Gendern Schriftsteller: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Berufsbezeichnung Schriftsteller
Gendern Schriftsteller lässt sich auf mehrere anerkannte Arten umsetzen: durch die Doppelnennung Schriftstellerinnen und Schriftsteller, durch verkürzte Schreibweisen wie Schriftsteller*innen, Schriftsteller:innen, Schriftsteller_innen oder SchriftstellerInnen sowie durch geschlechtsneutrale Formulierungen. Welche Variante sich eignet, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt bislang keine dieser verkürzten Formen als Standard, während viele Hochschulen und Verlage eigene Vorgaben machen. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich, die Richtlinien der jeweiligen Institution zu prüfen und die gewählte Form konsequent durchzuhalten.
Gendern Schriftsteller: die kurze Antwort
Wer gendern Schriftsteller möchte, kann zwischen mehreren korrekten Wegen wählen. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die beide Geschlechter ausdrücklich benennt und in Fließtexten gut lesbar bleibt. Daneben haben sich verkürzte Schreibweisen wie das Gendersternchen, der Doppelpunkt, der Unterstrich oder das Binnen-I etabliert, die weibliche, männliche und weitere Geschlechtsidentitäten in einem Wort zusammenfassen. Wer verkürzte Formen vermeiden möchte, greift auf geschlechtsneutrale Umschreibungen zurück. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Textzweck, vom Hausstil der Institution und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs ab.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Berufsbezeichnung Schriftsteller stehen folgende Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Schriftstellerinnen und Schriftsteller
- Gendersternchen: Schriftsteller*innen
- Doppelpunkt: Schriftsteller:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Schriftsteller_innen
- Binnen-I: SchriftstellerInnen
Die Doppelnennung gilt als unstrittig korrekt und wird von den meisten Institutionen akzeptiert. Die verkürzten Varianten mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sparen Platz und sollen zusätzlich Personen einschließen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen. Alle vier verkürzten Formen sprechen dieselbe Zielgruppe an und unterscheiden sich lediglich in der Schreibweise, nicht in der inhaltlichen Bedeutung, sodass die Wahl meist eine Frage des Hausstils ist. Sie sind sprachlich jedoch nicht einheitlich geregelt, weshalb ihre Verwendung von Verlag zu Verlag und von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich gehandhabt wird.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Schriftsteller
Eine geschlechtsneutrale Alternative zu Schriftsteller ist das substantivierte Partizip Schreibende (die Schreibende, der Schreibende, die Schreibenden), das sich nach demselben Muster bildet wie Studierende zu Student. Der Begriff ist allerdings weiter gefasst als Schriftsteller, da er grundsätzlich alle Personen einschließt, die schreiben, nicht nur literarisch veröffentlichende Autorinnen und Autoren. Wo diese Bedeutungsverschiebung stört, bietet sich eine Umschreibung an, etwa Person, die schriftstellerisch tätig ist oder literarisch tätige Person. Eine wirklich passgenaue, kurze und etablierte geschlechtsneutrale Einzelform für Schriftsteller existiert bislang nicht, sodass in der Praxis meist die Doppelnennung oder eine der verkürzten Formen verwendet wird.
Beispielsatz für die wissenschaftliche Arbeit
In einer Hausarbeit oder Abschlussarbeit lässt sich die gewünschte Form direkt im Satz umsetzen. Mit Doppelnennung: Die befragten Schriftstellerinnen und Schriftsteller gaben an, dass sich ihr Schreibprozess während der Recherche veränderte. Mit Gendersternchen: Die befragten Schriftsteller*innen gaben an, dass sich ihr Schreibprozess veränderte. Mit geschlechtsneutraler Umschreibung: Die befragten Schreibenden gaben an, dass sich ihr Schreibprozess veränderte. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig und in wissenschaftlichen Arbeiten grundsätzlich zulässig, solange die gewählte Form im gesamten Dokument konsequent beibehalten wird. Wichtig ist außerdem, Fußnoten, Literaturverzeichnis und Zitate von der gewählten Schreibweise unberührt zu lassen, da wörtliche Zitate immer im Original wiedergegeben werden.

Häufige Fehler und Empfehlung
Ein häufiger Fehler ist das Mischen mehrerer Genderformen innerhalb eines Textes, etwa wenn im ersten Kapitel das Gendersternchen und im zweiten der Doppelpunkt verwendet wird. Ebenfalls problematisch ist eine fehlerhafte Pluralbildung, etwa Schriftsteller*innen ohne den notwendigen Bindestrich zu Komposita wie Schriftsteller*innen-Vereinigung. Für Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit gilt: Zunächst die Vorgaben der Hochschule, des Instituts oder der Zeitschrift prüfen, denn viele Einrichtungen schreiben eine bestimmte Form vor oder lehnen verkürzte Varianten ab. Liegt keine Vorgabe vor, empfiehlt sich die konsequente Doppelnennung oder eine geschlechtsneutrale Formulierung, da beide Varianten von allen Prüfungsordnungen anerkannt werden und keine Rechtschreibdiskussion auslösen.
Fazit
Gendern Schriftsteller lässt sich nicht auf eine einzige richtige Form reduzieren, sondern über mehrere gleichwertige Wege lösen: die Doppelnennung Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die verkürzten Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die geschlechtsneutrale Umschreibung mit Schreibenden. Entscheidend ist weniger, welche Form gewählt wird, sondern dass sie im gesamten Text einheitlich angewendet wird und, im wissenschaftlichen Kontext, den Vorgaben der jeweiligen Institution entspricht. Wer unsicher ist, ob eine Arbeit die gewählte Genderform konsequent umsetzt oder ob Doppelnennung und Kurzformen versehentlich gemischt wurden, kann den Text vor der Abgabe von einem professionellen Lektorat prüfen lassen, das gezielt auf Konsistenz und Rechtschreibung achtet.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Künstler gendern, Musiker gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.