Gendern Maurer: Alle Formen im Überblick
Doppelnennung, Sonderzeichen und neutrale Alternativen
Die geschlechtergerechte Form von Maurer lässt sich auf mehrere Arten bilden: als weibliche Form Maurerin, als Doppelnennung Maurerinnen und Maurer oder als verkürzte Schreibweise mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich. Wer nach einer Lösung für gendern Maurer sucht, findet hier alle gängigen Varianten im Überblick, von der ausgeschriebenen Doppelnennung über Maurer*innen und Maurer:innen bis hin zu einer geschlechtsneutralen Umschreibung, die sich besonders für wissenschaftliche Arbeiten und Abschlussarbeiten im Bauwesen eignet und Missverständnisse beim Lesen vermeidet.
Kurze Antwort
Die maskuline Berufsbezeichnung Maurer bezeichnet grammatisch zunächst nur männliche Personen. Für eine geschlechtergerechte Formulierung stehen mehrere anerkannte Varianten zur Verfügung: die explizite weibliche Form Maurerin (Plural: Maurerinnen), die Doppelnennung Maurerinnen und Maurer sowie verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen wie Maurer*innen, Maurer:innen oder Maurer_innen. Wer sich mit dem Thema gendern Maurer beschäftigt, sollte je nach Kontext entscheiden: In Fließtexten wirkt die Doppelnennung meist am klarsten, auf begrenztem Raum oder in Tabellen bieten sich die verkürzten Formen an. Eine allgemein verbindliche Regel gibt es dafür nicht, weshalb die Wahl häufig von Hausstil oder Vorgaben der jeweiligen Institution abhängt.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Berufsbezeichnung Maurer stehen folgende geschlechtergerechte Formen zur Verfügung:
- Weibliche Form: Maurerin, Plural Maurerinnen
- Doppelnennung: Maurerinnen und Maurer beziehungsweise Maurer und Maurerinnen
- Gendersternchen: Maurer*innen
- Doppelpunkt: Maurer:innen
- Unterstrich (Gendergap): Maurer_innen
- Binnen-I: MaurerInnen
Die verkürzten Varianten sprechen weibliche und männliche Personen gemeinsam an, ohne die weibliche Form vollständig auszuschreiben. Sie unterscheiden sich vor allem in der Lesbarkeit und darin, ob sie zusätzlich weitere Geschlechtsidentitäten mitdenken. Welche Schreibweise passend ist, hängt meist von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule, des Verlags oder des Unternehmens ab. In wissenschaftlichen Arbeiten lohnt sich vor der endgültigen Wahl ein Blick in den Leitfaden des Fachbereichs, da einzelne Hochschulen bestimmte Schreibweisen ausdrücklich vorschreiben oder ausschließen.
Geschlechtsneutrale Alternative
Eine geschlechtsneutrale Umschreibung fällt bei Maurer schwerer als bei manchen anderen Berufsbezeichnungen, da keine etablierte Partizipform wie bei „Studierende“ existiert. Möglich sind umschreibende Formulierungen wie Person im Maurerhandwerk, Fachkraft für Maurerarbeiten oder im Maurerhandwerk tätige Person, die im Plural zu Fachkräfte für Maurerarbeiten oder Personen im Maurerhandwerk werden. Diese Varianten sind grammatisch neutral, wirken in kurzen Sätzen jedoch oft sperriger als die Doppelnennung oder die verkürzten Schreibweisen. Ehrlicherweise wird deshalb in der Praxis meist auf die Doppelnennung oder auf Maurer*innen beziehungsweise Maurer:innen zurückgegriffen, wenn eine kompakte und zugleich geschlechtergerechte Formulierung gewünscht ist.
Beispielsatz in der wissenschaftlichen Arbeit
In wissenschaftlichen Arbeiten, etwa in einer Bachelorarbeit zum Baugewerbe, lässt sich der Grundsatz an einem Beispiel zeigen: „An der Befragung nahmen 42 Maurerinnen und Maurer teil, die im Durchschnitt seit zwölf Jahren im Beruf tätig sind.“ Alternativ mit Sonderzeichen: „Die befragten Maurer*innen gaben mehrheitlich an, dass körperliche Belastung ein zentrales Thema ihrer Ausbildung war.“ Wichtig ist, die gewählte Form innerhalb der gesamten Arbeit konsequent beizubehalten und nicht zwischen Doppelnennung, Gendersternchen und rein männlicher Form zu wechseln, da uneinheitliche Schreibweisen bei der Korrektur häufig auffallen und als Inkonsistenz markiert werden. Auch im Quellenverzeichnis oder in Interviewzitaten sollte die gewählte Form beibehalten werden, damit der Text insgesamt einheitlich wirkt.

Häufige Fehler und Empfehlung
Ein häufiger Fehler beim gendern Maurer ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb desselben Textes, etwa Maurer*innen in der Einleitung und Maurer:innen im Hauptteil. Ebenso problematisch ist die falsche Pluralbildung der weiblichen Form, etwa „Maurerin“ im Plural statt korrekt „Maurerinnen“. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt Stand jetzt nicht als verbindlichen Standard, dennoch verlangen oder erlauben viele Hochschulen diese Formen in Abschlussarbeiten ausdrücklich. Empfehlenswert ist daher, vor Beginn der Arbeit die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen. Liegt keine Vorgabe vor, bieten sich die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung als sichere Wahl an.
Fazit
Für die Berufsbezeichnung Maurer gibt es keine einzelne „richtige“ geschlechtergerechte Form, sondern mehrere gültige Möglichkeiten: die weibliche Form Maurerin, die Doppelnennung Maurerinnen und Maurer, verkürzte Schreibweisen wie Maurer*innen oder Maurer:innen sowie umschreibende neutrale Formulierungen. Entscheidend ist eine konsequente und einheitliche Anwendung innerhalb des jeweiligen Textes, abgestimmt auf die Vorgaben der Hochschule, des Verlags oder Unternehmens. Wer unsicher ist, welche Variante am besten passt oder ob die gewählte Form durchgängig korrekt umgesetzt wurde, kann die Formulierung im Rahmen eines Lektorat prüfen lassen und erhält so zusätzlich Sicherheit für Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Elektriker gendern, Mechaniker gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.