Gendern Einwohner: geschlechtergerecht formulieren
Alle geschlechtergerechten Varianten für Einwohner
Wer beim Gendern Einwohner geschlechtergerecht formulieren möchte, nennt entweder beide Formen (Einwohnerinnen und Einwohner) oder greift zu einer neutralen Bezeichnung wie Bevölkerung. Für kürzere Texte stehen verkürzte Schreibweisen wie Einwohner*innen, Einwohner:innen, Einwohner_innen oder EinwohnerInnen zur Verfügung. Welche Variante sich eignet, hängt vom Textformat, von der Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der Hochschule ab. Die folgenden Abschnitte erklären die einzelnen Formen im Detail, nennen passende Beispiele und geben eine Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten.
Gendern Einwohner: die kurze Antwort
Um gendern Einwohner korrekt umzusetzen, gibt es mehrere anerkannte Möglichkeiten. Die einfachste Form ist die Doppelnennung: Einwohnerinnen und Einwohner. Wer eine kürzere Schreibweise bevorzugt, kann auf Einwohner*innen, Einwohner:innen, Einwohner_innen oder EinwohnerInnen zurückgreifen. Diese Varianten sprechen alle Geschlechter an, ohne die männliche Form allein stehen zu lassen. Alternativ lässt sich eine geschlechtsneutrale Formulierung wählen, etwa Bevölkerung oder wohnhafte Personen. Welche Lösung im Einzelfall passt, richtet sich nach dem Textformat, der Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule. Im privaten und journalistischen Bereich ist die Wahl meist freier als in formellen akademischen Texten.

Alle Genderformen von Einwohner im Überblick
Für das Wort Einwohner stehen folgende geschlechtergerechte Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Einwohnerinnen und Einwohner
- Gendersternchen: Einwohner*innen
- Doppelpunkt: Einwohner:innen
- Unterstrich (Gendergap): Einwohner_innen
- Binnen-I: EinwohnerInnen
Die weibliche Einzelform lautet Einwohnerin, der Plural Einwohnerinnen. Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich gelten als Formen, die neben der weiblichen und männlichen auch weitere Geschlechtsidentitäten einbeziehen sollen. Das Binnen-I bildet dagegen nur die weibliche und männliche Form ab und gilt in vielen Redaktionen inzwischen als ältere, seltener genutzte Schreibweise, die dennoch weiterhin verwendet wird. Welche dieser Varianten im Einzelfall zum Einsatz kommt, sollte innerhalb eines Textes einheitlich gehandhabt werden, damit die geschlechtergerechte Formulierung durchgängig nachvollziehbar bleibt.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Einwohner
Eine geschlechtsneutrale Umschreibung ist bei Einwohner gut möglich, weil das Deutsche passende Sammelbegriffe bietet. Gebräuchlich sind Bevölkerung, Wohnbevölkerung oder die in einer Stadt beziehungsweise Gemeinde lebenden Menschen. Auch ansässige Personen oder Bewohnerschaft lassen sich je nach Kontext einsetzen. Diese Varianten kommen ohne Sonderzeichen aus und sind in jedem Textformat problemlos lesbar und aussprechbar. Ein kleiner Bedeutungsunterschied besteht darin, dass Bevölkerung eher die Gesamtheit meint, während Einwohnerinnen und Einwohner einzelne Personen betont. In amtlichen und statistischen Texten wird Einwohner oft bewusst als feststehender Fachbegriff verwendet, sodass eine Umschreibung dort nicht immer sinnvoll ist. In allgemeinen Texten bietet die neutrale Formulierung dagegen eine unkomplizierte Lösung.
Beispielsatz mit Einwohner*innen in der Praxis
In einer empirischen Arbeit könnte ein Beispielsatz so lauten: Die Studie befragte 500 Einwohner*innen der Stadt zu ihrer Zufriedenheit mit dem öffentlichen Nahverkehr. Mit Doppelpunkt formuliert: An der Umfrage nahmen Einwohner:innen aus drei Stadtteilen teil. Wer die Doppelnennung bevorzugt, schreibt stattdessen: Befragt wurden Einwohnerinnen und Einwohner der Universitätsstadt. Und wer eine neutrale Lösung sucht, formuliert: Die Erhebung richtete sich an die in der Stadt lebende Bevölkerung. Alle vier Varianten sind fachlich korrekt und lassen sich in einer wissenschaftlichen Arbeit einsetzen, solange die gewählte Form im gesamten Text konsequent beibehalten wird.

Häufige Fehler und Empfehlung für wissenschaftliche Arbeiten
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Formen innerhalb desselben Textes, etwa einmal Einwohner*innen und wenige Sätze später wieder nur Einwohner. Ebenso unsauber ist es, die männliche Form stillschweigend als vermeintlich neutral zu verwenden, obwohl eine geschlechtergerechte Formulierung gewünscht ist. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen solche Formen jedoch ausdrücklich in Abschlussarbeiten. Für die eigene Arbeit empfiehlt es sich daher, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs zu prüfen. Liegt keine Vorgabe vor, ist eine konsequente Beidnennung oder eine durchgehende neutrale Formulierung eine sichere Wahl, weil beide Varianten ohne Sonderzeichen auskommen und von allen Lesenden problemlos verstanden werden.
Fazit: Gendern Einwohner geschlechtergerecht umsetzen
Wer gendern Einwohner umsetzen möchte, hat die Wahl zwischen der ausgeschriebenen Doppelnennung, einer verkürzten Schreibweise mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie einer geschlechtsneutralen Umschreibung. Für die meisten Alltagstexte eignet sich jede dieser Formen, solange sie im gesamten Text einheitlich verwendet wird. Bei wissenschaftlichen Arbeiten sollte vorrangig die jeweilige Hochschulrichtlinie den Ausschlag geben, da einzelne Fachbereiche unterschiedliche Anforderungen an geschlechtergerechte Sprache stellen können. Weitere Hintergründe zu Regeln und Formulierungen liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, und wer die eigene Arbeit vor der Abgabe noch prüfen lassen möchte, findet Unterstützung im Lektorat.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Schüler gendern, Pilot gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.