Gendern Kunde: Alle Formen im Überblick
Kundin, Kund*innen und weitere Genderformen erklärt
Wer gendern Kunde sucht, möchte wissen, wie sich die Personenbezeichnung Kunde geschlechtergerecht formulieren lässt: durch Doppelnennung (Kundinnen und Kunden), verkürzte Formen wie Kund*innen, Kund:innen, Kund_innen oder KundInnen sowie die neutrale Sammelbezeichnung Kundschaft. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten und vielen Studienarbeiten gilt bislang keine einheitliche Pflicht zum Genderzeichen, während zahlreiche Hochschulen die Beidnennung oder eine neutrale Formulierung empfehlen. Dieser Ratgeber zeigt alle Varianten mit Beispielen und einer Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten.
Gendern Kunde: kurze Antwort
Um gendern Kunde geschlechtergerecht umzusetzen, gibt es drei gängige Wege: die Doppelnennung beider Formen (Kundin und Kunde, im Plural Kundinnen und Kunden), eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen (zum Beispiel Kund*innen oder Kund:innen) oder eine geschlechtsneutrale Umschreibung wie Kundschaft. Die maskuline Form Kunde bezeichnet grammatisch zunächst nur männliche Personen, auch wenn sie im Alltag oft als generisches Maskulinum für alle Geschlechter verwendet wird. Die weibliche Form lautet Kundin, im Plural Kundinnen. Welche Variante im konkreten Text sinnvoll ist, richtet sich nach dem Textformat, der Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Fachzeitschrift. Eine einzelne verbindliche Regel, die für alle Textsorten gleichermaßen gilt, existiert derzeit nicht.

Alle Genderformen von Kunde im Überblick
Für das Wort Kunde stehen folgende geschlechtergerechte Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Kundin und Kunde, im Plural Kundinnen und Kunden
- Gendersternchen: Kund*in, im Plural Kund*innen
- Doppelpunkt: Kund:in, im Plural Kund:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Kund_in, im Plural Kund_innen
- Binnen-I: KundIn, im Plural KundInnen
Die verkürzten Formen mit Sonderzeichen sollen andeuten, dass neben Frauen und Männern auch weitere Geschlechtsidentitäten mitgemeint sind. Sie werden von manchen Institutionen empfohlen, von anderen bislang nicht als Standard anerkannt. Die Doppelnennung gilt dagegen als grammatisch unstrittig und wird von den meisten Stilrichtlinien akzeptiert, auch wenn sie bei häufiger Wiederholung den Lesefluss etwas verlangsamen kann.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Kunde
Als geschlechtsneutrale Alternative zu Kunde bietet sich der Sammelbegriff Kundschaft an. Er bezeichnet die Gesamtheit der Kundinnen und Kunden eines Unternehmens, ohne eine grammatische Genusform einzelner Personen festzulegen, und lässt sich in vielen Sätzen problemlos einsetzen, etwa als Ersatz für den Plural. Für den Singular, also eine einzelne Person, existiert keine ebenso etablierte neutrale Form: Wendungen wie kundenseitige Person oder Person, die etwas kauft, wirken im Fließtext oft umständlich und werden selten verwendet. In vielen Fällen ist es daher sinnvoller, für einzelne Personen die Doppelnennung Kundin oder Kunde zu wählen und nur dort, wo eine Gruppe oder ein allgemeiner Sachverhalt gemeint ist, auf Kundschaft auszuweichen. Eine ebenso gebräuchliche neutrale Einzelform gibt es für dieses Wort somit nicht.
Beispielsatz im wissenschaftlichen Kontext
In einer wissenschaftlichen Arbeit, etwa einer Bachelorarbeit zur Kundenzufriedenheit, lässt sich die Doppelnennung wie folgt anwenden: Die befragten Kundinnen und Kunden bewerteten den Service überwiegend positiv. Wer die Kurzform bevorzugt, kann alternativ formulieren: Die befragten Kund:innen bewerteten den Service überwiegend positiv. Und mit der neutralen Sammelbezeichnung lautet der Satz: Die befragte Kundschaft bewertete den Service überwiegend positiv. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig, sie unterscheiden sich lediglich in der sprachlichen Form und darin, wie explizit die Geschlechter benannt werden. Wichtig ist, dass innerhalb einer Arbeit durchgehend dieselbe Variante verwendet wird, damit der Text konsistent bleibt und nicht zwischen verschiedenen Schreibweisen wechselt, was von Prüfenden häufig als uneinheitlich bemängelt wird.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb desselben Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Kund*innen und im nächsten Kundinnen und Kunden steht. Ebenso problematisch ist es, das Sternchen oder den Doppelpunkt nur bei manchen Wörtern zu setzen und bei anderen wegzulassen. Nach aktuellem Stand führt das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen solche Formen in Abschluss- und Seminararbeiten dennoch ausdrücklich. Vor dem Schreiben sollte deshalb geprüft werden, welche Vorgabe die jeweilige Hochschule oder der Fachbereich macht. Liegt keine Vorgabe vor, empfiehlt sich eine konsequente Beidnennung oder eine neutrale Formulierung wie Kundschaft, durchgehend angewendet über die gesamte Arbeit hinweg. Mehr dazu liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, der die Regeln für Studienarbeiten einordnet.
Fazit
Für das Wort Kunde stehen mehrere geschlechtergerechte Varianten zur Wahl: die Doppelnennung Kundin und Kunde, die verkürzten Formen Kund*innen, Kund:innen, Kund_innen und KundInnen sowie die neutrale Sammelbezeichnung Kundschaft für Gruppen. Eine einzelne, allgemein anerkannte neutrale Form für die Einzelperson existiert dagegen nicht. Entscheidend ist weniger, welche einzelne Variante gewählt wird, sondern dass sie innerhalb eines Textes konsequent durchgehalten wird und, im Fall einer wissenschaftlichen Arbeit, mit den Vorgaben der Hochschule übereinstimmt. Wer unsicher ist, sollte vorab die Richtlinien der eigenen Einrichtung prüfen und diese Entscheidung im gesamten Dokument einheitlich umsetzen, damit der Text stilistisch und formal konsistent wirkt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Kollege gendern, Experte gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.