Gendern Kollege: Alle Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Personenbezeichnung Kollege
Wer Kollege geschlechtergerecht formulieren möchte, kann zwischen der Doppelnennung Kollegin und Kollege, verkürzten Schreibweisen wie Kolleg*innen, Kolleg:innen, Kolleg_innen oder KollegInnen und der neutralen Sammelbezeichnung Kollegium wählen. Beim Gendern Kollege richtet sich die passende Form nach Kontext und Textsorte: In Fließtexten wirkt die ausgeschriebene Doppelnennung am klarsten, in knappen Übersichten oder Formularen sparen die verkürzten Varianten Platz. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt es sich, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen, bevor man sich für eine Schreibweise entscheidet.
Gendern Kollege: die kurze Antwort
Für die Personenbezeichnung Kollege gibt es mehrere anerkannte Wege, geschlechtergerecht zu formulieren: die Doppelnennung Kollegin und Kollege (im Plural Kolleginnen und Kollegen), verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen sowie die neutrale Sammelbezeichnung Kollegium. Beim gendern Kollege gibt es keine einzelne richtige Lösung, sondern mehrere sachlich korrekte Varianten, die je nach Textsorte, Zielgruppe und Vorgaben unterschiedlich gut passen. In amtlichen und formellen Texten ist die ausgeschriebene Doppelnennung am gebräuchlichsten, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt und von allen Lesenden eindeutig verstanden wird. In studentischen Arbeiten, Präsentationen oder internen Dokumenten werden zunehmend auch die verkürzten Formen mit Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich verwendet. Welche Variante angemessen ist, hängt letztlich vom jeweiligen Kontext und den Vorgaben der Institution ab.

Alle Genderformen von Kollege im Überblick
Für Kollege stehen folgende Schreibweisen zur Verfügung, mit denen sich weibliche und männliche Personen gleichermaßen ansprechen lassen:
- Doppelnennung: Kollegin und Kollege (Plural: Kolleginnen und Kollegen)
- Gendersternchen: Kolleg*in (Plural: Kolleg*innen)
- Doppelpunkt: Kolleg:in (Plural: Kolleg:innen)
- Unterstrich (Gender-Gap): Kolleg_in (Plural: Kolleg_innen)
- Binnen-I: KollegIn (Plural: KollegInnen)
Alle verkürzten Formen sprechen die weibliche und männliche Form gemeinsam an, unterscheiden sich aber in Lesbarkeit und Aussprache. Das Gendersternchen und der Doppelpunkt gelten inzwischen als am weitesten verbreitet, während das Binnen-I seltener verwendet wird. Innerhalb eines Textes sollte durchgehend dieselbe Schreibweise beibehalten werden, damit der Text einheitlich und gut lesbar bleibt.
Kollegium als geschlechtsneutrale Alternative
Eine geschlechtsneutrale Alternative zu Kollege ist die Sammelbezeichnung Kollegium, die eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen als Ganzes bezeichnet, etwa in Formulierungen wie das Kollegium wurde informiert oder im Austausch mit dem Kollegium. Für die einzelne Person gibt es dagegen keine etablierte geschlechtsneutrale Kurzform wie bei manchen anderen Berufsbezeichnungen: Wer eine einzelne Person meint, muss auf die Doppelnennung, eine verkürzte Schreibweise oder eine Umschreibung wie Person aus dem Kollegium zurückgreifen. Solche Umschreibungen sind sprachlich korrekt, wirken in wissenschaftlichen Arbeiten aber oft umständlich und werden seltener genutzt als die Doppelnennung oder die verkürzten Formen. Weitere Hintergründe zu neutralen und verkürzten Formen bietet der Beitrag gendergerechte Sprache. Ehrlich betrachtet ersetzt Kollegium also vor allem den Plural sinnvoll, nicht die Einzelperson.
Beispielsatz aus dem Studienalltag
Ein Beispiel aus dem Hochschulalltag zeigt die Doppelnennung im Satz: Die Studentin bespricht das Ergebnis gemeinsam mit ihrer Kollegin und ihrem Kollegen aus dem Seminar. In einer knapperen Variante mit Gendersternchen liest sich derselbe Sachverhalt so: Die Ergebnisse wurden mit den Kolleg*innen aus dem Projektteam abgestimmt. Wird stattdessen die neutrale Sammelbezeichnung gewählt, könnte der Satz lauten: Die Ergebnisse wurden im Kollegium vorgestellt. Alle drei Varianten sind inhaltlich korrekt, unterscheiden sich aber in Ton und Lesefluss: Die Doppelnennung ist am eindeutigsten, die verkürzte Form am platzsparendsten und die Sammelbezeichnung am neutralsten, wenn keine Einzelperson gemeint ist. In einer Abschlussarbeit sollte durchgehend dieselbe Variante verwendet werden, damit der Text einheitlich bleibt.

Typische Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Kolleg*innen und im zweiten Kapitel Kolleg:innen steht. Ebenso unsauber ist es, die verkürzte Form nur im Singular, im Plural aber wieder die rein männliche Form zu verwenden. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standardzeichen, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie in ihren Leitfäden dennoch ausdrücklich. Vor dem Schreiben sollte daher geprüft werden, ob die Hochschule oder der Fachbereich eine bestimmte Schreibweise vorschreibt. Gibt es keine solche Vorgabe, empfiehlt sich die konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Kollegium, weil beide Varianten ohne Sonderzeichen auskommen und von allen Prüfenden zuverlässig gelesen werden.
Fazit: Geschlechtergerechte Formen für Kollege
Beim Formulieren von Kollege stehen mit der Doppelnennung, den verkürzten Schreibweisen und der Sammelbezeichnung Kollegium mehrere sachlich korrekte Möglichkeiten zur Verfügung. Welche Form die passende ist, entscheidet vor allem der Kontext: Für Abschlussarbeiten und andere wissenschaftliche Texte lohnt sich zunächst ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule, weitere Hinweise dazu liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Gibt es keine verbindliche Vorgabe, ist die konsequente und einheitliche Anwendung einer Variante wichtiger als die Wahl einzelner Zeichen. Entscheidend bleibt, dass die gewählte Schreibweise über den gesamten Text hinweg beibehalten wird, damit er sprachlich korrekt und gut lesbar bleibt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Experte gendern, Professor gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.