Gendern Mitarbeiter: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Berufsbezeichnung Mitarbeiter
Wer gendern Mitarbeiter korrekt umsetzen möchte, kann zwischen mehreren Formen wählen: der Doppelnennung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verkürzten Varianten wie Mitarbeiter*innen, Mitarbeiter:innen, Mitarbeiter_innen oder MitarbeiterInnen sowie geschlechtsneutralen Alternativen wie Mitarbeitende oder Beschäftigte. Welche Form passend ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt bislang keine der verkürzten Formen als verbindlicher Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie dennoch in wissenschaftlichen Arbeiten. Entscheidend ist eine konsequente, einheitliche Verwendung im gesamten Text.
Gendern Mitarbeiter: die kurze Antwort
Um gendern Mitarbeiter geschlechtergerecht zu formulieren, stehen grundsätzlich drei Wege offen: die Doppelnennung beider Formen, eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen oder eine neutrale Umschreibung. Bei der Doppelnennung werden weibliche und männliche Form ausgeschrieben, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Verkürzte Varianten wie Mitarbeiter*innen, Mitarbeiter:innen oder Mitarbeiter_innen sparen Platz und sollen zugleich Personen einschließen, die sich keiner der beiden binären Formen eindeutig zuordnen. Eine dritte Möglichkeit ist die geschlechtsneutrale Alternative Mitarbeitende, die grammatisch keine Genderzeichen benötigt. Welche Form im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Textformat, vom Fachbereich und von etwaigen Vorgaben der Institution ab.

Alle Genderformen im Überblick
Für das Wort Mitarbeiter existieren mehrere anerkannte Schreibweisen, die geschlechtergerechte Sprache umsetzen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Formen:
- Doppelnennung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Gendersternchen: Mitarbeiter*innen
- Gender-Doppelpunkt: Mitarbeiter:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Mitarbeiter_innen
- Binnen-I: MitarbeiterInnen
Alle verkürzten Varianten basieren auf der weiblichen Pluralform Mitarbeiterinnen, die um den Wortstamm Mitarbeiter mit einem Sonderzeichen und der Endung innen ergänzt wird. Sie unterscheiden sich lediglich im verwendeten Zeichen zwischen Wortstamm und Endung, nicht aber in der grammatischen Grundlage. Beim lauten Lesen werden Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich meist als kurze Sprechpause vor der Endung innen realisiert, während Doppelnennung und Binnen-I ohne diese Pause auskommen. In formellen Anschreiben oder Verträgen wird häufig die ausgeschriebene Doppelnennung bevorzugt, in internen Dokumenten und auf Webseiten kommen die kürzeren Varianten öfter zum Einsatz.
Geschlechtsneutrale Alternative: Mitarbeitende
Eine geschlechtsneutrale Alternative zur Doppelnennung oder zu Sonderzeichen ist das Partizip Präsens Mitarbeitende. Es bezeichnet Personen, die gerade arbeiten oder beschäftigt sind, unabhängig vom Geschlecht, und wird grammatisch wie ein Adjektiv im Plural verwendet: die Mitarbeitenden, den Mitarbeitenden. Ähnlich funktionieren die Sammelbegriffe Beschäftigte, Belegschaft oder Personal, die ebenfalls ohne Genderzeichen auskommen. Für die Einzahl bietet sich die Formulierung Person, die im Unternehmen beschäftigt ist an, auch wenn sie im Alltag seltener genutzt wird, weil sie umständlicher klingt als die kurze Substantivform. In formellen Texten wie Studienarbeiten oder Verträgen gelten Mitarbeitende und Beschäftigte inzwischen als etablierte, gut lesbare Alternativen, die weder Doppelnennung noch Sonderzeichen erfordern. Mehr zu neutralen Formulierungen liefert der Beitrag gendergerechte Sprache.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
Im wissenschaftlichen Schreiben lässt sich die Doppelnennung unmittelbar anwenden: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts wurden im Rahmen der Studie zu ihrer Arbeitszufriedenheit befragt. Wird stattdessen eine verkürzte Form bevorzugt, kann derselbe Satz lauten: Die Mitarbeiter*innen des Instituts wurden befragt. Auch die neutrale Variante ist möglich: Die Mitarbeitenden des Instituts wurden befragt. Alle drei Sätze sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in der gewählten Form der geschlechtergerechten Formulierung. Für eine Abschlussarbeit empfiehlt es sich, eine Variante festzulegen und sie im gesamten Dokument beizubehalten, damit der Text einheitlich wirkt und keine sprunghaften Wechsel zwischen den Schreibweisen entstehen.

Häufige Fehler beim Gendern Mitarbeiter
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Textes, etwa Mitarbeiter*innen in einem Kapitel und Mitarbeiter:innen im nächsten. Ebenso problematisch ist die Vermischung von Doppelnennung und Sonderzeichen im selben Satz. Zu beachten ist außerdem, dass das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Gendersternchen und Doppelpunkt bislang nicht als Standard führt, auch wenn zahlreiche Hochschulen sie in schriftlichen Arbeiten zulassen oder sogar voraussetzen. Für eine wissenschaftliche Arbeit gilt daher: zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Instituts prüfen, andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Umschreibung wie Mitarbeitende bleiben. Ausführliche Hinweise zur einheitlichen Umsetzung bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum geschlechtergerechten Formulieren
Für die Personenbezeichnung Mitarbeiter stehen mehrere gleichwertige Wege offen: die klassische Doppelnennung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, verkürzte Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die geschlechtsneutrale Alternative Mitarbeitende. Welche Variante gewählt wird, hängt vom Textformat und von den jeweiligen Vorgaben ab, entscheidend ist vor allem eine konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Dokument. Für eine wissenschaftliche Arbeit gilt zusätzlich: Zunächst die Vorgaben der Hochschule prüfen, danach eine Form festlegen und diese durchgängig beibehalten. Wer sich unsicher ist oder eine Abschlussarbeit vor der Abgabe prüfen lassen möchte, findet Unterstützung bei einer professionellen sprachlichen Durchsicht.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Arzt gendern, Lehrer gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.