Gendern Neuling: Neuling*in und neutrale Umschreibungen
Wer beim Gendern Neuling geschlechtergerecht ausdrücken möchte, nutzt die weibliche Form Neulingin in einer Doppelnennung, die Kurzform Neuling*in oder neutrale Umschreibungen. Konkrete Musterformulierungen zeigen alle Varianten für Singular und Plural im direkten Vergleich.
Geschlechtergerechte Formen für Neuling: Weibliche Form, Paarform
Wer den Begriff Neuling im Text geschlechtergerecht verwenden möchte, steht oft vor einer sprachlichen Hürde: Das Wort bezeichnet eine Person, die auf einem Fachgebiet, im Beruf oder im Studium neu ist und noch wenig praktische Erfahrung mitbringt, ist jedoch grammatisch ein Maskulinum. Um beim Gendern Neuling nicht nur männliche Personen, sondern ausdrücklich auch Frauen und nicht-binäre Menschen einzuschließen, stehen verschiedene sprachliche Mittel zur Wahl. Dazu zählen die klassische Doppelnennung mit der weiblichen Form Neulingin, verkürzte Schreibweisen wie Neuling*in, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Dieser Leitfaden zeigt alle gebräuchlichen Formen im Singular und Plural, liefert direkt einsetzbare Beispielsätze und erklärt, welche Kriterien für Hausarbeiten, Abschlussarbeiten und berufliche Texte gelten.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Soll „Neuling“ in der Abschlussarbeit einheitlich gegendert werden, gehört ein kurzer Hinweis in den Text. Ab Seite 2 stehen vier Varianten zum Einsetzen, der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Passt für Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeit.
Grundlagen: Wie bildet man die weibliche Form von Neuling?
Beim Thema Gendern Neuling stellt sich häufig vorab die Frage, ob zu dem auf die Nachsilbe -ling endenden Nomen Neuling überhaupt eine reguläre weibliche Form existiert. Tatsächlich lässt sich die feminine Bezeichnung durch das Anhängen der Endung -in ganz regelmäßig als Neulingin (Plural: Neulinginnen) bilden, ohne dass ein Umlaut im Wortstamm nötig ist. Darauf aufbauend kann im Text entweder die vollständige Doppelnennung (Neulingin und Neuling) stehen oder eine verkürzte Variante mit Sonderzeichen wie dem Gendersternchen, dem Doppelpunkt, dem Unterstrich oder dem Binnen-I genutzt werden; ebenso lassen sich neutrale Umschreibungen wählen. Welche Lösung sich im Einzelfall eignet, bestimmt vor allem der Rahmen des Textes: Da der Rat für deutsche Rechtschreibung Wortbinnenzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich nicht zum amtlichen Kernbestand der deutschen Orthografie rechnet, geben Hochschulen, Behörden und Redaktionen meist eigene Leitlinien vor. Für Seminararbeiten, Abschlussarbeiten oder Webtexte sind daher stets die jeweiligen Richtlinien ausschlaggebend, wobei die zu Beginn gewählte Schreibweise im gesamten Dokument konsequent beibehalten werden sollte.

Alle Schreibweisen für Neuling im Singular und Plural
Um die Personenbezeichnung Neuling geschlechtergerecht in Sachtexte, Leitfäden oder akademische Arbeiten einzubinden, haben sich je nach Kommunikationskontext mehrere konkrete Formen etabliert:
- Paarform (Doppelnennung): eine Neulingin und ein Neuling (im Plural: Neulinginnen und Neulinge)
- Schreibweise mit Gendersternchen: Neuling*in im Singular (im Plural: Neuling*innen)
- Schreibweise mit Doppelpunkt: Neuling:in im Singular (im Plural: Neuling:innen)
- Schreibweise mit Unterstrich (Gender-Gap): Neuling_in im Singular (im Plural: Neuling_innen)
- Schreibweise mit großem Binnen-I: NeulingIn im Singular (im Plural: NeulingInnen)
Während die klassische Paarform explizit die weibliche und die männliche Bezeichnung nebeneinanderstellt, verfolgen die verkürzten Varianten mit Wortbinnenzeichen das Ziel, zusätzlich auch nicht-binäre Menschen sichtbar zu machen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen. Beim Vorlesen oder im mündlichen Vortrag wird das Sonderzeichen vor der Endung durch einen sogenannten Glottisschlag, also eine kurze stimmlose Sprechpause, markiert. Welche dieser Optionen im eigenen Text zum Einsatz kommt, hängt von der Textgattung sowie von vorhandenen Leitfäden der Institution ab und muss vom Anfang bis zum Ende einheitlich durchgehalten werden.
Neutrale Umschreibungen und Alternativen ohne Sonderzeichen
Anders als bei vielen Berufs- oder Rollenbezeichnungen existiert zu Neuling keine direkte geschlechtsneutrale Einwortalternative, weil das Substantiv vom Adjektiv „neu“ abgeleitet ist und kein deckungsgleiches neutrales Einzelwort im Deutschen bereitstellt. Dennoch gelingen im Schreiballtag flüssige neutrale Umschreibungen, indem man den gemeinten Sachverhalt präzise benennt, beispielsweise durch Formulierungen wie neue Person, Person, die neu einsteigt oder je nach Zusammenhang unerfahrene Person. Geht es speziell um Studienanfänger an Hochschulen, liefert der Ausdruck Erstsemester eine besonders elegante Lösung: Das Wort ist bereits im Singular und Plural geschlechtsneutral und kommt ganz ohne Sonderzeichen aus. Wer Wortbinnenzeichen vermeiden und lange Paarformen umgehen möchte, wählt daher am besten eine zum jeweiligen Fachgebiet passende Umschreibung, anstatt krampfhaft eine einzelne Wortersetzung für jeden Satz zu suchen. Auf diese Weise liest sich der Absatz flüssig und bleibt inhaltlich trotzdem vollkommen präzise.
Praxisbeispiele: So gelingt die Formulierung im Satz
Wie sich die verschiedenen Strategien auf den Satzbau und die begleitenden Pronomen auswirken, zeigen folgende konkrete Formulierungen aus dem Hochschulalltag. Mit klassischer Beidnennung lautet die Formulierung: Jede Neulingin und jeder Neuling im ersten Semester erhält beim Studienstart eine persönliche Unterstützung durch das Mentoring-Programm. Wird stattdessen die verkürzte Schreibweise mit Sternchen im Singular gewählt, muss auch das vorangestellte Pronomen angepasst werden: Jede*r Neuling*in im ersten Semester erhält beim Studienstart eine persönliche Unterstützung. Oft noch flüssiger wirkt der Wechsel in den Plural kombiniert mit einer kontextbezogenen neutralen Bezeichnung: Alle neu eingeschriebenen Erstsemester erhalten beim Studienstart eine persönliche Unterstützung. Gerade im Singular zeigt sich, dass Kurzformen wie „jede*r“ bei Artikeln und Pronomen unruhige Wortbilder erzeugen können, weshalb der Plural oder eine neutrale Umschreibung in wissenschaftlichen Texten häufig den Lesefluss spürbar verbessert.

Typische Stolpersteine und Vorgaben in wissenschaftlichen Arbeiten
In Hausarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten entstehen Abzüge meist nicht durch die gewählte Gendervariante selbst, sondern durch mangelnde Konsequenz im Dokument. Ein typischer Fehler liegt vor, wenn im ersten Kapitel das Gendersternchen steht, im letzten Kapitel hingegen plötzlich der Doppelpunkt oder die Doppelnennung auftaucht. Ebenso fällt es negativ auf, wenn zwar im Fließtext sorgfältig gegendert wird, in Kapitelüberschriften, Tabellenköpfen oder Abbildungsbeschriftungen jedoch weiterhin ausschließlich die männliche Form steht. Hinzu kommt die formale Einordnung: Im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung gelten Sonderzeichen im Wortinneren wie Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I aktuell nicht als reguläre Standardformen. Das bedeutet allerdings kein pauschales Verbot für universitäre Prüfungsordnungen, denn über die Zulässigkeit bestimmter Schreibweisen entscheiden die Hochschulen, Fakultäten oder betreuenden Lehrstühle eigenständig. Wer vor Schreibbeginn den Leitfaden des eigenen Fachbereichs prüft und bei fehlenden Vorgaben auf eine durchgängige Paarform oder neutrale Umschreibungen setzt, vermeidet formale Beanstandungen zuverlässig.
Fazit: Welche Lösung passt für welchen Text?
Zusammenfassend gelingt das Gendern der Personenbezeichnung auf verschiedenen Wegen: über die orthografisch sichere Paarform, über verkürzte Schreibweisen mit Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie über eine zum Kontext passende neutrale Formulierung. Während das neutrale Wort Erstsemester ausschließlich für Studierende im ersten Semester zutrifft, lässt sich eine Wendung wie neue Person flexibel in jedem Lebens- und Arbeitsbereich einsetzen. Welche Option im konkreten Fall überzeugt, richtet sich nach der Textsorte, der gewünschten Ansprache und bei akademischen Texten vorrangig nach den Richtlinien der jeweiligen Hochschule. Ausführliche Empfehlungen für Seminar- und Abschlussarbeiten bietet unser Ratgeber Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Wer die gewählte Linie vom Beginn bis zum Schluss konsequent durchhält, formuliert fachlich präzise und leserfreundlich, ganz gleich, für welche Variante die Entscheidung am Ende fällt.
Ob die weibliche Form Neulingin in der klassischen Doppelnennung von Neulingin und Neuling, die Kurzform Neuling*in oder neutrale Umschreibungen gewählt werden: Entscheidend ist beim Gendern Neuling immer ein stimmiges Gesamtbild im Text.
Passende Formulierungshilfen für verwandte Personenbezeichnungen bieten die Beiträge Einsteiger gendern und Aussteller gendern sowie die Gesamtübersicht im Gender-Wörterbuch A bis Z mit zahlreichen weiteren Begriffen.