Gendern Landwirt: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Bezeichnungen für Landwirtinnen und Landwirte
Gendern Landwirt bedeutet, die Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar werden, etwa durch die Doppelnennung Landwirtinnen und Landwirte oder verkürzte Formen wie Landwirt*innen, Landwirt:innen und Landwirt_innen. Die weibliche Form lautet Landwirtin, der Plural Landwirtinnen. Wer eine geschlechtsneutrale Formulierung bevorzugt, kann auf Umschreibungen wie landwirtschaftliche Fachkraft oder Personen in der Landwirtschaft ausweichen. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, die Vorgaben der Hochschule zu prüfen und die gewählte Form konsequent durchzuhalten.
Gendern Landwirt: die kurze Antwort
Wer die Berufsbezeichnung Landwirt geschlechtergerecht formulieren möchte, hat drei Möglichkeiten: die Doppelnennung Landwirtinnen und Landwirte, eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen wie Landwirt*innen oder eine neutrale Umschreibung. Alle drei Varianten gelten fachlich als korrekt, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Akzeptanz. Beim Gendern Landwirt wird zunächst die weibliche Form gebildet: Aus Landwirt wird durch Anhängen von "in" die Form Landwirtin, im Plural Landwirtinnen. Diese Form ist grammatisch unstrittig und wird sowohl in Beidnennungen als auch in Kombination mit Genderzeichen verwendet. Welche Variante im Einzelfall passt, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten und vielen wissenschaftlichen Arbeiten ist die Doppelnennung üblich, in informelleren Texten kommen zunehmend verkürzte Formen zum Einsatz.

Alle Genderformen von Landwirt im Überblick
Für die Berufsbezeichnung Landwirt existieren mehrere anerkannte geschlechtergerechte Formen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Landwirtinnen und Landwirte
- Gendersternchen: Landwirt*innen
- Gender-Doppelpunkt: Landwirt:innen
- Gender-Unterstrich: Landwirt_innen
- Binnen-I: LandwirtInnen
Die Doppelnennung gilt als traditionellste und am weitesten akzeptierte Form, da sie ohne Sonderzeichen auskommt und in offiziellen Texten, Studienordnungen und wissenschaftlichen Arbeiten meist unproblematisch ist. Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt diese Sonderzeichen bislang nicht als Standard, weshalb ihre Verwendung von Institution zu Institution unterschiedlich gehandhabt wird. Das Binnen-I ist die älteste der verkürzten Formen und wird heute seltener verwendet als Sternchen oder Doppelpunkt.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Landwirt
Anders als bei Berufsbezeichnungen, die von Verben abgeleitet sind (etwa Studierende von studieren oder Lehrende von lehren), gibt es für Landwirt keine ebenso kurze und etablierte Partizipform. Eine wörtliche Entsprechung wie "Landwirtschaftende" ist im Deutschen unüblich und wird kaum verwendet. Wer dennoch eine geschlechtsneutrale Formulierung sucht, kann auf Umschreibungen ausweichen, etwa landwirtschaftliche Fachkraft, Agrarfachkraft, Person in der Landwirtschaft oder wer einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Diese Varianten sind zwar korrekt, aber sprachlich schwerfälliger als das kurze Wort Landwirt und eignen sich vor allem dort, wo Sonderzeichen vermieden werden sollen. In den meisten Fällen ist deshalb die Doppelnennung oder eine verkürzte Genderform die praktikablere Lösung als eine Umschreibung.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich eine konsistente Schreibweise über den gesamten Text hinweg. Ein Beispiel mit Doppelnennung lautet: "Die befragten Landwirtinnen und Landwirte gaben an, dass sich die Arbeitsbedingungen in den letzten zehn Jahren verändert haben." Wird stattdessen ein Gendersternchen verwendet, könnte der Satz lauten: "Die befragten Landwirt*innen gaben an, dass sich die Arbeitsbedingungen verändert haben." Beide Varianten sind grammatisch korrekt, unterscheiden sich jedoch in Länge und Lesefluss. Wichtig ist, sich für eine Form zu entscheiden und diese im gesamten Dokument, von der Einleitung bis zum Literaturverzeichnis, einheitlich beizubehalten. Ein Wechsel zwischen Doppelnennung und Sonderzeichen innerhalb derselben Arbeit gilt als uneinheitlich und wird von vielen Prüfungsordnungen bemängelt.

Häufige Fehler beim Gendern Landwirt vermeiden
Ein häufiger Fehler beim Gendern Landwirt ist die falsche Pluralbildung der weiblichen Form: Korrekt heißt es Landwirtinnen (mit Doppel-n), nicht "Landwirtinen". Ebenfalls verbreitet ist das Vermischen unterschiedlicher Genderformen innerhalb eines Textes, etwa wenn an einer Stelle Landwirt*innen und an anderer Stelle Landwirtinnen und Landwirte steht. Auch das generische Maskulinum, also die alleinige Verwendung von "Landwirt" für alle Geschlechter, wird in vielen wissenschaftlichen Kontexten heute nicht mehr als neutral akzeptiert. Für die eigene Abschlussarbeit empfiehlt es sich, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, da manche Prüfungsordnungen eine bestimmte Form vorschreiben oder Sonderzeichen ausschließen. Liegt keine Vorgabe vor, ist die konsequente Doppelnennung eine sichere Wahl. Weiterführende Hinweise bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zur geschlechtergerechten Bezeichnung
Landwirt lässt sich auf mehrere fachlich korrekte Arten geschlechtergerecht formulieren: durch die Doppelnennung Landwirtinnen und Landwirte, durch verkürzte Formen wie Landwirt*innen, Landwirt:innen, Landwirt_innen oder LandwirtInnen, sowie durch neutrale Umschreibungen wie landwirtschaftliche Fachkraft. Eine einzige, für alle Situationen "richtige" Form gibt es nicht, da das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Sonderzeichen bislang nicht verbindlich vorschreibt. Entscheidend ist, sich bewusst für eine Variante zu entscheiden und diese konsequent im gesamten Text beizubehalten. Wer unsicher ist, welche Form für die eigene Arbeit passt, sollte zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Verlags prüfen und im Zweifel auf die klassische, breit akzeptierte Doppelnennung zurückgreifen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Winzer gendern, Förster gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.