Gendern Besucher: Alle Varianten im Überblick
Geschlechtergerechte Formen für die Personenbezeichnung Besucher
Wer gendern Besucher möchte, kann zwischen mehreren korrekten Formen wählen: der Doppelnennung Besucherinnen und Besucher, verkürzten Schreibweisen wie Besucher*innen, Besucher:innen oder Besucher_innen sowie der neutralen Formulierung Besuchende. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In wissenschaftlichen Arbeiten gelten oft die Vorgaben der Hochschule, in allgemeinen Texten empfiehlt sich eine konsequente und gut lesbare Lösung. Dieser Ratgeber erklärt die einzelnen Formen, nennt die korrekte weibliche Form und zeigt, wie sich Besucher geschlechtergerecht und sprachlich korrekt formulieren lässt.
Gendern Besucher: Die kurze Antwort
Um Besucher geschlechtergerecht zu formulieren, stehen grundsätzlich drei Wege offen: die Doppelnennung (Besucherinnen und Besucher), verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen (Besucher*innen, Besucher:innen, Besucher_innen oder BesucherInnen) sowie die neutrale Umschreibung Besuchende. Wer gendern Besucher möchte, wählt die Form passend zum Textkontext: In formellen und wissenschaftlichen Texten sind die Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung meist die sichere Wahl, während verkürzte Varianten mit Sonderzeichen vor allem in Universitätstexten, Behördenschreiben oder redaktionellen Leitfäden verbreitet sind. Wichtig ist, sich innerhalb eines Textes für eine Form zu entscheiden und diese konsequent beizubehalten, damit der Text einheitlich und gut lesbar bleibt.

Alle Genderformen von Besucher im Überblick
Für die Personenbezeichnung Besucher existieren mehrere gebräuchliche Genderformen, die je nach Zielgruppe und Textsorte eingesetzt werden. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Varianten:
- Doppelnennung: Besucherinnen und Besucher (bzw. Besucher und Besucherinnen)
- Gendersternchen: Besucher*innen
- Doppelpunkt: Besucher:innen
- Unterstrich (Gender Gap): Besucher_innen
- Binnen-I: BesucherInnen
- Weibliche Form allein: Besucherin (Singular), Besucherinnen (Plural)
Alle verkürzten Varianten mit Sonderzeichen (Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich) sollen sprachlich auch Personen einschließen, die sich keiner der beiden binären Formen zuordnen. Sie werden vor allem in Verwaltungen, Hochschulen und redaktionellen Leitfäden verwendet, sind aber nicht Teil des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung.
Geschlechtsneutrale Alternative: Besuchende
Für Besucher gibt es eine gut etablierte geschlechtsneutrale Alternative: das substantivierte Partizip Besuchende. Die Form leitet sich vom Verb besuchen ab (besuchend, die Besuchenden) und bezeichnet alle Personen, die etwas besuchen, unabhängig vom Geschlecht. Besuchende lässt sich im Singular (,die besuchende Person“) und im Plural (,die Besuchenden“) verwenden und fügt sich grammatisch problemlos in Sätze ein, etwa als Subjekt, Objekt oder in Kombination mit Artikeln und Adjektiven. Diese Umschreibung ist besonders praktisch, wenn ein Text durchgängig ohne Sonderzeichen auskommen soll, etwa in offiziellen Dokumenten oder Texten, die auch von Screenreadern zuverlässig vorgelesen werden müssen. Nicht für jede Personenbezeichnung existiert eine vergleichbar elegante neutrale Form, bei Besucher funktioniert die Partizip-Lösung jedoch sehr gut.
Beispielsatz im Studien- und Unikontext
Im wissenschaftlichen und universitären Kontext lassen sich alle vorgestellten Formen anwenden, je nachdem, welche Vorgaben die Hochschule oder das Institut macht. Ein Beispiel für die Doppelnennung: An der Campusführung nahmen über 300 Besucherinnen und Besucher teil. Mit Gendersternchen formuliert: Die Ausstellung richtet sich an Besucher*innen aller Altersgruppen. Neutral umschrieben: Für Besuchende steht ein kostenloser Audioguide zur Verfügung. Wer für eine Abschlussarbeit oder Publikation die passende Schreibweise sucht, findet ausführlichere Hinweise im Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, da dort auch formale Vorgaben von Prüfungsordnungen und Fachbereichen erläutert werden. Entscheidend ist in jedem Fall, die gewählte Form im gesamten Text konsequent beizubehalten.

Häufige Fehler und Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten
Ein häufiger Fehler ist, innerhalb eines Textes zwischen mehreren Genderformen zu wechseln, etwa erst Besucher*innen und wenige Sätze später Besucher:innen oder BesucherInnen zu verwenden. Ebenso unsauber ist es, nur gelegentlich zu gendern und ansonsten beim generischen Maskulinum zu bleiben, ohne dass eine erkennbare Regel dahintersteht. Auch die falsche Bildung der weiblichen Form kommt vor, etwa fehlende oder falsch gesetzte Umlaute bei anderen Personenbezeichnungen. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung führt Sonderzeichen wie Gendersternchen oder Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie jedoch in ihren Leitfäden. Empfehlenswert ist deshalb zuerst ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule oder Prüfungsordnung; fehlen konkrete Vorgaben, sind eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Besuchende die sichersten Lösungen.
Fazit: Gendern Besucher gelingt so
Wer Besucher geschlechtergerecht formulieren möchte, hat die Wahl zwischen der Doppelnennung (Besucherinnen und Besucher), verkürzten Varianten mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich (Besucher*innen, Besucher:innen, Besucher_innen) sowie der neutralen Umschreibung Besuchende. Für die meisten Texte gilt: lieber eine Form konsequent durchhalten als mehrere Varianten mischen. In wissenschaftlichen Arbeiten sollten zunächst die Vorgaben der Hochschule geprüft werden, da es hierzu noch keine einheitliche amtliche Regelung gibt. Wer gendern Besucher in einem laufenden Text zuverlässig und einheitlich umsetzen möchte, kann den fertigen Text zusätzlich professionell prüfen lassen, etwa im Rahmen eines Lektorats, das auch auf eine konsistente Genderschreibweise achtet.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Einwohner gendern, Schüler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.