Gendern Schüler: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Sprache für die Personenbezeichnung Schüler
Wer gendern Schüler sucht, möchte wissen, wie sich die Personenbezeichnung Schüler geschlechtergerecht formulieren lässt: durch Doppelnennung (Schülerinnen und Schüler), verkürzte Formen wie Schüler*innen, Schüler:innen, Schüler_innen oder SchülerInnen sowie geschlechtsneutrale Umschreibungen wie Lernende oder Schülerschaft. Welche Variante passend ist, hängt vom Kontext ab: In amtlichen Texten gilt bislang keine der verkürzten Formen als verbindlicher Standard, viele Hochschulen und Schulen erlauben oder verlangen sie dennoch in schriftlichen Arbeiten. Entscheidend ist eine konsequente, einheitliche Verwendung im gesamten Text.
Gendern Schüler: die kurze Antwort
Um gendern Schüler geschlechtergerecht zu formulieren, stehen grundsätzlich drei Wege offen: die Doppelnennung beider Formen, eine verkürzte Schreibweise mit Sonderzeichen oder eine neutrale Umschreibung. Bei der Doppelnennung werden weibliche und männliche Form ausgeschrieben, also Schülerinnen und Schüler. Verkürzte Varianten wie Schüler*innen, Schüler:innen oder Schüler_innen sparen Platz und sollen zugleich Personen einschließen, die sich keiner der beiden binären Formen eindeutig zuordnen. Eine dritte Möglichkeit sind neutrale Sammelbegriffe wie Lernende oder Schülerschaft, die ganz ohne Genderzeichen auskommen. Welche Form im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Textformat, von der Schul- oder Hochschulstufe und von etwaigen Vorgaben der Institution ab.

Alle Genderformen im Überblick
Für das Wort Schüler existieren mehrere anerkannte Schreibweisen, die geschlechtergerechte Sprache umsetzen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Formen:
- Doppelnennung: Schülerinnen und Schüler
- Gendersternchen: Schüler*innen
- Gender-Doppelpunkt: Schüler:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Schüler_innen
- Binnen-I: SchülerInnen
- Weibliche Einzelform: die Schülerin, die Schülerinnen
Alle verkürzten Varianten basieren auf der weiblichen Pluralform Schülerinnen, die um den Wortstamm Schüler mit einem Sonderzeichen und der Endung innen ergänzt wird. Sie unterscheiden sich lediglich im verwendeten Zeichen zwischen Wortstamm und Endung, nicht aber in der grammatischen Grundlage. Beim lauten Lesen werden Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich meist als kurze Sprechpause vor der Endung innen realisiert, während Doppelnennung und Binnen-I ohne diese Pause auskommen. In Zeugnissen und amtlichen Schreiben wird häufig die ausgeschriebene Doppelnennung bevorzugt, in schulinternen Texten kommen die kürzeren Varianten öfter zum Einsatz.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Schüler
Eine wirklich etablierte, ebenso kurze neutrale Einzelform wie bei manchen anderen Personenbezeichnungen gibt es für Schüler nicht. Am ehesten eignet sich das Partizip Lernende, das Personen bezeichnet, die aktuell etwas lernen, im Sprachgebrauch aber häufiger im Kontext von Ausbildung und Berufsschule verwendet wird und daher nicht in jedem Schulzusammenhang gleich natürlich klingt. Für Gruppen bietet sich zusätzlich der Sammelbegriff Schülerschaft an, etwa in Sätzen wie die Schülerschaft der Schule wurde befragt. Für eine einzelne Person bleiben ansonsten nur Umschreibungen wie Kind oder Jugendlicher im Schulalter oder Person, die eine Schule besucht, die im Fließtext oft umständlicher wirken. In den meisten Texten ist daher die Doppelnennung oder eine Kurzform mit Sonderzeichen die praktikablere Lösung.
Beispielsatz im Studien- und Schulkontext
Im wissenschaftlichen Schreiben lässt sich die Doppelnennung unmittelbar anwenden: Die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Klassen füllten den Fragebogen vollständig aus. Wird stattdessen eine verkürzte Form bevorzugt, kann derselbe Satz lauten: Die Schüler*innen der teilnehmenden Klassen füllten den Fragebogen vollständig aus. Auch eine neutrale Variante ist möglich: Die Lernenden der teilnehmenden Klassen füllten den Fragebogen vollständig aus. Alle drei Sätze sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in der gewählten Form der geschlechtergerechten Formulierung. Für eine Abschlussarbeit empfiehlt es sich, eine Variante festzulegen und sie im gesamten Dokument beizubehalten, damit der Text einheitlich wirkt und keine sprunghaften Wechsel zwischen den Schreibweisen entstehen.

Häufige Fehler und Empfehlung für die wissenschaftliche Arbeit
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen verschiedenen Genderformen innerhalb eines Textes, etwa Schüler*innen in einem Kapitel und Schüler:innen im nächsten. Ebenso problematisch ist die Vermischung von Doppelnennung und Sonderzeichen im selben Satz sowie die stillschweigende Annahme, die männliche Form Schüler meine automatisch alle Geschlechter mit. Zu beachten ist außerdem, dass das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung Gendersternchen und Doppelpunkt bislang nicht als Standard führt, auch wenn zahlreiche Hochschulen sie in schriftlichen Arbeiten zulassen oder sogar voraussetzen. Für eine wissenschaftliche Arbeit gilt daher: zunächst die Vorgaben der Hochschule oder Schule prüfen, andernfalls konsequent bei der Doppelnennung oder einer neutralen Umschreibung bleiben. Ausführliche Hinweise zur einheitlichen Umsetzung bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum geschlechtergerechten Formulieren
Für die Personenbezeichnung Schüler stehen mehrere gleichwertige Wege offen: die klassische Doppelnennung Schülerinnen und Schüler, verkürzte Formen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie neutrale Umschreibungen wie Lernende oder Schülerschaft. Welche Variante gewählt wird, hängt vom Textformat und von den jeweiligen Vorgaben ab, entscheidend ist vor allem eine konsequente und einheitliche Anwendung im gesamten Dokument. Für eine wissenschaftliche Arbeit gilt zusätzlich: Zunächst die Vorgaben der Hochschule prüfen, danach eine Form festlegen und diese durchgängig beibehalten. Wer sich unsicher ist oder eine Arbeit vor der Abgabe prüfen lassen möchte, findet Unterstützung im Lektorat von korrektur.de.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Pilot gendern, Fahrer gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.