Gendern Lehrling: geschlechtergerechte Formen
Alle Genderformen von Lehrling im Überblick
Beim Gendern Lehrling wird die maskuline Form Lehrling entweder durch die Doppelnennung weibliche Lehrlinge und männliche Lehrlinge, durch verkürzte Formen wie Lehrling*innen, Lehrling:innen oder Lehrling_innen oder durch die geschlechtsneutrale Alternative Auszubildende ersetzt. Da Lehrling zu den Wörtern auf -ling zählt, existiert keine gebräuchliche eigenständige weibliche Einzelform wie Lehrlingin. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich daher entweder die konsequente Beidnennung oder der neutrale Begriff Auszubildende beziehungsweise Azubi, sofern die Hochschule keine andere Vorgabe macht.
Gendern Lehrling: die kurze Antwort
Die maskuline Berufsbezeichnung Lehrling lässt sich auf mehrere Arten geschlechtergerecht formulieren. Am gebräuchlichsten sind die Doppelnennung (weibliche und männliche Lehrlinge), verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen (Lehrling*innen, Lehrling:innen) sowie die neutrale Alternative Auszubildende. Wer gendern Lehrling sucht, möchte meist wissen, welche dieser Formen in Studium, Ausbildung oder wissenschaftlicher Arbeit korrekt und akzeptiert ist. Eine feste Regel gibt es nicht, wohl aber Empfehlungen: Für formelle Texte wie Abschlussarbeiten eignet sich die ausgeschriebene Doppelnennung oder der Begriff Auszubildende am besten, während Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich vor allem in weniger formellen Kontexten wie Stellenanzeigen oder internen Texten verwendet werden.

Alle Genderformen für Lehrling
Für Lehrling lassen sich die gängigen Genderformen wie folgt bilden:
- Doppelnennung: weibliche und männliche Lehrlinge
- Gendersternchen: Lehrling*innen
- Doppelpunkt: Lehrling:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Lehrling_innen
- Binnen-I: LehrlingInnen
Eine eigenständige weibliche Einzelform wie Lehrlingin ist im Sprachgebrauch nicht etabliert, da Wörter auf -ling (etwa Feigling oder Findling) traditionell nur maskulin gebildet werden. Die verkürzten Formen beziehen sich daher meist auf den Plural und werden in der Praxis vor allem in Stellenanzeigen, Ausbildungsverträgen und internen Dokumenten von Betrieben verwendet. Amtlich vorgeschrieben ist keine dieser Kurzformen, sie gelten in Behörden- und Wissenschaftstexten teils noch als unüblich und sollten dort nur nach Rücksprache verwendet werden.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Lehrling
Die praktikabelste geschlechtsneutrale Alternative zu Lehrling ist der Begriff Auszubildende (kurz: Azubi). Er wird im Singular für männliche und weibliche Personen identisch verwendet (der Auszubildende, die Auszubildende) und im Plural einheitlich als die Auszubildenden gebildet, ohne dass eine zusätzliche Kennzeichnung nötig ist. Die Kurzform Azubi ist bereits geschlechtsneutral und in der Alltagssprache, in Betrieben sowie in Ausbildungsverträgen weit verbreitet. Wo der Begriff Lehrling aus rechtlichen oder branchenüblichen Gründen erhalten bleiben soll, etwa in Österreich und der Schweiz, wo Lehrling der offizielle Ausbildungsbegriff ist, bietet sich ergänzend die Formulierung weibliche und männliche Lehrlinge an, um beide Geschlechter sprachlich sichtbar zu machen.
Beispielsatz im Studien- und Ausbildungskontext
In einer wissenschaftlichen Arbeit, etwa einer Bachelorarbeit zum Thema duale Ausbildung, könnte ein Satz mit Doppelnennung lauten: Die befragten weiblichen und männlichen Lehrlinge gaben an, dass ihnen die Praxisphasen besonders wichtig sind. Wer die neutrale Variante bevorzugt, formuliert stattdessen: Die befragten Auszubildenden gaben an, dass ihnen die Praxisphasen besonders wichtig sind. Beide Varianten sind inhaltlich gleichwertig und grammatisch korrekt, unterscheiden sich aber im Sprachduktus: Die Doppelnennung betont die Ausbildungsbezeichnung Lehrling, während die neutrale Formulierung mit Auszubildende den Lesefluss vereinfacht, weil sie ohne zusätzliche Konjunktion auskommt. In Fußnoten oder Methodikkapiteln lohnt sich ein kurzer Hinweis, welche Schreibweise im weiteren Verlauf der Arbeit konsequent verwendet wird.

Häufige Fehler und Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten
Ein häufiger Fehler ist, die verkürzten Formen Lehrling*innen oder Lehrling:innen unreflektiert in einer wissenschaftlichen Arbeit zu verwenden, ohne vorher die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen. Das amtliche Regelwerk führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, weshalb einige Prüfungsordnungen diese Zeichen ablehnen, während andere Hochschulen sie ausdrücklich erlauben oder sogar verlangen. Ein weiterer Fehler ist die inkonsequente Mischung mehrerer Varianten innerhalb desselben Textes. Wer sich unsicher ist, sollte sich vorab an den Leitfäden der eigenen Universität orientieren; ausführlichere Hinweise dazu bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Ohne klare Vorgabe empfiehlt sich die konsequente Beidnennung oder die neutrale Bezeichnung Auszubildende, da beide Varianten in nahezu allen Fachbereichen akzeptiert werden.
Fazit zum gendern Lehrling
Für gendern Lehrling gibt es keine einzelne richtige Lösung, wohl aber mehrere fachlich korrekte Wege: die Doppelnennung weibliche und männliche Lehrlinge, verkürzte Schreibweisen wie Lehrling*innen, Lehrling:innen oder Lehrling_innen sowie die geschlechtsneutrale Alternative Auszubildende beziehungsweise Azubi. Da eine eigenständige weibliche Einzelform wie Lehrlingin im Deutschen nicht gebräuchlich ist, bietet sich in den meisten Fällen die Beidnennung oder der neutrale Begriff an. Welche Form am Ende gewählt wird, hängt von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule, des Betriebs oder der Institution ab. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit lohnt sich zusätzlich ein Blick in die eigene Prüfungsordnung, bevor eine der Varianten konsequent durchgehalten wird.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Geselle gendern, Meister gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.