Gendern Kommissar: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Formen für die Berufsbezeichnung Kommissar
Gendern Kommissar bedeutet, die Berufsbezeichnung so zu formulieren, dass Frauen und Männer sprachlich gleichermaßen sichtbar werden, etwa durch die Doppelnennung Kommissarin und Kommissar oder verkürzte Schreibweisen wie Kommissar*innen, Kommissar:innen und Kommissar_innen. Wer im Studium, in einer wissenschaftlichen Arbeit oder im dienstlichen Schriftverkehr geschlechtergerecht formulieren möchte, kann zwischen Beidnennung, Sonderzeichen und einer neutralen Umschreibung wählen. Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Formen im Detail, zeigt eine passende Beispielformulierung für den Uni-Kontext und nennt typische Fehler, die beim Gendern der Bezeichnung vermieden werden sollten.
Gendern Kommissar: Kurz beantwortet
Um gendern Kommissar geschlechtergerecht umzusetzen, stehen im Deutschen mehrere anerkannte Verfahren zur Verfügung. Die einfachste und am weitesten verbreitete Lösung ist die Doppelnennung: Statt nur die männliche Form zu verwenden, werden Kommissarin und Kommissar gemeinsam genannt, im Singular etwa als „die Kommissarin oder der Kommissar“ und im Plural als „Kommissarinnen und Kommissare“. Wer Platz sparen oder alle Geschlechter ausdrücklich einschließen möchte, greift zu verkürzten Schreibweisen mit einem Sonderzeichen wie dem Gendersternchen oder dem Doppelpunkt. Daneben existieren geschlechtsneutrale Umschreibungen, die das Geschlecht sprachlich offenlassen. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Kontext und von etwaigen Vorgaben der Hochschule oder Institution ab.

Diese Genderformen gibt es für Kommissar
Für die Berufsbezeichnung Kommissar lassen sich verschiedene Genderformen bilden, die je nach Textsorte und Zielgruppe passend sind. Die folgende Übersicht zeigt die gebräuchlichsten Varianten, mehr zur Systematik erklärt der Beitrag zur gendergerechten Sprache:
- Doppelnennung: Kommissarin und Kommissar (Singular), Kommissarinnen und Kommissare (Plural)
- Gendersternchen: Kommissar*in, im Plural Kommissar*innen
- Doppelpunkt: Kommissar:in, im Plural Kommissar:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Kommissar_in, im Plural Kommissar_innen
- Binnen-I: KommissarIn, im Plural KommissarInnen
Alle Kurzformen mit Sonderzeichen folgen derselben Grundidee: An den Wortstamm Kommissar wird die weibliche Endung „in“ angehängt, ein Sonderzeichen markiert dabei zusätzlich die Leerstelle für weitere Geschlechter. Welche Schreibweise gewählt wird, ist meist eine Frage des Hausstils oder der Vorgaben einer Institution.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Kommissar
Eine echte geschlechtsneutrale Alternative zu Kommissar ist nur eingeschränkt möglich, da es sich um eine feststehende Amts- und Rangbezeichnung handelt und kein allgemeines Partizip wie bei „Studierende“ existiert. Wer dennoch neutral formulieren möchte, kann auf Umschreibungen ausweichen, etwa „die Person im Kommissarsrang“, „die Kommissariatsleitung“ für eine Funktion oder allgemeiner „die ermittelnde Fachkraft“. Diese Varianten sind jedoch weniger präzise als die Amtsbezeichnung selbst und eignen sich eher für allgemeine Texte als für offizielle Dokumente oder Dienstgrade. In den meisten Fällen bleibt daher die Doppelnennung oder eine verkürzte Schreibweise die praktikablere Lösung, wenn die konkrete Amtsbezeichnung erhalten bleiben soll.
Beispiel für die wissenschaftliche Arbeit
In einer wissenschaftlichen Arbeit lässt sich die geschlechtergerechte Formulierung unmittelbar an einem Beispielsatz zeigen: „Die Kommissarin oder der Kommissar leitet die Ermittlungen und dokumentiert alle Schritte des Verfahrens.“ Alternativ ist auch eine verkürzte Schreibweise möglich, etwa „Kommissar*innen tragen bei ihrer Tätigkeit besondere Verantwortung.“ Beide Sätze sind grammatisch korrekt, sprachlich eindeutig und in einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation gleichermaßen einsetzbar. Welche Variante in einer Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Dissertation verwendet wird, sollte einheitlich durch die gesamte Arbeit hindurch beibehalten werden, da wechselnde Schreibweisen im selben Dokument als Inkonsistenz auffallen und im Korrektorat üblicherweise bemängelt werden.

Typische Fehler und Empfehlung für Studienarbeiten
Ein häufiger Fehler ist die inkonsistente Verwendung verschiedener Genderformen innerhalb eines Textes, etwa wenn an einer Stelle die Doppelnennung und an anderer Stelle das Gendersternchen verwendet wird. Ebenso problematisch ist es, nur im Fließtext zu gendern, in Überschriften oder Tabellen aber die männliche Form beizubehalten. Da das amtliche Regelwerk des Rates für deutsche Rechtschreibung Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als Standard vorsieht, sollten Studierende vor Abgabe einer wissenschaftlichen Arbeit die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Lehrstuhls prüfen. Liegt keine Vorgabe vor, empfiehlt sich eine konsequente Beidnennung oder eine neutrale Formulierung, die durchgängig im gesamten Dokument beibehalten wird.
Gendern Kommissar: Fazit
Beim gendern Kommissar stehen mehrere gleichwertige Wege offen: die klassische Doppelnennung mit Kommissarin und Kommissar, verkürzte Schreibweisen wie Kommissar*innen oder Kommissar:innen sowie, mit Einschränkungen, geschlechtsneutrale Umschreibungen. Entscheidend ist weniger die einzelne Form als die konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Text. Wer unsicher ist, welche Schreibweise für die eigene wissenschaftliche Arbeit passend und zulässig ist, kann die Formulierung im Lektorat prüfen lassen oder sich vorab mit den Grundlagen zum Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit vertraut machen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Soldat gendern, Offizier gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.