Gendern Partner: geschlechtergerecht formulieren
Doppelnennung, Sonderzeichen und neutrale Alternativen
Bei gendern Partner geht es darum, sowohl Frauen als auch Männer sprachlich sichtbar zu machen, wenn von einer Partnerin oder einem Partner die Rede ist. Möglich sind die Doppelnennung als Partnerinnen und Partner, verkürzte Formen wie Partner*innen, Partner:innen, Partner_innen oder PartnerInnen sowie, wo passend, eine neutrale Umschreibung. Welche Variante sich eignet, hängt vom Kontext ab: In einer wissenschaftlichen Arbeit gelten oft eigene Vorgaben der Hochschule, während im allgemeinen Sprachgebrauch mehrere Formen nebeneinander üblich sind.
Was bedeutet gendern Partner?
Das Substantiv Partner bezeichnet in der maskulinen Form eine Person in einer Beziehung, Kooperation oder Geschäftsverbindung. Bei gendern Partner geht es darum, in Texten sowohl weibliche als auch männliche Personen sprachlich einzubeziehen, statt ausschließlich die männliche Form zu verwenden. Möglich ist das durch die Doppelnennung mit der weiblichen Form Partnerin und der männlichen Form Partner, etwa als Partnerinnen und Partner, oder durch verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen wie Partner*innen, Partner:innen oder Partner_innen. Ergänzend kommt, sofern der Kontext es zulässt, eine neutrale Umschreibung infrage. Welche Form sinnvoll ist, richtet sich nach dem Textformat, der Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule. Mehr zu diesem Thema liefert der Beitrag zur gendergerechten Sprache.

Alle Genderformen für Partner im Überblick
Für das Wort Partner stehen mehrere Formen zur Verfügung, die je nach Textsorte und persönlicher oder institutioneller Vorgabe gewählt werden können. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung: Partnerinnen und Partner
- Gendersternchen: Partner*innen
- Doppelpunkt: Partner:innen
- Unterstrich: Partner_innen
- Binnen-I: PartnerInnen
Die Doppelnennung gilt als besonders klar verständlich und wird von vielen Institutionen empfohlen, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt. Die verkürzten Formen mit Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich weder der weiblichen noch der männlichen Kategorie eindeutig zuordnen. Das Binnen-I ist die älteste dieser Varianten und wird heute seltener genutzt als Sternchen oder Doppelpunkt.
Geschlechtsneutrale Alternativen zu Partner
Eine wirklich neutrale Einzelwortform gibt es für Partner nicht, da das Wort nicht von einem Partizip abgeleitet ist wie etwa Studierende von studieren. Anders als in solchen Fällen lässt sich Partner also nicht ohne Weiteres in eine geschlechtsneutrale Form überführen, das sei hier ehrlich gesagt. In der Praxis behilft man sich daher mit Umschreibungen, etwa Person, mit der eine Partnerschaft besteht, oder, im institutionellen Kontext, mit Begriffen wie Partnerorganisation oder Partnerunternehmen, wenn nicht einzelne Menschen, sondern Einrichtungen gemeint sind. Wo eine echte neutrale Form fehlt, bleiben die Doppelnennung oder eine der verkürzten Schreibweisen die zuverlässigste Lösung, um alle Geschlechter sprachlich gleichermaßen zu berücksichtigen.
Partner im Beispielsatz für die Studienarbeit
In einer Abschlussarbeit könnte ein Satz zum Kooperationspartner der Studie beispielsweise so aussehen: Die Partnerinnen und Partner der Untersuchung wurden vorab über den Ablauf und die Auswertung der Daten informiert. Wer eine verkürzte Schreibweise bevorzugt, formuliert stattdessen: Alle Partner*innen der Studie erhielten dieselben Informationen. Auch der Doppelpunkt ist möglich: Die Partner:innen wurden gebeten, den Fragebogen bis zum Ende des Semesters auszufüllen. Beide Varianten sind in wissenschaftlichen Arbeiten gebräuchlich, sofern sie im gesamten Text konsequent beibehalten werden. Ein Wechsel zwischen Doppelnennung und Sonderzeichen innerhalb derselben Arbeit sollte vermieden werden, da dies uneinheitlich wirkt, den Lesefluss stört und beim Lektorat häufig als Inkonsistenz auffällt.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der unregelmäßige Wechsel zwischen Partner, Partner*innen und Partnerinnen und Partner innerhalb desselben Dokuments. Ebenso wird gelegentlich vergessen, Folgeformen wie Artikel, Pronomen oder Adjektive konsequent anzupassen. Zu beachten ist außerdem, dass das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt derzeit nicht als Standard vorsieht, auch wenn viele Hochschulen sie in eigenen Richtlinien zulassen oder verlangen. Für eine wissenschaftliche Arbeit empfiehlt es sich daher, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule oder Fakultät zu prüfen. Liegen keine Vorgaben vor, bietet sich eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Umschreibung an. Unterstützung bei einer einheitlichen Umsetzung bieten das Korrekturlesen und der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit: gendern Partner sachlich umsetzen
Beim gendern Partner stehen mehrere gleichwertige Lösungen zur Wahl: die Doppelnennung mit Partnerinnen und Partner, verkürzte Formen wie Partner*innen, Partner:innen, Partner_innen oder PartnerInnen sowie, wo passend, eine neutrale Umschreibung. Eine allgemeingültige Pflichtform schreibt das amtliche Regelwerk bislang nicht vor, weshalb im wissenschaftlichen Bereich die jeweilige Hochschule den Ausschlag gibt und in allgemeinen Texten die persönliche oder redaktionelle Vorliebe entscheidet. Entscheidend ist vor allem, die einmal gewählte Form innerhalb eines Textes konsequent beizubehalten, statt zwischen mehreren Varianten hin und her zu wechseln. Wer sich unsicher ist, welche Variante zum eigenen Text passt, kann die Formulierung im Lektorat gezielt prüfen und vereinheitlichen lassen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Helfer gendern, Besucher gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.