Nichtsdestotrotz oder nichtsdestoweniger verwenden
Beide korrekt – ein Wort, gleiche Bedeutung
Nichtsdestotrotz oder nichtsdestoweniger – beide Wörter sind korrekt und bedeuten trotzdem. Nichtsdestoweniger gilt als gehobener, nichtsdestotrotz ist heute ebenfalls anerkannt. Hier bekommst du die Regel und Beispiele.
Nichtsdestotrotz oder nichtsdestoweniger: Welche Schreibweise ist richtig?
Die kurze Antwort lautet: Beide Varianten sind richtig, und beide werden zusammengeschrieben. Nichtsdestoweniger ist die klassische Form und klingt gehoben. Nichtsdestotrotz entstand als scherzhafte Verbindung aus nichtsdestoweniger und trotzdem, wird inzwischen jedoch ebenfalls anerkannt. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied: Beide Wörter bedeuten trotzdem oder dennoch. Damit ist auch die Frage „Nichtsdestotrotz oder nichtsdestoweniger? Regel“ beantwortet.
Nichtsdestoweniger als gehobene Variante
Wenn ein Text formell oder wissenschaftlich klingen soll, passt nichtsdestoweniger meist besser. Das Wort drückt den Gegensatz sachlich und gehoben aus. So kann es im Satz stehen: Die Methode ist aufwendig; nichtsdestoweniger liefert sie präzise Ergebnisse. Die Aussage bleibt dabei dieselbe wie mit trotzdem oder dennoch.
Nichtsdestotrotz als verbreitete Variante
Im alltäglichen Sprachgebrauch begegnet dir nichtsdestotrotz besonders häufig. Die Form ist anerkannt und deshalb kein Rechtschreibfehler. Ein typischer Beispielsatz lautet: Es regnete; nichtsdestotrotz gingen wir spazieren. Achte lediglich auf die Zusammenschreibung. Das gilt für nichtsdestotrotz ebenso wie für nichtsdestoweniger.
Welche Variante passt zu deinem Text?
Die Wahl hängt vor allem vom gewünschten Sprachstil ab. Für einen gehobenen Text bietet sich nichtsdestoweniger an. In weniger formellen Zusammenhängen ist nichtsdestotrotz völlig in Ordnung. Wenn du „Nichtsdestotrotz oder nichtsdestoweniger verwenden“ als konkrete Schreibfrage klären möchtest, hilft daher diese Entscheidung: Bedeutung und Rechtschreibung sind bei beiden korrekt, nur ihre stilistische Wirkung unterscheidet sich.
Herkunft der beiden Wörter
Die ältere Bildung ist nichtsdestoweniger. Das Wort besteht aus „nichts“, „desto“ und „weniger“. Wörtlich lässt es sich als „um nichts weniger“ verstehen und hat damit die Bedeutung „trotzdem“. Nichtsdestotrotz kam deutlich später auf. Es entstand als scherzhafte Vermischung von nichtsdestoweniger und trotzdem. Lange wurde diese Mischform nur der Umgangssprache zugeordnet. Sie setzte sich jedoch durch und wird heute im Duden als gleichwertige Variante geführt.
Bedeutung, Funktion und Synonyme
Mit beiden Wörtern stellst du einen Gegensatz her. Eine Handlung oder ein Sachverhalt tritt ein, obwohl zuvor ein Einwand oder ein Grund dagegen genannt wurde. Der zweite Gedanke hebt den ersten also nicht auf. Abhängig vom Ton kannst du stattdessen „trotzdem“, „dennoch“, „gleichwohl“, „dessen ungeachtet“ oder „trotz alledem“ schreiben. Gerade in sehr sachlichen Texten können die kürzeren Synonyme eleganter wirken als nichtsdestotrotz und nichtsdestoweniger.
Satzstellung und Kommasetzung
Grammatisch sind nichtsdestotrotz und nichtsdestoweniger Adverbien. Häufig stehen sie am Anfang eines Satzes oder unmittelbar nach dem Verb. Beginnt der Satz mit dem Adverb, folgt direkt das gebeugte Verb: Nichtsdestotrotz blieb sie ruhig. Nach dem einleitenden Adverb setzt du kein zusätzliches Komma. Verbindest du dagegen zwei Hauptsätze, gehört das Komma vor das Adverb: Es war spät, nichtsdestoweniger arbeiteten wir weiter.
Häufige Schreibfehler vermeiden
Besonders oft führt die Getrenntschreibung zu einem Fehler. Die Schreibweisen „nichts desto trotz“ und „nichts desto weniger“ sind nicht korrekt, denn beide Ausdrücke bilden jeweils ein einziges Wort. Die Mischform „nichtsdestominder“ gilt außerdem als veraltet. Verzichte auch auf eine Wiederholung wie „nichtsdestotrotz trotzdem“. Beide Wörter transportieren dieselbe Aussage, sodass die Dopplung unnötig ist.
Beispiele für beide Varianten
Die folgenden Sätze zeigen, wie beide Formen einen Gegensatz ausdrücken und in unterschiedlichen Textsorten wirken:
- Die Studie stieß auf Kritik; nichtsdestoweniger prägt sie das Fach bis heute.
- Der Zug verspätete sich. Nichtsdestotrotz erreichten wir den Termin.
- Das Budget fiel knapp aus, nichtsdestoweniger wurde das Projekt umgesetzt.
- Er hatte kaum trainiert; nichtsdestotrotz bestand er die Prüfung souverän.
Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich eher die gehobene Variante. In Blogtexten oder E-Mails wirkt die verbreitete Form dagegen völlig unauffällig. Entscheide dich innerhalb eines Textes möglichst für eine Schreibweise. So bleibt der sprachliche Stil einheitlich und der Wechsel zwischen den gleichbedeutenden Formen lenkt nicht vom Inhalt ab.
Eselsbrücke zur richtigen Schreibweise
Bei Unsicherheit kannst du dir den gemeinsamen Anfang „nichtsdesto“ merken. Danach folgt entweder „weniger“ oder „trotz“, ohne Leerzeichen. Die Endung „weniger“ erinnert an die gehobene Variante. Die Endung „trotz“ lässt sich leicht mit dem alltäglichen „trotzdem“ verbinden. Diese Eselsbrücke hilft dir dabei, beide Wörter zusammenzuschreiben und zugleich die stilistisch passende Form auszuwählen.
Die Regel auf einen Blick
Für die schnelle Kontrolle findest du hier alle entscheidenden Punkte:
- Nichtsdestotrotz und nichtsdestoweniger sind korrekt und werden jeweils als ein Wort geschrieben.
- Für formelle und wissenschaftliche Texte ist nichtsdestoweniger meist die passendere Wahl.
- Im Alltag ist nichtsdestotrotz weit verbreitet und inzwischen ebenfalls anerkannt.
- Für einen gehobenen Stil wählst du eher nichtsdestoweniger, ansonsten kannst du problemlos nichtsdestotrotz schreiben.
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