Gendern Sieger: Formen und Alternativen
Geschlechtergerechte Varianten für die Personenbezeichnung Sieger
Beim Gendern Sieger stehen mehrere korrekte Varianten zur Wahl: die Doppelnennung Siegerinnen und Sieger, verkürzte Formen wie Sieger*innen, Sieger:innen oder Sieger_innen sowie die geschlechtsneutrale Bezeichnung Siegende. Welche Form sich eignet, hängt vom Kontext und von den Vorgaben der jeweiligen Hochschule oder Institution ab. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich entweder eine konsequent durchgehaltene Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung, sofern die Prüfungsordnung keine verbindlichen Vorgaben macht. Dieser Ratgeber erklärt die einzelnen Formen und zeigt, wie sie sich sprachlich korrekt anwenden lassen.
Kurz erklärt: Gendern Sieger
Die Suchanfrage gendern Sieger bezieht sich auf die Frage, wie sich die männliche Personenbezeichnung „Sieger“ geschlechtergerecht formulieren lässt. Grundsätzlich gibt es drei Wege: die Doppelnennung mit weiblicher und männlicher Form (Siegerinnen und Sieger), verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen (Sieger*innen, Sieger:innen, Sieger_innen oder SiegerInnen) sowie die geschlechtsneutrale Bezeichnung Siegende, abgeleitet vom Partizip Präsens des Verbs „siegen“. Welche Variante im Einzelfall passend ist, hängt vom Textkontext, vom Anspruch an sprachliche Neutralität und von etwaigen Vorgaben der Hochschule oder des Verlags ab. Für Fließtexte in wissenschaftlichen Arbeiten ist es wichtig, sich für eine Form zu entscheiden und diese konsequent durchzuhalten.

Alle Genderformen von Sieger im Überblick
Für das Wort „Sieger“ existieren mehrere anerkannte geschlechtergerechte Schreibweisen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Varianten:
- Doppelnennung (Beidnennung): Siegerinnen und Sieger
- Gendersternchen: Sieger*innen
- Doppelpunkt: Sieger:innen
- Unterstrich (Gender-Gap): Sieger_innen
- Binnen-I: SiegerInnen
- Geschlechtsneutrale Form: Siegende
Die verkürzten Schreibweisen mit Sonderzeichen sollen andeuten, dass neben Frauen und Männern auch weitere Geschlechtsidentitäten mitgemeint sind. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I derzeit nicht als Standardschreibweise, viele Hochschulen, Redaktionen und Institutionen lassen sie jedoch zu oder setzen sie in eigenen Leitfäden voraus. Beim Sieger gendern sollte daher zunächst geprüft werden, ob eine konkrete Vorgabe existiert.
Geschlechtsneutrale Alternative: Siegende
Eine geschlechtsneutrale Alternative zu „Sieger“ ist die substantivierte Form Siegende, abgeleitet vom Partizip Präsens des Verbs „siegen“ (vergleichbar mit „Studierende“ von „studieren“). Der Plural lautet „die Siegenden“, der Singular je nach Kontext „der beziehungsweise die Siegende“. Diese Form bezeichnet grammatisch alle Personen, die siegen oder gesiegt haben, unabhängig vom Geschlecht, und kommt ohne Sonderzeichen aus. Sie eignet sich besonders für Fließtexte, in denen Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt vermieden werden sollen, etwa weil eine Prüfungsordnung dies vorschreibt. Alternativ lassen sich auch Umschreibungen wie „die siegreiche Person“ oder „das siegreiche Team“ verwenden, wenn der Kontext dies zulässt. Nicht jede Personenbezeichnung besitzt eine ebenso elegante neutrale Form, bei „Sieger“ funktioniert die Partizipbildung jedoch gut und wird bereits in vielen Texten verwendet.
Beispielsatz im wissenschaftlichen Kontext
Im wissenschaftlichen Schreiben zeigt sich der Unterschied zwischen den Formen besonders deutlich. Ein Beispiel mit Doppelnennung lautet: „An der Universität wurden die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs feierlich geehrt.“ Mit Gendersternchen könnte derselbe Satz lauten: „Die Sieger*innen des Wettbewerbs erhielten eine Urkunde.“ Wer eine geschlechtsneutrale Formulierung bevorzugt, kann schreiben: „Die Siegenden des Wettbewerbs wurden von der Fakultät ausgezeichnet.“ Alle drei Varianten sind sprachlich korrekt, sie unterscheiden sich lediglich im Grad der sprachlichen Neutralität und in der Frage, ob Sonderzeichen im Fließtext akzeptiert werden. In einer Abschlussarbeit sollte die gewählte Form im gesamten Dokument einheitlich verwendet werden, ein Wechsel zwischen Doppelnennung, Sternchen und neutraler Form innerhalb eines Textes wirkt uneinheitlich und sollte vermieden werden.

Häufige Fehler und Empfehlung für Studienarbeiten
Ein häufiger Fehler ist die Vermischung mehrerer Formen innerhalb eines Textes, etwa wenn im ersten Kapitel „Sieger*innen“ und im zweiten Kapitel „Siegerinnen und Sieger“ verwendet wird. Ebenso häufig wird die weibliche Form fehlerhaft gebildet, etwa als „Siegerin“ korrekt, aber im Plural fälschlich als „Siegerinen“ statt „Siegerinnen“ mit Doppel-n geschrieben. Auch die Kombination aus generischem Maskulinum („der Sieger“ als vermeintlich neutrale Bezeichnung für alle Geschlechter) und gleichzeitiger Verwendung von Gendersternchen an anderer Stelle wirkt inkonsistent. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher, zunächst die Vorgaben der Hochschule oder des Prüfungsamts zu prüfen. Liegt keine verbindliche Regel vor, ist eine konsequent durchgehaltene Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Siegende die sicherste Wahl. Ausführliche Hinweise dazu bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit, ein professionelles Lektorat prüft zudem die einheitliche Anwendung der gewählten Form im gesamten Manuskript.
Fazit: Sieger geschlechtergerecht formulieren
Beim Wort „Sieger“ stehen für eine geschlechtergerechte Formulierung mehrere gleichwertige Wege offen: die Doppelnennung (Siegerinnen und Sieger), verkürzte Schreibweisen mit Sonderzeichen (Sieger*innen, Sieger:innen, Sieger_innen, SiegerInnen) sowie die neutrale Form Siegende. Eine einzelne „richtige“ Lösung gibt es nicht, entscheidend ist eine konsequente und im gesamten Text einheitliche Anwendung. Für Studierende und Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Arbeiten gilt: Zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Verlags prüfen, andernfalls zu einer klaren, durchgehaltenen Lösung greifen. Mehr zu den Grundlagen gendergerechter Sprache und zur praktischen Umsetzung in Studienarbeiten liefert der verlinkte Ratgeber. Wer sich unsicher ist, ob eine gewählte Form konsequent durchgehalten wurde, lässt den Text am besten fachkundig gegenlesen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Verlierer gendern, Gewinner gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.