Gendern Nachfolger: Formen und Beispiele
Weibliche Form, Pluralformen und neutrale Alternativen für Nachfolger
Gendern Nachfolger bedeutet, die männliche Personenbezeichnung „Nachfolger" so zu formulieren, dass weibliche und männliche Personen gleichermaßen benannt werden, etwa durch die Doppelnennung „Nachfolgerinnen und Nachfolger" oder verkürzte Formen wie Nachfolger*innen, Nachfolger:innen, Nachfolger_innen und NachfolgerInnen. Dieser Ratgeber erklärt die korrekte weibliche Form „Nachfolgerin", stellt alle gängigen Genderformen im Überblick vor, zeigt eine geschlechtsneutrale Alternative, liefert ein Beispiel aus dem Studien- und Universitätskontext und gibt eine sachliche Empfehlung für den Umgang mit dem Begriff in wissenschaftlichen Arbeiten.
Was bedeutet gendern Nachfolger?
Beim gendern Nachfolger geht es darum, die maskuline Form „Nachfolger" so zu erweitern oder zu ersetzen, dass Frauen als Nachfolgerinnen sprachlich ebenso sichtbar sind wie Männer. Im Deutschen existieren dafür mehrere anerkannte Wege: die vollständige Doppelnennung „Nachfolgerinnen und Nachfolger", verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab, etwa von den Vorgaben einer Hochschule, eines Verlags oder eines Unternehmens. Für Alltagstexte reicht häufig die Doppelnennung, für dienstliche oder wissenschaftliche Texte lohnt sich ein Blick in die jeweilige Leitlinie, da sich die Empfehlungen von Institution zu Institution unterscheiden können.

Alle Genderformen von Nachfolger im Überblick
Für die Personenbezeichnung „Nachfolger" haben sich im Deutschen mehrere Genderformen etabliert, die je nach Textsorte, Institution und persönlicher Vorgabe unterschiedlich verbreitet sind:
- Doppelnennung (Beidnennung): Nachfolgerinnen und Nachfolger
- Gendersternchen: Nachfolger*innen
- Doppelpunkt: Nachfolger:innen
- Unterstrich (Gendergap): Nachfolger_innen
- Binnen-I: NachfolgerInnen
Die Doppelnennung gilt als grammatisch unstrittig und wird von den meisten Institutionen akzeptiert. Die verkürzten Varianten mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sollen zusätzlich nichtbinäre Personen einschließen, sind aber nicht amtlich festgelegt und werden je nach Hochschule, Behörde oder Unternehmen unterschiedlich gehandhabt. Vor der Verwendung lohnt sich daher ein Blick in die jeweils gültige Sprachrichtlinie.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Nachfolger
Eine geschlechtsneutrale Einzelwort-Alternative zu „Nachfolger" gibt es im Deutschen nicht in gleicher Kürze, da das Wort keine Partizipform wie „Studierende" besitzt. In vielen Fällen lässt sich die Person jedoch über die Rolle selbst benennen, etwa durch „die Nachfolge" als Sachbegriff: Statt „Der Nachfolger übernimmt die Position" kann es heißen „Die Nachfolge übernimmt die Position" oder „Die Position wird neu besetzt". Auch Umschreibungen wie „die nachfolgende Person", „die Person in der Nachfolge" oder „wer die Nachfolge antritt" sind möglich, wirken in längeren Texten aber schnell umständlich. Wo eine neutrale Formulierung nicht sinnvoll ist, bleibt die Doppelnennung oder eine der verkürzten Formen die praktikablere Lösung. Einen umfassenden Überblick zu Prinzipien und Formen bietet der Beitrag zu gendergerechte Sprache.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
Im wissenschaftlichen Alltag taucht die Bezeichnung „Nachfolger" häufig im Zusammenhang mit Betreuungswechseln, Lehrstühlen oder studentischen Positionen auf. Ein Beispiel mit Doppelnennung lautet: „Die Nachfolgerinnen und Nachfolger der bisherigen Betreuungsperson werden im Sekretariat bekanntgegeben." Wer eine verkürzte Schreibweise bevorzugt, kann formulieren: „Alle Nachfolger*innen müssen sich bis zum 15. September registrieren." Ist eine neutrale Formulierung gewünscht, bietet sich an: „Wer die Nachfolge antritt, meldet sich bis zum Semesterbeginn im Prüfungsamt." Welche Variante am besten passt, hängt von der jeweiligen Prüfungsordnung, dem Leitfaden der Fakultät oder den persönlichen Vorgaben der Betreuungsperson ab. In Abschlussarbeiten empfiehlt sich, die gewählte Form durchgängig beizubehalten, statt innerhalb eines Textes zwischen mehreren Varianten zu wechseln.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist, verkürzte Formen wie Nachfolger*innen oder Nachfolger:innen und die klassische Doppelnennung innerhalb desselben Textes zu mischen, was uneinheitlich wirkt. Ebenso problematisch ist es, die weibliche Form „Nachfolgerin" nur im Singular zu nennen und im Plural stillschweigend zur männlichen Form zurückzukehren. Zu beachten ist außerdem: Der amtliche Regelungsteil des Rechtschreibrats sieht Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt bislang nicht als verbindlichen Standard vor. Für Abschlussarbeiten gilt daher: Wer gendern Nachfolger möchte, sollte zuerst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs prüfen. Fehlt eine klare Regelung, ist eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung die sicherste Wahl. Weitere Grundlagen zum Umgang mit Genderformen in Haus- und Abschlussarbeiten liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zu Nachfolger und geschlechtergerechter Sprache
Wer die Personenbezeichnung „Nachfolger" geschlechtergerecht formulieren möchte, hat die Wahl zwischen der Doppelnennung „Nachfolgerinnen und Nachfolger", verkürzten Schreibweisen wie Nachfolger*innen, Nachfolger:innen, Nachfolger_innen oder NachfolgerInnen sowie neutralen Umschreibungen über die Nachfolge als Sachbegriff. Eine einzelne „richtige" Lösung gibt es dabei nicht, da die Wahl vom Kontext, vom Textformat und von geltenden Leitlinien abhängt. Entscheidend ist vor allem eine konsequente und einheitliche Anwendung innerhalb des jeweiligen Textes. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt es sich, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule zu prüfen und die gewählte Form durchgängig beizubehalten, damit der Text sprachlich korrekt und einheitlich wirkt.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Vorgänger gendern, Gegner gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.