Arbeitnehmer geschlechtergerecht formulieren
Arbeitnehmer gendern: mögliche Schreibweisen erklärt
Wer im Berufsalltag Arbeitnehmer geschlechtergerecht formulieren möchte, kann zwischen mehreren sprachlichen Formen wählen, ohne dass eine einzelne Variante amtlich vorgeschrieben ist. Hier findest du die wichtigsten Schreibweisen im Überblick: Wir zeigen dir, wie Doppelform, Sonderzeichen im Wortinnern und die Partizipform Arbeitnehmende aufgebaut sind und wie der Rat für deutsche Rechtschreibung, das BGB sowie das AGG diese Möglichkeiten einordnen.
Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick
Wenn du den Begriff Arbeitnehmer gendern möchtest, stehen dir im Wesentlichen die ausgeschriebene Doppelform Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Varianten mit Sonderzeichen wie Arbeitnehmer*innen sowie die substantivierte Partizipform Arbeitnehmende zur Verfügung. Während die Paarform die weibliche und die männliche Bezeichnung ausdrücklich nebeneinanderstellt, arbeitet die Schreibweise Arbeitnehmer*innen mit einem sichtbaren Zeichen im Wortinnern, und Arbeitnehmende nutzt eine geschlechtsneutrale Ableitung aus dem Partizip. Aus den maßgeblichen sprachlichen und rechtlichen Quellen ergibt sich für keine dieser Schreibweisen eine allgemeinverbindliche Pflicht.
| Schreibweise | Beispiel |
|---|---|
| Doppelform | Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer |
| Genderstern | Arbeitnehmer*innen |
| Partizipform | Arbeitnehmende |
| Unterstrich | Arbeitnehmer_innen |
Mit seinem Beschluss vom 14. Juli 2023 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung festgehalten, dass Asterisk, Unterstrich, Doppelpunkt sowie vergleichbare Sonderzeichen im Wortinnern nicht in das amtliche Regelwerk aufgenommen werden. Diese fachliche Einordnung grenzt den Bestand der amtlichen Orthografie ab, spricht jedoch kein allgemeines Verbot solcher Zeichen im Sprachgebrauch aus. Da weder die Doppelform noch die Partizipform mit Wortbinnenzeichen gebildet werden, fallen beide Varianten ohnehin unter die reguläre Rechtschreibung. Wer beurteilen möchte, inwieweit verkürzte Formen mit bisherigen Regeln vereinbar sind, sollte deshalb stets den genauen Wortlaut und die Begründung des Ratsbeschlusses heranziehen.
Genauso wie beim Thema Mitarbeiter gendern richtet sich die passende Wahl in der Praxis nach der jeweiligen Textsorte und dem geltenden Hausstil. Die ausgeschriebene Doppelform benennt beide Gruppen explizit, wohingegen bei einer Partizipform der gesamte Satz daraufhin gelesen werden sollte, ob die Aussage präzise bleibt. Sollen Sonderzeichen zum Einsatz kommen, empfiehlt sich vorab ein Blick in die Richtlinien der eigenen Institution oder Redaktion. Angaben zur statistischen Verbreitung einzelner Formen machen die zugrunde liegenden Quellen nicht; für verwandte Personenbezeichnungen bietet ein Gender-Wörterbuch schnelle Orientierung.

Wie der Rechtschreibrat Sonderzeichen und Lesbarkeit bewertet
Wenn du Arbeitnehmer oder verwandte Begriffe wie Angestellter gendern möchtest, liefern die Kriterien des Rats für deutsche Rechtschreibung einen hilfreichen Prüfrahmen. In den ergänzenden Erläuterungen vom 15. Dezember 2023 hebt das Gremium hervor, dass geschriebene Texte sachliche Korrektheit, gute Verständlichkeit, flüssige Lesbarkeit sowie problemlose Vorlesbarkeit bieten sollen. Darüber hinaus müssen Formulierungen die Rechtssicherheit in Verwaltung und Rechtspflege wahren, sich automatisiert in andere Sprachen übertragen lassen und dürfen den Erwerb sowie das Lernen der geschriebenen deutschen Sprache nicht unnötig belasten. Zugleich ordnet der Rat geschlechtergerechte Sprache als breite gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe ein, ohne daraus eine einzelne Pflichtform für Arbeitnehmer abzuleiten.
Durch den Beschluss vom 14. Juli 2023 stehen Wortbinnenzeichen wie Asterisk, Unterstrich und Doppelpunkt weiterhin außerhalb des amtlichen Regelwerks. Diese Festlegung bezieht sich ausschließlich auf das offizielle orthografische Regelwerk und gibt weder für private Schreiben noch für dienstliche Dokumente eine bestimmte Formulierung verbindlich vor. Welche Variante im Einzelfall überzeugt, klärst du daher am besten anhand der jeweiligen Textsorte und des internen Hausstils.
Unabhängig von der amtlichen Rechtschreibung steht es Unternehmen, Behörden, Hochschulen und Redaktionen frei, eigene Hausregeln für den Umgang mit Sonderzeichen zu definieren, da der Rechtschreibrat solche internen Leitlinien nicht steuert. So kann eine betriebliche Vorgabe beispielsweise die Schreibweise Arbeitnehmer*innen für die Unternehmenskommunikation vorsehen. Prüfe deshalb vor dem Verfassen eines Textes immer die maßgebliche Richtlinie deiner Einrichtung und halte diese organisatorische Vorgabe sauber von der Einordnung im amtlichen Regelwerk getrennt.
Beim Ausformulieren einzelner Sätze helfen dir vor allem die Maßstäbe Verständlichkeit, Lesbarkeit und Vorlesbarkeit dabei, holprige Konstruktionen zu vermeiden. Eine grundsätzliche Entscheidung über den geltenden Hausstil nehmen dir diese sprachlichen Leitplanken jedoch nicht ab. Ebenso wenig enthalten die Quellen Aussagen über die Nutzungshäufigkeit bestimmter Varianten oder pauschale Wirkungszusagen. Betrachte daher auch bei ähnlichen Begriffen rund um Angestellter gendern stets den gesamten Textzusammenhang.
Die Partizipform Arbeitnehmende richtig einordnen und verwenden
Ähnlich wie beim Thema Kollege gendern solltest du auch beim Einsatz von Arbeitnehmende immer die Wirkung im vollständigen Satz prüfen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache beschreibt substantivierte Partizipien am Beispiel von Begriffen wie Studierende und Mitarbeitende als Möglichkeit zur geschlechtsneutralen Personenbezeichnung. Grammatisch werden solche Ausdrücke aus dem Partizip Präsens eines Verbs abgeleitet, wobei der genannte Fachbeitrag dieses allgemeine Bildungsmuster anhand der erwähnten Beispielwörter veranschaulicht.
Die Form Arbeitnehmende folgt demselben sprachlichen Bildungsmuster, selbst wenn der Artikel der Gesellschaft für deutsche Sprache dieses spezifische Wort nicht wörtlich aufführt. Es handelt sich somit um eine analoge Übertragung des erklärten Prinzips und nicht um ein direktes Zitat aus dem Beitrag. Nach Darstellung der Sprachgesellschaft können substantivierte Partizipien im Deutschen durchaus gewöhnliche, wiederkehrende Handlungen oder ein länger andauerndes Verhältnis ausdrücken, ohne dass die betreffende Tätigkeit exakt im Augenblick des Sprechens ausgeübt werden muss.
Für die praktische Textarbeit empfiehlt es sich, zwischen der reinen Wortbildung und der inhaltlichen Aussage des gesamten Satzes zu unterscheiden. Lies den jeweiligen Abschnitt im Zusammenhang durch und kontrolliere, ob der Ausdruck Arbeitnehmende die gemeinte Personengruppe fachlich und sprachlich treffend bezeichnet. Ob sich diese Partizipform für eine bestimmte Textsorte eignet, legt die sprachwissenschaftliche Quelle nicht fest; diese Abwägung richtet sich nach dem jeweiligen Dokumenttyp und dem geltenden Hausstil.
Wenn du überlegst, Arbeitnehmende im eigenen Entwurf zu nutzen, hilft eine direkte Gegenüberstellung mit der ausgeschriebenen Doppelform Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb desselben Satzes. Achte bei Quellenverweisen darauf, den Beitrag der Gesellschaft für deutsche Sprache nicht als ausdrückliche Einzelbesprechung des Wortes Arbeitnehmende wiederzugeben. Möchtest du weitere Personenbezeichnungen abgleichen, kannst du ergänzend ein Gender-Wörterbuch heranziehen, wobei am Ende immer die präzise Aussage deines Satzes den Ausschlag gibt.
Was BGB und AGG für Arbeitsvertrag und Stellenausschreibung regeln
Weder ein Gender-Doppelpunkt noch eine andere spezifische Genderform wird durch das BGB für die Abfassung eines Arbeitsvertrags vorgeschrieben. In Paragraf 611a Absatz 1 BGB definiert das Gesetz die vertragstypischen Pflichten beim Arbeitsvertrag und nutzt dafür im Gesetzestext die Bezeichnungen Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber. Eine Pflicht zu einer bestimmten gegenderten Schreibweise im Vertragstext ist mit dieser gesetzlichen Regelung nicht verbunden.
Anders sieht die rechtliche Lage bei der Veröffentlichung von Stellenangeboten nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aus. Gemäß Paragraf 11 AGG darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot aus Paragraf 7 Absatz 1 ausgeschrieben werden, woraus sich das Gebot einer geschlechtsneutralen Stellenausschreibung ableitet. Eine bestimmte sprachliche Technik wie den Genderstern oder die Doppelform schreibt der Gesetzgeber für die Umsetzung jedoch nicht verbindlich vor.
Um eine Stellenausschreibung geschlechtsneutral zu gestalten, kommen in der Praxis unter anderem die ausgeschriebene Doppelform oder eine Berufsbezeichnung mit dem Klammer- beziehungsweise Kurzhinweis m/w/d in Betracht. Diese beiden Möglichkeiten stehen als Beispiele nebeneinander, ohne dass die Quellen eine Aussage über ihre Verbreitung oder eine rechtliche Rangfolge treffen. Entscheidend ist, dass der gesamte Wortlaut der Anzeige widerspruchsfrei formuliert ist und zu den internen Vorgaben des ausschreibenden Unternehmens passt.
Soll in einem Entwurf der Gender-Doppelpunkt genutzt werden, lässt er sich als Sonderzeichen im Wortinnern rechtlich und orthografisch getrennt betrachten: Während der Rechtschreibrat solche Zeichen nicht für das amtliche Regelwerk empfiehlt, gibt das AGG keine bestimmte Schreibweise für Stellenanzeigen vor. BGB und AGG beantworten somit unterschiedliche Teilfragen rund um das Arbeitsverhältnis. Im Gesetzestext zum Arbeitsvertrag steht der Begriff Arbeitnehmer, wohingegen für die Stellenausschreibung eine geschlechtsneutrale Formulierung gefordert ist; welche konkrete Form du wählst, klärst du ergänzend anhand des Hausstils.

Entscheidungshilfe nach Textsorte, Hausstil und Satzkontext
Zusammenfassend bewegt sich die ausgeschriebene Doppelform Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vollständig innerhalb des amtlichen Regelwerks, da sie ohne Sonderzeichen im Wortinnern auskommt. Schreibweisen mit Wortbinnenzeichen wie Arbeitnehmer*innen sind nach dem Beschluss des Rats für deutsche Rechtschreibung nicht Teil der amtlichen Orthografie, ohne deshalb verboten zu sein. Die Alternative Arbeitnehmende folgt dem sprachlichen Muster substantivierter Partizipien; ob sie im jeweiligen Text die beste Lösung darstellt, sollte stets im Zusammenspiel mit dem geltenden Hausstil beurteilt werden.
Da keine einzelne Regelung eine universelle Pflichtform festlegt, hängt die passende Schreibweise vor allem von der Textsorte und den redaktionellen Leitlinien ab. Kläre im ersten Schritt, ob du an einem Arbeitsvertrag, einer Stellenausschreibung, einer Hausarbeit oder einer internen Mitteilung schreibst. Prüfe anschließend die Vorgaben der zuständigen Institution und teste am vollständigen Satz, ob die gewählte Formulierung klar und flüssig bleibt. Eine pauschale Empfehlung für sämtliche Anwendungsfälle oder eine allgemeine Erfolgszusage lässt sich aus den zitierten Quellen nicht ableiten.
Unser Gender-Wörterbuch im Überblick unterstützt dich dabei, für weitere Berufs- und Personenbezeichnungen passende Paarformen oder neutrale Alternativen nachzuschlagen. Gleichwohl solltest du jeden Wörterbuchvorschlag im konkreten Satzkontext gegenlesen und mit deinem Hausstil abgleichen, denn ein Nachschlagewerk ersetzt weder den Blick auf die Textsorte noch verbindliche Vorgaben einer Einrichtung. Als praktische Prüffragen dienen dir dabei wieder Verständlichkeit, Lesbarkeit und Vorlesbarkeit gemäß den Kriterien des Rechtschreibrats.
Für eine fundierte Auswahl hilft es, die verschiedenen Ebenen klar auseinanderzuhalten: Der Rat für deutsche Rechtschreibung beantwortet die Frage, wie Sonderzeichen im amtlichen Regelwerk stehen, während die Gesellschaft für deutsche Sprache das grammatische Bildungsmuster substantivierter Partizipien erläutert. Davon getrennt regeln BGB und AGG die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Arbeitsvertrag und die geschlechtsneutrale Stellenausschreibung. Auf dieser Grundlage wählst du für dein Dokument genau die Form aus, die fachlich zu Textsorte und Hausstil passt.
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Stand: 18. September 2026korrektur.de. (2026, 18. September). Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick. korrektur.de. https://korrektur.de/gendern-arbeitnehmer
„Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick.“ korrektur.de, 18. Sept. 2026, korrektur.de/gendern-arbeitnehmer. Zugriff 28. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick. Verfügbar unter: https://korrektur.de/gendern-arbeitnehmer (Zugriff: 28. Oktober 2026).
korrektur.de. „Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick.“ Zuletzt geändert 18. September 2026. https://korrektur.de/gendern-arbeitnehmer.
korrektur.de. Arbeitnehmer gendern: Schreibweisen im Überblick [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/gendern-arbeitnehmer
Quellen und Stand
- Rat für deutsche Rechtschreibung: Beschluss vom 14.07.2023 zu Sonderzeichen im Wortinnern: www.rechtschreibrat.com (geprüft am 2026-09-18)
- Rat für deutsche Rechtschreibung: Erläuterungen vom 15.12.2023 zur geschlechtergerechten Schreibung: www.rechtschreibrat.com (geprüft am 2026-09-18)
- Bürgerliches Gesetzbuch, Paragraf 611a: Vertragstypische Pflichten beim Arbeitsvertrag: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-18)
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, Paragraf 11: Ausschreibung: www.gesetze-im-internet.de (geprüft am 2026-09-18)
- Gesellschaft für deutsche Sprache: Substantivierte Partizipien, Über Studierende und ähnliche Bildungen: gfds.de (geprüft am 2026-09-18)
Wer im beruflichen oder akademischen Umfeld „Arbeitnehmer geschlechtergerecht formulieren“ möchte, verbindet mit diesem Vorgehen orthografische Klarheit, rechtliche Einordnung und einen stimmigen Satzbau.