Gendern Dolmetscher: geschlechtergerechte Sprache erklärt
Alle geschlechtergerechten Formen von Dolmetscher im Überblick
Gendern Dolmetscher bedeutet, die männliche Berufsbezeichnung so zu verändern, dass Frauen und andere Geschlechter sprachlich sichtbar werden, etwa durch Doppelnennung, Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder eine neutrale Umschreibung. Im Alltag und in wissenschaftlichen Arbeiten kommen dabei unterschiedliche Varianten zum Einsatz, je nachdem, ob eine Hochschule verbindliche Vorgaben macht oder freie Wahl lässt. Wer unsicher ist, welche Form zur eigenen Arbeit passt, findet im Folgenden einen Überblick über alle gängigen Schreibweisen von Dolmetscher, von der klassischen Beidnennung bis zur kurzen, gender-neutralen Alternative.
Gendern Dolmetscher: die kurze Antwort
Wer gendern Dolmetscher möchte, hat mehrere korrekte Wege zur Auswahl: die ausgeschriebene Doppelnennung „Dolmetscherinnen und Dolmetscher", verkürzte Formen mit Sonderzeichen wie Dolmetscher*innen, Dolmetscher:innen oder Dolmetscher_innen, das ältere Binnen-I DolmetscherInnen sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Kontext ab: In Alltagstexten ist meist freie Wahl möglich, in wissenschaftlichen Arbeiten geben viele Hochschulen konkrete Vorgaben vor. Grundsätzlich gilt: Alle genannten Formen sind sprachlich nachvollziehbar und werden in der Praxis verwendet, auch wenn sie unterschiedlich stark verbreitet sind. Wichtig ist vor allem, eine Variante konsequent durch den gesamten Text hindurch beizubehalten, statt zwischen mehreren Schreibweisen zu wechseln.

Alle Genderformen von Dolmetscher im Überblick
Für die männliche Berufsbezeichnung Dolmetscher existieren mehrere anerkannte geschlechtergerechte Schreibweisen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung (Beidnennung): Dolmetscherinnen und Dolmetscher
- Gendersternchen: Dolmetscher*innen
- Doppelpunkt: Dolmetscher:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Dolmetscher_innen
- Binnen-I: DolmetscherInnen
- Weibliche Form: die Dolmetscherin, Plural die Dolmetscherinnen
Alle verkürzten Formen mit Sonderzeichen sollen signalisieren, dass neben Frauen und Männern auch weitere Geschlechtsidentitäten mitgemeint sind. Die Doppelnennung dagegen ist die traditionellste und am wenigsten umstrittene Lösung, weil sie ohne Sonderzeichen auskommt und in praktisch jedem Kontext akzeptiert wird. Für Fließtexte empfiehlt sich meist die vollständige Nennung beider Formen, für Formulare oder Stellenanzeigen wird häufiger auf die kürzeren Varianten zurückgegriffen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Dolmetscher
Eine echte geschlechtsneutrale Alternative zu Dolmetscher ist schwieriger zu bilden als etwa bei Studierende oder Lehrkraft, weil es keine etablierte Sammelbezeichnung für diesen Beruf gibt. Am ehesten eignet sich die Umschreibung dolmetschende Person oder Person, die dolmetscht, ebenso wie der Rückgriff auf die Tätigkeit selbst, etwa „beim Dolmetschen" statt „der Dolmetscher". In offiziellen Kontexten wird gelegentlich auch die Berufsbezeichnung Sprachmittler beziehungsweise Sprachmittlerin verwendet, die im Deutschen ebenfalls eine Doppelform benötigt und somit keine echte neutrale Lösung darstellt. Wer eine wirklich geschlechtsneutrale Formulierung sucht, sollte ehrlicherweise damit rechnen, dass sie im Vergleich zur Doppelnennung oder zu den Sonderzeichen-Varianten seltener natürlich klingt und öfter zu Umschreibungen ganzer Sätze zwingt. Für kurze, präzise Texte bleibt die Doppelnennung deshalb oft die praktikablere Wahl. Ein weiterführender Überblick über alle Strategien findet sich unter gendergerechte Sprache.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
Wie sich das Gendern von Dolmetscher im Fließtext liest, zeigt ein Beispiel: „An der Konferenz nahmen mehrere Dolmetscherinnen und Dolmetscher teil, die simultan zwischen drei Sprachen übersetzten." Mit Sonderzeichen könnte derselbe Satz lauten: „An der Konferenz nahmen mehrere Dolmetscher*innen teil, die simultan zwischen drei Sprachen übersetzten." Und mit einer neutralen Umschreibung: „An der Konferenz nahmen mehrere dolmetschende Personen teil, die simultan zwischen drei Sprachen übersetzten." Alle drei Varianten sind inhaltlich identisch und grammatikalisch korrekt, sie unterscheiden sich lediglich in der sprachlichen Form. In einer wissenschaftlichen Arbeit sollte die gewählte Variante über das gesamte Dokument hinweg beibehalten werden, damit der Text einheitlich wirkt und keine Rückfragen zur Konsistenz aufkommen.

Häufige Fehler beim Gendern Dolmetscher
Ein häufiger Fehler beim Gendern Dolmetscher ist der Wechsel zwischen mehreren Schreibweisen innerhalb eines einzigen Textes, etwa wenn im ersten Absatz Dolmetscher*innen steht und im nächsten Dolmetscher:innen oder DolmetscherInnen. Ebenso problematisch ist es, die männliche Form stillschweigend als generisch zu verwenden, obwohl die Hochschule eine geschlechtergerechte Schreibweise verlangt. Ein dritter Fehler betrifft die falsche Bildung der weiblichen Form: Korrekt ist die Dolmetscherin (Plural: die Dolmetscherinnen), nicht etwa eine unveränderte männliche Form ohne die erforderliche Anpassung im Plural. Das amtliche Rechtschreibregelwerk führt Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Standard, viele Hochschulen erlauben oder verlangen sie aber ausdrücklich in ihren Leitfäden. Vor dem Schreiben lohnt sich deshalb ein Blick in die Vorgaben der eigenen Institution, ausführlichere Hinweise dazu bietet der Beitrag zum Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zu geschlechtergerechten Formen
Für die Berufsbezeichnung Dolmetscher stehen mehrere fachlich korrekte geschlechtergerechte Formen zur Verfügung: die klassische Doppelnennung, verkürzte Varianten mit Gendersternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie, mit Einschränkungen, neutrale Umschreibungen wie „dolmetschende Person". Keine dieser Formen ist grundsätzlich falsch, sie unterscheiden sich vor allem in Lesbarkeit, Verbreitung und in der Frage, ob eine Hochschule oder ein Verlag bestimmte Vorgaben macht. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, zunächst die Richtlinien der eigenen Institution zu prüfen und, falls keine existieren, konsequent bei einer einzigen Variante zu bleiben, etwa der Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung. So bleibt der Text durchgängig lesbar und formal korrekt, unabhängig davon, welche Schreibweise am Ende gewählt wird.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Schriftsteller gendern, Künstler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.