Gendern Lokführer: Formen und Beispiele
Doppelnennung, Sonderzeichen und neutrale Alternativen im Überblick
Gendern Lokführer bedeutet, die männliche Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass Frauen und andere Geschlechter sprachlich einbezogen werden, etwa durch Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I. Dieser Ratgeber zeigt alle gängigen Genderformen für Lokführer im direkten Vergleich, erklärt die korrekte weibliche Form Lokführerin sowie die Pluralformen und liefert Beispielsätze für den Einsatz in Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten. Zusätzlich erfahren Sie, warum eine kurze geschlechtsneutrale Alternative bei diesem Beruf schwierig zu bilden ist und welche Schreibweise sich für wissenschaftliche Texte empfiehlt.
Gendern Lokführer: Die kurze Antwort im Überblick
Wer gendern Lokführer sucht, möchte wissen, wie sich die männliche Berufsbezeichnung geschlechtergerecht formulieren lässt. Die kurze Antwort: Es gibt mehrere anerkannte Wege. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung Lokführerinnen und Lokführer, die weibliche und männliche Form gleichberechtigt nennt. Für eine platzsparende Variante stehen verkürzte Schreibweisen wie Lokführer*innen, Lokführer:innen oder Lokführer_innen zur Verfügung. Eine kurze geschlechtsneutrale Umschreibung ist bei diesem Beruf schwieriger zu bilden als bei vielen anderen Bezeichnungen, dazu mehr im Abschnitt zur neutralen Alternative. Welche Form passend ist, hängt vom Textkontext ab: In wissenschaftlichen Arbeiten gelten oft eigene Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Lokführer lassen sich die gängigen Genderformen wie folgt bilden:
- Doppelnennung: Lokführerinnen und Lokführer
- Gendersternchen: Lokführer*innen
- Doppelpunkt: Lokführer:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Lokführer_innen
- Binnen-I: LokführerInnen
Weibliche Einzelform: die Lokführerin, Plural weiblich: die Lokführerinnen. Männliche Pluralform: die Lokführer. Alle verkürzten Schreibweisen mit Sonderzeichen sprechen mehr als zwei Geschlechter an und werden in der gesprochenen Sprache durch eine kurze Pause hörbar gemacht. Für Fließtexte in Studienarbeiten empfiehlt sich meist die Doppelnennung, da sie ohne Sonderzeichen auskommt und von den amtlichen Rechtschreibregeln nicht beanstandet wird. In offiziellen Stellenausschreibungen von Bahnunternehmen finden sich heute meist die Schreibweisen mit Doppelpunkt oder Sternchen, während das Binnen-I seltener verwendet wird.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Lokführer
Bei vielen Berufsbezeichnungen lässt sich mit einem substantivierten Partizip eine elegante neutrale Form bilden, etwa Studierende statt Studenten. Bei Lokführer funktioniert das nicht ohne Weiteres, denn ein Verb wie „lokführen“ existiert nicht. Ein einzelnes, allgemein etabliertes neutrales Wort für diesen Beruf gibt es daher bislang nicht. Als Ausweichlösung eignen sich Umschreibungen wie Person, die eine Lok fährt, Person am Steuer des Zuges oder Sammelbegriffe wie Fahrpersonal beziehungsweise Zugpersonal, wobei diese den Beruf nur ungefähr abbilden und in Fachtexten präzisiert werden sollten. Wo Genauigkeit zählt, etwa in einer Abschlussarbeit über Berufsbilder im Schienenverkehr, ist deshalb häufig eine Sonderzeichen-Form oder die Doppelnennung die klarere Wahl.
Beispielsatz aus dem Studienkontext
In einer empirischen Abschlussarbeit könnte ein Beispielsatz so aussehen: „Die befragten Lokführerinnen und Lokführer gaben an, dass Schichtarbeit die größte Belastung im Berufsalltag darstellt.“ Wer die verkürzte Schreibweise bevorzugt, formuliert stattdessen: „Von den 120 befragten Lokführer:innen nannten 68 Prozent die Schichtarbeit als Hauptbelastung.“ Wichtig ist, die gewählte Form innerhalb der gesamten Arbeit konsequent beizubehalten, auch in Tabellenbeschriftungen, Fußnoten und im Literaturverzeichnis, sofern dort Personenbezeichnungen auftauchen. Ein Wechsel zwischen Doppelnennung und Sternchen innerhalb desselben Kapitels wirkt uneinheitlich und wird von Betreuenden häufig als Formfehler markiert. Auch bei einer mündlichen Präsentation der Abschlussarbeit lohnt sich zu Beginn eine kurze Erklärung der gewählten Schreibweise, damit die Zuhörenden die Form richtig einordnen können.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Dokuments, etwa erst Lokführer*innen und später Lokführer:innen. Ebenso problematisch ist es, die weibliche Form grammatisch falsch zu bilden, etwa Lokführin statt korrekt Lokführerin. Für die wissenschaftliche Arbeit gilt: Zuerst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs prüfen, da manche Institute eine bestimmte Schreibweise vorschreiben oder Sonderzeichen ausdrücklich ablehnen. Liegt keine Vorgabe vor, ist eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung die sicherste Wahl. Mehr dazu, wie sich gendern Lokführer und ähnliche Fälle in einer kompletten Arbeit einheitlich umsetzen lassen, erklärt der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit: Gendern Lokführer richtig anwenden
Für gendern Lokführer gibt es keine einzelne richtige Lösung, sondern mehrere fachlich korrekte Wege: die ausgeschriebene Doppelnennung Lokführerinnen und Lokführer, die verkürzten Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie hilfsweise eine Umschreibung, wo eine knappe neutrale Bezeichnung fehlt. Entscheidend ist weniger die einzelne Form als die durchgängige, einheitliche Anwendung im gesamten Text. Wer für eine Haus-, Bachelor- oder Masterarbeit schreibt, sollte zuerst die Vorgaben der eigenen Hochschule klären und die gewählte Schreibweise anschließend konsequent durchhalten, von der Einleitung bis zum Literaturverzeichnis. So bleibt die Arbeit sprachlich stimmig und die Wahl der Form nachvollziehbar, unabhängig davon, ob am Ende die ausgeschriebene oder die verkürzte Variante zum Einsatz kommt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Schaffner gendern, Briefträger gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.