Gendern Künstler: Formen und Beispiele
Alle geschlechtergerechten Formen im Überblick
Beim gendern Künstler stehen mehrere korrekte Varianten zur Wahl: die Doppelnennung 'Künstlerinnen und Künstler', die weibliche Form Künstlerin mit dem Plural Künstlerinnen sowie verkürzte Schreibweisen wie Künstler*innen, Künstler:innen, Künstler_innen oder KünstlerInnen. Wer eine geschlechtsneutrale Formulierung bevorzugt, kann auf den Sammelbegriff Kunstschaffende ausweichen, der Frauen, Männer und weitere Geschlechter gleichermaßen einschließt. Welche Form im Einzelfall passend ist, hängt vom Kontext ab: In Alltagstexten sind Beidnennung oder neutrale Begriffe üblich, in wissenschaftlichen Arbeiten gelten meist die Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Fachzeitschrift.
Gendern Künstler: die kurze Antwort
Wer gendern Künstler möchte, hat mehrere gleichwertige Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung 'Künstlerinnen und Künstler', die beide Geschlechter ausdrücklich benennt und in Fließtexten wie mündlichen Reden gut lesbar bleibt. Daneben haben sich verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen etabliert, etwa Künstler*innen, Künstler:innen oder Künstler_innen, die alle Geschlechter in einem Wort zusammenfassen sollen. Wer ganz auf Sonderzeichen verzichten will, greift auf den neutralen Sammelbegriff Kunstschaffende zurück. Welche Variante am Ende gewählt wird, hängt vom Textkontext, vom Zielpublikum und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder des Verlags ab. Eine einzige verbindliche Regel gibt es dafür bislang nicht.

Genderformen von Künstler im Überblick
Für das Wort Künstler existieren mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen, die je nach Textart und Zielgruppe passend sind. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Formen mit ihrer korrekten Schreibung.
- Doppelnennung (Beidnennung): Künstlerinnen und Künstler
- Weibliche Form: die Künstlerin, Plural die Künstlerinnen
- Gendersternchen: Künstler*innen
- Gender-Doppelpunkt: Künstler:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Künstler_innen
- Binnen-I: KünstlerInnen
Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I sprechen alle Geschlechter gleichermaßen an, unterscheiden sich aber in der Lesbarkeit und in der Frage, ob sie von Rechtschreibprüfungen und amtlichen Regelwerken anerkannt werden. In offiziellen Texten, Behördenschreiben und den meisten Studien- und Prüfungsordnungen ist bislang meist die Doppelnennung die sicherste Wahl.
Geschlechtsneutrale Alternative: Kunstschaffende
Für Künstler gibt es tatsächlich eine gut etablierte geschlechtsneutrale Alternative: den Sammelbegriff Kunstschaffende. Das Wort bezeichnet Personen, die künstlerisch tätig sind, unabhängig von ihrem Geschlecht, ähnlich wie Studierende oder Lehrende als neutrale Formen zu Student und Lehrer fungieren. Kunstschaffende lässt sich in nahezu allen Kontexten einsetzen, von Ausstellungstexten über Förderrichtlinien bis zu wissenschaftlichen Arbeiten, und kommt ganz ohne Sonderzeichen aus. Alternativ können je nach Zusammenhang auch Umschreibungen wie 'Person, die künstlerisch arbeitet' oder 'künstlerisch tätige Person' verwendet werden, wenn eine noch genauere oder distanziertere Formulierung gewünscht ist. Anders als bei manchen Berufsbezeichnungen existiert bei Künstler also eine praktikable neutrale Lösung, die im Sprachgebrauch bereits gut etabliert ist und nicht künstlich wirkt.
Beispiel aus dem Alltag
In wissenschaftlichen Arbeiten lässt sich das Gendern von Künstler gut anhand eines Beispielsatzes zeigen. Statt 'Die Künstler stellten ihre Werke im Rahmen der Ausstellung vor' lässt sich geschlechtergerecht formulieren: 'Die Künstlerinnen und Künstler stellten ihre Werke im Rahmen der Ausstellung vor' oder kürzer 'Die Künstler*innen stellten ihre Werke im Rahmen der Ausstellung vor'. Wer Sonderzeichen in der eigenen Arbeit vermeiden möchte, kann ebenso schreiben: 'Die Kunstschaffenden stellten ihre Werke im Rahmen der Ausstellung vor'. Alle drei Varianten sind inhaltlich korrekt und unterscheiden sich nur in Stil und Lesbarkeit. Wichtig ist, die gewählte Form innerhalb der gesamten Arbeit konsequent beizubehalten, damit der Text einheitlich wirkt und nicht zwischen verschiedenen Schreibweisen wechselt.

Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler beim gendern Künstler ist der wahllose Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb eines Textes, etwa Künstler*innen in einem Absatz und Künstler:innen im nächsten. Ebenso problematisch ist es, die männliche Form stillschweigend als vermeintlich neutral zu verwenden, obwohl explizit über gemischte Gruppen gesprochen wird. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher zunächst ein Blick in die Formatvorgaben der eigenen Hochschule oder Fakultät, da Gendersternchen und Doppelpunkt dort nicht immer zugelassen sind. Fehlt eine klare Vorgabe, ist eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Kunstschaffende meist die sicherste Lösung. Weiterführende Hinweise zum konsequenten Einsatz gendergerechter Sprache in Hausarbeiten, Bachelorarbeiten und Dissertationen bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit
Ob Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich, Binnen-I oder der neutrale Begriff Kunstschaffende: Für Künstler gibt es mehrere fachlich korrekte Wege zur geschlechtergerechten Formulierung, und keiner davon ist grundsätzlich falsch. Entscheidend ist, dass die gewählte Form zum Textkontext passt und innerhalb einer Arbeit einheitlich verwendet wird. Für Abschlussarbeiten und Publikationen lohnt sich zusätzlich ein Blick in die jeweiligen Hochschul- oder Verlagsrichtlinien, da diese oft konkrete Vorgaben zur genderneutralen Sprache und zur Groß- und Kleinschreibung von Sonderzeichen enthalten. Wer unsicher ist, ob die gewählte Schreibweise im eigenen Text konsequent und korrekt umgesetzt wurde, kann die Arbeit vor der Abgabe fachkundig prüfen lassen, etwa im Rahmen eines Lektorat.
So sind Tipps rund um „gendern Künstler“ auf einen Blick erklärt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Musiker gendern, Sänger gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.