet sich vom Zahlwort für vierzig ab und hat über mehrere Sprachen den Weg ins Deutsche gefunden.

Woher kommt das Wort Quarantäne?

Quarantäne geht auf die Zahl vierzig zurück, denn das Wort bedeutete zuerst eine Frist von vierzig Tagen. Das DWDS leitet das Wort auf das Französische zurück: quarantaine stammt von altfranzösisch caranteine und quaranteine, was Zahl von 40, Zeitraum oder Frist von vierzig Tagen bedeutete. Daneben nennt das DWDS auch das Italienische: quarantena bedeutete Anzahl von 40 und leitet sich vom Zahlwort quaranta für vierzig ab. Der Duden beschreibt die Herkunft ebenfalls über das Französische: quarantaine gehe auf vulgärlateinisch quarranta und schließlich auf lateinisch quadraginta zurück, beides Wörter für vierzig. Nach dem Duden hat sich der Name an der früher üblichen vierzigtägigen Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen festgemacht.

Quarantäne gehört zu den Fremdwörtern aus dem Französischen, die über das Lateinische zurückreichen und deren Geschichte bis ins antike Latein führt. Diese Wortgeschichte zeigt, wie Handelsverbindungen im Mittelmeerraum nicht nur Waren, sondern auch Sprache und Wissen weitergaben.

Heute beschreiben DWDS und Duden mit Quarantäne übereinstimmend die zeitweilige Absonderung von Personen und Tieren, bei denen der Verdacht besteht, eine Infektionskrankheit einzuschleppen oder zu verbreiten. Die Bedeutung hat sich damit vom Zahlwort über die Frist hin zur medizinischen Schutzmaßnahme entwickelt. Der ursprüngliche Kern, die Zahl vierzig, ist im heutigen Sprachgebrauch kaum noch erkennbar, steckt aber tief in der Etymologie des Wortes.

Wer sich für weitere Beispiele dieser Art interessiert, findet unter Fremdwörter aus dem Lateinischen eine Übersicht ähnlicher Wörter, die auf dem gleichen Weg ins Deutsche gelangten.

Quarantäne: Herkunft des Wortes: der Ablauf in drei Schritten

Der Weg vom Lateinischen ins Deutsche

Der Ursprung liegt bei den Fremdwörtern aus dem Lateinischen, genauer im Zahlwort für vierzig: lateinisch quadraginta. Aus diesem Wort entwickelten sich über mehrere Stufen die Formen, die schließlich ins Deutsche führten. Das DWDS beschreibt dabei sowohl einen Weg über das Italienische als auch einen über das Französische, während der Duden allein den französischen Pfad nennt. Auch die Datierungen der Übernahme ins Deutsche weichen je nach Quelle voneinander ab.

Tabelle: Stufe, Form, Sprache, Zeit
StufeFormSpracheZeit
1quadragintaLateinischnicht datiert
2quaranta, quarrantaVulgärlateinischbelegt im 5. Jahrhundert (DWDS)
3quarante, caranteAltfranzösischnicht datiert
4quaranta, quarantenaItalienischAnfang 17. Jh. im Deutschen (DWDS)
5quarantaineFranzösisch18. Jh. im Deutschen (DWDS); 17. Jh. (Wiktionary)
6QuarantäneDeutschab 18. Jahrhundert

Das DWDS liefert dazu den historischen Hintergrund: Schiffe aus verseuchten Gebieten wurden in den Mittelmeerhäfen für eine bestimmte Zeit an abgesonderten Ankerplätzen festgehalten, bevor sie einlaufen durften. Diese Praxis lässt sich nach DWDS in den Mittelmeerhäfen etwa seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Aus ihr entstand der Begriff. Das DWDS nennt als erste deutsche Form Quarantena oder Quarantia, entlehnt aus dem Italienischen, und datiert das auf den Anfang des 17. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert setzte sich dann Quarantaine durch, entlehnt aus dem Französischen. Das Wiktionary dagegen datiert die Übernahme aus dem Französischen ins 17. Jahrhundert und weicht damit von der DWDS-Angabe ab. Diese unterschiedlichen Zeitangaben lassen sich mit dem verfügbaren Quellenmaterial nicht eindeutig klären, da die Quellen verschiedene Wege und Zeiträume benennen.

Vom Zahlwort zur medizinischen Fachsprache

Als eines der Lehnwörter im Deutschen wurde es im 18. Jahrhundert üblich, nachdem es Anfang des 17. Jahrhunderts bereits als Quarantena aus dem Italienischen bekannt war. Die Bedeutung des Wortes hat sich über die Jahrhunderte in mehreren erkennbaren Stufen verändert. Das DWDS hat das Wort in sein Themenglossar zur COVID-19-Pandemie aufgenommen, ohne dabei eine inhaltliche Wertung vorzunehmen.

  • Anzahl vierzig: Am Anfang steht das Zahlwort. Das Wort geht auf quaranta zurück und bezeichnete ursprünglich die Zahl 40 als solche.
  • Vierzigtägige Hafensperre: Aus der Zahl wurde eine Frist. Schiffe aus Gebieten mit Seuchenverdacht mussten laut DWDS und Duden eine Wartezeit von vierzig Tagen einhalten, bevor sie in den Hafen einlaufen durften.
  • Absonderung von Personen und Tieren: Im weiteren Verlauf übertrug sich die Bedeutung auf Menschen und Tiere: Die Quarantäne wurde zur allgemeinen Schutzmaßnahme gegen die Verbreitung von Infektionskrankheiten.
  • Datei in Quarantäne (EDV, Wiktionary): Das Wiktionary nennt zusätzlich einen informatischen Gebrauch: Auch mutmaßlich schädliche Computerprogramme oder Dateien werden in eine Quarantäne verschoben, wo sie keinen Schaden anrichten können.

Die Verschiebung vom Zahlwort zur medizinischen Fachsprache zeigt, wie ein Begriff seinen ursprünglichen Sinn verliert und durch seinen praktischen Einsatz eine neue Bedeutung gewinnt. Heute steht Quarantäne vor allem für Absonderung und Schutz. Die digitale Variante, die das Wiktionary beschreibt, greift genau dieselbe Grundidee auf: das Trennen des Verdächtigen vom Rest, um Schaden zu verhindern. Beide Bedeutungsfelder, das medizinische und das informatische, gehen auf dieselbe Wurzel zurück.

Schreibweisen, Formen und Synonyme

Das DWDS verzeichnet Quarantaine als ältere Schreibung neben der heute geltenden Form mit Umlaut. Wer Wörter aus anderen Sprachen sucht, schaut in die Fremdwörterliste und findet dort häufig solche Schreibvarianten, die die Geschichte eines Wortes sichtbar machen. Im Fall von Quarantäne spiegelt die ältere Form Quarantaine den direkten Einfluss des Französischen wider, während die heute übliche Schreibung mit dem Umlaut die Einbürgerung ins Deutsche zeigt.

  • Quarantaine: Die ältere Schreibform nach dem französischen Vorbild. Das DWDS verzeichnet sie als frühere deutsche Form, bevor sich die eingedeutschte Schreibweise mit Umlaut durchsetzte.
  • Genitiv der Quarantäne und Plural die Quarantänen: Beide Formen sind nach DWDS und Duden korrekt. Im Plural lautet das Wort die Quarantänen, im Genitiv Singular der Quarantäne.
  • Synonyme nach Duden: Als bedeutungsverwandte Ausdrücke nennt der Duden Absonderung, Isolierung und Trennung. Das Wort Separation gilt laut Duden als veraltend.

Der Blick auf verwandte Sprachen verdeutlicht die gemeinsame Wurzel. Italienisch quaranta und französisch quarante sind direkte Verwandte des deutschen Quarantäne: Beide gehen auf dasselbe vulgärlateinische Zahlwort zurück und bedeuten ebenfalls vierzig. Wer das Wort kennt, erkennt in beiden Formen dieselbe Herkunft. Das Wort trägt seine eigene Etymologie in sich, sobald man seinen Ursprung kennt. Das Deutsche hat neben dem entlehnten Wort Quarantäne auch eigene Ausdrücke für denselben Sachverhalt entwickelt: Absonderung und Isolierung sind einheimische Alternativen, die ohne den Umweg über das Lateinische oder Französische auskommen. Die Schreibvariante mit Umlaut ist ein typisches Zeichen dafür, dass ein Fremdwort vollständig ins Deutsche aufgenommen worden ist.

Quarantäne im Satz: Deklination und Beispiele

Als Substantiv ist Quarantäne feminin. Das DWDS und der Duden führen das Wort einheitlich als Femininum. Die folgende Tabelle zeigt die Beugungsformen für Nominativ, Genitiv und Akkusativ nach DWDS und Duden.

Tabelle: Fall, Singular, Plural
FallSingularPlural
Nominativdie Quarantänedie Quarantänen
Genitivder Quarantäneder Quarantänen
Akkusativdie Quarantänedie Quarantänen

Das Wort lässt sich in verschiedenen Kontexten einsetzen. Wer Kontakt mit einer erkrankten Person hatte, kann in Quarantäne liegen und auf diese Weise das eigene Umfeld schützen. Behörden können über einzelne Personen oder ganze Schiffe Quarantäne verhängen, wenn der Verdacht auf eine ansteckende Krankheit besteht. Mehrere angeordnete Quarantänen wurden schrittweise verlängert, bis Klarheit über den Gesundheitszustand der Betroffenen bestand. Die zuständige Stelle prüfte jeden Einzelfall, bevor sie eine Quarantäne aufhob oder bestätigte.

Beim Thema Fremdwörter aus dem Französischen zeigt sich hier vor allem, dass DWDS und Duden Quarantäne übereinstimmend als Femininum führen, ohne dass die Quellen dafür eine allgemeine Genusregel nennen. Die Deklination im Singular folgt einem regelmäßigen Muster: Nur der Artikel wechselt, das Wort selbst bleibt in Nominativ, Genitiv und Akkusativ formal gleich. Im Plural tritt die Endung -n hinzu, was die Form Quarantänen ergibt. Diese regelmäßige Bildung macht das Wort im Deutschen gut handhabbar, auch wenn es ursprünglich aus einer anderen Sprache stammt. Die maritime Prägung des Begriffs zeigt sich noch darin, dass der Duden ein Schiff als typischen Gegenstand nennt, über den Quarantäne verhängt werden kann.

Quarantäne: Herkunft des Wortes: Prüfliste mit vier Punkten

Was die Quellen belegen und was nicht

Bei der Herkunft von Quarantäne gibt es Punkte, die die Quellen klar belegen, und andere, über die sie schweigen oder nur eine Vermutung äußern. Das DWDS schreibt in der Etymologie nach Pfeifer, die Wahl der vierzig Tage sei wohl nach dem vierzigtägigen Aufenthalt in völliger Zurückgezogenheit von Moses und Christus erfolgt. Das Wort wohl zeigt, dass es sich dabei um eine Hypothese handelt, nicht um eine gesicherte historische Erklärung. Der Duden äußert sich zu diesem Punkt nicht. Diese Seite gibt die entsprechende Angabe daher nur als vom DWDS aufgeführte Vermutung wieder, nicht als feststehende Tatsache.

  • Belegt: Das Wort geht auf das Zahlwort für vierzig zurück, auf lateinisch quadraginta über vulgärlateinisch quarranta.
  • Belegt: Das Wort kam nach DWDS über zwei Wege ins Deutsche: über das Italienische und über das Französische. Der Duden nennt nur den französischen Weg.
  • Belegt: Die Praxis der Hafensperre lässt sich nach DWDS in den Mittelmeerhäfen etwa seit dem 14. Jahrhundert nachweisen.
  • Nicht belegt: Welche Stadt diese Praxis zuerst einführte, nennen die Quellen nicht.
  • Nicht belegt: Das genaue Jahr der ersten Quarantäne ergibt sich aus den Quellen nicht.
  • Nur vermutet (DWDS): Der religiöse Hintergrund der vierzig Tage gilt nach Pfeifer im DWDS nur als wahrscheinlich, nicht als gesichert.

Weitere Wortbedeutungen und Wortgeschichten lassen sich nachschlagen, wenn man mehr über verwandte Begriffe oder ähnliche Entlehnungen erfahren möchte. Als Merksatz gilt: Was die Quellen belegen, steht fest, was sie offenlassen, darf nicht als gesichert gelten.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zur Herkunft von Quarantäne

Woher hat die Quarantäne ihren Namen?

Das Wort geht auf das Zahlwort vierzig zurück. Das DWDS leitet es aus dem Französischen quarantaine und dem Italienischen quarantena her, beide abgeleitet vom Zahlwort quaranta für vierzig. Der Duden beschreibt den Weg über Französisch, Vulgärlatein und lateinisch quadraginta. Der Name entstand im Zusammenhang mit der Praxis, Schiffe aus verseuchten Gebieten vierzig Tage an gesonderten Plätzen festzuhalten.

Über welche Sprachen kam Quarantäne ins Deutsche?

Das DWDS nennt zwei Wege: einen über das Italienische, mit der Form Quarantena im frühen 17. Jahrhundert, und einen über das Französische, mit Quarantaine im 18. Jahrhundert. Der Duden beschreibt nur den französischen Pfad. Das Wiktionary datiert die Übernahme aus dem Französischen ins 17. Jahrhundert und weicht damit von der DWDS-Angabe ab.

Welche Synonyme gibt es für Quarantäne?

Der Duden nennt als bedeutungsverwandte Ausdrücke Absonderung, Isolierung und Trennung. Das Wort Separation gilt laut Duden als veraltend.

Wie lautet der Plural von Quarantäne?

Der Plural lautet die Quarantänen, der Genitiv Singular der Quarantäne. Beide Formen verzeichnen DWDS und Duden übereinstimmend.

Welche ältere Schreibweise gibt es für Quarantäne?

Das DWDS verzeichnet Quarantaine als ältere Schreibform. Diese Schreibung folgt dem französischen Vorbild, bevor sich die eingedeutschte Form mit Umlaut durchsetzte.

Was sagt das DWDS über den Grund für die vierzig Tage?

Das DWDS äußert in der Etymologie nach Pfeifer die Vermutung, die vierzig Tage seien wohl nach dem vierzigtägigen Aufenthalt in völliger Zurückgezogenheit von Moses und Christus gewählt worden. Es handelt sich ausdrücklich um eine Hypothese, da Pfeifer das Wort wohl verwendet. Der Duden macht zu diesem Punkt keine Angaben.

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