Woher kommt das Wort Schabernack?
Schabernack Herkunft: woher das Wort kommt
Schabernack steht heute für einen übermütigen, mutwilligen Streich. Woher das Wort stammt, lassen DWDS und Duden ausdrücklich offen: Beide vermerken die Herkunft als unklar oder ungeklärt.
Die kurze Antwort: Herkunft ungeklärt
Die Herkunft von Schabernack ist unklar, denn DWDS und Duden schreiben beide von einer nicht geklärten Herleitung. Das DWDS hält ausdrücklich fest: Herkunft unklar. Es verweist auf mittelhochdeutsche Formen des 14. Jahrhunderts, nämlich schavernac und schabernac, die damals sowohl einen rauhhaarigen, groben Winterhut als auch einen höhnenden, neckenden Streich bezeichneten. In dieser frühen Belegzeit trägt das Wort also schon zwei Bedeutungen gleichzeitig, ohne dass die Quellen erklären, wie diese zusammenhängen. Der Duden schreibt auf seiner Seite schlicht: Herkunft ungeklärt. Er nennt mittelhochdeutsche und mittelniederdeutsche Vorformen, liefert aber ebenfalls keine gesicherte Erklärung für den Ursprung des Wortes. Diese Unsicherheit ist keine redaktionelle Lücke, sondern der Stand der Forschung: Niemand weiß heute mit Sicherheit, wie das Wort entstanden ist.
Die heutige Bedeutung ist dagegen klar und unbestritten: Schabernack steht für einen übermütigen, mutwilligen Streich. Wer jemandem einen Schabernack spielt, plant etwas Neckisches oder Freches, ohne ernsthaft schaden zu wollen. Das DWDS gibt als Grundbedeutung genau das an und ordnet das Wort dem Maskulinum zu. Der Duden bestätigt diese Bedeutung und ergänzt, dass Schabernack in bestimmten Gebrauchsweisen auch einen Scherz oder Spaß bezeichnen kann, allerdings wird diese Bedeutung als selten eingestuft.
Diese Kombination aus alltäglichem Wortgebrauch und ungeklärter Herkunft ist im Deutschen kein Sonderfall. Wer Redewendungen einfach erklärt haben will, findet dort weitere Beispiele wie Schabernack treiben und kann nachvollziehen, wie feste Wendungen in der Sprache lebendig bleiben, selbst wenn die Etymologie offenbleibt. Das Wort Schabernack wird im Alltag problemlos verstanden und eindeutig gebraucht, unabhängig davon, ob seine genaue Entstehungsgeschichte je vollständig aufgeklärt wird.

Der Weg ins Deutsche: belegte Vorstufen
Die ältesten schriftlich gesicherten Formen von Schabernack stammen aus dem 14. Jahrhundert und sind im Mittelhochdeutschen nachgewiesen. Das DWDS und das Wiktionary belegen beide die Schreibweisen schavernac und schabernac, die damals sowohl einen groben Winterhut als auch einen neckenden Streich bezeichneten. Der Duden ergänzt die mitteldeutsche Form schabirnack und verweist auf das Mittelniederdeutsche. Anders als viele bildungssprachliche Wörter gehört Schabernack heute zur Alltagssprache, auch wenn seine belegte Vorgeschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Die folgende Tabelle zeigt ausschließlich die Stufen, die die Quellen tatsächlich belegen, ohne zusätzliche Zwischenschritte oder erfundene Datierungen.
| Stufe | Form | Sprache | Zeit |
|---|---|---|---|
| Mittelhochdeutsch | schavernac, schabernac | Mittelhochdeutsch | 14. Jahrhundert |
| Mittelniederdeutsch | schavernak | Mittelniederdeutsch | nicht datiert (DWDS) |
| Frühe Variante | schaffernack | nicht spezifiziert (DWDS) | 15. Jahrhundert |
| Mitteldeutsch | schabirnack | Mitteldeutsch | nicht datiert (Duden) |
| Neuhochdeutsch | Schabernack | Deutsch | heute |
Das DWDS nennt außerdem das Verb schabernacken mit der Bedeutung schadenfroh necken, belegt seit dem 14. Jahrhundert in der Form schabernagken. Eine Beziehung zu den Wörtern schaben und Nacken sowie zu necken bezeichnet das DWDS ausdrücklich nur als naheliegend, nicht als gesichert. Das ist ein wichtiger Unterschied: Eine Deutung ist keine Herleitung. Die Quellen liefern keinen belegten Weg von der Kopfbedeckung zum Streich. Das DWDS bietet diese Verbindung als mögliche Erklärung an, ohne sie als Tatsache zu bewerten. Ob ein direkter sprachlicher Zusammenhang zwischen dem Winterhut und dem neckenden Streich besteht, bleibt nach aktuellem Stand offen. Wer das Wort Schabernack mit einer sicheren Kette von Vorstufen erklären will, stößt bei den einschlägigen Wörterbüchern auf eine klare Grenze. Weitere Wortbedeutungen und Wortgeschichten lassen sich nachschlagen, um vergleichbare Fälle ungeklärter Etymologie im Deutschen einzuordnen.
Bedeutungswandel: vom Winterhut zum Streich
Im 14. Jahrhundert trug das mittelhochdeutsche schavernac, schabernac zwei Bedeutungen gleichzeitig: Es bezeichnete einen rauhhaarigen, groben Winterhut und zugleich einen höhnenden, neckenden Streich. Wie diese beiden Bedeutungen zusammenhängen oder welche die ältere ist, sagen die Quellen nicht. Eine Erklärung, wie aus dem Hut der Streich wurde, findet sich weder im DWDS noch im Duden noch im Wiktionary. Der Bedeutungswandel lässt sich also beschreiben, aber nicht erklären, zumindest nicht auf der Grundlage dessen, was die Wörterbücher belegen. Wer eine schlüssige Geschichte erzählen will, die vom Kleidungsstück zur neckenden Handlung führt, erfindet mehr, als die Quellen hergeben.
Heute sind folgende Bedeutungen in den Wörterbüchern dokumentiert:
- Übermütiger, mutwilliger Streich: Das ist die Hauptbedeutung laut DWDS und Duden. Sie bezeichnet eine Handlung, die jemanden neckt oder ärgert, ohne ernsthaften Schaden anzurichten.
- Scherz, Spaß: Der Duden führt diese Bedeutung und stuft sie als selten ein. Wenn jemand etwas aus Schabernack tut, meint er es nicht ernst.
- Kind, das Streiche macht: DWDS und Duden kennen beide den umgangssprachlichen, scherzhaften Gebrauch für ein Kind, das oft übermütige oder mutwillige Streiche macht. Dieser Gebrauch ist laut Duden landschaftlich.
- Flurname: Das Wiktionary nennt Schabernack auch als Flurnamen, besonders für Weinberge. Diese Verwendung ist vom Alltagswort getrennt zu betrachten.
- Grober Winterhut: Wiktionary und DWDS verweisen auf die älteste belegte Sachbedeutung des rauen Winterhuts aus dem 14. Jahrhundert.
Wer Synonyme kostenlos finden will, etwa zu Streich, kann dort weitersuchen und wird auf Wörter wie Posse, Eulenspiegelei oder Lausbubenstreich stoßen, die einen ähnlichen Bedeutungsbereich abdecken. Diese Synonyme zeigen, dass Schabernack Teil einer größeren Wortgruppe ist, die neckisches oder schelmisches Verhalten beschreibt, ohne ernsthaften Schaden zu meinen.
Nebenformen, Synonyme und verwandte Wörter
Als Substantiv ist Schabernack maskulin, und das Wort lässt sich mit einer Reihe von belegten Nebenformen sowie sinnverwandten Ausdrücken verbinden. Das DWDS, der Duden und das Wiktionary nennen zusammen mehrere ältere Formen und passende Synonyme.
- schavernac, schabernac: Mittelhochdeutsche Formen aus dem 14. Jahrhundert, belegt bei DWDS und Wiktionary. Sie bezeichneten damals sowohl den Winterhut als auch den neckenden Streich und sind die ältesten gesicherten Vorstufen.
- schavernak: Mittelniederdeutsche Form, laut DWDS mit den Bedeutungen Hohn, Spott und böser Possenstreich. Sie zeigt, dass das Wort auch im Niederdeutschen verbreitet war.
- schaffernack: Eine weitere Variante, die das DWDS für das 15. Jahrhundert belegt, ohne eine genauere Bedeutungsangabe hinzuzufügen.
- schabernacken: Das zugehörige Verb, laut DWDS mit der Bedeutung schadenfroh necken, bereits im 14. Jahrhundert in der Form schabernagken nachgewiesen.
- Eulenspiegelei, Jungenstreich, Kapriole, Lausbubenstreich: Synonyme laut Duden, die alle eine neckische oder freche Handlung bezeichnen, ohne ernsthafte Absicht zu unterstellen.
- Posse, Streich: Sinnverwandte Wörter laut Wiktionary, die denselben Bedeutungsbereich abdecken.
Das DWDS nennt außerdem zwei Eigennamen, die ähnlich klingen, aber wohl unabhängig von diesem Wort sind: Zum einen gab es mittelhochdeutsch schavernac als Bezeichnung für einen Südwein, der ursprünglich wohl Wein aus Chiavenna meinte. Zum anderen ist der um 1200 urkundlich nachgewiesene Name eines mittelrheinischen Weingutes ze Schabernakken belegt. Das DWDS stuft beide ausdrücklich als von Schabernack im Sinne von Streich oder Necken unabhängig ein. Ein Zusammenhang zwischen den Weinnamen und dem Wort für den neckenden Streich ist also nach Quellenstand nicht belegt und sollte nicht als gesichert dargestellt werden.
Schabernack im heutigen Sprachgebrauch
Das Wort Schabernack wird nach DWDS-Angaben überwiegend im Singular verwendet. Der Plural Schabernacke ist zwar gebildet, tritt aber im Alltag kaum auf. Im Gegensatz zu bildungssprachlichen Wörtern gehört Schabernack zur Alltagssprache und wird ohne besondere Vorkenntnisse verstanden. Die folgende Tabelle zeigt die Deklinationsformen für Nominativ, Genitiv und Akkusativ nach Duden und DWDS.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Schabernack | die Schabernacke |
| Genitiv | des Schabernacks / des Schabernackes | der Schabernacke |
| Akkusativ | den Schabernack | die Schabernacke |
Im Alltag lässt sich das Wort in verschiedenen Wendungen einsetzen. Die Gruppe beschloss, dem neuen Kollegen einen harmlosen Schabernack zu spielen, und wartete gespannt auf seine Reaktion. Wer so viel Schabernack im Kopf hat wie dieser Junge, findet immer einen Anlass für neue Streiche. Manchmal reicht ein einziger Blick, um zu erkennen, dass jemand Schabernack treiben will, bevor er überhaupt etwas gesagt hat. Auch im hohen Alter verlor er nie seine Freude daran, mit Freunden Schabernack zu treiben und alle zum Lachen zu bringen.
Die festen Verbindungen jemandem einen Schabernack spielen und Schabernack treiben sind laut DWDS und Wiktionary die gebräuchlichsten Verwendungsweisen. Das Wort wirkt dabei nie besonders ernst oder bedrohlich: Es beschreibt Neckerei und übermütigen Unfug, nicht böswillige Handlungen.

Was die Quellen nicht sagen
DWDS und Duden lassen die Herkunft von Schabernack ausdrücklich offen. Das DWDS schreibt Herkunft unklar, der Duden Herkunft ungeklärt. Keine dieser Quellen nennt eine gesicherte Erklärung für den Ursprung des Wortes, und diese Seite entscheidet diesen offenen Stand ebenfalls nicht.
- Was sich belegt sagen lässt: Die mittelhochdeutschen Formen schavernac und schabernac sind im 14. Jahrhundert nachgewiesen. Das Wort bezeichnete damals sowohl einen Winterhut als auch einen neckenden Streich. Das Verb schabernacken ist ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert belegt. Mittelniederdeutsch schavernak und schaffernack aus dem 15. Jahrhundert sind weitere gesicherte Formen.
- Was sich nicht belegt sagen lässt: Der Ursprung des Wortes ist unklar. Wie aus dem Winterhut der Streich wurde oder ob überhaupt ein direkter Zusammenhang zwischen den beiden Bedeutungen besteht, sagen die Quellen nicht. Die Verbindung zu schaben, Nacken und necken ist laut DWDS nur naheliegend, nicht gesichert.
- Weinname und Weingut: Die mittelhochdeutsche Verwendung schavernac für einen Südwein und der Weingutsname ze Schabernakken klingen ähnlich, gelten laut DWDS aber als unabhängig vom Wort Schabernack im Sinne von Streich. Ein Zusammenhang ist nicht belegt.
Volksetymologische Deutungen wie eine direkte Ableitung aus dem Bild des scheuernden Hutes dürfen nicht als Tatsache dargestellt werden, weil die Quellen sie nicht als gesichert ausweisen. Weitere Wörter mit ungeklärter Herkunft stehen im Bedeutung Lexikon, wo sich ähnliche Fälle aus dem Deutschen nachschlagen lassen. Merksatz: Wer zu Schabernack eine eindeutige Herkunft sucht, wird bei DWDS und Duden nicht fündig, denn beide Wörterbücher lassen die Frage bewusst offen.
Quellen und Stand
- DWDS: Schabernack, Etymologie nach Pfeifer, Bedeutung, Beispiele: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-01)
- Duden: Schabernack, Bedeutung und Herkunft: www.duden.de (geprüft am 2026-10-01)
- Wiktionary: Schabernack, Herkunft und Bedeutungen: de.wiktionary.org (geprüft am 2026-10-01)