Gendern Doktorand: Formen im Überblick
Geschlechtergerechte Schreibweisen für Doktorandinnen und Doktoranden
Für gendern Doktorand gibt es mehrere geschlechtergerechte Schreibweisen: die Doppelnennung Doktorandinnen und Doktoranden, verkürzte Formen wie Doktorand*innen, Doktorand:innen, Doktorand_innen oder DoktorandInnen sowie die neutrale Sammelbezeichnung Promovierende. Welche Schreibweise im Einzelfall passend ist, richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule, des Fachbereichs oder der Fachzeitschrift, bei der die Arbeit eingereicht wird. Für wissenschaftliche Texte empfiehlt sich eine einheitliche, klar begründete und konsequent durchgehaltene Wahl, die am besten vor Beginn der Arbeit mit der betreuenden Person abgestimmt wird.
Gendern Doktorand: kurze Antwort
Die Personenbezeichnung Doktorand lässt sich auf verschiedene Weisen geschlechtergerecht formulieren. Am gebräuchlichsten ist die Doppelnennung Doktorandinnen und Doktoranden, die weibliche und männliche Form ausschreibt und in Fließtexten gut lesbar bleibt. Wer gendern Doktorand platzsparender umsetzen möchte, greift zu verkürzten Schreibweisen mit Sonderzeichen, etwa Doktorand*innen oder Doktorand:innen. Daneben existiert mit Promovierende eine geschlechtsneutrale Sammelbezeichnung, die alle Personen unabhängig vom Geschlecht einschließt und ganz ohne Sonderzeichen auskommt. Welche Variante gewählt wird, hängt meist von den Vorgaben der Hochschule oder des Verlags ab, weshalb sich ein Blick in die jeweilige Prüfungsordnung frühzeitig lohnt.

Alle Genderformen im Überblick
Für die Personenbezeichnung Doktorand stehen folgende geschlechtergerechte Schreibweisen zur Verfügung, von der ausgeschriebenen Doppelnennung bis zu den verkürzten Varianten mit Sonderzeichen:
- Doppelnennung: Doktorandinnen und Doktoranden
- Gendersternchen: Doktorand*innen
- Doppelpunkt: Doktorand:innen
- Unterstrich (Gendergap): Doktorand_innen
- Binnen-I: DoktorandInnen
Im Singular gelten entsprechend die Formen Doktorand*in, Doktorand:in, Doktorand_in und DoktorandIn. Die weibliche Form lautet Doktorandin, die weibliche Pluralform Doktorandinnen, jeweils regelmäßig mit der Endung -in beziehungsweise -innen gebildet. Welche verkürzte Schreibweise verwendet wird, ist nicht amtlich einheitlich geregelt, sondern folgt den Vorgaben der jeweiligen Institution, des Fachbereichs oder der Fachzeitschrift, bei der eine Arbeit eingereicht wird. Vor dem Schreiben lohnt sich daher ein Blick in die Prüfungsordnung oder die Zitierrichtlinien der eigenen Hochschule.
Geschlechtsneutrale Alternative
Eine geschlechtsneutrale Alternative zur Doppelnennung oder zu Sonderzeichen bietet das Partizip Promovierende. Der Begriff wird, ähnlich wie Studierende von studieren, aus dem Verb promovieren gebildet und bezeichnet alle Personen, die an einer Promotion arbeiten, unabhängig vom Geschlecht. Da diese Form ohne Sonderzeichen auskommt und grammatisch unauffällig ist, wird sie in wissenschaftlichen Texten häufig bevorzugt. Sie eignet sich besonders für Fließtexte, in denen Doppelnennungen oder Genderzeichen als zu umständlich empfunden werden. In formellen Kontexten, etwa in Prüfungsordnungen, Stellenausschreibungen oder offiziellen Schreiben von Hochschulen, ist Promovierende inzwischen ebenfalls weit verbreitet und wird von vielen Institutionen als Standardbegriff verwendet.
Beispielsatz im Studienkontext
Im Uni-Kontext lässt sich die geschlechtergerechte Formulierung gut an einem Beispiel zeigen: Alle Doktorandinnen und Doktoranden reichen ihre Exposés bis zum 15. September beim Prüfungsausschuss ein. Alternativ, mit neutraler Sammelbezeichnung: Alle Promovierenden reichen ihre Exposés bis zum 15. September ein. Wer die verkürzte Schreibweise bevorzugt, formuliert: Doktorand:innen reichen ihre Exposés fristgerecht ein. Alle drei Varianten sind inhaltlich gleichwertig und unterscheiden sich nur in Lesbarkeit und Zeichenlänge, weshalb die Wahl meist von den Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs abhängt. Innerhalb eines Textes sollte dabei durchgehend dieselbe Schreibweise verwendet werden, damit die Arbeit einheitlich und konsistent wirkt.

Häufige Fehler und Empfehlung
Ein häufiger Fehler ist der Wechsel zwischen mehreren Schreibweisen innerhalb derselben Arbeit, etwa Doktorand*innen im ersten Kapitel und Doktorandinnen und Doktoranden im zweiten. Ebenso unsauber ist es, nur die männliche Form zu verwenden, wenn tatsächlich alle Geschlechter gemeint sind. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt Gendersternchen und Doppelpunkt bislang nicht als Standard, dennoch erlauben oder verlangen viele Hochschulen solche Formen in Abschlussarbeiten. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich daher, zunächst die Vorgaben der eigenen Hochschule zu prüfen und andernfalls konsequent bei einer Doppelnennung oder einer neutralen Formulierung wie Promovierende zu bleiben.
Fazit
Wer gendern Doktorand möchte, hat mehrere fachlich korrekte Möglichkeiten: die Doppelnennung Doktorandinnen und Doktoranden, verkürzte Formen wie Doktorand*innen, Doktorand:innen, Doktorand_innen oder DoktorandInnen sowie die neutrale Bezeichnung Promovierende. Keine dieser Formen ist grundsätzlich falsch, entscheidend ist eine einheitliche und konsequente Umsetzung über die gesamte Arbeit hinweg, statt Schreibweisen willkürlich zu mischen. Am Anfang jeder Arbeit sollte daher geklärt werden, welche Vorgaben die Hochschule, der Fachbereich oder die betreuende Person machen. Weitere Hinweise zu Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit helfen dabei, die passende und durchgängige Form für die eigene Abschlussarbeit zu finden.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Absolvent gendern, Praktikant gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.